Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wo kriegt man auf die Schnelle eine Schleuse her, wenn man mal eine braucht?

Hadmut
19.7.2015 20:34

Manchmal hat Berlin auch seine Vorteile.

Ich hatte ja letztes Jahr meinen Sportbootführerschein See gemacht. Zu meinem Ärgern und Bedauern bin ich allerdings bisher nicht dazu gekommen, den zu nutzen oder gar drüber zu bloggen, was auch Wetter-Winter-Sonstwas bedingt ist und damit zusammenhängt, dass Berlin erstaunlicherweise überhaupt nicht am Meer liegt. Denn nur dort kann man mit dem Sportbootführerschein See (außer dem ungemein wertvollen Wissen, das man dabei ansammelt) wirklich was anfangen.

Also hab ich heute vormittag noch schnell meinen Sportbootführerschein Binnen („Motor”) dazugemacht. Macht man nämlich erst den Führerschein See, dann wird dessen (geringfügig umfangreichere) praktische Prüfung und auch dessen allgemeiner Theorie-Teil angerechnet und man muss nur noch einen Theorie-Teil mit den Binnen-spezifischen Fragen beantworten (wenn ich mich jetzt richtig erinnere waren es 23 Fragen mit Multiple-Choice-ankreuzen aus vier Antworten, genau wie in der Auto-Führerschein-Prüfung). Navigation braucht man da auch nicht, also durch reines Auswendig-Lernen zu erledigen (allerdings manchmal kontraintuitiv und etwas abweichend von See, deshalb etwas blöd, wenn man die Prüfungen zusammen macht.) Beim Verständnis hilft ein passendes Lehrbuch, aber zum Multiple-Choice-Lernen hilft am besten eine der diversen Android-Apps, die einen in mehreren Durchläufen zyklisch abfragen und mit denen man sich die Fragen und Antworten ein, zwei Tage lang in die Birne kloppt. Ich hatte diese Woche noch eine Dienstreise, bei der der Termin früh fertig war, aber mein Rückflug spät gebucht war, weshalb ich ein paar Stunden auf den Flug warten musste. War prima, ich habe mir am Flughafen eine abgelegene Ecke gesucht und die Fragen gebüffelt. Ging sogar besser als zu hause, denn dort gab es einfach nichts, was einen vom Lernen ablenken konnte, keine Prokrastination.

Ich wollte das Ding jetzt halt noch schnell haben, solange es Sommer und warm ist, und da spielte auch ein Kostenfaktor eine Rolle. Denn mein ärztliches Attest war abgelaufen, das gilt nur ein Jahr (und war fast zwei Jahre alt), und so ein Ding kostet außer Zeit und Termin (meistens während der Arbeitszeit…) auch so 30 bis 40 Euro. Meistens haben die Bootsschulen einen, der es im Sammeltermin für 25 macht, aber da fährt man dann ans Ende von Berlin, und außerdem habe ich mich für diesen Führerschein erst gar nicht an einer Bootsschule angemeldet. Die Prüfung See gilt aber an Stelle eines ärztlichen Attests, man braucht also keines, wenn man eine weitere Prüfung innerhalb eines Jahres macht.

Die Überlegung war nämlich, den Führerschein Binnen gleich mit Segeln zu machen, was aber nicht nur ein paar Fragen mehr, sondern auch eine erneute praktische Prüfung bedeutet hätte, und ich kann kaum segeln. Habe ich als Kind das letzte Mal gemacht, könnte ich definitiv nicht so, um damit eine Prüfung zu bestehen. Mal sehen, vielleicht mache ich den noch, wenn’s mir zu wohl wird. Heißt aber, nochmal in die Bootsschule zu gehen. Ich habe halt die Gelegenheit ergriffen, den SFB Binnen Motor noch schnell mit wenig Aufwand einzusacken.

Eigentlich habe ich auch noch ein Sprechfunkzeugnis zu machen, denn in Berlin und Umgebung gibt’s ein paar Gegenden, auf denen man (manchmal nur in den Hauptverkehrszeiten) nur mit Sprechfunk fahren darf. Ich hatte mir das so vorgestellt, dass ich mir da noch für ein paar hundert Euro ein Funkgerät dazukaufe und die Sache ist erledigt. Eine Kollege, der beim Ablegen der Prüfungen und beim Fahren fleißiger ist als ich und deshalb deutlich voraus, sagte mir aber, dass er das auch vorhatte und abgeblasen hat. Denn, so sagte er mir, die Idee mit dem Handfunkgerät habe er auch gehabt und sich aus dem Kopf schlagen müssen, denn man darf da, wo Sprechfunk vorgeschrieben ist, nur mit fest eingebautem Sprechfunkgerät fahren. Wusste ich nicht. Er sagte aber, es gäbe praktisch keine Boote mit Sprechfunkgerät zu mieten, weil zu teuer, zu beschädigungsanfällig und weil zu wenig Leute ein Sprechfunkzeugnis haben. Leuten ohne Sprechfunkzeugnis ein Boot mit Sprechfunk zu vermieten ist aber auch wieder problematisch. Deshalb gäbe es praktisch keine Mietboote mit eingebautem Sprechfunk.

*Seufz*

Ein anderes Ziel wäre ein Sportküstenschifferschein (ein größeres Ding als der SBF See). Viele Bootsvermieter geben nämlich angeblich nichts auf den SBF See, zu einfach, zu wenig Stoff. In Griechenland muss man den angeblich sogar haben um ein Schiff mieten zu können. Das britische Gegenstück soll übrigens noch deutlich schwieriger sein. Aber die Briten sind ja auch Seefahrer.

Naja, wie auch immer.

Mir ging so durch den Kopf, dass man sich den ganzen Prüfungskram ja der Vollständigkeit halber einfach mal in Natura anschauen müsste. Einfahren in Schleusen, Wehre, Gebots- und Verbotsschilder, den ganzen Krempel halt.

Tagesausflug? Zig Kilometer fahren?

Hehe, nee, Berlin hat auch seine Vorteile. Von der Wohnung zur nächsten Schleuse (die mir vorher nie aufgefallen ist) sind es gerade mal 3 Minuten mit dem Fahrrad. Mitten in Berlin.

Das ist doch mal was. Wo hat man schon mal Schleusen, Brückendurchfahrten und all den ganzen Binnenverkehrskram so direkt vor der Haustür?

Und da heißt es immer Venedig sei die Stadt der Brücken, weil die einschließlich Privatbrücken 410 Brücken haben. Berlin hat angeblich laut einer Zählung im Jahr 2000 mehr als doppelt so viele, nämlich 969 Brücken (bei allerdings mehr als hundertfacher Fläche, als deutlich niedrigerer Brückendichte). Hamburg allerdings hat angeblich 2485 Brücken.

44 Kommentare (RSS-Feed)

Schwärmgeist
19.7.2015 21:30
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Ich träume davon, meinen Autoführerschein wiederzubekommen, und der Mann faselt hier was von Sportboot- und Segelführerscheine … Na, mein Mitleid braucht er nicht, offenbar geht es ihm gut.


Hadmut
19.7.2015 22:10
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> Na, mein Mitleid braucht er nicht, offenbar geht es ihm gut.

Nein, mir geht’s gar nicht gut. Ich hab es nie verwunden, dass mir der Hubschrauberpilotenschein viel zu teuer war und ich ihn deshalb nie gemacht habe.

Vielleicht sollte ich es mal mit Segelfliegen probieren.


Robert
19.7.2015 22:07
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Auf vielen Gewässern Brandenburgs bedarf es nichtmal eines Führerscheins, um die Mietboote zu fahren. Und in Berlin ist es eh zu voll zum Fahren.


Hadmut
19.7.2015 22:08
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Ich find’s trotzdem besser, zumindest ein paar grundlegende Dinge gelernt zu haben.


MS
19.7.2015 22:42
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Jaja … der SBF See …

Welche Licher führt nachts ein tiefgangsbehinderter, manöverierbehinderter, nichttrawlender einarmiger österreichischer Fischer, der Gefahrgut geladen hat (radioaktive Fischabfälle)

mööp … einen Weihnachtsbaum


Hadmut
19.7.2015 22:49
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> Welche Licher führt nachts ein tiefgangsbehinderter, manöverierbehinderter, nichttrawlender einarmiger österreichischer Fischer, der Gefahrgut geladen hat (radioaktive Fischabfälle)

Ja, genau in der Art. 😀

Allerdings nur dann einen Weihnachtsbaum, wenn er kürzer als 50 Meter ist. Sonst braucht er zwei.


UncleMilton
19.7.2015 22:49
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Oh ja,
Segelfliegen ist schon ein Erlebnis.
Da habe ich letzte Saison mit angefangen. Wenn man es günstig in einem Verein erlernen möchte sollte man sich jedoch bewusst sein, dass man meist mindestens einen ganzen Wochenendtag damit verbringen muss und zu Beginn das Flug-/Bodenzeitverhältnis leider bei so 1:10 liegt. Dann vielleicht besser mit dem Boot auf Wannsee und Havel entspannen oder sich am Wasserskifahren probieren…


Svenska
20.7.2015 1:13
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Na dann gratuliere ich dir einfach mal zum Binnensportbootsführerschein, wenn das schon kein anderer machen will. 😉


Geluckt
20.7.2015 5:02
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Ich durfte den Führerschein leider nicht machen, weil ich eine Rot-Grün-Schwäche habe und deswegen beim Augentest durchgefallen bin. Praktisch war das auch die richtige Entscheidung. Bei den Leuchttürmen gibt es nämlich verschiedene Farben. Wenn es weiß leuchtet, steuert man auf die Mündung zu. Ist man zu weit steuerbord oder backbord leuchtet es entweder rot oder grün. Ich habs in der Nacht ausprobiert und für mich waren leider alle Lichter mehr oder weniger weiß-gelblich.

In der Hochsommerzeit gibt es manchmal nichts schöneres als an einer Schleuse zu sitzen und zu gucken, was da für Leute mitfahren. Highlight ist, wenn jemand in der Schleuse festmacht und das Boot dann in der Wand hängt oder sich langsam ins Wasser dreht, daher als oberste Pflicht: Immer schnell ein Messer in der Schleuse dabei haben, falls man wirklich mal festgemacht hat.


Hadmut
20.7.2015 7:36
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@Geluckt: Nicht nur da. Auch bei Schiffen, Tonnen, Schleusen usw. spielt rotes und grünes Licht eine wichtige Rolle. Das kann wirklich gefährlich werden.


phaidros52
20.7.2015 6:32
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herzlichen Glückwunsch auch von hier. Ob die englischen Scheine wirklich schwieriger sind, kann ich nicht sagen. Ich find sie deutlich weniger belastet mit deutschem Gesetzeskrempel, der dort überhaupt nicht vorkommt oder gefragt wird (Gesetzeskrempel). Sieh doch mal auf der Seite des RYC nach, der in vielen Ländern führend ist.


Rox
20.7.2015 7:38
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Ich muss bei Booten immer an das viele arme Geld denken, dass man mit beiden Händen ins Wasser schmeißt, wenn man sich dieses Hobby zulegt. Meinen Traum hab ich mal bei einem jungen Paar gesehen. Die stiegen aus ihrem Auto aus, holten ain aufblasbares Schlauchboot mit Spiegelheck raus, das sie mit Kompressor aufpumpen ließen. Dazu Motor des Autos laufen lassen und Strom aus dem Zigarettenanzünder holen. Dann E-Motor ans Spiegelheck des Schlauchboots rangehängt, eingestiegen, losgefahren. E-Motoren sind herrlich leise und in den letzten Jahren hat es einen echten Sprung in der Akku-Technologie gegeben, siehe Pedelecs (Elektrofahrräder ohne Führerschein). Nach etlichen Stunden kam das Paar zurück, ließ sich vom Kompressor die Luft aus dem Schlauchboot saugen, ab in den Kofferraum mit dem Zeug, ins Auto gestiegen und weg waren sie.
Bürokratiefrei, stressfrei und du kannst überall rein ins Wasser, wo es ufermäßig auch nur irgendwie geht. Also in der Natur, nicht da, wo ein Yachthafen oder so ist. Herrlich! Irgendwann mache ich das.


TOPCTEH
20.7.2015 8:37
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Moin Schipper! Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

Wo hat man schon mal Schleusen, Brückendurchfahrten und all den ganzen Binnenverkehrskram so direkt vor der Haustür?

Meine Eltern in Lemmer am IJsselmeer oder mein Bruder in Boppard am Rhein haben das tatsächlich vor der Haustür (letzteres ohne Schleuse, dafür mit Fähre). Ich bin leider nicht so verwöhnt und muss hier in Stuttgart mit dem Fahrrad 20 Minuten zur nächsten Schleuse fahren. Es schadet aber tatsächlich nie, die bunten Bildchen aus den Lehrbüchern mal in der Praxis anzuschauen.


Missingno.
20.7.2015 10:10
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> Wo hat man schon mal Schleusen, Brückendurchfahrten und all den ganzen Binnenverkehrskram so direkt vor der Haustür?
Würzburg? Stuttgart? Wahrscheinlich jede (größere) Stadt die an einem (größeren) Fluss liegt?
Selbst mein Heimat-4000-Seelen-Kaff hat eine Schleuse an einem Bach. 😉 Binnenverkehrskram gibt es da natürlich nicht. Selbst Schlauchboot fahren ist da nicht möglich.


MS
20.7.2015 11:04
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schonmal aufgefallen das die Lichter für eine manöverierbehinderung aussehen wie die Österreichische Flagge? (rot-weiß-rot)

Das war in der Schulung immer unsere Eselsbrücke … “siehts österreichisch aus? Dann isses behindert!” 🙂


Mario Schmidt
20.7.2015 11:55
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Moin,
also wir bieten im Segel Verein die Führerscheine an und ich kann daher nur empfehlen: Nur um ein paar Euro zu sparen, auf keinen Fall den SKS und dann den SBF Binnen + Segeln zu machen. Segeln lernt man im Grunde nur ordentlich beim Binnensegelschein auf einer Jolle. (Ja es gibt ausnahmen). Beim reinen Motorschein ist es sehr wohl sinnvoll, wenn man erst den SBF See und dann den SBF Binnen macht. Die Praktischen Prüfungen sind im Grunde fast gleich.

Und er SKS ist nicht die größere Version des SBF See. Der SKS umfasst vor allem Navigation und Segeln, wenn auch etwas Motor mit geprüft wird. Der SBF See ist ein reiner Motorschein, auch wenn man damit ein Segelboot führen darf. Aber wer ohne Ahnung vom Segeln ein Segelboot Chartert, der hat es nicht besser verdient.

Gruß


scorpion71
20.7.2015 13:15
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Hallo herr Danisch

Kennen sie diese Website ?

http://www.gender-curricula.com


Hadmut
20.7.2015 20:16
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> Kennen sie diese Website ?
> http://www.gender-curricula.com

Ja, aber schon lange nicht mehr draufgeguckt. Als ich das letzte mal draufgesehen habe, stand da nur hilfloser Schrott.


scorpion71
20.7.2015 13:21
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da können sie dann solches Geschwafel lesen:

4.Softwareentwicklung als Doing Gender

•Software ist nicht „neutral”, sondern beruht in ihren Abstraktionen und in ihren Modellierungen auf Grundannahmen, die bestimmte Aspekte betonen, andere vernachlässigen. Dies ist in verschiedenen Untersuchungen gezeigt worden. Eine Ausrichtung des Blicks auf den „jungen, männlichen, weißen Nutzer”, der auch in den Entwicklungsteams selbst dominiert, trägt dazu bei, dass Software nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen anspricht und von diesen genutzt wird. Insofern trägt Software häufig dazu bei, das Geschlechterverhältnis zu verfestigen. Beispiele lassen sich u. a. im Bereich der Computerspiele zahlreich finden. Die Tätigkeit von InformatikerInnen zielt zu einem großen Teil auf die Entwicklung von Software. Geschlechterforschung untersucht, inwiefern sich in Konzepten von Software geschlechtsspezifische Sichtweisen festschreiben, und versucht, durch konstruktive Vorschläge Software so zu gestalten, dass sie beiden Geschlechtern in gleicher Weise nützen und sie gleichermaßen ansprechen kann. Dazu braucht es Softwareentwicklungsmethoden, die die bewusste Reflexion sozialer Kontexte mit Technikentwicklung verbinden.


Klaus
20.7.2015 14:27
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Augsburg hat mehr Brücken als Venedig (su um die 530).

Die amtlichen (Sportboot) sind nru notwendig falls Boote mit einem Motor >= 5 PS (ich hab noch den alten BR Schein 🙂 ).

Segelscheine lohnen sich nur wenn man wirklich vorhat zu Segeln (was auch der schönenere Sport ist).

Ich hab noch den englischen A Schein (kam vor zig Jahrzenten aus einem Englisch Kurs un England). der ist allerdings cool fürs Ausland.

Kennt jeder, akzeptiert jeder. Was leichter als der Deutsche “A” Schein.

cu


Klaus
20.7.2015 14:30
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@ Rox

Bei einem Hobby über Geld zu jammern ist unklug, wenn nicht sogar dumm.
Entweder man leistet es sich, weil es einem gefällt, oder halt nicht.

Wer Hobby nach rein wirtschaftlichen Gesichtpunkten betreibt, hat kein Hobby.

Ich habe seit ca. 25 Jahren zwei Sportsegelboote (Kat und Jolle), ich finde nicht das dies eine teurer Sport ist (viel weniger Material Verschleiß als z.B. Surfen).

cu


prx
20.7.2015 15:01
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Ich finde Schleusen super. Vom Land aus gesehen. Wenn man ansehen darf, was die Leutchens auf dem Wasser damit für Arbeit haben. Vom Wasser aus gesehen finde ich Gewässer ohne Schleusen irgendwie praktischer. 😉


prx
20.7.2015 15:04
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Die verschärfte Version gibts dann natürlich an der Küste. Gewässer mit Tidenhub aber Hafen hinterm Sperrwerk. Wer den richtigen Zeitraum verpennt, der übernachtet ggf. auf dem Wasser davor.


Pete the Beat
20.7.2015 18:10
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Glückwunsch 😉
In Großbritannien braucht man wohl garkeinen Schein für die See, nur für Binnen. Dieser Yachtmaster ist freiwillig. So gute Seeleute sind das, dass sie darauf vertrauen die Leute werden schon wissen was sie tun 🙂
Witzigerweise braucht man für den z.B. erstmal 800nm Erfahrung und 30 Tage auf See, davon 2 Tage als Skipper. Man muß also erstmal die Erfahrung sammeln bevor man sich dann mit dem Titel schmücken darf.

Ist ja auch in vielen Ländern so. Hier hättest Du seit neuestem ja jetzt auch 15PS ohne Schein fahren können und auf den Binnengewässern ist doch meist eh alles Geschwindigkeitsbegrenzt?


Hadmut
20.7.2015 21:03
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> Hier hättest Du seit neuestem ja jetzt auch 15PS ohne Schein fahren können

dürfen

Dürfen und Können ist zweierlei.


Hans
20.7.2015 18:46
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Die Vercharterer, mit denen ich zu tun habe, wollen SKS oder mehr.

Ich habe damals den SBF See an einem Wochenende gemacht, dann SKS Theorie über einen Winter größtenteils in Eigenregie, SKS Praxis (1 Woche) mit anschließender Prüfung am letzten Tag, dann das Bodenseeschiffer-Patent beantragt ( kleine Theorie Prüfung speziell zu dem Bodensee, dank SKS –> 2 Stunden Vorbereitung, der Fragenkatalog hatte nur 40 Fragen oder so … ) und auf Basis des Bodenseeschiffer-Patents dann den SBF Binnen beantragt (ohne jegliche Prüfung). Ab dann wurden fahrlässigerweise die Urlaube auf dem Wasser verbracht.

Nach ein paar Jahren und div. Skippertrainings, in denen ich erst das Segeln einer Yacht gelernt habe, war dann der SSS fällig, nach ein paar weiteren und einem geplanten Fernziel der Yachtmaster Coast, also das britische Pendant zum SKS. Ganz selbstbewusst bin ich da reingegangen, hatte ja “immerhin” in knapp 10 Jahren locker 120 Tage auf den Meeren verbracht und ne Handvoll Skippertrainings besucht…

Meine Güte war das anstrengend – deutlich anstrengender als der SSS. Viel praxisbezogener, viel mehr Stress in der Prüfung, viel mehr “Prüfung” der Fähigkeiten. Bei SBF/SKS/SSS spult man ein Programm ab und das war’s. Beim Yachtmaster Coast wird man immer an die Grenzen gebracht. Das MOB Manöver braucht man natürlich dann, wenn man die Planung aufgrund eines “Zwischenfalls” umwirft und gerade neu navigieren muss.

Wenn Dir Wetter nichts ausmacht, kannst Du in der Neben/Randsaison an der Ostsee gute Yachten (Bavaria 2013 oder jünger) relativ günstig chartern. Der Mittelmeerraum ist m.E. mittlerweile unbezahlbar und/oder Schrott.


FocusTurnier
20.7.2015 20:29
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OT

In Berlin gibt es aber noch andere Schleusen:

“Bei ihrem Treffen in Berlin kritisieren 350 feministische Ökonominnen die Austeritätspolitik der EU. Frauen und Männer sollen “in Würde” leben und arbeiten können”

http://www.tagesspiegel.de/wissen/finanzkrise-und-feminismus-frauen-zahlen-den-noch-hoeheren-preis/12081102.html

Kennt jemand diesen IFFE?


goh
20.7.2015 21:36
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Herzlichen Glückwunsch zum Motor-Sportbootführerschein Binnen.

Ich hoffe, Sie müßen deswegen jetzt nicht Ihre Couch (echtes DANISCH-Design!) verkaufen:

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/danisch-design!-retro!!-schoenes-sofa-couch-ecksofa-mit-sessel/342008809-88-3352

:-))

Viele Grüße nach Berlin und einen schönen Wochenanfang!


Hadmut
20.7.2015 22:35
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> Ich hoffe, Sie müßen deswegen jetzt nicht Ihre Couch (echtes DANISCH-Design!) verkaufen:

Hu, wie hässlich…


Pete the Beat
20.7.2015 22:00
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>Dürfen und Können ist zweierlei.

Versteh ich jetzt nicht ganz. Du meinst es ist zu schwierig auf Binnengewässern tagsüber mit bspw. einem 15Ps Schlauchboot unfallfrei ohne Ausbildung klar zu kommen?

In den “Schulen” wird doch (meiner Erfahrung nach) auch nur An- und Ablegen geübt, und das MOB-Manöver klar. Das befähigt einen dann mitsamt des trockenen Theoriestoffs zur “weltweiten” Fahrt.
Also Lernen findet wohl immernoch in der Praxis statt schätze ich.

Ich berechne z.B. nie die magnetische Missweisung, dafür mache ich gerne oft und beherzt Manöver des letzten Augenblicks für die ganzen Scheininhaber, die mal wieder vergessen haben wer das Wegerecht hat oder anderweitig beschäftigt sind anstatt Ausguck zu halten 🙂

Und auf der einen Seite sind immer(!) anständig korrigierte Seekarten in Papierform vorzuhalten, da an anderen Systemen deren Ausfallmöglichkeit bemängelt wird, ich glaube jedoch das redundant vorhandene digitale Seekartenplotter mitsamt metergenauer “Peilung” sicherer sind. Zumal für den Papierkram bei wirklichem Ausfall aller Systeme ja eigentlich Kenntnisse des Sextanten erforderlich wären.
Also Papierkarten liegen bei mir auch irgendwo gut gestaut, falls mal doch nix mehr läuft, so ist es ja nicht. 🙂


Hadmut
20.7.2015 22:33
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> Du meinst es ist zu schwierig auf Binnengewässern tagsüber mit bspw. einem 15Ps Schlauchboot unfallfrei ohne Ausbildung klar zu kommen?

Es gibt da ein paar Dinge, die ich da gelernt habe, auf die ich selbst ohne Übung nicht gekommen wäre. Mann über Bord-Manöver hätte ich falsch gemacht. Ablegen hätte ich auch falsch gemacht, da hätte ich wahrscheinlich eine Schraube ruiniert. Und ich hätte auch nicht alle Zeichen erkannt, die signalisieren, wo man nicht hinfahren darf.

Das Problem ist nicht das „klar kommen”.

Das Problem sind die Rand-Fälle.

> In den “Schulen” wird doch (meiner Erfahrung nach) auch nur An- und Ablegen geübt, und das MOB-Manöver klar.

Ja. Und genau dabei habe ich ein paar wichtige Dinge gelernt.

> Ich berechne z.B. nie die magnetische Missweisung,

Ja, weil die in Deutschland sehr gering ist.

Das ist sie aber nicht überall. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, liegt sie in der Gegend um Neuseeland teils bei über 20°. Und das ist heftig.

> ich glaube jedoch das redundant vorhandene digitale Seekartenplotter mitsamt metergenauer “Peilung” sicherer sind.

Jo, und in der Fahrschule lernt man von erfahrenen Skippern, dass gerade das nicht der Fall ist. Einige von denen haben mir ausdrücklich bestätigt, dass sie in manche Buchten niemals per GPS reinfahren würden, weil viel zu ungenau und zu gefährlich, sondern nur nach Leuchtturm-Navigation. Viel genauer, vor allem wenn Richtfeuer, Sektorenlichter usw. installiert sind. Wenn man das nicht weiß, läuft man auf Grund oder sowas.

> Zumal für den Papierkram bei wirklichem Ausfall aller Systeme ja eigentlich Kenntnisse des Sextanten erforderlich wären.

Nur wenn man kein Land und keine Betonnung in Sicht hat. Mit sichtbaren Tonnen, Leuchttürmen, Betonnung usw. kann man auch ohne Sextant gut navigieren.

Das ist der Grund, warum ich es für so wichtig halte, es in der Schule gelernt zu haben.


Pete the Beat
20.7.2015 23:01
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Das war von mir zugegeben etwas pointiert geschrieben. 🙂
Es ist nichts gegen die Übungen dort einzuwenden, man sollte sich nur im Klaren sein, dass es damit eigentlich nicht genug ist um wirklich in vielen Situationen “klar zu kommen”.
Sicherlich ist je nach Fahrtgebiet auch die Deklination von Bedeutung, betrifft wiederum auch eigentlich nur die Navigation abseits der Küste.
Ich lege ja keinen berechneten Kartenkurs an wenn ich schon sehe das es nicht hinhaut. Offshore ist wiederrum reine Kompassnavigation schon wegen Strömungen, Winddrift usw. recht nutzlos.
Die Tatsache, dass auf offenen Gewässern (guter Empfang / kein Fjord oder sowas) GPS beispielsweise ungenau wäre würde ich gerne mit konkreten Beispielen belegt wissen.
Sobald Lichtzeichen vorhanden sind lassen sich diese auch mit digitalen Karten sehr gut als Absicherung einsetzen, ich prüfe immer auch anhand anderer Informationen die Korrektheit der Positionsbestimmung, man hat ja auch auf Wache sonst nicht viel zu tun.

Was die Seekarten anging, so sprach ich eigentlich über offenes Gewässer ohne Landsicht, was den Sextanten erforderlich machen würde. Keine Frage, mit Sicht auf Landmarken und Tonnen etc. lässt sich auch mit Kreuzpeilung gut zurechtkommen. Nur sind da die Fehlerwerte bei Seegang bzw. schlechterer Witterung so groß (kleinere Segelyacht), das in allen meinen Erfahrungen eine GPS-Ortung diese um Längen schlägt. Bei Nacht wird es dann schon besser mit Sektorenfeuer.

Ein weiterer Punkt ist z.B. dieses Sprechfunkzeugnis, ich habe selbst ein Handgerät ohne über ein solches Zeugnis zu verfügen, aber im Notfall auf Kanal 16 wird das letzte aller Probleme sein, ob ich denn überhaupt Funken darf.


Hadmut
20.7.2015 23:16
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> Die Tatsache, dass auf offenen Gewässern (guter Empfang / kein Fjord oder sowas) GPS beispielsweise ungenau wäre würde ich gerne mit konkreten Beispielen belegt wissen.

Sektorenfeuer haben – wenn ich mich jetzt richtig an den Unterricht erinnere – Genauigkeiten im Bereich von Zehntelgrad und sind damit erheblich genauer als GPS. Ein zehntel Grad macht auf 1000 Meter eine Abweichung von tan(2*3.14159 / 3600) * 1000 = 1,75 Meter, also gerade mal eine halbe Bootsbreite. Und es kommen keine weiteren Ungenauigkeiten hinzu, weil die Leute sich dort eben an diesem Feuer orientieren.

Bei GPS kommt nicht nur die systematisch deutlich höhere Ungenauigkeit von GPS hinzu, sondern auch noch das Problem, dass die digitalen Karten selbst ja ungenau sind.

Das sind halt so Sachen, die man vorher nicht glaubt, und die man dann in der Schule lernt.


Pete the Beat
21.7.2015 0:07
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Sektorenfeuer erlauben auch nur ein Steuern auf eben den vorgegebenen Sektoren (1/10 Grad bleibt mal dahingestellt).
Witzig das ich bei der Suche nach der Genauigkeit der Leuchttürme gerade auf eine Frage im SKS Fragenkatalog stieß:

Nummer 89:
Nennen Sie drei wichtige Vorzüge von GPS.
1.GPS arbeitet weltweit.
2.Die Positionsanzeige ist jederzeit verfügbar.
3.Der Positionsfehler ist gering

Also ohne da jetzt Mitternacht in die Tiefe zu gehen, (mein SBF See ist von ’96) da waren die halt noch nicht so weit, scheint es mittlerweile wohl doch ein Umdenken gegeben zu haben.


Hadmut
21.7.2015 0:11
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> 3.Der Positionsfehler ist gering

Im Vergleich zum Sextanten zweifellos.

Aber auf dem offenen Meer kommt es auf 100 Meter auch nicht an.

Geht es allerdings um flache Gewässer, Untiefen, Wracks und so weiter, ist man mit Tonnen und Leuchtfeuern – laut Fahrschule – genauer dran, wenn’s drauf ankommt.


Pete the Beat
21.7.2015 0:09
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Nachtrag: das digitale Daten ungenau sind, das erschließt sich mir gerade auch nicht, denn ich glaube alle erhältlichen Papierdrucke sind einfach nur Darstellungen von digitalen Kartendaten. Ich rede ja nicht von Openseamap, sondern von amtlichen Karten in Digitalformat.


Pete the Beat
21.7.2015 0:17
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Dagegen sage ich auch nichts. Wie ich meinte verlasse ich mich auch nicht auf eine einzige Quelle, sondern wähle nach Bedarf und am Besten redundant. Mir ging es um die lästige Pflicht Papierkarten rumzufahren an der Stelle, und an anderer ebenso z.B. um ein Sprechfunkzeugnis obwohl für den Notfall ein Funkgerät besser ist als keines. Ich wollte nur aufzeigen, das auch gut gemeinte Regeln seltsame Blüten treiben können, abseits natürlich der Tatsache, dass jeder alle Scheine einsammeln kann und dann ist alles gut 🙂


Konteradmiral a.D.
21.7.2015 8:59
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Ich vermute mal die meisten die diese Segelscheine/Sportbootführerschein machen fahren anschliessend vielleicht ein paar mal und dann nie wieder. Alle Bekannte mit entspr. Scheinen waren am Anfang ganz euphorisch weil sie mal im Urlaub in einem entspr. Boot mitgefahren sind. “DAS WILL ICH AUCH!”. Da rennen sie dann hordenweise in entspr. Kurse/Prüfungen und danach war es das. Zum Bootskauf kommt es erst gar nicht und gemietet wird ein- zwei mal, wenn überhauüpt, dann nie wieder.
Die die wirklich dabei bleiben, sind Leute deren Umfeld schon ein oder mehrere Boote haben (Vater/Opa…) und am Wasser wohnen.

So wie sich das beim Danisch anhört wird der auch nie aufs Wasser kommen, at ja jetzt schon kaum Zeit für die Prüfung…..


prx
21.7.2015 12:54
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Binnen Böötchen zu fahren führt immer zum gleichen Problem, wenn man etwas weiter weg wohnt. Sommer, gutes Wetter, Wochenende: rauf ans/aufs Wasser. Aber zuerst einmal rauf auf die Strasse, direkt in den Stau aus Gleichgesinnten. Ist man dann auf dem Wasser, merkt man erst so richtig, wieviele Boote an anderen Tagen in den Häfen liegen und man hat Stress, nicht alle paar Meter eins umzufahren.

Währenddessen fluchen dann die Segler über die vielen rücksichtslosen Motorboote und deren Wellen. Und die Fahrer der Motorboote über die vielen Segler, die sich ihnen absichtlich mitten in den Weg stellen.


MS
21.7.2015 18:00
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Bei rein digitaler Navigation gibt es zusätzlich noch das Problem das, wenn man zu weit rauszoomt, nicht mehr alles auf der digitalen Seekarte drin ist.

Gabs nicht vor kurzem den Fall beim Volvo Ocean Race das ein Team mit der Yacht auf ein Riff gefahren ist?
Also kein kleines, sonder zig Kilometer lang. Haben halt rausgezoomt weil sie auf offener See waren und dann war das Riff nicht mehr auf dem Kartenplotter zu sehen.
Hätte man sehen können wenn man mal rausgeschaut hätte oder ne richtige analoge Seekarte benutzt hätte … und nicht immer nur unter Deck auf den Kartenplotter schaut.
http://www.yacht.de/schenk/n004/inwind35.html

Digital mit GPS navigieren ist ja schick … aber das setzt IMMER voraus das derjenige weiß was er tut und sich nicht blind auf eine Art zu navigieren verlässt, und im Zweifel sich lieber mal auf die normalen Seekarten kucken (sofern aktuell)

oder anders ausgedrückt: GPS schützt nicht vor Dummheit


Frank
21.7.2015 18:27
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Keiner Tipp zum üben -Landwehrkanal, Oberschleuse (nur 30 cm Höhenunterschied, da kannste Dich nichmal Aufhängen wenndes draufanlegst).
Aber Obacht, mit über 5PS Einrichtungsverkehr.


der eine Andreas
21.7.2015 19:59
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@Hadmut:
Wo kriegt man schnell ein Boot her, wenn man schon Schleusen hat?
https://www.vebeg.de/web/de/verkauf/browse.htm?DO_SUCHE=1&SUCH_KAT=18&SHOW_AUS=1530391
Nur 40 km entfernt 🙂

oder, wenn es etwas größer sein darf:
https://www.vebeg.de/web/de/verkauf/suchen.htm?SHOW_AUS=1532391&SHOW_LOS=1&nolistlink=1
Auf nach Schlicktown! Besichtigung nur nä. WE möglich!


Pete the Beat
22.7.2015 0:41
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@MS
Das stimmt schon soweit, jedoch empfinde ich die Schenk Kollumne auch nur als “Nachtreten” – kein Wunder das da Leute zu Schreiben es wäre eine Wixvorlage. Ich schreib morgen nochmal was dazu.


Gästle
22.7.2015 13:08
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Glückwunsch von der leider nicht schiffbaren oberen Donau.

> ich glaube jedoch das redundant vorhandene digitale Seekartenplotter mitsamt metergenauer “Peilung” sicherer sind.

Jo, und in der Fahrschule lernt man von erfahrenen Skippern, dass gerade das nicht der Fall ist. Einige von denen haben mir ausdrücklich bestätigt, dass sie in manche Buchten niemals per GPS reinfahren würden, weil viel zu ungenau und zu gefährlich, sondern nur nach Leuchtturm-Navigation. Viel genauer, vor allem wenn Richtfeuer, Sektorenlichter usw. installiert sind. Wenn man das nicht weiß, läuft man auf Grund oder sowas.

Sicher ist gar nichts. Seekarten (und damit auch elektronische Karten) hängen immer ein paar Monate hinter der Wahrheit hinterher. Fluss- und Hafenhandbücher weisen manchmal auch eklatante Fehler auf. Tonnen und Pricken können fehlen, sind aber sonst am aktuellsten. Gerade im Wattenmeer ist ständig alles in Bewegung. Da hilft nur das Gespräch vor Ort. Ortskundige wissen auch wie viele Stunden vor Hochwasser welche Stelle erreicht sein sollte. Mit dem Kartenplotter findet man die Ansteuerungstonne, von dort aus geht es dann auf Sicht und Echolot nach Tonnen oder Pricken. Wo feste Leuchtfeuer installiert sind ist meist mehr Platz (und mehr Verkehr).
GPS an sich ist schon ausreichend genau, aber die Karten lösen an brenzligen Stellen nicht fein genug auf. Dafür hat man mit dem Kartenplotter noch nützliche Zusatzinformationen wie Fahrt über Grund und sofern ein AIS-Empfänger installiert ist auch genaue Informationen über die Berufsschifffahrt. Das ist aber eher Binnen von Interesse. Etwa ob man es mit einem Frachter bis zur nächsten Schleuse schafft und gemeinsam darin Platz findet.

Einen Sextanten werden wohl die wenigsten an Bord haben oder gar jemals benutzt haben. Die Navigation erfolgt i.d.R. auf Sicht unter Berücksichtigung der örtlichen Regeln und Gepflogenheiten. So kann sich die Berufsschifffahrt am Rhein bei der Bergfahrt die Fahrwasserseite aussuchen (also “links” fahren), angezeigt wird das mit einer blauen Tafel und weißem Funkellicht. Talfahrer bestätigen das mit den selben Zeichen und wechseln ebenfalls die Fahrwasserseite. Die Sportschifffahrt ist zwar nicht an diese Regelung gebunden, es hat sich aber eingebürgert dass sie sich auch danach richtet.