Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Warum sollte man CDU wählen?

Hadmut
15.2.2015 19:51

Die CDU ist in Hamburg abgestürzt.

In der ZDF-Wahlsendung sagt der Parteienforscher, dass den Wählern nicht klar war, wofür sie CDU wählen sollten. CDU Generalsekretär sagte gerade irgendsowas wie der CDU sei es nicht gelungen, Unterschiede klar zu machen. Ein anderer (keine Ahnung, wer das ist) sagte, die CDU mache keine Politik, sondern sei nur noch ein Kanzlerwahlverein.

Pffff.

Die CDU macht tatsächlich nichts mehr als um Merkel zu kreisen, und Merkel versucht, alle denkbaren Positionen gefühlt, aber keine einzige greifbar zu besetzen und möglichst weit in den Jagdgebieten der SPD abzuräumen.

Die Frage ist allerdings wirklich, warum man eine CDU wählen sollte, die nur noch aus Merkel-Kult und SPD-Imitation besteht. Wer SPD wählen will, wählt das Original und nicht das Plagiat.

Oder anders gesagt: Merkel ist schlichtweg in der falschen Partei. Sie hätte in die SPD gehört. Der Haken daran: Merkel ist das wurscht. Ist ja nicht ihr Problem, sondern das der CDU.

32 Kommentare (RSS-Feed)

Fry
15.2.2015 20:00
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Die SPD steht traditionell für “Umfallen in allen Positionen”, sobald es ernst wird (aktuelles Beispiel: Waffenexporte nach Saudi-Arabien).
Insofern haben die in Merkel tatsächlich ihre Meisterin gefunden: die muss gar nicht umfallen, die trägt so wenig Kompass in sich, dass nie eine Richtung feststeht (Außer natürlich, dem Diktat der Amis willig zu folgen, denn das lernte man ja in der DDR, wenn auch damals mit anderem großen Bruder).

Die Grünen überholen die SPD beim Umfallen noch (beliebiges Beispiel, beileibe nicht das einzige: Stuttgart 21).

Und die CDU unter Merkel hat das nun als neue Kernkompetenz verinnerlicht: Werte spielen überhaupt keine Rolle.

So absurd das klingen mag, vor dem Hintergrund dieser “etablierten” Parteien sieht die Linkspartei fast wählbar aus. Fast.

Ich wähle dann mal PARTEI. Oder gar nicht.


Emil
15.2.2015 20:12
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Du hattest ja in deinem Blog schon mal den Artikel von Klaus Kelle zur Europawahl angesprochen, der m.E. die Situation ganz gut trifft:

Den Wähler im Stich gelassen: Der Erfolg der AfD ist das Versagen der Union

http://www.focus.de/politik/experten/kelle/denkzettel-fuer-cdu-und-csu-erfolg-der-afd-ist-ein-ergebnis-des-versagens-der-union_id_3874791.html

Ich durfte live dabei sein, als Prof. Nolte von der Universität Bremen in Düsseldorf sein Papier vorstellte, das eine deutliche Öffnung der Union für die „urbanen Millieus“ empfahl. Fortan war alles möglich, zumindest bei der CDU. Frauenquoten und Gender-Quatsch, die weitgehende Verstaatlichung der Kindererziehung, öffentliche Papst-Schelte, Alice Schwarzer als CDU-Wahlfrau bei der Bundespräsidentenwahl, von oben organisiertes Freiräumen von Wahlkreisen für muslimische Kandidaten und vieles andere.

Fragte man bei Politikern und PR-Profis der Union, was denn mit den eher konservativen Stammwählern sei, … so erhielt man den lakonischen Hinweis: „Die können ja nichts anderes wählen als uns.“

Auf mindestens 15 Prozent taxieren Wahlforscher das konservative Wählerpotential in Deutschland. Mit konservativer Politik allein kann hierzulande sicher keine Partei eine Wahl gewinnen. Aber ohne die Stimmen der Konservativen sind die goldenen Zeiten der Union an den Wahlurnen auch vorbei.

Die Strategen im Adenauer-Haus sollten mal einen Strichzettel anlegen und notieren, wie viele Wähler es bringt, wenn ein CDU-Oberbürgermeister beim Christopher Street Day mit der Regenbogenfahne vorneweg hampelt, und wie viele Stammwähler es auf der anderen Seite kostet. Wie viele Stimmen bringt Alice Schwarzer als CDU-Wahlfrau und wie viele kostet sie? Wie viele muslimische Wähler kreuzen die CDU an, weil die Parteiführung von oben einen Kandidaten oder eine Kandidatin muslimischen Glaubens hinpflanzt, und wie viele christliche Wähler bleiben weg?

Wie man in Hamburg sieht, war die Orientierung an den “urbanen Millieus” ein kompletter Griff ins Klo, denn die wählen rot-grün aus Überzeugung. Dafür hat man auf der anderen Seite an die AfD ordentlich Wählerstimmen verloren.

Merkel hat seit Jahren alle Konkurrenten, die ihr hätten gefährlich werden können, weggebissen. Übriggeblieben sind nur noch Unfähige und Speichellecker. Das wird sich nach Merkels Abgang bitter rächen.


Thomas Andres
15.2.2015 20:48
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Die Frage ist, ob es nur Hamburg betrifft oder auch den Bund. In Hamburg war das Problem, dass Scholz relativ beliebt ist und den von der CDU wohl keine Sau kennt. Wenn die sich nicht unterscheiden, wählt man lieber den Amtsinhaber, wenn er die letzten Jahre keine großen Fehler gemacht. Bei den Bundestagswahlen ist es eher umgekehrt und da ist es ein Problem für die SPD, die über 25% nicht hinauskommt.


Andy
15.2.2015 21:01
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Als Hamburger muss ich sagen: das war kein Parteien- oder Inhaltewahlkampf. Das war eine reine Personalie. Scholz ist einfach vom Typ her quasi eine Verkörperung der hanseatischen Mentalität. Den hätte man vermutlich ebenfalls gewählt wenn er kurz vor der Wahl die Partei gewechselt hätte.

Hadmut, Du hast doch lange in München gelebt… war es dort nicht ähnlich? Da hat sich doch über viele Jahre die SPD wacker gehalten, obwohl man in Bayern eher vermutet das da was schwarzes regiert. War das dort nicht auch so eine Art Personenkult um den SPD Bürgermeister?


Hadmut
15.2.2015 21:57
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> Hadmut, Du hast doch lange in München gelebt…War das dort nicht auch so eine Art Personenkult um den SPD Bürgermeister?

Lange? 4 Jahre. Und nicht in München, sondern Speckgürtel (Ismaning und Unterföhring). Hab mich da nicht so um Münchner Politik gekümmert. Die Münchner sind aber sowieso was eigenes, und da geht es eher darum, sich als anders darzustellen und von der CSU abzuheben. War mein Eindruck.


vortex
15.2.2015 21:03
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@Emil

“…nach Merkels Abgang bitter rächen.”

Ich glaube wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden das der animierte Hosenanzug den Rekord der Birne schlägt. Vielleicht sind wir sie in einem Dutzend Jahren los.


michael
15.2.2015 21:11
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Sich die Merkel weg zu wünschen, halte ich für überstürzt, denn nach der wird’s wohl die Zensursel werden – und das wäre ein Paradebeispiel für “vom Regen in die Traufe”.

Da die beiden Damen nur ein paar Jahre auseinander liegen, könnte es Merkel schaffen, sollte sie lange genug den Posten blockieren, daß Zensursel zu alt ist, um den Stab noch zu übernehmen.

Denn machen wir uns mal nichts vor: die eine mag meist untätig sein, aber die andere würde ernsthafte Flurschäden anrichten. In meinen Augen ist Merkel hier klar das kleinere Übel – insbesondere, weil sie für die meisten unsympathischer wirkt. Sowas begrenzt die Möglichkeiten deutlich…


JochenH
15.2.2015 21:27
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Ich bin auch Informatiker und denke, dass Hadmut meine Logik gut nachvollziehen kann. Also los: warum CDU wählen in Hamburg?

Erstmal will ich die nicht wählen. Dietrich Wersich reisst mich auch nicht vom Hocker. Gut.

Ich könnte ja SPD wählen, aber den Scholz mag ich nicht und auch nicht eine selbstgefällige Fahimi, die den Erfolg auf ihre tolle Arbeit zurückführt. Nein.

Die Grünen verbieten eh alles. Auch nicht.

Die Linken mag ich am wenigsten, Sozialneider und Wohlstandskommunisten.

Die FDP käme in Frage, die hätte ich evtl. gewählt oder eben doch die CDU.

Bei den Kleinparteien gibts die ambitionierten neuen Liberalen, dann lieber doch FDP. Piraten haben abgetakelt (nautische Metapher!).

Die AFD ist nun doch mehr rechts, als sie es selber sein möchte, auch nicht.

Es bleiben FDP oder CDU, die überhaupt wählbar wären. Oder gar nicht wählen.

Meine Optionen wären gewesen:
1. FDP wählen
2. CDU wählen
3. gar nicht wählen


Hadmut
15.2.2015 21:49
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> und auch nicht eine selbstgefällige Fahimi, die den Erfolg auf ihre tolle Arbeit zurückführt. Nein.

Stimmt. Die ist der absolute Show-Stopper.


hamburg
15.2.2015 22:01
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>Die Linken = Sozialneider
Kann das mal jemand erklären?

> Die Linken = Wohlstandskommunisten
Kann das mal jemand erklären?


Andy
15.2.2015 22:15
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>> wählt man lieber den Amtsinhaber, wenn er die letzten Jahre keine großen Fehler gemacht. Bei den Bundestagswahlen ist es eher umgekehrt

Naja, der Kohl hat doch eigentlich alle seine Wahlkämpfe mit dem Konzept “Probleme aussitzen” gewonnen. Vielleicht kann man ihm noch innerparteiliche Machtspielchen vorwerfen, aber politische Kompetenz eigentlich nicht. Zur rechten Zeit am rechten Ort, nach dem Misstrauensvotum vom Volk ungewählt auf den Kanzlerhocker gerutscht und von da war er dann lange nicht wegzubekommen…

>> Lange? 4 Jahre. Und nicht in München, sondern Speckgürtel (Ismaning und Unterföhring). Hab mich da nicht so um Münchner Politik gekümmert. Die Münchner sind aber sowieso was eigenes, und da geht es eher darum, sich als anders darzustellen und von der CSU abzuheben. War mein Eindruck.

OK, danke für die Klarstellung.


Ronald.Z
15.2.2015 22:47
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Ich versteh nicht, warum der CDU immer ein Linksrutsch atteseiert wird, nur weil irgendwelche quasioptischen blablalinkstehmen wie Frauen und Gedöns bespielt werden.
Faktisch ist doch mit der Agenda 2010 die SPD nach rechts gerückt und hat die “großen” “Volksparteien” ununterscheidbar gemacht.
Das ganze Frauen-, Ausländer-, Asylanten-, Griechen- usw. usf Gedöns ist doch nur Deko, sozusagen die Spiele zum Brot.
“Follow the money” gilt und hier haben wir TTIP, die komplette Destabilisierung der Naheligenden Ölregion et al., kommt zwar auch vo, aber nur am Rande.


Emil
15.2.2015 22:52
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@vortex
> Ich glaube wir müssen uns mit dem Gedanken anfreunden das der animierte
> Hosenanzug den Rekord der Birne schlägt.

Wenn ich mich recht erinnere hatte Merkel doch angekündigt, dass dies ihre drittes und letztes Gastspiel als Kanzler-Darstellerin sei. Ich hoffe, sie fühlt sich nicht dazu gezwungen, eine Zugabe zu geben.


horsti
15.2.2015 22:53
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“Wie man in Hamburg sieht, war die
Orientierung an den “urbanen
Millieus” ein kompletter Griff ins Klo,
denn die wählen rot-grün aus
Überzeugung. Dafür hat man auf der
anderen Seite an die AfD ordentlich
Wählerstimmen verloren.”

Sehe ich genauso. Die urbane Großstadt-CDU ist völlig beliebig geworden, orientierungslos, ohne Kompass und ohne Persönlichkeiten. Da griffen die Hamburger eben zum Scholz, der ist zwar auch beliebig, aber immerhin staatsmännisch unterwegs.
Meine Stimmen hat heute trotzdem die AfD bekommen.


Emil
15.2.2015 22:58
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@JochenH
> Die AFD ist nun doch mehr rechts, als sie es selber sein möchte, auch nicht.

Gerade in Hamburg hat sich die AfD unter Henkel doch einen liberalen Anstrich gegeben. Die eher Pegiada-nahen Ossis wurden gar nicht erst zum Wahlkampf eingeladen.

Aus der WELT von heute:

Petry attackiert die AfD-Wahlkämpfer in Hamburg

Während die AfD um den Einzug in die Bürgerschaft bangt, greifen die Sprecher Frauke Petry und Konrad Adam ihre Wahlkämpfer in der Hansestadt scharf an. Konservative Inhalte seien unterdrückt worden.


Alex
15.2.2015 23:01
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Mü ist komplizierter
Genauer gesagt sind die größeren Städte in Bayern und Franken tendenziell schon immer in SPD Hand.

Dem gegenüber steht ne völlig irrelevante (Wähler technisch) Landes SPD.

Soweit ich es mitbekommen habe scheint es auch so, dass die SPD in den größeren Städten auch eher die besseren Kandidaten hat.

Bsp München: ude kann man mögen oder nicht – aber ich denke dass er für München gute (oder zumindest besserte als denkbare alternastiven) Politik machte.


Emil
15.2.2015 23:28
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Hier noch der Link zum WELT-Artikel den ich oben vergessen hatte:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article137485286/Petry-attackiert-die-AfD-Wahlkaempfer-in-Hamburg.html

Die Wahlbeteiligung in Hamburg lag übrigens bei nur 52%. Die 15,9% der abgegeben Stimmen, die die CDU erreicht hat, entsprechen also gerade mal 8,3% der Wahlberechtigten.


qed
15.2.2015 23:31
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Die sog. ‘CDU’ hat ein Problem: Einer müßte manns genug sein, den Trampel aus der Uckermarck einfach zu erschlagen.


Flash
16.2.2015 0:14
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@qed und andere

Ja, klar.
Hatte ich auch mal gedacht, vor vielen Jahren, daß wenigstens einer der Wessi-Politiker mal den Opportunismus beiseite legt und den Hosenanzug nackich macht.

Weit gefehlt!

Leider sind es die Wessis gewesen, die uns diese öde FDJ-Bonzin angedreht haben, weil sie erstens alle korrupt waren und als sie malle aufgeflogen waren, niemanden mehr hatten, den sie vorschicken konnten, also nahmen sie, zweitens, die Ossi-Merkel, die ja keinen geraden Satz rausbringen kann. Die war so naiv, daß die unmöglich Geld genommen haben konnte *zum weinen* *oder zum lachen*

Anstatt sie aber dann bei nächster Gelegenheit ins dritte Glied wieder zurückzuverwiesen, hat man sie opportunistisch gewähren lassen und die Schwänze eingekniffen, ein schier unfassbarer Vorgang. Man ist lieber ganz schnell n die Wirtschaft gewechselt und vom sinkenden Sxchiff geflüchtet. Selbst ein Schwachmat wie der Pofalla hat sich abgeseilt, nunmehr ist wirklich gar keinerlei Substanz mehr vorhanden.

Und man ist noch weiter gegangen: man hat erst einen Mega-Fail wie Wulff als Präsi installiert und kam nach dessen Abgang nicht mehr drumherum, jetzt den Giga-Fail Gauckler zu nehmen.

Endergebnis des Versagens der gesamten West-Elite:

Wir werden von einem Gollum im Rollstuhl, einem animierten Hosenanzug und einem ehebrecherischen Pseudo-Pfaffen regiert.

Das Volk hat sowas nicht verdient und hat sowas auch nicht gewollt, und das Volk wehrt sich ja auch gegen diesen Tiefpunkt der Politik. Merkel soll eindeutig wegdemonstriert werden, aber sie hat ja leider alle Meiden auf ihrer Seite…


Hadmut
16.2.2015 0:48
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@Flash:

> Wir werden von einem Gollum im Rollstuhl, einem animierten Hosenanzug und einem ehebrecherischen Pseudo-Pfaffen regiert.

Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Was das mit dem Rollstuhl zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht, er kann ja nichts dafür. Ich sehe nicht, wo da die Kritik liegt.

Und für Ehebruch halte ich das auch nicht, denn er lebt ja getrennt, und er macht kein Geheimnis draus, also ist das keine Täuschung des Partners.

An den Punkten fehlt mir das Verständnis für die Kritik.


Leser X
16.2.2015 0:42
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In Hamburg wurde die Bürgerschaft gewählt. Ein Stadtparlament. So als wenn 3x München oder 1/2 mal Berlin wählt. Da geht es um lokale Themen.

Der Renner war “Busbeschleunigung”. Wenn das Absicht war ein gutes Ablenkungsmanöver, wenn nicht zeigt es mal wieder das ein Tor zur Welt leider nur das Tor ist.

Die CDU hat außer der Federführung in Sachen Elbphilharmonie, einem Bürgermeister der mit jeder Partei (selbst mit dem “nichtkoksenden” Richter Gnadenlos und den Verrätergrünen) rummachte und einem farblosen Nachfolger nichts zu bieten. Dann räumt am rechten Rand auch noch die Afd ab.

Scholz macht einfach das was ein Bürgermeister machen muss. Das reicht da der Vergleich ein CDU Traumtänzer ist der vorher den Karren in den Dreck gefahren hat.


euchrid eucrow
16.2.2015 1:10
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Merkel hat seit Jahren alle Konkurrenten, die ihr hätten gefährlich werden können, weggebissen. Übriggeblieben sind nur noch Unfähige und Speichellecker. Das wird sich nach Merkels Abgang bitter rächen.

das war doch unter kohl nicht anders. wenn der hosenanzug wirklich abdanken sollte, bekommen wir für eins, zwei legislaturen wieder die spd in koalition. die cdu nutzt die zeit sich zu sammeln.


Grundgesetz
16.2.2015 13:20
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Ich hab hier mal einige Begründungen, die CDU zu wählen.

1. Ich wollte auf keinen Fall die SPD an die Macht lassen.
2. Ich kenne einige CDU-Wähler und die sind eigentlich ganz nette Leute.
3. Frau Merkel ist nett und so bescheiden.

Ich hab danach aufgehört, im Bekanntenkreis weiter zu forschen. In der Ehe und im Bekanntenkreis sollte man die Politik aus dem Spiel lassen, wenn man Wert auf soziale Verbindungen legt.

Der große Teil der Wähler ist nicht der informierte, aufgeklärte Bürger der sein Kreuz macht. Deshalb ist die Strategie von Merkel und co. ganz richtig. Stellung beziehen und Inhalte präsentieren ist nicht nötig.


grobi
16.2.2015 14:54
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> und Merkel versucht, alle denkbaren Positionen gefühlt, aber keine einzige greifbar zu besetzen

Die Merkel ist halt Physikerin und nimmt eine quantenmechanische Superposition ein. Um rauszufinden was sie wirklich tut, müsste man sie erstmal mit einer Katze in eine Kiste sperren.


c'est bon
16.2.2015 18:53
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@Hadmut: mit Ehebruch ist wohl eher der Gauck gemeint. Der lebt zwar getrennt, ist aber trotzdem nun mit der zweiten neuen Flamme neben der Ehefrau unterwegens (er hat die erste Nebendirne ja schon längst im Regen stehen lassen). Nach katholischer Lehre ist er damit Ehebrecher, da er mit den beiden Demoiselles sicher auch das vollzogen hat, wobei wir ihn uns alle nicht vorstellen mögen…
Gauck dürfte nach katholischer Lehre allenfalls alleine (!) getrennt und ungeschieden leben, niemals aber erneut verpartnert und dabei auch noch mit der Hetäre in ein und derselben Kiste. Nicht mal dann, wenn er weltlich geschieden worden wäre, denn das interessiert die blasphemischen Vertreter Gottes nicht, was da ein Staat sagen möge. Eine vor der Kirche geschloßene Ehe kann niemals mehr aufgehoben werden, außer durch den Tod. Nach dem darf auch wieder neu geheiratet werden (andernfalls funktioniert die Sittlichkeit im Beischlafpunkt nicht und auch das “mehret euch” ginge sonst nicht mehr – vermutlich würden sonst ausserdem zu wenige Männer mit in diese öden allsonntäglichen Veranstaltungen mitgeschliffen werden, jedenfalls solange wie da nicht Femen-mäßig barbusig auf dem Altar rumgetänzelt wird).

Wer in so einer Lebensform bspw. in einem Kirchenbetrieb arbeitet – sei der auch zu 100% steuerfinanziert – risikiert damit auch sogar heute noch die fristlose Kündigung. Da die Kirche als “Tendenzbetrieb” immer noch haufenweise Sonderrecht hat, hat solch eine fristlose Kündigung wegen Ehebruch auch Bestand vor Arbeitsgerichten. Aus einem ziemlich ähnlichen Grund darf man bei der Kirche auch homo sein, dies aber keinesfalls irgendwie leben: man kann da nämlich nicht gehelicht schnackseln, sondern nur auserehelich und damit unsittlich, früher aber nur ehebrecherisch, da ja fast jeder Mann auch an ne Alte ringmäßig gebunden war. Heute ist es einfach nur noch unsittlich, da garantiert außerehelich. Dauerhafte Unsittlichkeit nimmt die Kirche aber nicht lange hin. Arbeitsrechtlich darf sie sogar nach dem ersten Vergehen schon alles aufkündigen.

So jemand, von der CDU nicht verhindert, als Staatsoberhaupt, ist, denke ich, leicht als Affront gegen strenggläubigere (=konservative) Christen nachzuvollziehen (auch gegen diejenigen Evangolen, die es mit der Heirat noch nicht so beliebig individuell auslegen). Ob Sie, Herr Danisch, als bald 50jähriger, unverheirateter, kinderloser (=schwerverdächtiger) Atheist das auch so sehen, interessiert katholische Christen mal gar nicht. Sie führen ohnehin ein gottloses, kinderloses, liderliches Leben, geben der Kirche nichts zurück, helfen den Armen nicht, stürtzen sich auf der Jagd nach weltlichen Gütern lieber in Arbeit anstatt fromm zu kontemplieren und nur das Nötigste an Arbeit zu verrichten, benutzen häufiger Schimpfwörter und sind wegen ihrer Technikaffinität/-gläubigkeit gleich nochmals völlig gottlos (Sie würden ihr Leben eher einer Maschine anvertrauen als der Kirche oder Gott).

Gauck hat die CDUCSU sicher ein paar Stimmen gekostet, da er der wandelnde Verstoß gegen das 6. Gebot ist, dabei aber von der christlichen Partei (inzwischen) hofiert wird.

Bin übrigens selbst Atheist, da kein Gott zu mir geredet hat, ich aber auch nicht glaube, daß der oder die Götter überhaupt jemals zu Menschen geredet haben, da ich annehme, die letzten, unerklärbaren Dinge (woher kommt das Universum und was war vor ihm?) zu verstehen sind wir einfach zu doof und werden es auch ewig bleiben. Ich denke aber, sowas wie die Heiratsregeln der Katholen kann man schon wissen.

Und Gollum im Rollstuhl oder animierter Hosenanzug ist Polemik gegen jemanden, den man einfach nicht leiden kann. So wie Soziologenpack oder sowas. 😉 Ich finde auch, der Schäuble hat was von Gollum, allerdings wegen dem Gesicht.


Hadmut
16.2.2015 22:57
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> Sie führen ohnehin ein gottloses, kinderloses, liderliches Leben,

Oh jaaaaaa. 🙂

Vor allem auf das »liderlich« lege ich großen Wert.

> geben der Kirche nichts zurück

Was soll ich der denn „zurück” geben? Ich hab doch gar nicht von denen.

> helfen den Armen nicht

Ich zahle Steuern wie blöde.

> benutzen häufiger Schimpfwörter

Ja.

> sind wegen ihrer Technikaffinität/-gläubigkeit gleich nochmals völlig gottlos (Sie würden ihr Leben eher einer Maschine anvertrauen als der Kirche oder Gott).

Stimmt.

> Und Gollum im Rollstuhl oder animierter Hosenanzug ist Polemik gegen jemanden, den man einfach nicht leiden kann. So wie Soziologenpack oder sowas.

Nein.

Schäuble kann nichts dafür, im Rollstuhl zu sitzen. Das hat er sich nicht ausgesucht, und das macht ihn auch nicht blöde.

Daran, Soziologe zu werden, ist man selbst schuld, es macht extrem blöde und man müsste es auch nicht bleiben, wenn man nicht wollte.


c'est bon
17.2.2015 1:13
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Na gut, für den letzten Punkt haben Sie recht. Für sein Gesicht kann er ja so wenig, wie dafür, dass er sitzen muss.

Für die Armen machen Sie nichts, weil Sie die nicht im Dienste der Kirche missionieren. Oder kirchlich organisiert denen immer eben gerade soviel geben, wie Wasser zu nennen es ausreicht, während Sie in Ihrem Heimatlandpalast Wein saufen. Und Wein saufen Sie auch nicht, obwohl das Jesum Blut ist. Sie verteufeln Wein sogar. Also ketzen Sie gar noch gegen Jesum und dessen Worte, den Armen zu helfen!

Der Kirche sind Sie schuldig, sich zu Gottes Gnade Ihnen gegenüber zu bekennen und dass die Kirche dessen blasphemologische Stellvertreter ist, von welcher und welchem Sie gnädigst verschont geblieben sind, bisher. Stattdessen rabulieren Sie gegen die und den, während es schon genug gegeben wäre, deren und dessen Unfehlbarkeit einfach mal zu erglauben. Anders gesagt: Sie sind ein Ketzer, während Sie auch einfach schweigen könnten (das ist wie bei Gender…).

Bei den Soziologen würde ich zumindest einer Minderheit noch zugestehen, zu spät erkannt zu haben, dass es die falsche Wahl war. Ich gebe aber zu, dass ich dies nur für eine theoretische Möglichkeit halte, weil mir noch keiner über den Weg gelaufen ist, der “trotz dessen irgendwie versucht hat, es besser oder gar richtig zu machen.” Ausser vielleicht die Diefenbach von den sciencefiles.


Hadmut
17.2.2015 1:18
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> Na gut, für den letzten Punkt haben Sie recht. Für sein Gesicht kann er ja so wenig, wie dafür, dass er sitzen muss.

Hör mit diesem Blödsinn auf. Als ob das Gesicht irgendwie schlecht wäre. GELBE KARTE, mehr von dem Blödsinn werde ich nicht durchlassen.

Ansonsten würde ich dringend empfehlen, mal einen Exorzisten oder sowas zu konsultieren.


Emil
17.2.2015 9:03
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In der CDU haben sie anscheinend den Knall immer noch nicht gehört. Einige wollen sogar noch eine Schippe drauflegen:

Großstadt-Beauftragter widerspricht Merkel
http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article137526820/Grossstadt-Beauftragter-widerspricht-Merkel.html

“Die großen Städte befinden sich im Wandel, deshalb muss sich auch die CDU ändern”, sagte der Großstadtbeauftragte Kai Wegner am Montag der Berliner Morgenpost. Und Wegner kennt sich in der Großstadt aus, ist er doch Bundestagsabgeordneter aus Berlin und auch Generalsekretär der Berliner CDU.

Die Union müsse sich in den Metropolen für andere Themen öffnen, für neue Lebens- und Familienmodelle, für gesunde Ernährung, für urbanes Grün oder eine andere Sozial- und Wohnungspolitik. “Die CDU braucht eine Frischzellenkur aus den vielfältigen urbanen Milieus”, zeigte sich Wegner überzeugt.

Statt SPD-Politik zu machen wollen sie jetzt offenbar die Grünen kopieren.


Hadmut
17.2.2015 9:19
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@Emil: dann sind die auch unterwandert…


Zaphod B.
17.2.2015 11:42
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“Die Union müsse sich in den Metropolen für andere Themen öffnen …”
Nun ja ein Kabarettist sagte mal sinngemäß: “Wer für alles offen ist, der ist auch nicht ganz dicht!”.

Die Probleme der CDU in den Metropolen sind eigentlich nicht neu. Die Wahlen dort orientieren sich wesentlich stärker an den Spitzenkandidaten, als am Parteiprogramm. Der CDU mangelt es in den Großstädten seit längeren schlichtweg an charismatischen, weltgewandten Persönlichkeiten, denen man zutraut eine Metropole zu managen.

Hier Köln wurde z.B. der vormalige OB Schramma sehr geschätzt. Von Weizäcker und Diepgen konnten sich in Berlin ganz gut halten und auch Ole von Beust hätte sich mit einem geeigneten Koalitionspartner in Hamburg noch eine Weile halten können. Bei Petra Roth in Frankfurt und Manfred Rommel in Stuttgart hatte man ja schon fast den Eindruck, dass die bis zu ihrem Tod im Amt bleiben.

Dementsprechend hängt auch sehr viel von den Gegenkandidaten ab. Wenn man – wie z.B. in Berlin nur völlig farblose Flachpfeifen wie einen Frank Steffel oder Friedbert Pflüger zu bieten hat, dann bleiben die Leute lieber gleich zuhause oder wählen denjenigen, den sie kennen – und sei es eben den Party-Wowi.

Außerdem:
Egal ob auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene – generell gilt, dass nicht eine neue Regierungen gewählt, sondern alte Regierungen abgewählt werden. Sprich – erst wenn die Bürger einer Regierung überdrüssig sind (siehe Kohl) oder diese zu viel Bockmist verzapft (siehe Rot-Grün) findet sich eine Mehrheit, die mal was neues wagen will.

Ein Problem der CDU besteht aber auch da drin, dass sie keine überzeugende Antworten auf zentrale gesellschaftliche und politische Fragen (Zuwanderung, Familie, Bildung) ohne ihr konservatives Fundament zu verleugnen. Gehört der Islam nun etwa doch zu Deutschland oder doch lieber nicht? Sollen Homosexuelle jetzt doch heiraten und Kinder adoptieren dürfen? Will man Quotenfrauen in Führungspositionen oder sollen die lieber daheim am Herd bleiben und dafür eine Prämie bekommen?

Ein weiteres Problem (nicht nur der CDU) ist außerdem, dass es sich bei der nachfolgende Generation der Spahns, Taubers, Schröders, Klöckners etc. überwiegend um reine Karriere-politiker handelt. Dies führt letztendlich auch dazu, dass auch bei anderen Themen, wie Finanzen, Wirtschaft oder Sicherheit bei dem die CDU stets einen Vorsprung gegenüber der SPD hatte, zusehends das Vertrauen bröckelt.

Die AfD stößt offenbar in diese konservative Lücke und nimmt damit gleichzeitig der CDU ihren angestammten Koalitionspartner die FDP, bei der in den vergangen Jahren ohnehin niemand mehr wusste wofür die eigentlich steht.


irgendeiner
17.2.2015 20:37
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@c’est bon

… der Gauck gemeint…
Nach katholischer Lehre …
Gauck dürfte nach katholischer Lehre …
… interessiert katholische Christen mal gar nicht.
… die Heiratsregeln der Katholen

Der Gauck ist evangelisch-lutherischer Pastor!

Wieso der sich ausgerechnet den katholischen Regeln unterwerfen sollen muss, wird irgendwie aus Ihren Ausführungen nicht klar.

Oder ist die katholische Religion neuerdings zur Staatsreligion in ganz Deutschland aufgestiegen und Gauck musste bei Antritt des Präsidentenamtes konvertieren?