Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Michigan-Connection

Hadmut
15.6.2015 20:54

Wusstet Ihr eigentlich schon, dass im ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts gleich drei Richter mit Verbindungen zur University of Michigan sitzen?

Susanne Baer, Johannes Masing, Andreas L. Paulus.

Das ist sicherlich nur Zufall. Ebenso wie der Umstand, dass an amerikanischen Universitäten geheimlogenmäßige Studenten- und Alumniverbindungen aufgebaut werden und die Universitäten in Michigan im Ruf stehen, dass dort die US-Geheimdienste sehr intensiv und aggressiv ausländische Leute anwerfen.

Alles nur Zufälle, ganz zufällige Zufälle. Völlig normal, dass wenn 8 Juristen zusammensitzen, 3 davon in Michigan waren. Im zweiten Senat beispielsweise sitzt…äh… keiner aus Michigan. Mmmh, Zufälle gibt’s.

(Danke für den Hinweis.)


22 Kommentare (RSS-Feed)

Rechnungsprüfer
15.6.2015 21:17
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Sehr interessant. Der erste Senat ist auch für Familiensachen zuständig, wo mich langsam nichts mehr wundert.


Stefan W.
15.6.2015 21:17
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Inwiefern ist jetzt die Abwesenheit von Michiganleuten im 1. Senat ein Beleg für irgendwas?

Wären da jetzt 2 Michiganleute gewesen, hättest Du das nicht auch als Indiz für Deine Theorie ausgeschlachtet?

Kommt mir doch arg beliebig vor.


Hadmut
15.6.2015 21:38
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> Inwiefern ist jetzt die Abwesenheit von Michiganleuten im 1. Senat ein Beleg für irgendwas?

Anwesenheit. Es geht um Anwesenheit. Und sie ist kein Beleg, weil eine Korrelation keine Kausalität ist.

> Kommt mir doch arg beliebig vor.

Ist nicht beliebig.

Ist zufällig.

Rein zufällig.


osthollandia
15.6.2015 22:42
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Ach der Reiner, Reiner Zufall…

Das ist schon ein verrückter Hund!


peter
15.6.2015 22:50
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sowas wie Zufall gibt es nicht 🙂


Marcus Junge
15.6.2015 22:50
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Gehört nicht zum eigentlichen Artikel, aber falls es Ihnen bisher entgangen ist, da gibt es in den USA diese Schülerin:

https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2015/vereinigte-staaten-transgender-schueler-verklagte-schule/

Und das ist dann doch wirklich ein “Danisch-Thema”.


Marcus Junge
15.6.2015 22:54
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“Rein zufällig.”

Genau so “zufällig” wie die Anwesenheit vieler kommender Kanzler bei den Bilderstürmern, im Jahr der Wahl oder im Jahr vor der Wahl oder die Anwesenheit so vieler (selbsternannter) Alphajournalumpen bei einer gewissen Brücke oder so vielen Politikern beim transartiktischen Swingercluib für US-Bräute. Alles nur Korrelationen, ohne jede Kausalitäten.


Marcus Junge
15.6.2015 22:55
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Ach, und weil ich schon mal dabei bin, der Film ist gut gemacht: G 7 Proteste – Gipfel der Staatsknete (Staatsknete = Geld für die “Protestler” gemeint)

https://www.youtube.com/watch?v=buuT9f5cQYc


Stefan W.
15.6.2015 23:12
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Pardon, ich habe 1. und 2. Senat verwechselt.

Ich meine, wenn im anderen Senat auch 2 gewesen wären, hättest Du das nicht viel eher als Beleg der Unterwanderung nehmen können? Wieso belegt die Abwesenheit hier etwas? Dass die gerne aufeinanderklumpen?

Der Senat bestimmt ja seine Mitglieder nicht selbst, soweit ich weiß. Von Seilschaften kann man da also schlecht ausgehen. Wenn nicht, dann wird die Korrelation je nach Senat noch fragwürdiger in ihrer Aussagekraft.


Nobby
15.6.2015 23:55
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Warum krieg ich niemals eine sechs im Lotto?


Leonard
16.6.2015 1:14
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Es gibt ja auch gewisse Prozesse, jetzt in Deutschland, früher in Belgien, in denen Zeugen vor ihrer Aussage teils wie die Fliegen zu Tode kamen. Natürlich immer ganz zufällig. Rein zufällig. Klar. Was denn sonst?

“Wusstet Ihr eigentlich schon, dass im ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts gleich drei Richter mit Verbindungen zur University of Michigan sitzen?

Susanne Baer, Johannes Masing, Andreas L. Paulus.”

Ich frage mich: (1.) was treibt Juristen überhaupt in ein Auslandsstudium in die USA? Die haben doch ein ganz anders geartetes Rechtssystem und eine andere Rechtstradition? Was soll das eigentlich nützen? Sollte es nicht nützlicher sein, sich hier zu vertiefen, in die eigene Rechtssystematik?
Und (2.) wieso werden zumindest dem Anschein nach eigentlich gerade von der Politik solche Leute in höchste Richterämter berufen, obwohl die im deutschen Rechtssystem zwangsläufig weniger, teils viel weniger, ausgewiesen sind als die, die hier geblieben sind? Ob es dafür einen Grund gibt? Ich vermute: ja. Aber ich kenne ihn nicht.


Michael2
16.6.2015 5:08
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“Manche Universitäten, wie die University of Michigan und die University of Connecticut, haben versucht, aggressive »Sprachcodes« anzunehmen, mit denen sie so etwas wie »unangebrachtes Gelächter,taktlose Witze, anonyme Briefe oder Telefonanrufe und den verschwörerischen Ausschluss eines anderen Studenten vom Gespräch« auszurotten beabsichtigen. aus Paul Weyrich, »Politically Correct Fascism on Our Campuses«, New Dimensions:The Psychology Behind the News (Juni 1991) aus Die neue Toleranz von Josh McDowell


DarkynanMP
16.6.2015 7:06
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Zufall hin oder her; was hat studieren in Michigan mit dem deutschen Grundgesetz zu tun?


Dirk S
16.6.2015 9:20
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@ Nobby

Warum krieg ich niemals eine sechs im Lotto?

Weil du nie die 6 auf dem Lottoschein ankreuzt? 😉 Weil die nie Lotto spielst? Weil du einfach Pech hast?

Lottofreie Grüße,

Euer Dirk


Dirk S
16.6.2015 9:45
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@ Hadmut

Wusstet Ihr eigentlich schon, dass im ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts gleich drei Richter mit Verbindungen zur University of Michigan sitzen?

Bisher nicht. Nun bin auch ich wieder ein bisschen schlauer. Dein Blog ist wahrlich “Unterricht” in Spezialwissen.

Das ist sicherlich nur Zufall.

Nicht zwangsläufig. Sollte die University of Michigan eine international anerkannte Fakultät betreffend Staats- und Verfassungsrecht haben, dann zieht diese Studenten mit diesem Studienziel an und es ist sogar recht wahrscheinlich, dass Studenten der University of Michigan sich in höchsten Gerichten wiederfinden. Da kommt das eine zum Anderen. Es werden ja auch Informatiker und Ings. vom MIT bevorzugt eingestellt.

Ebenso wie der Umstand, dass an amerikanischen Universitäten geheimlogenmäßige Studenten- und Alumniverbindungen aufgebaut werden

Das ist nicht verwunderlich, sondern eine bekannte Eigenschaft des US-Systems. Die richtige Studentenverbindung öffnet dir die Türen, die für deine angestrebte Karriere wichtig sind. So sind in der US-Bundesadministration praktisch nur Leute von den Skull&Bones. G.W. Bush, John Kerry (Schon mal aufgefallen, wie zahm er als Kandidat bei der Präsidentenwahl 2004 gegenüber Bush gewesen war? Sind eben Verbindungsbrüder.) und viel andere.

und die Universitäten in Michigan im Ruf stehen, dass dort die US-Geheimdienste sehr intensiv und aggressiv ausländische Leute anwerfen.

Hmm, wäre jetzt natürlich interessant, ob das nun an der Uni wirklich besonders stark ist oder ob das da nur bekannter ist und ansonsten bei allen US-Unis mehr oder weniger gleich. Oder aber einfach nur in Michigan viele Geheimdienste herumlungern und mal eben zur nahegelegensten Uni latschen. Aber die Wahrheit wird uns da zumindest von den anwerbenden Geheimdiensten keiner sagen. Und selbst wenn, würden wir es denen glauben?

Alles nur Zufälle, ganz zufällige Zufälle. Völlig normal, dass wenn 8 Juristen zusammensitzen, 3 davon in Michigan waren. Im zweiten Senat beispielsweise sitzt…äh… keiner aus Michigan. Mmmh, Zufälle gibt’s.

8 Juristen, 12 Meinungen. 😉 Ernsthaft: Da im 1ten Senat vor allem “Spitzenjuristen” sitzen sollten, führt das natürlich leicher dazu, dass Juristen von “Spitzenfakultäten” berufen werden. Also, wenn sie ins Konzept passen. Hängt natürlich davon ab, ob die University of Michigan so eine Spitzenfakultät hat.

Senatorische Grüße,

Euer Dirk


Frank
16.6.2015 12:50
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Mal wieder diese Verschwöhrungstheorien, natürlich ist das Zufall -bei acht Universitäten weltweit!


Heinz
16.6.2015 17:50
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@Marcus Junge
Wobei man zu dem Bericht bemerken sollte, dass der aus der Rechten Ecke kommt.


Thomas
16.6.2015 18:15
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OT:

Offenbar ist der EGMR aufrichtig bemüht, die Redefreiheit im Internet zu torpedieren: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gerichtshof-urteilt-zu-beleidigungen-in-nutzerforen-a-1039058.html


DrMichi
16.6.2015 19:29
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Kann mir jemand strukturell erklären, wieso Michigan so wichtig ist? Automilliarden, die jetzt die Gesellschaft verändern wollen? Hat jemand explizit und nur dazu ein paar Links? (Carnegie-Mellon etc. ist mir bekannt) Oder ist das ein Unfall?


Emil
16.6.2015 21:10
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@DrMichi
> Kann mir jemand strukturell erklären, wieso Michigan so wichtig ist?

Michigan war traditionell ein bevorzugtes Ziel deutscher Einwanderer. Es gibt dort immer noch viele Familien, bei denen zuhause Deutsch gesprochen wird. Gut möglich, dass die Uni bei Studenten aus Deutschland beliebt ist, weil Familienbindungen bestehen, es eine größere deutschsprachige Community gibt oder Austauschprogramme mit deutschen Unis existieren.

Die University of Michigan Law School hat auch ein gutes Renommee (unter den ersten 10 in den USA), sie kommt zwar nicht ganz an Harvard, Yale oder die Columbia ran, ist aber gerade für deutsche Studenten trotzdem attraktiv.


anstaltszauber
18.6.2015 0:22
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Wenn die Behauptung, gerade die University of Michigan sei eine “Kaderschmiede” US-amerikanischer Dienste, stimmt, dann ist die Konzentration gleich dreier ihrer Absolventen im Ersten Senat durchaus sinnig. Der Erste Senat ist für alle Entscheidungen über die Reichweite von Grundrechten geltend. Diese Verfahren werden von Bürgern geführt. Der zweite Senat ist primär für die Verfahren zuständig, die von anderen Verfassungsorganen geführt werden. Vgl. § 14 BVerfGG.

Weitergedacht: Wenn ein Bürger sich auf die Verletzung von Grundrechten beruft, dann hat er es mit (unterstellt) einem Dienst-geprägten Senat zu tun. Dieser würde dann entsprechende Entscheidungen treffen. Der zweite Senat wäre nur bei anderen Streitigkeiten zuständig, die von Verfassungsorganen geführt werden. Hier könnten (!) US-amerikanische Dienste schon im Vorfeld beeinflussen, ob ein solches Verfahren überhaupt geführt wird.

Gruß aus der Anstalt


freds
18.6.2015 23:47
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Daniel Bahr, einst Bundesgesundheitsminister,
Universität von Michigan als Gastdozent für Gesundheitsökonomie
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/europawahl-fdp-trifft-sich-zum-parteitag-a-968489.html