Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ist der Gleichsstellungsspuk zu Ende?

Hadmut
7.10.2015 21:11

Gerade habe ich gestaunt.

Ich bin doch auf der Info-Mailingliste der Friedrich-Ebert-Stiftung, der ideologischen Hexenküche der SPD. Die laden gerade zu einer Veranstaltung am 12./13. November ein unter dem Titel „ES STEHT VIEL AUF DEM SPIEL: Wohin geht die europäische Gleichstellungspolitik nach 2015?“

Dazu im Erklärungstext unter anderem:

In diesem Jahr endet die aktuelle „Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union (EU)“. Fünf Jahre bot sie den europäischen Institutionen, aber auch den EU-Mitgliedsstaaten Orientierung, wie die Lebenschancen von Männern und Frauen anzugleichen seien. Ein zentraler Punkt der Strategie war es, die „Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer“ möglich zu machen.

Ach.

Normalerweise hätte ich ja blind drauf gewettet, dass der Blödsinn natürlich weitergeht. Aber da wir gerade auch genug echte Krisen haben, Griechenland, Datenschutz, Flüchtlinge, Ukraine, Syrien, Assad, Putin, Islamischer Staat, steigender Meeresspiegel, Volkswagen, Grenzen schützen, Euro-Kurs, Wirtschaftsflaute in China, besteht gewisse Hoffnung, dass die gerade keine Zeit und Lust mehr haben, um sich um künstlich aufgebauschte Phantasieprobleme zu kümmern. Vor fünf Jahren hatten sie nämlich nichts zu tun.

16 Kommentare (RSS-Feed)

FocusTurnier
7.10.2015 21:23
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Diese Veranstaltung wird sich auf diese EU-Umfrage zur Gleichstellungsstategie beziehen, über die Sciencefiles mal berichtet hat:

http://sciencefiles.org/2015/04/30/unseu-kommission-will-gleichstellungs-strategie-beenden-und-braucht-unterstutzung/

Vielleicht gab es (auch im Zusammenhang mit den “Noichl-Plänen” der SPD) ein negatives Feedback auf diese Umfrage.


Rox
7.10.2015 21:24
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Jetzt hast du mich aber echt verblüfft. Nicht dass das am Ende ausgeht, wie der Genderkram in Norwegen.


splitcells
7.10.2015 22:03
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“Vor fünf Jahren hatten sie nämlich nichts zu tun. ”

”nichts” zu tun


Knirsch der Hirsch
7.10.2015 22:55
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>Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer“ möglich zu machen.<

Genau, und sogar noch, bevor man sie für Menschen überhaupt
erst mal möglich macht. Also alle, meine ich. Gleiche.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Puh.

Zwischendurch kamen sie sich ja schon selbst vor wie die
Lösung aller Probleme, die Neuzeit in Persona Y, deswegen.
Da hatten sie noch nicht mal die Meise mit dem X.

Ist das nicht auch ein Widerspruch in sich, überhaupt ?
Kennt "die Wirtschaft" Unabhängigkeit, eigentlich ?
Oder war das doch eher dieser Diogenes, der sie evtl. ein
bischen zumindest gekannt haben – könnte ?

Was wollen die ? Wer hat hier Beratungsbedarf ?
Unabhängig ? Von wem oder was ?

Und wieso interessiere ich mich trotz all dieser institutionellen
Agrarflüge immer noch nicht für Louis Vitton Taschen ?

Wieso ist die eigene Reproduktion praktisch immer Teamwork,
in der der Natur der höher piepsenden und tiefer grunzenden
Lebewesen ? Weil alleine kaum zu stemmen ?

Wirtschaft ? So als allgegenwärtiger, narrativer 😉 Sonnenschein, in dem nur die pösen Schirmherren für kurzweiligen, aber ungerechten
Schatten sorgen ?

Wessen ?

Ist das vielleicht ein Urschatten, diese Opferrollenbizeps ?
So ähnlich wie das mystisch-weibliche Urwissen ? Ja was denn ?

Wer das eine will, muss auch das andere mögen, wusste meine
Oma noch !
Und ich denke, da werden wir wohl locker auch noch weitere
5 Jahre drauf wetten können.
Zu warten gib's da nichts mehr, stimmt.

Totalschaden.

Aber du hast Recht: Zur Abwechslung mal wieder ein paar
echte Probleme in der Welt, und schon wollen plötzlich alle wieder
Hausfrau werden, kannst drauf warten. Ich ja auch, sowieso.

Nur lässt mich keine.


zqu74
7.10.2015 23:34
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Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass sich nichts ändern wird, solange die Wähler nicht in sehr großen Scharren davonlaufen und andere Parteien wählen. Ich war bisher immer Wähler einer großen Volkspartei und habe Protestwähler eigentlich immer für destruktiv gehalten. Ich hätte nie gedacht, dass ich meine diesbezügliche Meinung mal komplett ändern würde und die Volksparteien inzwischen für unwählbar halte. Doch inzwischen bin ich so erschrocken, wie naziähnlich (Propaganda, demagogische Abwertung von nicht Beifallklatschern, Übervorteilungen alleine aufgrund biologischer Merkmale, Zensurbestrebungen bzw. selektive Einschränkung von Meinungen, gefühlte Gleichschaltung und Instrumentalisierung der Presse, die merkwürdigerweise nicht mehr die Politik kontrolliert, sondern im Sinne der Politik die Bevölkerung zu erziehen bzw. manipulieren versucht…) die Volksparteien handeln, dass ich zur Protestwahl überhaupt keine Alternative mehr sehe. Nicht, weil ich irgendeine andere Partei besser finden würde, sondern damit die Volksparteien ihre saftige Quittung für die Rechtsstaatszerstörung erhalten. Ich kann daher nur jedem raten, bei den nächsten Wahlen Parteien zu wählen, die gute Chancen auf Überschreitung der 5% Hürde hat und über die die etablierten Parteien abkotzen. Es muss den Parteien bis ins Mark richtig weh tun; ansonsten wird sich nichts ändern.
Bevor CDU/SPD nicht öffentlich überzeugend eingestehen, dass sie in den letzten Jahren ein Verbrechen an der Gesellschaft bzw. des Rechtsstaates begangen haben und tatsächlich nachhaltig eine Umkehr einleiten, halte ich von diesen Parteien alles nur noch für volksverarschende Nebelkerzen, damit die Wähler wieder auf sie hereinfallen und nicht weglaufen.
Bevor daher nicht zugegeben wird, dass z.B. die Genderwissenschaften rechtsstaatswidrig zu politischen Propagandazwecken missbraucht werden und installiert wurden, um unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbrecherisch und naziähnlich zu manipulieren und Ideologien durchzusetzen, ist bei mir jedenfalls jedes Vertrauen in die Seriösität und Rechtsstaatlichkeit dieses Staates nachhaltig verloren gegangen.


Raik Berger
8.10.2015 1:56
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>Vor fünf Jahren hatten sie nämlich nichts zu tun.

Oder es war Ablenkung von der Finanzkrise bzw. dieser sau teueren Banken/Eurorettung.

Zitat aus dem blauen Kasten:
„Gleiche wirtschaftliche Unabhängigkeit für Frauen und Männer“

Wirtschaftlich unabhängig sind nur ein paar Reiche. Die meisten Menschen sind wirtschaftlich abhängig, z. Bsp. von halbwegs sicheren wirtschaftlichen/finanziellen Verhältnissen.


FocusTurnier
8.10.2015 7:41
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Gedöns
8.10.2015 9:52
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@FucusTurnier
„Diese Veranstaltung wird sich auf diese EU-Umfrage zur Gleichstellungsstategie beziehen, über die Sciencefiles mal berichtet hat:
http://sciencefiles.org/2015/04/30/unseu-kommission-will-gleichstellungs-strategie-beenden-und-braucht-unterstutzung/ “//
Man könnte natürlich auch in den Fragebogen z.B. schreiben:
Asylpolitik; Afghanen, Pakistani, Perser, …
Und da sind wir auch schon bei einer möglichen Erklärung: Feminismus/ Genderismus passt einfach nicht mehr ins Konzept der vorauseilenden Unterwerfung, welche viel wichtiger ist, und deshalb verschwindet das alles jetzt sang- und klanglos – ehe der Rassenhaß gegenüber den europäischen Völkern überdeutlich wird oder aber die Millionen Neubürger auch impertinent-hysterisch als „Nazi“ angequietscht werden müssten …


teqq
8.10.2015 10:12
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Halb OT: Dieter Nuhr hat sich gestern in Mario Baths Steuerverschwendungsshow mal intensiv mit Gendern in Berlin auseinandergesetzt. Der Kenner der Materie hat auch Lann Hornscheidts Papierchen wiedererkannt. Wer Nuhrs Humor kennt, kann sich denken, dass da nichts ungeschoren blieb, schon Barths Anmoderation war zum Schießen. 🙂


Blubb
8.10.2015 11:41
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Naja, das klingt nfür mich nach einem auf fünf Jahre befristetem Förderprogramm, das halt jetzt ausläuft.


Zaphod B.
8.10.2015 13:45
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Ich denke hier freuen sich an paar Leute zu früh.
Siehe http://www.eubuero.de/fif-aktuelles.htm

Beim kurzen überfliegen sah das für mich jedenfalls nicht danach aus als ob hier in Sachen Gender demnächst die Lampen ausgehen.

Interessant könnte auch die dort beworbene Veranstaltung sein http://www.ready-for-dialogue.de/de


dentix07
8.10.2015 16:06
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@ zqu74
> ….Parteien zu wählen, die gute Chancen auf Überschreitung der 5% Hürde hat und über die die etablierten Parteien abkotzen.<

Ist egal! Kannst alles wählen, außer den Blockflöten (Linke, SPD, Grüne, FDP, CDU/CSU), nur wehtun muß es ihnen durch massiven Stimmenverlust!
Und wenn eine völig bekloppte Partei die 5% überschreitet, na und? 1. müssen die sich erst auf die Abläufe einstellen, 2. ist zu befürchten, daß obige Blockflöten leider nie unter 5% (Ausnahme FDP) fallen werden weil einfach zu Viele aus Gewohnheit so wählen wie sie wählen und das Traumziel wie ich es mir vorstelle, das nämlich alle Blockflöten mindestens für eine Wahlperiode aus dem Bundestag fliegen, nicht erreicht wird!
Aber wehtun muß es ihnen, und zwar richtig!

Dann ist auch Gender endlich am Ende!


Kaffeetrinker
8.10.2015 17:55
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Ich sehe es wie Hadmut: Spätestens wenn der globale Finanzkollaps kommt, haben wir genügend richtige Probleme. Bin mal gespannt, wie die ganzen Nichtsnutz_Innen damit dann klarkommen werden. Wenn’s hart auf hart kommt, sind die doch gar nicht lebensfähig.


Focus2
8.10.2015 21:19
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@Focus
Tolle Seite. Aufrufen konnte ich sie unter dem bei sciencefiles angegebenen Link nicht, weil Javascript erzwungen wird. Laut Deinem Link gibt es sie aber nur in englisch. Von wegen Amtssprachen. Wird also nur gefragt, wer englisch spricht. Laut Übersichtsseite, die auch ohne Javascript was anzeigt, steht das Ergebnis schon fest, gibt einen Link da hin, während es auch noch einen Link zur Teilnahme gibt.
Mein Versuch das zu bemängeln scheitert an einem nicht funktionierenden Kontaktformular, obwohl alles an Javascript und Cookies freigegeben. Hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass man erst MIT EINEM BUTTON DER BEIM NEULADEN DER SEITE MITTELS JAVASCRIPT AUS DEM SICHTFELD GESCROLLT WIRD der Nutzung von Cookies zustimmen muss, bevor das Formular funktioniert. Phishing-Methoden. Geht aber immernoch nicht. Auch die erzwungene Zustimmung zum Datenschutz ändert daran nichts.

Was soll eine Umfrage wenn sie nur in einer von 30 Sprachen ist und wenn man gezwungen wird Javascript und Cookies zuzulassen und dem, plus Datenschutz, erzwungen zuzustimmen, um den Anschein zu erwecken man täte das freiwillig und dann läuft es trotzdem nicht? Staat kontaktieren oder an Umfrage zur Meinungsmitteilung an den Staat teilzunehmen nur unter Voraussetzungen sprachlich und technisch? Soll man daran überhaupt teilnehmen? Oder ist nur wieder so eine Ablenkungsrakete um irgendwas durchzusetzen und dann zu sagen man hätte doch gefragt?


FocusTurnier
9.10.2015 7:31
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@Focus2

> Oder ist nur wieder so eine Ablenkungsrakete um irgendwas durchzusetzen und dann zu sagen man hätte doch gefragt?<

Davon gehe ich aus. Der breiten Bevölkerung ist diese (und andere) Umfragen sicherlich nicht bekannt.


Matthias
10.10.2015 0:48
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Genaueres Lesen hilft manchmal: In diesem Jahr endet die AKTUELLE „Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union (EU)“ Das wichtigste Wort des Satzes ist GROSSGESCHRIEBEN!