Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wörter in der Verbannung

Hadmut
13.11.2014 12:10

Ein Leser weist mich gerade auf einen seltsamen Vorgang hin: Die USA, Pfeilspitze der Redefreiheit und weltweit führend bei misslungenen Hinrichtungen, veranstaltet seltsame Wettbewerbe, bei denen sie Worte krönen, die künftig gebannt werden sollen.

Während bei uns das „Unwort des Jahres“ gewählt und deshalb dann künftig häufiger benutzt wird, geht es in den USA darum, Wörter mindestens so sehr aus dem Sprachgebrauch zu verbannen wie nackte Brüste aus dem öffentlichen Sichtfeld. Sie richten Worte hin. Kommen dann auf die Piepton-Liste.

Time Magazine führt so einen Umfrage durch, und das in der Umfrage mit großem Abstand führende Wort ist: »feminist«

Gut, das ist jetzt wettbewerblich nicht so überraschend, da es das einzige ernstliche Wort auf der Liste ist und gegen gaga-Wörter und nichtssagende Zufallsworte antritt. Insofern bedeutet es eigentlich gar nichts.

Aber selbst wenn es etwas zu bedeuten hätte, so wäre ich mir nicht sicher, was.

Denn wer stimmt dafür? Sind es Leute, die vom Feminismus genervt sind, oder sind es Feministen, die Kritik an ihnen dadurch entkräften und abschwächen wollen, dass sie den Gebrauch des Wortes Feminist verbieten?

59 Kommentare (RSS-Feed)

petpanther
13.11.2014 12:33
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Kommt mir eher vor wie das Letztere.

Unterdrückung von Kritik.

Dazu passen dann auch die Bogus Wörter, so dass Feminist rauskommen muß und dass man Wörter verbieten möchte.

Feministische Hinterhältigkeit at its best. Feministinnen haben offenbar aus dem offenen ban bossy gelernt.


andreas
13.11.2014 12:42
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> Die USA, die Pfeilspitze im Rücken der Redefreiheit
it seemed broken to me, so i fixed that for you 😀
*unauffällig_wegschleicht*

Zum Thema: Ich denke nicht, dass das ein False-Flag-Vote ist. Da wird halt nur der Link zum Vote in den entsprechenden Foren (4chan, gamingkrams, MRA’s) gepostet worden sein.
Mich freut so etwas, auch wenn, wahrscheinlich zu Recht, dies als Argument für die Nicht-Repräsentativität der Um frage herhalten muss, so zeigt sich doch, das “wir” endlich einen Zahlenvorteil haben – zwar nicht auf twitter, aber scheinbar insgesamt betrachtet ganz gewaltig 😀


Beipflichter
13.11.2014 12:52
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Ich tippe ganz klar auf letzteres. Denn allzu leicht mutiert ein „…-ist“-Begriff zum Schimpfwort. – Allein schon, weil ein „…-ist“ meist ein Anhänger eines „…-ismus“, einer Ideologie ist, die bekanntlich zu starren, dogmatischen Denk- und Erklärungsmustern tendiert. –
Zudem gilt ein „…-ist“ oft als ein fanatisch seinem „…-ismus“ verfallen („Kommunist“, „Faschist“), bzw. als sklavisch Abhängiger der namensgebenden Sache („Morphinist“), oder auch ein exzessiv eine bestimmte Aktivität verfolgender.

Ein weiterer Grund wäre z. B. auch den Feminismus und seine infamen Implikationen ubiquitär und normativ werden zu lassen, aber keine negativen Konnotationen mit ihm mehr zu ermöglichen. – Nach dem Motto: Aus einem dreckigen Saustall, wird das Wort „Dreck“ verbannt, sodass Niemand mehr diesen Missstand richtig benennen kann.


EBecker
13.11.2014 13:01
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Ich denke auch, dass damit Kritik verhindert werden soll. Wenn man das Problem nicht beim Namen nennen darf, kann man es auch nicht ins Licht ziehen. Und es wird dafür gesorgt werden, dass auch Ersatzbegriffe darunter fallen.


Felix aus Frankfurt
13.11.2014 13:14
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Hm. Ich interpretiere den Artikel anders als Du, Hadmut.

Für mich klingt das nach der US-amerikanischen Version von “Unwort des Jahres”, da wird nicht gefordert, dass man bestimmte Sachen nicht mehr sagen DÜRFE, es wird nur eine Umfrage gemacht, von welchem Wort die Leserschaft genervt ist. Daher auch so viele Füllworte, Abkürzungen und Phrasen auf der Liste.

Und “should be banned” vermutlich nur, um eine knackige Überschrift zu haben, nicht, um tatsächlich ein Verbot zu fordern.

Ich glaube auch nicht, dass die bisherigen “Gewinner” auf einer Piepton-Liste sind. Ich bin mir relativ sicher, “OMG” das eine oder andere Mal im US-amrikanischen Fernsehen gehört zu haben, kann das aber natürlich nicht beweisen.

“feminism”: Etwas weiter unten erklären sie die Begriffe. Es geht ihnen nicht inhaltlich um den Feminismus, sondern nur darum, dass jede Berühmtheit sich ständig verpflichtet fühlt, zu jeder sich bietenden Gelegenheit zu erklären, ob er/sie Feminist ist oder nicht. Egal, ob so eine Erklärung gerade angemessen ist oder nicht.


Hadmut
13.11.2014 13:22
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@Felix: Was ja aber ungefähr meiner ersten Alternative entspräche.


derdiebuchstabenzählt
13.11.2014 13:28
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Ich lasse mir meinen Atifeminusmus doch nicht nehmen … 🙂


Beipflichter
13.11.2014 13:38
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By the way, unsere Bestmenschen praktizieren dieses Prinzip „Wörter-Tabuisierung“ doch schon länger. – So werden periodische negativ konnotierte Begriffe aus dem Sprachgebrauch verbannt wie:
Neger,
Zigeuner,
Asylant,
Migrant,
etc.,
da die genannten gegen Kritik immunisiert werden sollen, und die alleinige Nennung schon den Nazikeulen-Reflex auslöst.

Nur, die meist lächerlich, gequält, gekünstelt, geschwollen klingenden, oder ganz irreführenden Substitute für die inkriminierten Bezeichnungen nutzen sich ebenfalls ab und bekommen denselben negativen Beigeschmack, wie ihre „Vorgänger“.
D. h. das Minenfeld der verbalen Tretminen wird immer grösser, und damit steigt das Risiko, auf eine zu draufzustolpern.


steffen
13.11.2014 14:07
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Genderama hat vor ein paar Stunden schon davon berichtet, und hat gleich drei Beispiele von Feministinnen verlinkt, die wegen dieser TIME-Aktion gerade Gift und Galle spucken.

Ich würde also eher für ersteres plädieren. Feministinnen selbst sind stolz auf den Begriff “Feminismus”, und realisieren gar nicht, wie extrem negativ der Begriff inzwischen außerhalb ihrer Filterbubble besetzt ist. Ich durfte das erst letztens in einer Diskussion mit einer selbsterklärten Feministin wieder erleben.


Hannes
13.11.2014 14:24
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Soweit ich das mitbekommen habe ist das eine Aktion von 4chan, 8chan etc. Gerade 8chan (in den Medien auch gerne mal als “Hatechan” ausgesprochen) ist ja mittlerweile quasi das Hauptquartier der Gamergate-Bewegung und dass diese Leute mit dem Feminismus auf Kriegsfuß stehen dürfte ja offensichtlich sein.


Dirk S.
13.11.2014 14:42
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@ Beipflichter

> So werden periodische negativ konnotierte Begriffe aus dem Sprachgebrauch verbannt

Ist das vielleicht auch eine Generationensache? Ich verwende die Begriffe, die du genannt hast, ohne mit der Wimper zu zucken und irritiere die Leute damit eher selten. Wobei ich die Wörter auch nicht als negativ besetzt ansehe. Vielleicht lasse ich mir auch einfach nicht gerne Vorschriften machen, was ich zu sagen habe und was nicht. Und Rassismusvorwürfen entgegne ich immer ein “wenn du meinst…” und genieße die dummen Gesicher. 🙂 Da kommen die Politisch-Korrekten nicht drauf klar.

Korrekte Grüße,

Euer Dirk


Luc
13.11.2014 15:04
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Was Leute draus machen ist natürlich eine andere Frage, aber die Intention von TIME mit ihren worst-word-Polls ist ein Wort zu küren, das (bzw. das, was damit verbunden wird) den Lesern so stark auf den Sack geht, dass sie es hypothetisch nie wieder hören wollen.

(2011: OMG, 2012: Yolo, 2013: twerk)


steffen
13.11.2014 15:17
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Achja, und kurz mal gegoogelt, und folgendes gefunden:

http://twitchy.com/2014/11/12/feminists-flip-out-after-time-magazine-suggests-banning-the-word-feminist/

Bei Twitter ist wohl gerade in feministischen Kreisen die Hölle los. Tenor: “Will TIME etwa unseren geliebten Feminismus mundtot machen??? Schwestern, zu den Waffen!!!”

Und wenn man sich in einschlägigen Foren der “Manosphere” umschaut, dann wird dort massenweise zur Time verlinkt, mit dem Aufruf “Männer, ihr wisst was ihr zu tun habt”.

Demnach: Definitiv Erklärungsalternative Eins.

Das ist kein Versuch, durch Begriffsumdeutung Kritik am Feminismus zu unterdrücken. Das ist massenweise überfällige Rache am Feminismus, die sich gerade Bahn bricht. (ähnlich wie das jüngste Wahlergebnis zum US-Kongress wohl nicht unerheblich davon beeinflusst wurde, daß die Mehrzahl der Wähler von den feministischen Positionen der Demokraten inzwischen massiv genervt sind)


Hadmut
13.11.2014 15:30
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Oh, der Absturz der Demokraten könnte auf deren Feminismus beruhen?

Interessant.


steffen
13.11.2014 15:40
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@Hadmut: Ja, dazu ein paar Links:

http://www.faz.net/aktuell/politik/waehlerinnen-in-amerika-eine-probe-auf-die-maennlichkeit-13250232.html

http://www.avoiceformen.com/feminism/toxic-feminism-experiences-severe-defeat-in-u-s-midterm-elections/

http://www.thedailybeast.com/articles/2014/11/09/hey-dems-he-s-just-not-that-into-you.html

Speziell zwei Fälle sind für das feministische Lager der Demokraten besonders bitter:

– Wendy Davis, die in Texas durch einen 11-Stunden ‘Filibuster’ gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzen in feministischen Kreisen zur Legende wurde, hat sich in Texas für das Gouverneursamt kandidiert. Sie hat derart haushoch verloren, daß schon davon gesprochen wird, daß ihre politische Karriere am Ende ist. Und ganz besonders bitter: Sie ist sogar bei den weiblichen Wählern abgeschmiert, die mehrheitlich den Republikanischen Kandidaten gewählt haben.

– Der demokratische Senator Mark Udall aus Colorado, dessen Posten an den republikanischen Kandidaten verloren ging. Die Wähler fanden es wohl nicht so toll, daß Udall fortlaufend keine anderen Argumente hatte als daß sein Konkurrent ein ‘Misogynist’ sei.


ferabq
13.11.2014 15:54
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Ich nehme an den genannten Boards (und an einigen weiteren) teil. Das geht definitiv in Richtung Erklärungsalternative Eins und löste in der Femanzen-Filterbubble vor ein paar Tagen einen Shitstorm aus.

Also, ihr wisst was ihr zu tun habt 😉

Parallel dazu läuft übrigens die Wahl des Jugendwort des Jahres 2014. Man schaue sich die Jury an (beim Internetvote war “fappieren” der deutlich führende Favorit): http://www.jugendwort.de/ -> “Worum geht’s?” (leider ist die Nutzung von Ankern offenbar völlig aus der Mode gekommen) – bisher 13 Leute, davon 10 Weibsleut.


ferabq
13.11.2014 15:54
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Kurze Korrektur, Anker gibt es doch: http://www.jugendwort.de/#worum_geht_s


Arne Hoffmann
13.11.2014 16:12
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basti
13.11.2014 16:23
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@ Beipflichter

!So werden periodische negativ konnotierte Begriffe aus dem Sprachgebrauch verbannt wie:
Neger,
Zigeuner,
Asylant,
Migrant”

Aber schau mal was wir daraus gemacht haben…

Maximalpigmentierter

Mobile ethnische Minderheit

Vor ein paar Jahren war Fachkraft noch ein normales Wort , heute weiss jeder was gemeint ist.

Und das ohne Sprachverpanschung von oben sondern aus dem Volk. Das ist lebendige Sprache hihi

Und selbst die Linken wissen bescheid 🙂

Wenn mich jemand Nazi schimpft sag ich immer: Ja und…Höhepunkt? Besser als Kommi,, Schwule, Jude (oder sonstwie gehätschelte Minderheit ode Gruppe einsetzen)

Da rasten die richtig aus weil viele anfangen sich nach solchen Anschuldigen zu verteidigen und Linke nicht gewohnt sind wenn jemand nicht so reagiert und das noch selbstbewusst.

Man muss nur selbst ruhig bleiben.

Letztlich ist für Antideutsche eh jeder ein Nazi der NICHT auf sein Land und seine Ahnen pisst.

Also was juckt mich das Genöle…

AHU AHU AHU


Trollversteher
13.11.2014 16:40
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Die Umfrage wurde auf 4chan und 8chan rumgereicht und es wurde aufgerufen dort für “feminist” abzustimmen. Daher kommt ein großer Teil des Vorsprungs des Begriffes bei der Umfrage. Hat also tatsächlich nichts mit den Feministen zu tun.


Andy
13.11.2014 17:46
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Andreas
13.11.2014 17:59
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> Oh, der Absturz der Demokraten könnte auf deren Feminismus beruhen?

Auch via genderama gefunden, es gibt auch noch ein paar weitere Posts zu dem Thema dort.

http://www.thedailybeast.com/articles/2014/11/09/hey-dems-he-s-just-not-that-into-you.html


Ron
13.11.2014 18:18
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Die Universitäten scheinen nicht so sexistisch zu sein (nämlich gar nicht), wie einem die Feministinnen weißmachen wollen:

http://www.nytimes.com/2014/11/02/opinion/sunday/academic-science-isnt-sexist.html


Andreas
13.11.2014 18:27
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OT: Da wurde ich hier vom Browsercache getrollt… Hatte mich schon gewundert, warum etliche Stunden niemand geantwortet hatte.

Also bitte das obige, sinnlose posten von Links, welche längst gepostet wurden ignorieren 🙂


Hans Georg
13.11.2014 18:37
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@basti
Stark stark stark, ich liebe so Leute die solche Sprueche draufhaben!


steffen
13.11.2014 19:25
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Da die Diskussion sich ein wenig auf die Wahlen in den USA verlagert hat, hier noch ein Link zu einem verzweifelten feministischen Versuch, sich die schallende Niederlage in Texas irgendwie schönzureden, und eine “Jetzt erst recht!”-Stimmung herbeizureden.

Ganz besonders herzallerliebst ist die Stelle an der die Autorin zeigt, daß feministische Arithmetik irgendwie anders ist als normale Arithmetik:

Once more, with feeling: Greg Abbott and the Republican Party did not win women. They won white women.

Im Durchschnitt haben die texanischen Frauen (alle Hautfarben zusammengenommen) zu 47% für Wendy Davis, und zu 52% für Abbot gestimmt. Alltagslogik sagt mir, daß das ganz klar bedeutet, daß Abbot bei den weiblichen Wählern gewonnen hat.

Weil schwarze Frauen nun zu 94% und Hispanic Frauen zu 61% für Davis gestimmt haben, bedeutet das in feministischer Rechnung, daß “die Frauen” nicht gegen Davis gestimmt haben, sondern nur die weißen Frauen. Irgendwie verstehe ich die Argumentationslogik dahinter nicht so recht… zählen Stimmen von nicht-weißen Frauen mehr als die von weißen Frauen? Aber die Autorin sagt ja gleich am Anfang, daß sie mit “feeling” argumentiert.

http://rhrealitycheck.org/article/2014/11/05/white-women-lets-get-shit-together/


Hadmut
13.11.2014 19:37
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Greg Abbott and the Republican Party did not win women. They won white women.

Hohoho, das ist derb.


steffen
13.11.2014 19:33
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Und hier nochmal aus dem New York Magazine, ein bissiger Kommentar zu der verqueren Arithmetik der Autorin Jenny Kutner, die in “Salon” ganz unverfroren zu der Wahlniederlage von Wendy Davis behauptet hatte:

“That’s certainly not enough women to say that Abbott won the whole gender”.

Also 52% weibliche Stimmen für Abbot sind in Femidenk “not enough women”.

http://nymag.com/daily/intelligencer/2014/11/salon-writer-condemns-arithmetic-as-racist.html

Ui ui ui… daß eine Ikone der Feministinnen keine Mehrheit bei den weiblichen Wählern gekriegt hat muss die gerade ganz stark schmerzen.


Martin
13.11.2014 19:53
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“Gut, das ist jetzt wettbewerblich nicht so überraschend, da es das einzige ernstliche Wort auf der Liste ist und gegen gaga-Wörter und nichtssagende Zufallsworte antritt. Insofern bedeutet es eigentlich gar nichts.”

Falsch. Es geht nicht nur um Worte, sondern allgemein um Redewendungen und häufig in Unterhaltungen benutzte Ausdrücke und damit halt auch nicht um “Zufallsworte”.

“basic”, “disrupt”, “literally” z.B. sind sicher keine “gaga-Wörter” oder “nicht ernstliche Worte”. “om nom nom nom” ist halt ein Beispiel für häufig benutzte Lautmalerei/ein “Mem”.

Das eigentlich lustige an der ganzen Sache ist aber doch, das es eine Kampagne gibt, mit der Femis das Wort “bossy” -gemünzt auf rechthaberische, evtl. auch herrschsüchtige, Frauen- bannen wollten. Das ging aber nach hinten los 🙂


TOPCTEH
13.11.2014 19:56
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@ Beipflichter:

Ich dachte, “Zigeuner” heißt jetzt “Mitbürger mit permanentem Migrationshintergrund”?


Beipflichter
13.11.2014 19:57
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Jaja, herzallerliebster Feminismus, und Ihr herzallerliebsten Exponent_Innen des allerselbigen. – Es gibt da halt doch Momente, wo ihr auf eurem permanenten Kollisionskurs mit der Realität gegen Objekte donnert, die härter und massiver sind als ihr, und die ihr nicht (wie gewohnt) dreckig und hämisch grinsend platt walzen könnt, sondern wo ihr euch mal die blutige Nase holt. –
Und je länger euere Geisterfahrt gegen die Wirklichkeit dauert und je mehr eure Irrsinnsfahrt beschleunigt, desto häufiger und heftiger wird es krachen-
Denn schon mal vorab, wohl bekomm’s !


steffen
13.11.2014 21:36
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Hohoho, das ist derb.

Letztens einen schönen Begriff gelernt, der zum Repertoire der Manosphere gehört:

“Hamstering”

Das bezeichnet den verzweifelten Versuch einer Feministin im speziellen und einer Frau im allgemeinen, noch irgendwie sich eine Situation schönzurationalisieren (das Hirn arbeitet dabei wie ein Hamster im Rad), wo sie eindeutig unrecht hat. Typisch für eine Geisteshaltung, die keine Verantwortung übernehmen kann.

So wie: “Nein, das war kein Seitensprung. Ein Seitensprung ist es doch nur wenn es vorher geplant war, nicht wahr?”

Und das ist beim US-Feminismus gerade sehr schön zu beobachten. Das Wahlergebnis war eine Ohrfeige. Anstatt ehrlich zuzugeben, daß sie verloren haben, gehen verzweifelte Überlegungen los wie “Aber 94% der schwarzen Frauen haben für Davis gestimmt!!! Wollt ihr etwa deren Stimmen ignorieren???”

Gerade im Fall Davis kann ich mir vorstellen, daß die ganzen feministischen Kolumnistinnen natürlich nicht damit gerechnet haben, daß Davis gewinnt, aber sich schon darauf gefreut haben, die Niederlage von Davis in eine Breitseite gegen die Männer umzufunktionieren. “Die Frauen haben mehrheitlich für Davis gestimmt! Daß Abbot gewonnen hat liegt nur an den Männern, die alle Angst um ihre Privilegien haben!!!”. Tja, und nachdem noch nicht mal mehr die Frauen hinter Davis stehen, haben sie ein echtes Problem…


Gast$FF
13.11.2014 21:55
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@.Dirk S:
> Und Rassismusvorwürfen entgegne ich immer ein “wenn du meinst…”

Gut ist auch: “Traust Du mir das zu…?” und dabei betroffen dreinschauen.
Siehe http://de.wikimannia.org/Gerold_Becker


Emil
13.11.2014 23:29
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@Andreas – Daily Beast Artikel

Der beste Satz in dem Artikel:

Well, the pundits were right: the political “gender gap” would decide the fate of candidates in the 2014 midterms. But the decisive point wasn’t that Republicans have a female voter problem. It was that Democrats have a male voter problem.

Ich hoffe, dass unsere feministisch unterwanderten Blockparteien hier in Deutschland endlich auch mal ein “male voter problem” bekommen.


Hadmut
13.11.2014 23:57
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> It was that Democrats have a male voter problem.

Hihihi 😀


Michael
13.11.2014 23:33
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ich konnte mir das Grinsen nciht verkneifen, weil auf der Liste auch das Wort “bossy” ist – und da war doch irgendwas…


Joe
14.11.2014 0:44
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Ich hoffe, dass unsere feministisch unterwanderten Blockparteien hier in Deutschland endlich auch mal ein “male voter problem” bekommen.

Das Problem wird ganz einfach gelöst werden, nämlich mit dem nächsten Schritt: der Abschaffung des Wahlrechtes für weiße hetereosexuelle Männer.


phaidros52
14.11.2014 6:30
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@Wörter:
Als ich noch in Kanada gelebt habe sah ich eine Doku eines amerikanischen Senders über Schulbücher (ca. 2005). Ein Sprecher eines Verlags erklärte, dass pro Jahr ca. 500 Wörter aus den Büchern genommen werden, weil igendwelche obskuren Vereine, Verbände oder sonst was beim Verlag gegen die Verwendung eines oder mehrerer Wörter protstiert haben. Ein Lehrer sagte, dass er praktisch kaum noch unterrichten könnte, weil die Bücher nicht mehr zu gebrauchen sind.


Heinz
14.11.2014 6:57
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@basti

in vielen Dingen stimme ich zu, jedoch:

> Maximalpigmentierter

Ist eine ironische Beschreibung, mit der der Sprecher seinen politischen Standpunkt eindeutig äußert, und keine offizielle Bezeichnung.

> Mobile ethnische Minderheit

Das war wohl eine interne Bezeichnung in irgendeiner Behörde.

Ich finde es erstaunlich, wie jeder der Realitätsverwässerer zu glauben scheint, daß sein toller Begriff der euphemism treadmill entkommt. Das hatten wir in der DDR schon mit der Bezeichnung “Freunde” für die Besatzer, welches ich als Spätgeborener ausschließlich mit negativer Konnotation hörte.

Lustig übrigens, daß der mittlerweile als abwertend empfundene “Migrant” ja auch erst vor ein paar Jahren erfunden wurde, vermutlich um “Immigrant” zu umgehen, welches die Tatsache deutlicher zeigt, daß es sich um schnöde ungesteuerte Einwanderung handelt.

Die “Sinti und Roma”, die die Zigeuner in der Sprache verdrängt haben, befinden sich mittlerweile auch in der Auflösung. Nicht nur, weil die Sinti es nicht mögen, mit den Roma über einen Kamm geschert zu werden, sondern vor allem weil das als ein Wort verwendete SintiUndRoma die gleichen Gefühle wie “Zigeuner” auslöst. Der gutmeinende Bürger verwendet deswegen BulgarenUndRumänen, der oberschlaue Linke weist darauf hin, daß es noch mehr Völker gibt, die in Bulgarien, Rumänien und auf dem Balkan wegen ihrer, ähm, anderen Lebensweise verfolgt werden. Und der Spracherzieher bricht den Begriff auf, wie zu “Romma und Sinti” (nur echt mit dem kurzen “o”) oder gendert gleich zu “Sintezza und Sinto, Romni und Rom”.


index
14.11.2014 7:09
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hintergrund ist, das femis grad massiv die gamer community angehn. angefangen hat das mal (vor gefühlten 300 jahren) mit laura croft, die wohl zu spärlich bekleidet war. lol. hacker müssen sich diese scheisse auch schon seit längerem anhören. (die müssen ja net unsre foren lesen, zwingt sie ja keiner)


patzer
14.11.2014 9:20
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Missingno.
14.11.2014 10:16
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@ferabq

Ich werde eben auch älter, aber macht das Jugendwort auch den Niveaulimbo? Mit hartzen und Gammelfleischparty kann ich ja noch etwas anfangen, aber Swag? Was soll das heißen? Yolo war irgendetwas schwachsinniges mit Meme, richtig? Und Babo? Hä? Die letzten drei habe ich auch noch nie im Alltag gehört.


steffen
14.11.2014 11:22
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Das Problem wird ganz einfach gelöst werden, nämlich mit dem nächsten Schritt: der Abschaffung des Wahlrechtes für weiße hetereosexuelle Männer.

Ja, wie in dem Artikel bei dailybeast treffend erkannt wurde: Ein Wahlkampf mit der Message “Du unterdrückerischer potentieller Vergewaltiger, checke deine männlichen Privilegien! Und jetzt wähle uns bitte.” ist irgendwie kontraproduktiv was die männliche Seite der Bevölkerung angeht.

Ich sehe schon die Anne Wizorek vor mir wie sie die Abschaffung des Männerwahlrechts fordert, mit einem Statement wie: “Was ist denn diese Demokratie wert, wenn in solchen Wahlen immer wieder patriarchalische Machtstrukturen drankommen?”

Nur zur Erinnerung wie irrsinnig der “3rd generation feminism” gerade durchdreht: Die Wizorek hatte in einem Interview mit der FR indirekt die Einschränkung der Meinungsfreiheit von Feminismuskritikern gefordert. Das Zitat was von der FR irgendwann wieder vom Server entfernt wurde: “Was ist denn diese Meinungsfreiheit wert, wenn in solche Kommentaren gegen Menschen gehetzt wird, die sich daraufhin gar nicht mehr trauen, sich zu äußern” (wobei einfach nur Widerspruch für Frau Wizorek und Co. bereits “Hetze” darstellt)


der eine Andreas
14.11.2014 11:39
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halb o.T. (wegen Verbannung):
EU: Junker setzt Chief Scientific Adviser ( Anne Glover) ab und läßt sich “from a variety of independent, multidisciplinary sources with a focus on the public interest” – sprich Lobbygruppen – beraten.
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/greenpeace_siegt_juncker_kuscht

Die deutsche Qualitätspresse schweigt dazu – natürlich 🙂


Dirk S.
14.11.2014 12:01
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@ index

> laura croft, die wohl zu spärlich bekleidet war.

Äh, ich hab von dem Spiel nur Bilder gesehen, aber wenn ich mich recht entsinne, was das Anfang der 90er, als das Spiel rauskam und da sind die meisten Frauen so rumgelaufen (wenn das Wetter mitgemacht hat). Das war damals normale Kleidung, hat meine Frau auch getragen und konnte das damals auch tragen. 🙂 🙂
Mal um die Wahrnehmung zurecht zurücken, auch wenn das bei Femis sinnlos ist.

Sinnerfüllte Grüße,

Euer Dirk


index
14.11.2014 13:40
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@dirk

ja genau, tombraider. was die femis auch nicht wissen, das game war bei mädchen seeehr beliebt, weil frau mit knarre und so 😀

noch was zum time voting: das war eigentlich das 1.mal, das sich gamer u. hacker mal zusammengeschlossen haben. wir sind da auf kriegsfuss (wer hat den schnelleren pc) überhaupt schliessen sich in letzter zeit leute gegen femis zusammen, die vorher nie was miteinander zu tun hatten.


ferabq
14.11.2014 22:45
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@.Missingno:
a) Die Jury ist nicht quotenmäßig besetzt, zu viel Weibsvolk. Wäre wenn es andersrum wäre, gleich wieder ein Garant für ein xyz-Gate.

b) Da läuft gerade ein recht guter Medienstunt ab:
Hayvan (2. Platz nach fappieren) ist so ein anatolisches Wort, das sowas wie Tunte oder Schwuchtel bedeutet. Nun gibt es da natürlich bei der Gutmenschentruppe ein kleines Problem: fappieren will man vermutlich nicht so wirklich haben, weil seksuell und männlich, außerdem ist ja ein Ausländerwort ebenfalls im Rennen (gehören zur Gruppe der Bevorzugten in DE). Nun haben die Leute hinter dem Push auf fappieren die Queer-Community getriggert, die nun ihrerseits gegen Hayvan in die Medienschlacht zieht. Die anderen Begriffe laufen aber im Internet-Poll unter Fernen liefen – das drittplatzierte Wort hatte 3% oder so, sind also keine ernstzunehmende Alternative. Einen Tod werden die armen Tussen und die Kevins in der Jury also sterben müssen: Entweder die anatolischen Schätzchen und das Gendervolk anpissen wenn sie fappieren nehmen, oder die Queers wenn es hayvan wird. Mal schauen wer hier mehr mediale Macht zusammenbekommt.

Man sollte sowas nicht unterschätzen. Das Jugendwort des Jahres bekommt jedes Jahr ne Menge mediale Aufmerksamkeit.


Thomas M.
15.11.2014 11:19
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Für Feminismus braucht es eigentlich ja auch kein eigenes Wort. Man mische einfach zu ungefähr gleichen Teilen lesbisch-sexistischen Männerhass mit Faschismus, materialistischer Raffgier und Geisteskrankheit, schon hat man den heutigen Feminismus.


Beipflichter
15.11.2014 13:05
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@Th. M.

Meine persönliche Rezeptur sieht ganz ähnlich aus. Allerdings firmiert bei meiner der Größsenwahn als eine der wichtigesten Ingredienzien.


yasar
15.11.2014 16:31
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@ferabq:

“hayvan” heißt schlcih tun und einfach Tier. man kann es natürlich zur Beschimpfung vwerwenden wie etwa in “Du Tier!” oder als ganz normales Wort wie in “Die Sau ist ein Tier.” 🙂

Das es als Bezeichnung für Schuchteln und Tunten benutzt würde, wäre mir nicht bekannt.


Hadmut
15.11.2014 16:42
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@Yasar:

Das ist manchmal überraschend, wie manche Leute Worte gebrauchen und die dann einen ganz anderen Sinn bekommen. Was mich an einen meiner frühen Blog-Artikel erinnert.


MachoMan
15.11.2014 18:29
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Weder habe ich “Fappieren” noch “hayvan” jemals aus dem Mund eines Jugendlichen gehört. Wenn man 2014 eines immer und immer wieder bei den Teenies gehört hat, dann ja wohl

“Läuft bei mir….”

oder einfach nur

“Läuft….”.


MachoMan
15.11.2014 18:49
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Mich wundert, dass “Hässlon” nicht auf der Liste der Jugendwörter-Auswahl stand. Wenn man dieses Jahr ein Wort bei den Kiddies andauernd gehört hat, dann ja wohl HÄSSLON. “Eeeeeh, die Alte isch voll der Hässlon, eeeeh.”, etc. 2013 habe ich das Wort noch nicht gekannt.

“Hässlon” hätte den ersten Platz verdient, geniale Wortschöpfung.


Stefan
16.11.2014 13:16
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Was mich wundert ist, dass “fappieren” ausschließlich männliche Selbstbefriedigung sein soll. Das Original “to fap” hat diese Einschränkung jedenfalls nicht.


Joe
17.11.2014 18:59
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“Läuft….”.

Stromberg?


Heinz
17.11.2014 19:00
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Als Vater von Teenager-Kindern mehrerer Geschlechter möchte ich zu den Jugendwörtern ergänzen: die verwenden Worte, die zu meiner Jugend im Ausklingen waren: “krass” und “dufte”, “geil”, “voll der Hammer”. Kann vielleicht daran liegen, daß wir aus dem Osten stammen. Leider gehören wir keiner bildungsbürgerlichen Oberschicht an – daran liegt die harmlose Wortauswahl nicht.

Von der betroffenen Menschenzahl her ist meiner Erfahrung leider nicht maßgeblich.


Joe
17.11.2014 19:15
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Stromberg

Nachtrag, wer’s nicht kennt:
http://youtu.be/ycwvtKdxhEw?t=1m30s


MachoMan
18.11.2014 13:23
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@ JOE

“Läuft…”

Neee, glaub ich nicht, dass das ursprünglich von Stromberg kommt. Ich kenne alle Folgen und kann mich nicht erinnern, dass “Läuft….” jemals darin vor kam. Typischer Stromberg-Sprech ist eher sowas wie “Ganz großes Kino”. Und die “Läuft bei mir…”-Altersklasse ist zu jung für Stromberg.


techniknoergler
23.11.2014 1:54
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@Danisch:”Während bei uns das „Unwort des Jahres“ gewählt und deshalb dann künftig häufiger benutzt wird, geht es in den USA darum, Wörter mindestens so sehr aus dem Sprachgebrauch zu verbannen wie nackte Brüste aus dem öffentlichen Sichtfeld. Sie richten Worte hin. Kommen dann auf die Piepton-Liste.”

Äh, wo steht, dass die gewählten Wörter auf eine Piep-Ton-Liste kommen sollen? Ich habe das eher als einen Wettbewerb, der Diskussionen Fördern sollte, wahrgenommen (ganz ähnlich dem deutschen “Unwort des Jahres”, nur statt eine “Expertenjury” eine offene Abstimmung, also weniger elitär).

Im übrigen ist die Times ja gar nicht amerikanisch, sondern britisch.

Verstehe daher gerade auch die Stichelei gegen die USA nicht. Wobei es ja auch eher für die Leser spricht, wer auch immer die Leser sind, wenn sie hier “feminist” wählen.