Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Why So Many Americans Don’t Want Social Justice and Don’t Trust Scientists

Hadmut
18.6.2015 21:44

Ihr könnt mir wieder mal was helfen:

Ein Leser hat mich auf einen – dem Titel nach – interessanten Vortrag hingewiesen: „Why So Many Americans Don’t Want Social Justice and Don’t Trust Scientists”, dauert aber ne ganze Stunde und mir fehlt gerade die Zeit.

Wer Lust und Muße hat, kann ja mal reingucken und Kommentare schreiben, worum es da geht:


17 Kommentare (RSS-Feed)

Bernd
18.6.2015 21:58
Kommentarlink

Es geht um Sex.


Fabian
18.6.2015 23:46
Kommentarlink

Ich weiß nicht ob der Vortrag für deine Themenfelder wirklich so relevant ist, da er sehr auf die USA bezogen ist, aber inhaltlich geht es darum warum Leute mit einer konservativen politischen Einstellung misstrauisch gegenüber dem Themenkomplex “social justice” (das als Überbegriff für ganz unterschiedliche politische Agenden von Affirmative Action bis hin zu Frauenrechte) und dem Wissenschaftsbetrieb in den USA sind. Der Vortragende ist Sozialpsychologe.

Er stellt beim Menschen heraus, dass er als als einziges Lebenwesen, das in extrem großen Gruppen zusammenarbeitet, nicht eine evolutionäre Strategie verfolgen die auf direkter Verwandschaft (Abstammung von einer Königen in Insektenvölkern wie bei Ameisen, Bienen, Termiten) beruht.

Seiner Ansicht nach wird das zu Zusammenleben durch eine Moral reguliert, die hervorgebracht wird durch eine gemeinsame Konzentration Objekte, Personen oder Ideen die als heilig/sakral/sakrosankt betrachtet werden gefördert, dieser Fokus schafft eine Wir vs. Die / Gut vs. Böse Athmosphäre, die klare Gruppen und Vertrauen innerhalb dieser Gruppen hervorbringt. Dieses Denken bezeichnet er als “radikal inkompatibel mit wissenschaftlicher Denkweise”

Danach stellt er eine Theorie der verschiedenen Grundlagen/Quellen für eine gemeinsame Moral dar (also welche Ideen besonders hoch/heilig gehalten werden) – ich verwende die englischen Begriffe:

1. Care
2. Fairness
3. Liberty
4. Loyalty
5. Authority
6. Sactity

Danach stellt er heraus, dass “liberals” (wobei das hier wie schon gesagt im US-Sinne verwendet wird, also alles was im großen und ganzen gesagt nicht Republikaner ist) sich besonders auf Nummer 1 Care/Compassion als Wert stürzen (er sagt, liberals fokussieren sich auf Opfergruppen) und dann alle Thematiken, die diesen anderen 5 Idealen zuzuordnen sind, diesem Wert total unterordnen.

Er präsentiert dann anhand exemplarischer Fragen, dass die Konservativen gerade eben in diesen Idealen verhaftet sind und das es einen feststellbaren ideologischen Graben gibt, der durch die Fokussierung und Ideologisierung entsteht.

Er erklärt ein Misstrauen in die Wissenschaft im Folgenden damit, dass es innerhalb des akademischen Betriebes eine klare ideologische Präferenz zur liberalen Seite gibt, so dass die Wissenschaft von den Konservativen eher als Parteigänger aufgefasst werden, denn als eigenständige Institution. Dies sei aber keine generelle Wissenschaftsablehnung der Konservativen, sondern reflektiere die Situation der letzten Jahre. Er führt dazu eine Langzeitstudie an, die aufzeigt, dass die Spaltung (liberals haben quasi totales Vertrauen in “die Wissenschaft” während Konservative misstrauischer sind) sich erst seit Mitte der 90er auftut und das dies parallel zu der Entwicklung der politischen Einstellung im Wissenschaftsbetrieb ist: während es in den vorangegangen Jahrzehnten durchaus noch Wissenschaftler gab, die sich eben im Sinne der Konservativen äußerten, gibt es seit dem eine Quasi-Monopolistische Stellung der liberals. Dies vollziehe sich durch einen Generationenwechsel (Professoren aus der “greatest generation”, also derjenigen die als aktive Soldaten noch im 2. WK teilgenommen haben gehen in Rente und diejeningen die in den 70ern studierten übernehmen alle Machtpositionen [Anmerkung von mir: Marsch der Institutionen durch die 68er in Deutschland könnte man da parallel denken].

Danach führt er kritisch aus, dass diese Voreingenommenheit zu bestimmten Problemen führt. Er führt das Beispiel an, dass jemand der zur religiösen Rechten gehört und ein Jung-Erde-Kreationist ist (also Erde ist 6000 Jahre alt und so) zwar aus gutem Grund keine Chance auf eine Forschungkarriere in Geologie oder Evolutionsbiologie habe, aber auf der anderen Seite jemand der den Einfluss von IQ, Vererbung, die Unterschiede zwischen biologischen Geschlechtern, der Evolution oder bestimmten Stereotypen, die einen zutreffenden Kern habe, a priori aus ideologischen Grünen verleugnet im akademischen Betrieb der USA unterkommt und diese Voreingenommenheit und Meinungmonokultur sehr problematisch sei.

“If you sacralize something, you cannot think straight”

Mein Tipp: Schau es dir ab ca. 49:10 an, dann kriegt man die Essenz noch mit alles vorne dran ist, sehr kurzgefasst: Es gibt Liberale und Konservative und die haben unterschiedliche ideologische Ansichten.


Marcus Junge
18.6.2015 23:57
Kommentarlink

Der Typ ist “lustig”. Allein schon sein “Test” am Anfang, Oh Hilfe! “Imagine” von Lennon ist Gutmenschenwahn in Reinform. “Stell dir vor es gibt keine Länder, dann gibt es nichts mehr wofür man kämpfen könnte.” Geht noch mehr Neue Weltordnung mit einer Weltregierung, die dann ohne jede Souveränität der Völker einhergeht, weil “Demokratie” ein Volk, Betonung EIN, braucht, weil Vielvölkerstaaten zum Völkergefängnis werden und untergehen, Ausnahme Schweiz. Weil den Brasilianer herzlich wenig mit dem Mongolen verbindet.

Aber lassen wir das. Dann seine Aussagen zu den Demokraten. Hat er da ernsthaft gesagt der Clinton-Wahlverein sei besorgt über das moralische Problem unserer Zeit – die Globalisierung, welche den amerikanischen Traum gekostet hat? Wenn ich das richtig gehört habe, dann leben er und ich in verschiedenen Universen. In meinem haben die Demokraten ganz massiv die Globalisierung betrieben, egal ob Bill oder Obama und zeigen keinerlei Anstalten in Zukunft etwas anderes zu machen.

OK, der nächste Bock: Amerika war “gut” weil es die Juden reingelassen hat und sie dann machen ließ. Deer Mann sollte nie das dt. Lügenwiki lesen, selbst da findet sich was anderes (unter 20. Jahrhundert suchen) https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Juden_in_den_Vereinigten_Staaten#Einwanderungsbeschr.C3.A4nkungen
Willkommen waren diese Zuwanderer dann auch nicht gerade.

Und natürlich darf dann nicht fehlen, “wir machen die Grenzen zu, dies kann nicht sein, hier soll jeder rein dürfen”. Na dann mal Tore auf, 500 Millionen Fachkräfte wollen Afrika bis 2050 angeblich verlassen, meist Moslems, schickt sie alle in die USA, dann ist Europa das Problem los. Und die USA sind dann zu den Islamischen Staaten von Amerika geworden, mal sehen was er dann sagen würde oder ab wann er nach “Grenzen dicht” anfängt zu schreien.

Das kommentiere ich an der Stelle nicht weiter und seh mir den Unsinn auch nicht weiter an, dafür ist es eindeutig zu spät und mir fehlen jetzt die Nerven für solchen linken Müll.


Thomas
19.6.2015 0:21
Kommentarlink

Die Quintessenz des Vortrags ist, dass politisch Linke (= US-Liberale) den Gerechtigkeitsbegriff als “equality”, also Gleichheit, interpretieren, wohingegen politische Rechte (= US-Konservative) diesen als “equity” (schwer wirkungsgerecht zu übersetzen) auffassen.

Ich denke, es läuft auf eine Auseinandersetzung zwischen Anhängern der Bedarfsgerechtigkeit (Der Anspruch auf ein Gut wird bereits dadurch legitimiert, dass der Beanspruchene es “braucht”.) und der Leistungsgerechtigkeit (Der Anspruch auf ein Gut wird durch einen persönlichen Beitrag zu seiner Herstellung/Gewinnung legitimiert.) hinaus.

“Liberals”, also Linke im kontinaleuropäischen Sinne, tendierten zu einer Sakralisierung vermeintlicher Opfergruppen und würden es zwecks Erhöhung von deren “positiver Freiheit” (also der Möglichkeit, Dinge aktiv zu tun) befürworten, die “negative Freiheit” von Nicht-Opfern (also deren Anspruche, von Dingen verschont zu bleiben) zu verletzen.

Linke schätzten nur soziale Freiheit, aber keine ökonomische oder die nationale Souveränität betreffende, wohingegen Rechte diese drei als gleichermaßen wichtig einstuften. Als Werte hielten Rechte Fürsorge, Loyalität, Autorität und “Heiligkeit” (“sanctity”) hoch, während Linke nur Fürsorge als relevant einstuften.

Die Wissenschaftskritik wird vom eingeblendeten Zitat sehr schön auf den Punkt gebracht: “The problem is not mistrust of science so much as it is mistrust of scientists.”

Insgesamt ein guter, informativer Vortrag. Leider hat Haidt einen gewissen, blinden Fleck für die “libertarians”, deren Einordnung hier noch interessant wäre.

Haidt kratzt sehr nah an dem, was ich persönlich für die Ursache aller politischen Konflikte halte, auch wenn er es (aus Gründen der politischen Korrektheit?) nicht explizit erwähnt: Der teilweise genetisch bedingten Ungleichheit von Menschen in ökonomisch relevanten Merkmalen.

Die Feststellung, dass verschiedene Menschen auch unterschiedlich “fähig” (in Bezug auf Intelligenz, Fleiß, Körperkraft, Gesundheitszustand, etc.) sind, ist trivial.

Solange aber auch nur ein winziger Teil der Varianz solcher für den wirtschaftlichen Erfolg bedeutsamen Merkmal heritabel ist, können diese Unterschiede auch durch eine sozialpolitische Tabula rasa nicht aufgehoben werden, sind also deterministisch.

Menschen können jedoch selbst dann, wenn man die Freiheit des Willens voraussetzt, nicht für ihre Erbinformation verantwortlich gemacht werden.

Mit anderen Worten: Unterdurchschnittliche befähigte Menschen mit geringem Erfolg sind nicht an ihrer Misere schuld und überdurchschnittlich Befähigte verdanken ihre vergleichsweise bessere Situation keiner ihnen persönlich zurechenbaren Leistung.

Die darin enthaltene Ungerechtigkeit geht aber von der Natur aus, der gegenüber man offensichtlich keine Kompensationsansprüche zwecks Herstellung von Gerechtigkeit geltend machen kann. Diese können aus praktischen Gründen nur gegenüber anderen Menschen – den überdurchschnittlich Befähigten – durchgesetzt werden.

Das Problem: Diese sind ebenso wenig für ihre eigene, genetische Ausstattung (geschweige denn die deren anderen!) verantwortlich, wie die “Opfergruppen” selbst. Würde man ihnen die Versorgung der “Opfer” aufbürden, dann nähme man sie für einen Misstand in Regress, den sie weder verursacht haben, noch beeinflussen können.

Die Folge: Eine andere – diesmal aber anthropogene – Ungerechtigkeit. Man wird gezwungen, jemanden zu alimentieren (Es geht dabei nicht nur um Geld: Wertschöpfung geschieht durch Arbeit und die kostet Anstrengung und Lebenszeit), an dessen prekärer Situation man komplett unbeteiligt ist.

Um es ganz plakativ zusammenzufassen:

“Linke” wollen eine Kompensation naturgegebener, leistungsunabhängig entstandener Ungleichheit zwischen Menschen durch die willkürlich bevorteilten Menschen.

“Rechte” wollen eine solche nicht, weil dies fähigere Menschen schuldlos zum Frondienst gegenüber den weniger fähigen zwingen würde.


Thomas
19.6.2015 0:41
Kommentarlink

Kurzer Nachtrag: Historisch interessant ist vielleicht noch, dass die Linken im 19. Jahrhundert ja ursprünglich zur Herstellung von Leistungsgerechtigkeit (“Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen”) eingetreten sind – gegen Verfechter einer “göttlichen Ordnung”, die heute in Europa politisch überhaupt keine Rolle mehr spielen.

Wann und wo mag mag da wohl aus welchem Grund eine Umkehr stattgefunden haben?


Slartibartfast
19.6.2015 7:35
Kommentarlink

Was Fabian geschrieben hat. Das Model von Haidt ist ziemlich bestechend und erklärt auf den ersten Blick viele Wirrungen des Politikbetriebs.
Die Linken (bzw. Liberals) haben als sakrale Idee den Schutz der Schwachen (Schlagwort “soziale Gerechtigkeit”). Dennoch sind sie für Abtreibung, was eigentlich gar nicht zusammen passt. Sie haben jedoch den Schutz der Frauen als sakrale Idee unter der sie dann andere Konzepte unterordnen — was auch nicht diskutiert werden darf. Somit kommt man zu dem Paradoxon, dass eine schwächere Gruppe (ungeborene Kinder) gegen eine nicht ganz so schwache Gruppe (schwangere Frauen) den kürzeren zieht, obwohl das im Konzept des Schutz der Schwachen keinen Sinn ergibt. Genauso sieht es in den USA mit Rassismus aus: Die Hautfarbe ist mittlerweile ein sehr schwacher Prädiktor für die später erreichte gesellschaftliche Klasse — hier hat die Klasse der Eltern einen viel krasseren Einfluss; aber die Förderung geht immer noch nach Hautfarbe.
Die inkongruenten Konzepte der Konservativen (bzw. Republicans) sind selbstverständlich auch Legion.
Unterm Strich nehmen halt alle Ideologien (ob Links oder Konservativ) immer Inkonsistenzen in Kauf im Tausch gegen eine starke Gruppenbindung. Uns wird also nie der Stoff für Kritik ausgehen, egal welche Ideologie gerade vorherrscht…


Der große böse Wolf
19.6.2015 8:31
Kommentarlink

@Thomas
> Wann und wo mag mag da wohl aus welchem Grund eine Umkehr stattgefunden haben?
Seit die linken in der Politik, den Medien, den Gewerkschaften usw. was zu sagen haben. Jetzt gehören sie nämlich zu denen, die essen aber nicht arbeiten wollen.


magiccap
19.6.2015 8:38
Kommentarlink

Ohne den Vortrag gesehen zu haben, kommt mir folgender Gedanke zu “Why So Many […] Don’t Trust Scientists”:

Koennte es sein, dass unsere Wissenschaft zu weit entwickelt ist. Die Fortschritte in hochspezialisierten Nischen einzelner Teilbereiche der wissenschaftlichen Disziplinen in infinitesimal kleinen Schritten gemacht werden. Der ganze Betrieb daher fuer kaum jemanden noch greifbar oder verstaendlich ist und die Wissenschaftler selbst fast zwangslaeufig Schwierigkeiten haben den Nutzen ihrer Schrittchen im Grossen zu erklaeren. Wird dann doch mal ein Resultat durch die Medien getrieben ist es ganz sicher uebergeneralisiert und wird mindestens ein Ausloeser des naechsten Weltuntergangs dargestellt. Die Forscher selbst distanzieren sich unmittelbar von dieser Interpretation was nurnoch als “Also stimmt es doch nicht” wahrgenommen wird. Was bleibt ist ein Gefuehl von: “Alles spinnerte Steuergeldvernichter!”


Manfred P.
19.6.2015 14:14
Kommentarlink

Ich habe den Vortrag jetzt nicht gesehen, aber Jonathan Haidt ist mir ein Begriff und ich habe auch sein Buch zuhause.

Er ist in jedem Fall ein ernstzunehmender Sozialpsychologe und befasst sich u.a. mit Moralismus in Abhängigkeit politischer Überzeugungen.

Es ist ja eine längere Beobachtung, dass moralische Wertbevorzugungen korrelieren mit politischer Einstellung.

Das ist eines seiner Hauptforschungsthemen, und hoch interessant.

Ich habe ihn vor Jahren mal in einer US-Show gesehen (ich glaube, Bill Maher), und fand seine Thesen so interessant, dass ich sein Buch gekauft habe.


Blindtrampel
19.6.2015 17:56
Kommentarlink

Spätestens seit dem Begriff “Hass-Statistik” sollte man den Soziologen nix mehr glauben.

Haidt hat in meinen Augen auch ein sakrales Element in seiner Theorie, nämlich die Unantastbarkeit des multikulturellen und -ethnischen Gesellschaftsexperiments.


Manfred P.
19.6.2015 21:06
Kommentarlink

@Blindtrampel

>Haidt hat in meinen Augen auch ein sakrales Element in seiner Theorie, nämlich die Unantastbarkeit des multikulturellen und -ethnischen Gesellschaftsexperiments.

Was wäre denn in einem Land wie den USA die Alternative?


Blindtrampel
20.6.2015 18:12
Kommentarlink

@Manfred P

an sich sollte die Wahrheit ausreichen, damit alles gut/normal wird. Zwischen Wahrheit und Bevölkerung steht die Presse, und die lügt wie gedruckt.

Hier ein aktuelles Beispiel: Ann Coulter hat ein Buch geschrieben über die Einwanderungspoltik der USA. Es ist ein amazon Bestseller. Trotzdem bekommt die Frau nicht ein Interview in den Massenmedien. Das Buch wird, wie andere vorher, schlicht totgeschwiegen, weil es nicht das erlaubte Narrativ unterstützt. Hat sie gelogen? Nöö, sie hat recherchiert, was nur ging. Viel was es nicht, weil der Staat viele Daten einfach nicht mehr erhebt. Coulters These: die USA verwandeln sich demnächst in ein Land wie Brasilien, wo die oberen 10% den gesamten Reichtum besitzen und in abgeschotteten communities leben, wärend die übrigen 90% dienen, gegen ein Butterbrot und dabei alltäglicher Gewalt und Korruption ausgesetzt sind.

Interview mit McInnes, lustig
http://www.dailymotion.com/video/x2t8kgn

Text
http://www.amren.com/features/2015/06/adios-america-coulters-call-for-immigration-sanity/


DrMichi
20.6.2015 19:33
Kommentarlink

Also… Hm. Schwierig.

Ich glaube an ein mediales Phänomen. Wenn Journalisten die ganze Zeit “Wissenschaftler” irgendwelcher “Institute” mit denen, die wirklich unabhängig forschen vermischeln, dann ist Misstrauen auf den ganzen Betrieb ja natürlich.

In allen Bereichen wurde beschissen. Hier, lesen, wichtig: https://en.wikipedia.org/wiki/Merchants_of_Doubt

Aber das darf man ja nicht sagen, weil “Freier Markt der Ideen” und so.


Manfred P.
21.6.2015 13:58
Kommentarlink

@Blindtrampel

Ich habe gestern Ann Coulter bei Bill Maher gesehen.

Das Zusammenleben ethnischer Gruppen und die Wohlstandsverteilung sind zunächst einmal zwei Paar Schuhe. Ähnliche Probleme haben wir ja auch in Deutschland.

Aber irgendwie muss man das Zusammenleben ethnisch heterogener Gruppen ja regeln. Bei einem Bürgerkrieg verlieren alle.

Oder werden Syrien, Irak, Afghanistan als attraktive Länder mit hohem Lebensstandard gesehen?

Allerdings denke ich auch, dass massenhafte, ungesteuerte Zuwanderung nicht immer glimpflich ausgehen muss. Aber das darf man in Deutschland auch nicht offen sagen.


Lohengrin
21.6.2015 15:49
Kommentarlink

Der Mann erzählt nichts für mich Neues.
Ich frage mich nun, wo ich stehe. Einerseits sehe ich es so wie die Konservativen, nämlich dass man jemandem, der nicht auf sich selbst aufpasst, nicht helfen soll, wenn er deshalb Hilfe braucht, weil man sonst Schmarotzer züchtet. Andererseits sehe ich es so wie die Liberalen, nämlich dass etwas, was niemandem schadet, erlaubt ist.

In Sachen Tötung eines Kindes während der Schwangerschaft fehlt mir ein wichtiger Aspekt, nämlich der Vater. Der wird überhaupt nicht erwähnt.
Ich vermute, dass Haidt bei “If you are against abortion, don’t have one.” nicht daran gedacht hat.


Blindtrampel
21.6.2015 16:29
Kommentarlink

Nachtrag:

Ann Coulter bei Bill Maher, ein deprimierendes Video. Das Publikum ist echt komplett balla, oder kommt mir das nur so vor

https://www.youtube.com/watch?v=tW0GowO_MaM

Nachtrag 2:

2 schöne Trollgeschichten zu den aktuelllen Ereignissen in USA. Zuerst gibt es dort eine Diskussion, ob man nicht endlich mal eine Frau auf einen Geldschein drucken soll. Jemand kam mit diesme Vorschlag:
https://twitter.com/PrisonPlanet/status/611633459304484864/photo/1

Dann noch etwas zu der “Trans-Racial” Frau, Rachel Dolezal (oder wie die hieß, die Weiße, die sich als Schwarze ausgegeben hat). Nicht unerwartet kam ein Rabbi mit dem statement, das wir das so akzeptieren müssten. Darauf hin hat ein Troll sich als “Trans-Semit” ausgegeben, also er fühlt sich ab jetzt als Jude und möchte so akzeptiert werden. Und außerdem fordert er einen Israelischen Pass. KABUMM! Genau hier ist die Bruchstelle. Denn das werden die Juden nicht mehr mitmachen, Jude ist man von Geburt oder gar nicht. Mit anderen Worten, das ganze Kartenhaus bricht krachend zusammen. Nur mit westlicher Logik. Genial.

Nachtrag 3, zu dem obigen Video. Es gibt ja eine Veerschwörungstheorie, das die Demokratie nur deswegen überall gefordert wird, weil die große Masse an Leuten wie eine Schafherde dem Hammel folgt. Wer die Presse kontrolliert, kontrolliert automatisch das ganze Land. Schwer, dagegen zu argumentieren..


Manfred P.
23.6.2015 21:37
Kommentarlink

@Blindtrampel

Ja, Ann Coulter vertritt ein paar steile Thesen.

Aber was ich großartig fand, war, dass Bill Maher, der ja nun wirklich völlig entgegengesetzter Meinung ist, sie eingeladen hat, und sogar ihr Recht verteidigt hat, in Ruhe auszureden.

Auch wenn er meint, dass sie Blödsinn redet. Das nenne ich Diskussionskultur.

Findet man aber auch in den USA auch nur noch bei HBO, und nicht im Mainstream.