Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Feministinnen stinksauer: Von Transen auf der femininen Seite überholt

Hadmut
9.6.2015 22:08

Hehehehe. Da läuft gerade was schief und Feministinnen sind stinksauer. 😀

Vor ein paar Tagen ging doch ein Bild durch die Presse. Der ehemalige Sportler Bruce Jenner hat beschlossen, Frau zu sein, hat sich umbauen lassen und sich – immerhin von Annie Leibovitz – sexy auf der Titelseite von Vanity Fair abbilden lassen.

(Leser wissen ja, dass ich auch hin und wieder fotografisch in ähnlichen Bereichen unterwegs bin.)

Naja, gut, es ist zwar eine Schönheit von der Chirurgen Gnaden, und Photoshop hat wohl auch assistiert, zumal Leibovitz halt einfach auch sehr gut ist, aber objektiv muss man sagen: Für jemanden mit 66 Jahren ist das ein ziemlich gutes Foto, kann sich sehen lassen. Man erkennt ja viele Transen sofort, aber da muss ich sagen: Ohne Kontextwissen hätte ich den/die bei normalem Hinsehen weder als Transe noch als 66 erkannt. Vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber wenn man das mal nach unpolitischen, technischen Kriterien beurteilt: Das Bild ist gut. Fotografiert mal so eine 66-jährige.

So wurde das auch in Amerika oft gesehen.

Und wie ich neulich schon vom Transentreffen der Grünen berichtet hatte: Erst erzählen sie einem jahrelang, Geschlechter gäb’s nicht und „Geschlechterstereotype” seien böse, kulturelle Erfindungen, die man abschaffen müsse, aber bei Transen wird voll zugelangt was die sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmale betrifft. Was ja auch den ganzen Gender-Quatsch widerlegt: Denn warum würden sich Transen erst dann als Frau fühlen, wenn sie sich aufdonnern wie ein Christbaum?

Das führt nun zu einem paradoxen Effekt:

Während Feministinnen alles weibliche abschaffen wollen, nehmen ihnen jetzt ausgerechnet die Transen die Wurst vom Brot und überholen auf der weiblichen Spur – mit allem, was zur „Frau” gehört. Und das manchmal gar nicht schlecht: Im Vergleich mit Feministinnen sind Transen einfach die besseren Frauen. Punkt.

Deshalb sind die Feministinnen jetzt stinksauer und schimpfen auf die Transen (obwohl sie die bisher doch immer als Verbündete und als Beweis dafür ansahen, dass man das Geschlecht wechseln könne). Siehe New York Times, wo es dann plötzlich heißt, Transen wären ja gar keine Frauen, sondern nur Frauendarsteller:

This was the prelude to a new photo spread and interview in Vanity Fair that offered us a glimpse into Caitlyn Jenner’s idea of a woman: a cleavage-boosting corset, sultry poses, thick mascara and the prospect of regular “girls’ nights” of banter about hair and makeup. Ms. Jenner was greeted with even more thunderous applause. ESPN announced it would give Ms. Jenner an award for courage. President Obama also praised her. Not to be outdone, Chelsea Manning hopped on Ms. Jenner’s gender train on Twitter, gushing, “I am so much more aware of my emotions; much more sensitive emotionally (and physically).”

A part of me winced.

I have fought for many of my 68 years against efforts to put women — our brains, our hearts, our bodies, even our moods — into tidy boxes, to reduce us to hoary stereotypes. Suddenly, I find that many of the people I think of as being on my side — people who proudly call themselves progressive and fervently support the human need for self-determination — are buying into the notion that minor differences in male and female brains lead to major forks in the road and that some sort of gendered destiny is encoded in us. […]

Their truth is not my truth. Their female identities are not my female identity. They haven’t traveled through the world as women and been shaped by all that this entails. They haven’t suffered through business meetings with men talking to their breasts or woken up after sex terrified they’d forgotten to take their birth control pills the day before. They haven’t had to cope with the onset of their periods in the middle of a crowded subway, the humiliation of discovering that their male work partners’ checks were far larger than theirs, or the fear of being too weak to ward off rapists. […]

Those are realities that shape women’s brains.

By defining womanhood the way he did to Ms. Sawyer, Mr. Jenner and the many advocates for transgender rights who take a similar tack ignore those realities. In the process, they undermine almost a century of hard-fought arguments that the very definition of female is a social construct that has subordinated us. And they undercut our efforts to change the circumstances we grew up with.

The “I was born in the wrong body” rhetoric favored by other trans people doesn’t work any better and is just as offensive, reducing us to our collective breasts and vaginas. Imagine the reaction if a young white man suddenly declared that he was trapped in the wrong body and, after using chemicals to change his skin pigmentation and crocheting his hair into twists, expected to be embraced by the black community.

Will heißen: Transen sind Schwindler und Vordrängler, weil nicht das Aussehen und die Klamotten, sondern nur jahrelanges Leiden die Frau ausmacht.

Opferideologie in Reinkultur.

Eine deftige Antwort gibt’s schon hier.

Dass der Feminimus sich irgendwann selbst zerkotzt war mir klar. Aber dass es ausgerechnet Männer in Frauenkleider sind, die weiblicher und als Frau besser rüberkommen, ist schon bemerkenswert.

Wie sagt man so schön? Konkurrenz belebt das Geschäft.


25 Kommentare (RSS-Feed)

Autohaus
9.6.2015 22:21
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“Transen wären ja gar keine Frauen, sondern nur Frauendarsteller”

Korrekt, eine Frau mit angenähtem Zipfel ist auch kein Mann.
Selbst wenn sie ganz breitbeinig sitzt.


Emil
9.6.2015 22:41
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Das erinnert mich an den alten Witz:

Was ist das Zweitschlimmste im Leben einer Mutter?
– Wenn sie ihren Sohn dabei erwischt, wie er ihre Kleider trägt.

Und was ist das Allerschlimmste?
– Wenn er darin besser aussieht als sie!


Marc
9.6.2015 23:22
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Wie kann man denn am besten Eingreifen, damit im Radikalfeminismus nicht eine Seite gewinnt sondern sie sich möglichst bei gleicher Lagerstärke gegenseitig zerfleischen?

Für oder gegen die Autorix?

Für welche Seite man auftritt ist bei der verwendeten Rabulistik zum Glück herzlich egal.

Dieser Hass, mir wird schlecht davon… 😉


vortex
10.6.2015 0:59
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“Aber dass es ausgerechnet Männer in Frauenkleider sind, die weiblicher und als Frau besser rüberkommen, ist schon bemerkenswert.”

Naja, Männer haben zumeist eine höhere Determination als Frauen.
Aber die Beschwerden der Feministas sind natürlich köstlich. Da wird ihnen die so gehasste Butter vom Brot genommen.

Women, can’t live with them. The end.


Herbert
10.6.2015 3:06
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ja, die ganzen verschiedenen Strömungen im Feminismus halt. Transexklusiv, transinklusiv hier. Sexpositiv, sexnegativ gibts zb auch noch, und bestimmt noch mehr


Gerd
10.6.2015 4:15
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Und hier fordern sie, dass der MMA-Kämpfer und Transe Fallon Fox von dem Frauenkämpfen ausgeschlossen wird. Ich dachte immer, Gender sei ein soziales Konstrukt….

https://www.change.org/p/mixed-martial-arts-llc-remove-fallon-fox-a-biological-male-from-women-s-mma


Celos
10.6.2015 4:42
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Der Neofeminismus hat ein kleines Problem: Wenn Gender nur eine Illusion ist, dann geht denen das Feindbild komplett floeten! Daher koennen sie zwar behaupten, dass das Geschlecht anerzogen sei, aber muessen genau die selbe Sache bei Transen voellig in Abrede stellen. Denn sonst koennte ja jeder Mann sich zur Frau erklaeren (ist ja nur Illusion) und waehre dann nicht mehr ihr legitimer Erzfeind. Damit ergibt fas Frindbild “Mann” aber garkeinen Sinn mehr.

Zeigt wie schwachsinnig diese Bewegung mittlerweile ist. Die koennen gleichzeitig an zwei sich komplett widersprechende Sachen glauben.


Fredi
10.6.2015 7:03
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Joa. Dass es im Feminismus verschiedene Strömungen gibt, von denen einige sehr Transsexuellen-feindlich sind, sollte doch bekannt sein. “Trans-exclusionary radical-feminism” oder so nennt sich das.
Nicht alle Feministen fahren auf das Gender-Zeug ab, oder interpretieren es unterschiedlich.


Hier ganz entspannter Konservativer
10.6.2015 7:10
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Das gleiche Phänomen tritt auf, wenn sich jemand aus welchen Gründen auch immer von seiner Homosexualität verabschieden möchte, also anstrebt z.B. heterosexuell zu leben. Das geht garnicht. Sofort setzt ein bashing ein. Man darf gerne seine Heterosexualität in Frage stellen, Kindern wird das in der Schule sogar nahegelegt, dort wird in Berlin in Rollenspielen geübt, wie es wäre wenn man schwul oder lesbisch wäre. Aber sobald ein Schwuler unzufrieden mit seiner Sexualität ist, und sich Hilfe wünscht, ist das ganze Dauergequatsche “Sexualität ist eine fluide, gerne täglich wechselnde Rolle die man sich selber aussucht” sofort vorbei. Es wird sogar versucht, diejenigen zu kriminalisieren, die einem darin unterstützen wollen: Die Grünen wollten verbieten lassen, dass Therapeuten Homosexuellen in einer derartigen Identitätsfrage helfen dürfen.


Volker
10.6.2015 7:10
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“Im Vergleich mit Feministinnen sind Transen einfach die besseren Frauen.”

Nicht nur gegenüber Feministen.
Es gibt die sogenannten “traps”, also Fallen, bei denen einem hetero sofort ein Ei aus der Hose fällt.
Die sehen teilweise so weiblich aus, da verblassen die meisten Frauen neben, keine chance. Da sie meist selbst eine männliche Sicht auf sexualität haben, ziehen sie auch genau die richtigen Fäden. Sie wissen halt, worauf es ankommt.
Hinzu kommt noch das deutlich unkompliziertere verhalten und voilà: Die bessere Frau. Dummerweise halt mit Schniepel.

Wer sich dann und wann mal auf 4chan rumtreibt, kommt um diese Bilderthreads nicht rum.

Kenne auch mittlerweile ein paar crossdresser, bei dem man es in ihrer männlichen Form nicht erwartet hätte.
Ok, als Typen zwar alle sehr Haarfrei und recht zierlich, aber das kann ja passieren.
Interessanter weise sind auch nicht alle schwul. Ein paar machen es einfach aus Spaß.

Ergo: Männer sind, wenn sie es wollen, die besseren Frauen. Minus Kinder kriegen.


der eine Andreas
10.6.2015 7:20
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Noch zwei GAPs:
33% – in Worten ein Drittel mehr!
20% weniger!

Wer, was, wann, wie?
Lesben “verdienen” 33% mehr als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossinnen
Schwule bekommen 20% weniger als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen
http://www.ozy.com/acumen/why-lesbians-earn-more-money-than-straight-women/60100?utm_source=DW1&utm_medium=pp&utm_campaign=pp


Bill
10.6.2015 7:45
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Wobei sich die Feministas andererseits durchaus auf ihre Vaginas berufen wenn es passt:
“Are the Vaginas in the house?”
“I know in my vagina!”
zitiert von Karen Straughan (https://www.youtube.com/watch?v=wuJJuK7ADk8) die selber SEHR zuhörenswert ist.


fnord.
10.6.2015 7:57
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In Amerika ist man da schon viel weiter, und wie immer kommt das dann auch zu uns. Es gibt Menschen die zwar sagen das sie eine Dysphorie haben, sich aber nicht hormonell und operativ behandeln lassen. Diese nennen sich “Tucute”, und alle die das machen lassen sind “Truscum.”

Die in umgekehrter Richtung benutzte Bezeichnung nennt sich “Transtrender.”

Und dann haben wir noch nicht von den Leuten angefangen die sich nicht mehr als Mensch, sondern gar als “Furry” und “Dragonkin”, oder noch viel merkwürdigeres sehen. “My pronouns are xim/xom/bazongo”.

Natürlich machen sich Leute dann halt auch darüber lustig. Ein Klassiker ist “I sexually identify as an attack helicopter” http://i.imgur.com/Jxcqndh.jpg

Ach ja, die moderne Gesellschaft, wo die soziale Interaktion vor allem bei jungen Menschen hauptsächlich auf sozialen Netzwerken stattfindet, jeder aber trotzdem eine ganz besonderes, individuelles und gar einzigartiges Schneeflöckchen sein möchte, weil man ja täglich auf Facebook und Co. sieht das die anderen ganz offensichtlich ein tolleres Leben und mehr Spaß haben – und schließlich mehr Aufmerksamkeit bekommen.


peter
10.6.2015 8:00
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Erkannt: Transe ja (wer mal “richtig gute” Transen sehen will, muss nach Asien), 66 nein, wobei PS jede Granny wie Mitte 20 aussehen lassen kann.


peter
10.6.2015 8:14
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OT: gestern “Imitation Games” gesehen. Kurz: Schwüler und weiblicher Übereinstein retten die Welt vor Hitler. Den Film müssten die Feministinnen und Homogruppe doch abfeiern ohne Ende …


Andreas
10.6.2015 9:17
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“Those are realities that shape women’s brains.”

Klar. Gehirne werden von der Realität geformt. OMFG.

Hatte neulich auch so eine Diskussion auf twitter. Erst hieß es von der/die “Mein Gehirn ist weiblich – die Chromosomen sind egal” (sie/er meinte XX/XY). Also die Gegenfrage: “Was hat denn Dein Gehirn weiblich gemacht? Wohl die Chromosomen (Alle)”

Nein. Nein. Die Hormone im Mutterleib wären dafür verantwortlich.

Ich: Stimmt. Aber ob dein Gehirn oder andere Körperzellen für diese Hormone empfänglich sind, regeln die Chromosomen. Was auch sonst?

Schweigen. Immerhin noch das Zugeständnis, dass auch die sex. Orientierung im Gehirn manifestiert ist.


JochenH
10.6.2015 10:06
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Es gibt noch so einen schönen Neidbegriff der Feministinnen, nämlich “normschön”. Der kam insbesondere bei der Rönne-Debatte zum Tragen, weil auffällig viele WHM sich auf die Seite der hübschen Jungautorin geschlagen haben. Die sei eben “normschön”, klagten die Netzfeministinnen, während selbige mit ihren inneren Werten offenbar nicht die verdiente Anerkennung bekommen.

Die Damen stellten dann im Twittergejammer fest, dass Männer oberflächlich seien und sich auf Seite einer ignoranten und niveauarmen Frau ohne jede Talente (von Rönne war gemeint) schlagen würden, nur weil die eben normschön sei.

De facto pöbeln sie zwar die Jungautorin selber an, sehen aber die Schuld daran am Verhalten der Männer, die selbige verteidigen.


Claus Thaler
10.6.2015 11:09
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@der eine Andreas
> Lesben “verdienen” 33% mehr als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossinnen
> Schwule bekommen 20% weniger als ihre heterosexuellen Geschlechtsgenossen

Ist doch klar: Lesben (zumindest der butch-type) arbeiten in typischen Männerberufen, Schwule in typischen Frauenberufen. Klassiker ist der schwule Friseur, aber auch viele Krankenpfleger sollen schwul sein. Kein Wunder, dass da die Kasse nicht stimmt.


Zaza
10.6.2015 11:48
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Haah wie geil ist das denn? Made my day!


Norbert_G
10.6.2015 14:40
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OT? Ich probiers’s mal, da es die Grundlage fast aller hier behandeten Themen ist: Wie und warum tickt der Linke?

Ein grandioser Vortrag von Manfred Kleine Hartlage: “Warum ich kein Linker mehr bin”

https://www.youtube.com/watch?v=hpFIYNuskM4

Viel Vergügen!


mindph
10.6.2015 22:33
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TERFs ätzen schon lange gegen MtF herum, es gibt auch Veranstaltungen, zu denen nur Frauen zugelassen werden und insbesondere auch Transfrauen draußen bleiben müssen, gibt dann jedes Mal gut Zoff im Hühnerstall.

Das hat wohl auch was mit female supremacy zu tun: Nur echte Frauen sollen die Vorteile, die Feminismus erkreischt, genießen können.

Da gab es auch mal einen netten Comic dazu, welcher auch den Intersektionalismus, also das Bestreben von Feministen, alle möglichen Befreihungsbewegungen zu vereinnahmen, auf’s Korn nimmt.:
http://i.imgur.com/jniGtug.png


Gedöns
10.6.2015 23:22
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Ein halbes Jahrhundert sich verstellen müssen! OMG – ein stolzer Zehnkämpfer! Vielleicht muß sogar die Geschichte der Menschheit völlig neu geschrieben werden? Schrecklicher Verdacht: War Hitler eine Frau?!


Werner
11.6.2015 13:33
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My two cents:

Es geht darum, das biologische Konstrukt “Frau” mit dem sozialen Konstrukt “Opfer” zu verbinden: Nur Frau = Opfer, nur Opfer = Frau. Und das, verblüffenderweise, von Frauenseite – äh, nein: Von Seite der Feministinnen. Verblüffend, denn wenn das so ist, kann (und soll dann auch offensichtlich) dieser Zustand niemals überwunden werden.

Frau nur als geopferte Jungfrau – die ewige Ikone, um die Götter zu befrieden und drohendes Unheil abzuwenden, wenn die Zeiten schlechter werden (interessanterweise ein projektierter heidnischer Kult; schon in der Bibel werden keine Frauen mehr geopfert, so weit ich weiß – nur junge Männer; doch wer weiß, ob solche Opferei je wirklich geschlechtsspezifisch war, oder ob das alles nur Legenden sind, wie im Kino: King Kong und die weiße Frau – das Opfer als Konstrukt). Angenommen, die Frauen erreichen ihr Ziel und übernehmen die Weltherrschaft – sind sie dann automatisch keine mehr? Und was bitte sind dann die anderen?

Es gibt Unmengen von männlichen Transvestiten auf dieser Welt (und gab es immer schon, wenn man ein bißchen buddelt…), also Männer, die die weibliche Rolle einnehmen, zeitweilig oder dauerhaft. Entweder als Überlebensstrategie (!!), aus sexuellen oder kulturellen Gründen oder eben aus persönlichen. Oft am Rande der Legalität oder mit Sanktionen verbunden. Und umgekehrt. Nur gibt es da Differenzen.

So war es Frauen auf der ganzen Welt zu Zeiten verboten, auf der Bühne sich selbst darzustellen, beispielsweise. Also gab es männliche Frauendarsteller, jede Menge. Und zwar gute. Aber umgekehrt? Kaum. Es war auch Frauen oft und weit verbreitet verboten, sich als Mann darzustellen, also sich als solcher zu verkleiden und sich als solcher auszugeben (um beispielsweise Rechtsgeschäfte durchzuführen oder bestimmte Berufe zu ergreifen, siehe kath. Priester). Wie übrigens auch umgekehrt.

Aber hier geht es ja nur am Rande um den Versuch, als Frau zu leben (immerhin erst ab dem 66. Lebensjahr), sondern um die öffentlich Darstellung der eigenen Person andersgeschlechtlich als weiblich (Ja, ich weiß: er ist transsexuell. Aber darum geht es der Frau Burkett ja nicht. Ihr ist es egal, ob er /sie sich eine zweites Loch hat bohren lassen. Es geht um die Außenwirkung).

Oder eben als männlich.

Und da hakt es. Man nimmt Frauen die öffentliche Darstellung von Männlichkeit nicht als unterhaltend und /oder seriös ab (und es besteht großer Zweifel, ob es überhaupt jemals tatsächlich weibliche Päpste, Piraten und was dergleichen Märchen mehr sind, gegeben hat – also solche , die nicht als Frau auftraten). Aber angeblich wurde eine Zeit lang Päpsten to be ja an den Hoden gefummelt, nur um ganz sicher zu gehen. Gibt es Gegenbeispiele?

Man stelle sich im Gegenzug “Dödeldialoge” vor oder den Ruf: “Gibt es Schwänze in diesem Haus? Ich will nur von Schwänzen umgeben sein!” – Aber vielleicht ist die Reduktion der Menschen auf ihre Geschlechtsteile von weiblicher Seite ja auch ein Ding der Lesben und die “Vagina-Dialoge” sind so eine Art weiblicher Travestie.

Ich nehme jedem Menschen den Wunsch ab, etwas anderes zu sein, als er oder sie gerade ist. Aber wer sich – ohne sich selbst ändern zu wollen – nur über das eigenen Opferdasein definiert, muß wissen was sie tut. Ich nehme auch jeder Frau die Wut darüber ab, in einer männlichen Umgebung stets nur die zweite Geige zu spielen oder alternativ sich als Objekt der Begierde zu empfinden. Doch wie ergeht es eine Hete unter Lesben? Einem Hetero unter Schwulen? Einer Hete unter Schwulen? Einem Hetero unter Schwulen? Einem Hetero in rein weiblicher Umgebung (gemeint ist hier nicht der Puff)? Ah! Und von wem bitte geht das aus, wenn nicht von der jeweiligen Mehrheit?!

Man kann nicht Homosexualität (und damit homosexuelles Verhalten) als angeboren betrachten, Heterosexualität (und damit heterosexuelles Verhalten) aber als anerzogen. Das ist unredlich. Und noch viel schlimmer: Es ist dumm.

Denn es hat ja in der Geschichte etliche Versuche gegeben, die Menschen umzuerziehen. Alle sind gescheitert – und zwar nicht am Prinzip (gehen tut es) sondern an den Kosten. Jede Erziehung kostet Aufwand, Zeit und Geld (daher die Schwierigkeit armer Leute, sie zu erhalten); eine komplette Umerziehung noch mehr. Erzieht man eine Minderheit um, geht es noch, ja nach Umfang der Maßnahmen ab einer bestimmten Teilmenge der Gesellschaft aber nicht mehr. Viel Spaß also beim Untergang – oder in Nordkorea.

Anmerkung:

Da hat die Natur was Anderes vorgesehen. Die Böse!


Johnny
12.6.2015 23:23
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Passend zum Schluß des Gekeifes:
http://edition.cnn.com/2015/06/12/us/washington-spokane-naacp-rachel-dolezal-identity/index.html

Kurz gesagt: die Chefin einer Regionalabteilung der NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) ist “trans-race” wie jetzt rauskommt. Sie identifiziert sich als schwarz, glaubt das auch wirklich, ist aber genetisch weiß, hat zwei weiße Eltern etc pp.

Zelig in real, so richtig.


Andy
19.6.2015 19:39
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Männer sind sogar die besseren Frauen.