Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der Schwindel um die Trümmerfrauen

Hadmut
28.11.2014 18:36

Erstaunlicherweise schafft es sogar noch die Süddeutsche Zeitung als mittlerweile durchpolitisiertes Käseblatt noch in seltenen Fällen, über feministischen Schwindel zu berichten.

Es kam zwar schon ein paarmal in der Presse, ist also auch nicht wirklich neu, und zudem kein Bericht, sondern nur eine Buchrezension, also auch nicht journalistischer Erleuchtung geschuldet sondern eher korruptiver Verlagswerbung, aber immerhin bewerben sie ein Buch einer Historikerin darüber, dass es die berühmten Trümmerfrauen, die Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg aufgeräumt haben sollen, nicht (oder nur teilweise in Berlin) gab.

Besonders beeindruckend sind die Kapitel zur Frage, wie die zeitgenössische Presse kräftig an der kollektiven Erinnerungsarbeit mitstrickte und wie sich zunächst in der BRD und der DDR völlig unterschiedliche Narrative entwickelten, ehe sich in den 1980er-Jahren der heute bekannte Topos von der selbstlosen, fast heldenhaften Wiederaufbau-Generation herausbildete, an der sich die Republik nach der finsteren Nazizeit aufrichten konnte.

Spannend fallen auch die Abschnitte aus, in denen die wenigen, oft arrangierten Fotos von schwer arbeitenden Frauen – meist mit Hammer und Eimer – in Schuttbergen analysiert werden. Sie waren der Hauptgrund dafür, dass sich der Mythos ohne hinterfragt zu werden, ausbreiten konnte. Bis heute.

Was in der Formulierung besonders deshalb beachtlich ist, weil der Feminismus ja immer für sich in Anspruch nimmt, alles „hinterfragen” zu wollen, aber nie etwas hinterfragt, schon gar nicht sich selbst. Schönes Beispiel dafür, wie uns die Presse verscheißert und desinformiert. Die nächste Frage wäre, wie das entstand und wer dahinter gestanden haben könnte.

20 Kommentare (RSS-Feed)

Noob
28.11.2014 19:30
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Es gab doch schon mal was zu dem Thema. AFAIR kommen die Bilder der Trümmerfrauen aus der Zeit des Krieges als Aufgeräumt wurde, und nicht aus der Nachkriegszeit.


Hadmut
28.11.2014 19:35
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Ja, sowas habe ich auch schon gelesen, aber auch da sollen die angeblich nur für die Fotos aufgestellt worden sein, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass Soldaten-taugliche Männer für sowas eingesetzt werden müssten. Damals hat man wohl auch in großem Umfang KZ-Gefangene der Nazis zum Aufräumen eingesetzt, was man wohl nicht zeigen und zugeben wollte.

Es ist aber keine reine Kriegspropaganda. Das wurde auch nach dem Krieg noch systematisch weiterbetrieben.


olav
28.11.2014 20:26
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Da gab es vor ein paar Jahren sogar im BR(!) mal eine Sendung:

http://www.ardmediathek.de/radio/Land-und-Leute-Bayern-2/Der-Mythos-der-Tr%C3%BCmmerfrauen-10-05-2/Bayern-2/Audio-Podcast?documentId=10410962&bcastId=5962420

“Marita Krauss beschäftigt sich mit einem Mythos, dessen sich Fraueninitiativen wie rechtsnationale Gruppen bedienen.” Bei der Bedeutung für “rechtsnationale Gruppen” liegt auch der Grund, warum eine vermeintliche Aufbauleistung von Frauen überhaupt entzaubert werden darf und darüber die Mainstream-Presse berichtet.


Herrman
28.11.2014 23:03
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Der Umerzieher Billy Wilder schilderte eine Begegnung mit einer Trümmerfrau in Berlin,die hoffte, die Amerikaner würden “das Gas wieder in Ordnung bringen.” Um eine warme Mahlzeit zu kochen? Nein, die Frau hatte Selbstmordgedanken: “Weil wir Deutschen nichts mehr haben, für das es sich lohnt zu leben.” Wilder antwortete: “Wenn Sie ein Leben für Hitler meinen, glaube ich, Sie haben recht.” Er hielt ihr eine ganz neue Lucky Strike hin. Sie nahm nicht. Sie nahm nur ihre Schaufel und ging zum Schutt zurück. (Billy Wilder: Propaganda durch Unterhaltung)
Angesichts des ungeheuren Ausmaß der Zerstörungen und des erfahrenen Leides hat es viele Selbstmorde nach dem Krieg gegeben. Die haben mein tiefes Mitleid. Und denen, die trotz Verzweiflung und eignen Leides für die Allgemeinheit angepackt haben, gehört meine Hochachtung. Und auch denen, die sich einfach nicht zu Schade waren eine Schaufel anzufassen.
Und wer das nicht begreifen und nachvollziehen kann, dem fehlt eine menschliche Tiefendimension.
Da hat eine Schlaumeierin tatsächlich herausgefunden daß man eine zersörte Brücke nicht mit Sch aufel und Eimer nicht aus dem Rhein holen kann, schon gar nicht als Frau. Für sowas fremdschäme ich mich.
Der Umerzieher Billy Wilder schilderte eine Begegnung mit einer Trümmerfrau in Berlin,die hoffte, die Amerikaner würden “das Gas wieder in Ordnung bringen.” Um eine warme Mahlzeit zu kochen? Nein, die Frau hatte Selbstmordgedanken: “Weil wir Deutschen nichts mehr haben, für das es sich lohnt zu leben.” Wilder antwortete: “Wenn Sie ein Leben für Hitler meinen, glaube ich, Sie haben recht.” Er hielt ihr eine ganz neue Lucky Strike hin. Sie nahm nicht. Sie nahm nur ihre Schaufel und ging zum Schutt zurück. (Billy Wilder: Propaganda durch Unterhaltung)
Angesichts des ungeheuren Ausmaß der Zerstörungen und des erfahrenen Leides hat es viele Selbstmorde nach dem Krieg gegeben. Die haben mein tiefes Mitleid. Und denen, die trotz Verzweiflung und eignen Leides für die Allgemeinheit angepackt haben, gehört meine Hochachtung. Und auch denen, die sich einfach nicht zu Schade waren eine Schaufel anzufassen.
Und wer das nicht begreifen und nachvollziehen kann, dem fehlt eine menschliche Tiefendimension.
Da hat eine Schlaumeierin tatsächlich herausgefunden daß man eine zersörte Brücke nicht mit Sch aufel und Eimer nicht aus dem Rhein holen kann, schon gar nicht als Frau. Für sowas fremdschäme ich mich.


Herrman
28.11.2014 23:06
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Text versehentich doppelt eingefügt,Enschuldigung!


EinInformatiker
28.11.2014 23:31
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Ich habe immer geglaubt, dass es die “Trümmerfrauen” gegeben hat. Denn fand ich auch logisch: wenn die Männer gefallen waren und in Gefangenschaft waren, standen ja nur die Frauen fürs Aufräumen zur Verfügung. Es wird ja auch behauptet, dass die vermehrte Berufstätigkeit der Frau nach dem zweiten Weltkrieg eine Folge des Einsatzes während des Krieges war, wodurch die Frauen sich das nötige Selbstbewußtsein erworben hätten und nicht mehr locker ließen. Als besonders heroisch bewertet habe ich das nicht, denn was blieb nach dem Krieg anderes als Aufräumen. Wie das nun war, will ich für mich auch nicht mehr aufklären.

Nur muß man eins wissen. Im Mainstream wird heute kaum noch etwas ohne ideologisch politkorrekten Hintergrund verbreitet. Also wenn die Süddeutsche sich des Themas in der beschriebenen Weise annimmt, so kann das an einem Konflikt zwischen ideologischen Prioritäten liegen. Zwar würde man sicher gerne die Frauen glorifizieren, obwohl sich die Trümmerfrauen nicht allzu gut dafür eignen, weil es ja auch so lange her ist. Aber wie gesagt, man hat Prioritäten.

So ist es bei den Grünen aufgekommen, dass die “Trümmerfrauen” zwangsverpflichtete Alt-Nazis gewesen seien und deshalb hatten grüne Politiker mal ein Denkmal für Trümmerfrauen in München verhüllt. Für die Grünen waren Trümmerfrauen also deshalb keine Trümmerfrauen, weil sie angeblich Nazis gewesen wären. Zusätzlich wollen die Grünen natürlich alle Leistungen irgendwelcher Deutscher diskreditieren und sie nach Möglichkeit Ausländern zurechnen. Das könnte auch das Motiv der Süddeutschen sein. Anti-Nazi sein hat eine höhere ideologische Priorität als Feminist sein. So wie ja auch antirassistisch und fremder Kultur zugeneigt sein im Zweifel eine höhere Priorität als Feminismus besitzt, wenn auch nur im unmittelbaren Konfliktfall.


George
29.11.2014 0:17
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Man darf das übrigens auch gerne in dem Kontext betrachten, dass die Trümmerfrauen gerne mal in der Kritik des Feminismus auftauchen, als Beispiel für Frauen, die statt Quote und allerlei Forderungen einfach mal echte Arbeit gemacht haben.

Ist also ein zweischneidiges Schwert, das jetzt allzusehr zu betonen, dass es sich dabei um einen “Mythos” handelt. Auszüge oder Zahlen nennt der Artikel ja nicht, nur den groben Narrativ, das sei alles herbeigewünscht.

In der SBZ kann ich mir da schon einen signifikanten Beitrag vorstellen, da waren Ressourcen knapp und es kam auf jeden Stein an.


Rock 'n' Troll
29.11.2014 3:22
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Frauen haben sich seit jeher als unschuldig und als Opfer verkauft. Das liegt daran, weil Männer mit ihrem Beschützerinstinkt darauf jedesmal wieder anspringen. Ist ebenfalls chemisch, also hormonell bedingt. Nicht nur das Frauen bei Strafprozessen generell mildere Strafen bekommen, sondern das ein Serienmörder überhaupt gefasst wird, wenn dieser weiblich ist, ist sechs mal unwahrscheinlicher. Frauen wird generell abgekauft unschuldig und das Opfer zu sein. Wenn eine Mutter ihr Kind umbringt, wird immer herangezogen die Gesellschaft schuld, nie die Mutter selber. Während männliche Täter von sich aus die Bösen sind. Außerdem werden Babys die weiblich sind, wesentlich sanfter angepackt, als männliche Babys. Männer sind von Natur aus die dummen Kampf- und Arbeiterdrohnen der Königinnen.


index
29.11.2014 8:14
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das war nichts weiter als sowjetische propaganda! amis und russen haben die propagandamaschine der nazis perfekt kopiert. bis heute. femis sind wahrscheinlich links angehaucht, weil die linken sie stets protegiert haben. in der rechten gilt eher das symbol der deutschen mutter und hausfrau. nun mussten die im osten ja wirklich ranklotzen, nicht wie bei uns, ala schöne künste studieren und dann nur noch rumquatschen. da gibt es auch eine theorie, das der feminismus dem herrschenden system sehr wichtig ist, da nun die andere hälfte der bevölkerung ebenfalls arbeiten geht und steuern zahlt.


Oliver K
29.11.2014 13:58
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Der Verdopplung des Beitrags von Herrman war wohl ein technischer Fehler, ist aber doch ein treffendes Bild: Wiederholung des Immergleichen, des Suhlens in den eigenen “heroischen” Gefuehlen (und
damit ist dann notwendig die Anschuldigung verbunden, andere haetten
nicht diese heroischen, “tiefen”, Gefuehle — damit lenkt man von der
eigenen Falschheit ab).

@EinInformatiker: Ich glaube, Du faellst hier nur in die gewoehnliche Falle der Fetischisierung der Frau: Alles, was “Frauen” machen, wird immer ausserhalb des Kontext betrachtet (in dieser ungemein maechtigen
Ideologie), und wenn es ihnen schlecht geht, wie allen, wird dies als “Diskriminierung” bezeichnet, und wenn sie anpacken muessen, wie allen, wird dies als “Heroismus” bezeichnet.

“Truemmerfrau” ist offensichtlich idiotisch, weil eben alles in Truemmern lag. Aber von “Truemmermaennern” (die, wie immer, den Grossteil der Arbeit geleistet haben werden) spricht man natuerlich nicht — da wuerde die Idiotie sofort hervorstechen. Die “Truemmerfrauen” haben, wie immer, den “Haushalt” gefuehrt, nur lag der eben in Truemmern. Wie ueblich, wird aber dieser normale Vorgang, dass die Frauen sich in der gleichen gegebenen Situation wie die Maenner bewegten, sofort ausgeloescht, und in’s Mystische verschoben.


Bärle
29.11.2014 15:06
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Ja, und für diesen Mythos forderten einst die politisch Korrekten wie Mascher vom VdK eine Trümmerfrauenrente.
http://www.zeit.de/1986/23/sozial-ohne-sinn


Gast$FF
29.11.2014 17:00
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@EinInformatiker:
> Konflikt zwischen ideologischen Prioritäten

Guter Beitrag. Ich muss immer innerlich grinsen, wenn ein Thema das Potential hat, Extremisten zu spalten. Diese grünsozialistische Sichtweise auf die sog. Trümmerfrauen lässt sich natürlich nicht gut mit der feministischen “Women-are-Wonderful”-Glorifizierung, die in diesen Zirkeln ja auch nur allzu gerne gepflegt wird, unter einen Hut bekommen. Das gelingt nur, wenn die Trümmerfrauen gleichzeitig als Opfer des Braunsozialismus umgedeutet werden. Motto: Die konnten da ja nichts dafür, und mussten dann den Scherbenhaufen wegfegen, den ihre (gefallenen) Nazi-Männer angerichtet hatten. Wie wir schon öfters lesen durften, sind es ja stets die überlebenden Frauen, die die Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen sind…

PS: Lesenswert in dem Zusammenhang:
Gerhard Amendt, “Die Mitschuld der Frauen an der
NS-Zeit – Geschichtsverleugnung, Väterfeindlichkeit und Antisemitismus im ideologischen Feminismus”
http://www.vafk.de/themen/wissen/gleichstellung/Jued._Echo_Amendt.pdf


Gast$FF
29.11.2014 17:05
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Upps. “…die die wahren Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen sind” sollte es eigentlich heißen.


Beipflichter
29.11.2014 21:20
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Apropos „Extremisten spalten“

Es ist immer wieder entlarvend zu verfolgen, wie sich die ideologisch verbissenen linksgrünmultikultifeministischen „Diskurshoheiten“ drehen und winden, so ihre ach so heiligen und unantastbaren Kühe untereinander heftig aneinandergeraten.

So z. B. im Fall „Exemplar der permanent beweihräucherten Migrantenschaft aus dem grossen, weiten Südland filetiert Exemplar der ebenfalls beweihräucherten Säulenheiligen-Spezies der Lichtestatlt_Innenschaft“.

Da kollidieren plötzlich zwei um 180° zueinander versetzte Blasrohrkriech-Richtungen für
das Bundes-Kotau-Macher-Volk.

Denn schon beim Ausholen zur Mega-Hyperventilation gegen brutale Übergriffe auf die heiligen Frau_Innenschaft, stopft ihnen die Anti-Xenophobie&Rassismus&Diskriminierungs-Keule ihr zum schrillen Aufschrei weit aufgerissenes Maul.

Indes meist praktizierte perfide Ausflucht:
Nach kurzem, larmoyanten Nebelkerzenwerferei-Präludium, alla „welch erschröckliche Tragödien das Leben doch spielen kann“, wird dann alsbald auf eine gehässige Attacke gegen den weissen, abendländischen, Hetero-Mann umgeschwenkt, als Projektionsfläche für all die von PC und ideologischer Verblendung unterdrückten Hass-Impulse, für die jahrzehntelang in ideologischer Verkrampfung gehaltenen Protagonisten ein Ablass-Ventil suchen.


Hadmut
30.11.2014 1:09
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Könnt Ihr verdammten Blödmänner bitte mal aufhören, Begriffe wie „biodeutsch” in mein schönes Blog zu werfen?

Es müsste sich doch langsam herumgesprochen haben, dass die Nummer mit den Ariern grober Schwachsinn war und es sowas nicht gibt.

Ich will den Scheiß hier nicht haben. Und wem das nicht passt, der möge sich einen anderen Ort suchen.

Zur Abschreckung: Wie ich schon mehrfach ausgeführt habe, habe ich zwar einen Althochdeutschen Vornamen, aber meine Vorfahren (danishmend) waren im 11. und 12. Jahrhundert auch noch eine Dynastie in der heutigen Türkei. Ist zwar schon ne ziemliche Weile her, aber damit bin ich auch kein Ur-Germane. Wem „biodeutsch“ so wichtig ist, der ist hier also falsch.


Hans Georg
30.11.2014 1:51
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@Oliver K schreibt:
“Truemmerfrauen” haben, wie immer, den “Haushalt” gefuehrt, nur lag der eben in Truemmern.”
Quark. Du meinst das doch nicht im Ernst?
Diese Frauen haben die Truemmergrundstuecke nach verwertbaren Backsteinen abgesucht, diese Backsteine vom Moertel abgeklopft und dem Neuaufbau zugefuehrt.
Die “Truemmermaenner” gabs nicht, weil die alle an der Front verreckt sind, oder als Kriegskrueppel zurueck kamen, oder in Sibieren in Eiseskaelte in russischer Gefangenschaft gehalten wurden, wie du mit einem anstaendigem Geschichtsbild wissen muesstest. Also wurden Frauen herangezogen.
Du solltest mal, des Bildung wegen, Borchert “Draussen vor der Tuer” lesen oder Boell “Wanderer kommst du nach Spa-…”etwa.


Horsti
30.11.2014 11:21
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Offenbar arbeiteten 75% der damaligen Frauen im gebärfähigen Alter als Prostituierte:

http://www.das-maennermagazin.com/blog/berliner-truemmerfrauen-arbeiteten-in-wahrheit-als-prostituierte


dentix07
1.12.2014 22:28
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Nur Mythos?

Nur ein paar Zahlen:

Bevölkerungszahl Deutschlands 1939 (nach Volkszählung dieses Jahres) knapp 79 Millionen (inklusive Österreich und Sudetenland), davon 38,7 Millionen männlichen Geschlechts (= 48,8%) Wobei nur 24,5 Millionen „Männer“ im Alter von 15-65 gewesen sein sollen. (Frauen 40,6 Millionen = 51,2 %)

Gesamtzahl deutscher Soldaten : 17-20 Millionen (Mittelwert 18,5 Mio.)
Gefallene: 3,5 Millionen
getötete Zivilisten: 2,76 Millionen, inklusive Kinder (Nehmen wir ein 50/50 Verhältnis an also rd. 1,4 Millionen männlich
Kriegsversehrte: 1,5 Millionen (nur BRD)
Kriegsgefangene (bis 1947) 11,5 Millionen

Zählt man zusammen
3,5 Mio (Gefallene) + 1,5 Mio (Versehrte) + 11,5 Mio (Kriegsgefangen) + 1 Mio (geschätzte Anzahl getöteter männlicher Zivilisten im Alter ab 15)
kommt man auf rund 17,5 Millionen „fehlende“ Männer bis 1947.
Das ist fast die Hälfte der gesamten männlichen Bevölkerung (von 1939).

(Bevor jetzt ein Riesenprotest startet! Ich bin mir der Mängel dieser Aufstellung sehr wohl bewußt! Sie dient auch lediglich dazu eine ungefähre Vorstellung von den Verhältnissen zu bekommen.)

Wenn man dann noch berücksichtigt, daß die Alliierten Befehle an 15-50 jährige Frauen herausgaben sich zur „Enträumung“ zu melden und z.B. 1949 (also zeitlich dicht dran; Feminismus war da noch unbekannt; die hatten andere Sorgen!) MdB Louise Schroeder im Bundestag gesagt hat: „„Unsere Frauen sind es gewesen, die mit ihren bloßen Händen die Straßen von der Lebensgefahr befreit und die Trümmer aufgeräumt haben. […]“ (Quelle: Herbert Wehner (Hrsg.): Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort! Verlag Neue Gesellschaft, Bonn 1980, ISBN 3-87831-329-2, S. 34–42. ), kann ich mir einen reinen (!) Mythos nicht vorstellen.

Die 17,5 Millionen Männer fehlten halt!

Selbst gestellte Bilder widersprechen dem nicht, sofern sie eine eigentlich vorhandene Wirklichkeit abbilden/abbildeten!

Meine Schlußfolgerung: Die Trümmerfrauen gab es, wenn evtl. auch nicht in dem Maße wie die spätere Glorifizierung und Vereinnahmung durch Feministinnen uns glauben machen möchte.


Dirk S.
2.12.2014 16:44
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@ dentix07

Mit 6 Millionen Männern und schwerem Gerät kannst du den Schutt eine Krieges in einem Land beseitigen und das wiederaufbauen. Jedenfalls solange dir keine Trümmermädchen im Weg stehen.
Die Trümmerfrauen sind meiner Meinung nach völlig überbewertet, waren aber so ziemlich das einzige, womit man einen neuen staatlichen Gründungsmythos schaffen konnte, der von den (West-)Allierten auch genemigt werden konnte. Was hätte man sonst nehmen sollen? Preussen? Da kamen die Trümmerfrauen gerade recht, wahrscheinlich waren das zuerst auch nur Frauen, die in den Trümmern nach Brauchbaren gesucht haben und nicht die Trümmer beseitigt haben. Das hat die allierte Berichterstattung später hinzugefügt. Die Trümmermädels auf den Bildern sahen eher selten so aus, als wenn sie stundenlang Steine geschleppt hätten. Wenn Frauen überhaupt Trümmer räumen mussten, dann war das eher Beschäftigungstherapie. Damit sie sich nicht den allierten Soldaten an den Hals schmeißen. Was sie aber trotzdem gemacht haben.
Deine Schlussfolgerung ist im Prinzip richtig, nur würde ich soweit gehen und sagen: Die Trümmerfrauen waren bei der Schuttbeseitigung unbedeutend. Und damit der Mythos im (Schutt-)Eimer. Da können die Feminstinnen auch gerne schreien (was sie eh’ tun werden).

> Feminismus war da noch unbekannt; die hatten andere Sorgen!

Da täusch dich mal nicht. Die Masse der Frauen hatte andere Sorgen, da hast du vollkommen recht, aber der Feminismus war vor den sagen wir mal 1970er Jahren eher eine reine Wohlstandsfrauenangelegenheit. Und 3 mal darfst du raten, welche Frauen vom Krieg eher wenig abbekommen haben? Genau die Reichen, die auch die Zeit und die Muße hatten, schon vorher dem Suffragettismus (als Vorläufer des Feminismus) zu fröhnen. Feminismus gibt es schon etwas länger, wobei die anfänglichen Forderungen nach Gleichberechtigung (wirklich nur gleiche Rechte, nicht was die heute daraus machen) und Wahlrecht ok waren, nur als sie das hatten (und damit ihr Ziel, ihren Lebensinhalt verloren hatten), wollten auch die Suffragetten anfangen, das Volk zu “verbessern” ergo zu bevormunden. Den USA hat das die Prohibition eingebracht.

Bevormundungsfreie Grüße,

Euer Dirk