Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Heuchelei und toleranter Kulturrelativismus

Hadmut
12.9.2014 11:05

Ich bin momentan gerade etwas mit anderen Dingen beschäftigt, deswegen blogge ich für ein paar Tage etwas knapper. Ich möchte aber auf zwei Zeitungsartikel hinweisen, die mir diese Woche aufgefallen sind und die einen kritischen Blick darauf werfen, was für eine Heuchel-Gesellschaft wir geworden sind.

Da ist einmal ein Artikel in der ZEIT: Die große Heuchelei. Was man gleich wieder doppelbödig sehen muss, denn einerseits hat der Artikel in vielem Recht, andererseits fehlt es an Selbsterkenntnis, denn ausgerechnet die ZEIT selbst ist ja eines der größten Heuchel-Blätter unserer Zeit. Die sollten mal vor ihrer eigenen Haustür zuerst kehren. Aber naja. Momentan gehört die ZEIT zu den wenigen Blättern, die ihre Leserzahl sogar noch etwas erhöhen konnten – anscheinend mit eben diesem Bedienen der Leser-Erwartungen. Wenn Rechte sowas tun, nennt man es „Populismus”. Wenn Linke sowas tun, nennt man es „Intellektuell” oder „Gerecht” oder sowas. Naja.

Der interessante Aspekt darin ist, wie Prüderie und Political Correctness darin beschrieben werden. Man gibt nicht nur eine moralische Norm vor, sondern lügt sich dazu, dass die Realität weitgehend mit dieser Norm übereinstimme, um jeden, der von der Norm abweicht, als Außenseiter hinzustellen. Entweder nimmt man die Realität gar nicht mehr wahr, oder nimmt sich einzelne Beispiele her und stellt sie als Abweichung hin.

Bekanntlich markiert die Französische Revolution auch sittengeschichtlich einen scharfen Bruch. Waren freie Liebe und Spott auf die Religion zuvor offene Praxis der Oberschicht, geradezu ein Merkmal von Eleganz, wurden nach Napoleon strikte Ehemoral und Katholizismus die Norm. Sogar die Bücher des Rokoko zu kennen galt als lasterhaft; am tugendhaftesten war es für Frauen, gar nicht zu lesen. Man muss jedoch nur die Romane von Stendhal oder Balzac aufschlagen, um zu sehen, dass dem Normenwechsel keine Verhaltensänderung entsprach; jeder Ehemann hatte seine Mätresse, jede verheiratete Frau ihre Liebhaber, gerne auch Freunde des Ehemannes, oft auch mit dessen Zustimmung. Das waren keine Geheimnisse; sie durften aber auch nicht beredet werden. Für das Salongespräch galt, wie Stendhal in seinem Roman Lucien Leuwen notierte, dass nur Dinge gesagt werden durften, von denen alle wussten, dass sie nicht stimmten. Die Lüge war das Merkmal einer eleganten Konversation nach 1815.

Die Parallele zu heute ist unübersehbar:

Wenn man indes den Blick etwas weitet und das engere Feld der Sexualmoral verlässt, entdeckt man die Mutter der Heuchelei, eine weltfremde Prüderie, in vielen Bereichen. Prüde, das heißt streng sprachlich reguliert, ist die Rede über Krieg und Gewalt, über Klassenunterschiede, Begabungsdifferenzen, geschlechtliche Identitäten, ganz allgemein über die Macht von Herkunft und Schicksal. Jeder dieser Punkte darf nur im Zusammenhang einer bestimmten Formel erwähnt werden – Gewalt nur als Bestandteil der Formel “ist keine Lösung”, Herkunft nur als etwas, “das keine Rolle spielen darf”, Geschlecht nur mit dem Attribut “gleichwertig”, und so weiter und so fort. […]

Das Problematische daran ist nicht die Moral, die dabei hochgehalten wird – dass Kriege verdammenswert und Klassenunterschiede ungerecht seien, dass Begabungsdifferenzen ausgeglichen werden sollten, Geschlechtsidentitäten keine Diskriminierung nach sich ziehen dürften. Problematisch ist die systematische Ausblendung unserer Realität, die fast nirgends der beschworenen Moral entspricht. Es ist nämlich ein Charakteristikum der Political Correctness (um den etwas abgegriffenen, aber einschlägigen Ausdruck zu benutzen), dass sie den Abgrund zwischen Norm und Praxis nicht benannt wissen möchte. Es genügt ihr nicht, für den idealen Zustand zu werben; sie möchte die Wirklichkeit so beschrieben haben, als sei in ihr das Ideal schon wirksam.
[…]

Das ist die Nemesis der Heuchelei, dass sie in Wahrheit die Waffen vor den Verhältnissen streckt und so tut, als habe das Tugendideal schon gewonnen. Man kann es überall in den Internetdebatten, aber auch im Umgang mit Literatur beobachten. Wer immer versucht, die Welt zu beschreiben, wie sie ist, einschließlich uneinholbarer Klassenprivilegien oder notorischer Formen sexueller Ausbeutung, bekommt eins auf die Finger. Überall wird der Bote für die Botschaft bestraft.

Und als Ursache wird analysiert:

Was ist der tiefere Grund für die heuchlerische Unterstellung tugendhafter Verhältnisse? Der Grund ist: Alles andere verstieße gegen die Gleichheit. Gleichheit […] ist tatsächlich das heilige Ideal der Gegenwart. Schicksal dagegen, Herkunft, Geschlecht sind die Produzenten von Ungleichheit, ihnen Wirksamkeit zuzugestehen, hieße für viele Zeitgenossen, vor den schlechten Verhältnissen zu kapitulieren. Darum wird Gleichheit nicht als etwas behandelt, dass in Kämpfen mühsam errungen werden muss – denn damit würde ja die aktuell bestehende Ungleichheit eingestanden. Die Heuchelei besteht darin, Gleichheit als etwas schon Eingetretenes zu behandeln oder als etwas mit einem simplen linguistischen Trick jederzeit Herstellbares – eine Frage der Gutwilligkeit letztlich und keine Machtfrage.[…]

Da ist was dran. Wobei »Gleichheit« hier eine austauschbare Vokabel ist, je nach aktueller Mode.

Einen anderen Artikel, der mich interessierte, habe ich in der WELT gefunden (allerdings nur als Übersetzung aus dem Englischen, also auch nicht auf deren Mist gewachsen): „Die Mörder des IS nehmen Mohammed eben wörtlich”.

Vordergründig geht es darin um den Islam. Man sollte den Artikel aber nicht vorder-, sondern hintergründig lesen, denn hintergründig geht es um unseren Umgang mit dem Islam. Und damit ist es ein Artikel über uns – und ebenfalls über Heuchelei.

Wobei ich ja durchaus noch damit beschäftigt bin, Parallelen und Gegensätze der Political Correctness und der Presse im Umgang mit den beiden Ideologien Islam und Gender zu betrachten. Seltsam fand ich etwa die schnelle und ablehnende Reaktion der Presse und der Politik auf die „Sharia Police”, auf fünf Deppen, die mit bedruckten Warnwesten nachts herumlaufen und Leute in die Moschee einladen. Da regt man sich fürchterlich auf, sowas geht gar nicht. Machen die Gender-Spinner aber das gleiche, nur in viel größeren Maßstab, nämlich durch die vielen Gender-Büros und Sprachwächter, schicken da also eine „Political Police” herum, nur eben nicht mit 5, sondern eher mit 5.000 oder vielleicht 50.000 Spinnerinnen, dann finden das alle normal und vernünftig.

Erstaunt hat mich dabei nicht nur diese extreme Doppelmoral der Presse – sondern auch deren Unkenntnis vom Islam. Ich habe mal in Dubai vor einer Moschee fotografiert. Eigentlich fand ich nur das Motiv, dass da hunderte von ausgetretenen Schuhen paarweise herumstanden, interessant. Ich wurde aber gleich – freundlich – angesprochen, eingeladen, dann kam auch gleich noch der Imam (oder wie immer der Prediger dort heißt) heraus und startete gleich eine Diskussion mit mir „Ungläubigem”, umringt von ca. 20-30 Leuten, dem Aussehen nach sehr fundamentalistische Muslime. Sie haben mir dabei viele Fragen beantwortet, viel erklärt, mich sogar innen in die Moschee eingeladen (was eigentlich verboten ist, weil in Dubai nur eine einzige Moschee von Nicht-Muslimen betreten werden darf), und letztlich wurden daraus Einladungen und Gespräche bis kurz nach ein Uhr nachts. Lange, intensiv, freundlich, mit Einladungen, Besichtungen, Getränken usw. haben sie versucht, mich zum Islam zu bekehren, mir Videos gezeigt, Dinge erklärt, wie toll und wunderbar der Islam doch sei. Ich möge doch auch Muslim werden. Drei, vier, fünf Stunden lang habe ich mir das angehört. Und dann aber intensiv zurückgefragt, warum das für die so wichtig ist, warum sie so viel Aufwand treiben. Denn das leuchtete mir nicht ein. Denn wenn es am Ende und nach dem Tode darum geht, dass die Besten von Allah ins Paradies eingeladen werden, wäre es doch kontraproduktiv, sich selbst Konkurrenz zu verschaffen und damit die Maßstäbe strenger zu machen. Die Konsequenz daraus müsse doch sein, die Welt möglichst schlecht und ungläubig zu lassen und nur eine kleine Elite zu bilden, um sich die Chancen auf das Paradies zu verbessern. Würde man das, was die mir alle über den Islam erzählt hatten, konsequent fortsetzen, dann müsse doch die Konsequenz daraus sein, das Wissen für sich und geheim zu halten, und nicht, mich dazu einzuladen. Denn jeder zusätzliche Gläubige verschlechtere doch deren Chancen auf den Eintritt in das Paradies.

(Ich musste dabei an ein Gespräch denken, das ich vor Jahren mal mit Zeugen Jehowas geführt habe, die mich bekehren wollten. Die sagten mir nämlich, dass Gott sie beauftragt habe, eine neue Arche zu bauen, weil die Welt schon wieder einmal untergehen und wir – fast – alle sterben würden. Sie hätten gerade ein Arche mit irgendwas um die 5.000 Sitzplätzen in Arbeit, und nur die Frömmsten hätten eine Chance auf einen Platz und Überleben. Demnächst ging’s los. Hat sich wohl ähnlich relativiert wie die Fertigstellung des Berliner Flughafens, denn das Gespräch ist über 20 Jahre her. Jedenfalls konnten sie mir die Frage nicht beantworten, wie ich denn überhaupt noch an so einen Sitzplatz kommen könnte, wenn es doch viel mehr als 5.000 Zeugen Jehovas gäbe und die da das Vorkaufsrecht hätten. Und warum ich überhaupt noch fromm werden sollte, wenn ich doch eh keinen Sitzplatz mehr bekomme und unweigerlich ersaufen und in die Hölle müsse. Wussten sie auch nicht, sie haben dann bei mir aufgegeben. Seither ist das eine meiner Standard-Fragen an Religiöse, die mich bekehren wollen.)

Irgendwann haben sie dann damit herausgerückt, warum sie das machen: Sie bekommen Punkte auf ihrem Frömmigkeits-Konto. Wie Versicherungsvertreter Provisionen bekommen. Mit jedem, den sie zum Islam bekehren, bekommen sie Pluspunkte auf dem Konto, dessen Endstand nachher für die Auswahl ins Paradies maßgeblich ist. Und eigentlich waren sie an mir als Person auch gar nicht interessiert (was sich später auch daran zeigte, als sie immer stärker drängten und ich irgendwann nochmal unmissverständlich klarstellte, dass ich keinesfalls religiös werden würde, und sie mich dann von einer Sekunde auf die andere plötzlich rauswarfen), sondern sahen mich – wie sie auf Nachfragen sogar angaben – als eine Art billig zu habende Beute an. Wenige Stunden Investition, ein paar Getränke, bisschen Video zeigen – und schon einen bekehrt und Pluspunkte auf dem eigenen Konto.

Ich hätte eigentlich erwartet, dass man in der ganzen Aufregung um die „Sharia Police” auf den religiösen Hintergrund käme, nämlich puren religiösen Eigennutz. Denen geht es nicht um Sharia und das Heil anderer, sondern die sind dahinter her, ihren „Kontostand” zu verbessern und Beute zu machen, indem sie Leute bekehren oder nachlässige Muslime auf den Pfad der Tugend zurückführen. Man muss diese religiösen Einladungen von aller Romantik und von allem Gutmenschentum entkleiden und sie als das sehen, was sie sind: Provisionsjagden, so ehrlich und gut wie der Versuch des Versicherungsvertreters, einem irgendeine Versicherung anzudrehen, weil er die Provision haben will.

Komischerweise wird das in der Presse nie erwähnt.

Warum eigentlich nicht?

Die Antwort findet sich im Artikel:

Das ist die Ironie bei den Grenzen der Toleranz: Wir sind nicht tolerant gegenüber jenen, die die grundlegenden Ideen des Islam analysieren und kritisieren wollen. Wer sagt, dass der Islam um einen brillanten, aber bizarren Charakter herum entstand, der jeden töten wollte, der nicht seiner Meinung war, der wird von der großen Mehrheit der Kommentatoren und Politiker zum Schweigen gebracht.

Wieder dieselbe Heuchelei, die auch schon oben beschrieben wurde: Zugunsten des moralischen Ideals wird die Realität ausgeblendet.

Wer möchte schon über das Wesen des Heiligsten einer religiösen Zivilisation reden? Davor rennen wir doch alle davon. Und das zu Recht. Es erinnert uns an Xenophobie und kulturellen Imperialismus, an das Böse, das das vergangene Jahrhundert in Blut getränkt hat. Wir möchten uns einfach nicht von der verführerischen Idee verabschieden, dass toleranter Kulturrelativismus keine Grenzen kennt.

Wieder dieses Gleichheitsideal, das oben schon als Wurzel des Übels angesprochen wurde?

Ich habe neulich schon beschrieben, wie die Welt bipartit in Gut und Böse eingeteilt wird, um so einen pseudomoralische Sichtweise aufrecht erhalten zu können und offensichtliche Widersprüche scheinbar aufzuheben. Gewalt ist schlecht, Islam ist gut, passt aber nicht zusammen, weil Islam gewalttätig. Also wird künstlich eine Aufteilung in guten „Islam” und bösen „Islamismus” vorgenommen, als sei das eine das Gegenteil des anderen. Weil doch die Mehrzahl der Muslime friedlich und freundlich… wie man es tausendfach liest. Was für ein Glück für die Presse, dass es für „böse Muslime” inzwischen neue Wörter gibt, mit denen man das wieder schön trennen kann: »Salafisten«. Herrlich. Damit lässt sich wieder eine einfache, bipartite Moral aufbauen, noch dazu leicht schreiben. Muslime gut, lieb, friedlich, Salafisten schlecht, böse, gewalttätig. Viel besser als „Islamist”, weil in „Salafist” das Wort „Islam” nicht vorkommt.

Die amerikanische Waffenlobby argumentiert genauso: Wenn da jedes Jahr ein paar Tausend Leute erschossen werden, läge das ja auch nicht an der Waffe, sondern nur weil halt ein paar Deppen dazwischen sind. Richtige Amerikaner seien aber sowas von wesensgut und Waffen so förderlich für ein friedliches Beisammensein… Realitätsverleugnung zugunsten einer Moral. Wieder das gleiche Prinzip.

Im Artikel wird nun aber die Frage aufgeworfen (nicht unähnlich der Frage nach der Geschlechtsrealität), ob die Moral hier nicht falsch läge, und ob nicht eigentlich der gewalttätige Islam der richtige, echte, ursprüngliche Islam im Sinne Mohammeds sei. Ob hier nicht eine Diskrepanz zwischen Moralisierung und Realität vorläge.

Für mich ergeben sich daraus zwei interessante Abläufe, die ich beobachten möchte, und die sich eigentlich sehr ähnlich sind: Wie wird sich die Diskrepanz zwischen Political Correctness Moral und Realität entwickeln?

Denn in beiden Fällen lässt sich die Realität immer weniger von der politisch vorgegebenen Sichtweise verdrängen. Die Spannungen werden immer größer, die Fassade bröckelt immer stärker.

Ich wage mal für beide Ideologien dieselbe Prognose:

Es wird zum Bruch kommen.

Ein großer Teil der jeweiligen Anhänger wird zunehmend zweifeln, die Lust verlieren, vom „Glauben” abfallen, weil sie sich irgendwie auch belogen fühlen werden.

Ein harter Kern wird sich dagegen immer fundamentalistischer und aggressiver aufstellen und immer stärker kämpfen.

Es wird unweigerlich zu erheblichen Spannungen führen – und zwar nicht nur in der Außenwelt, sondern auch intern zwischen Fundamentalisten und Zweiflern. Und damit zu Spaltungen.

Lange Zeit stieg diese Moralisierung und Political Correctness stark und monoton an. Ich glaube, das wird sie nicht mehr lange so tun. Es wird versucht, die Probleme zu kompensieren, indem man das intensiviert, und das wird dann irgendwann in naher Zukunft platzen.

36 Kommentare (RSS-Feed)

Herbert
12.9.2014 11:33
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Perfider Weise wird ja auch behauptet das “moralische Ideal” an sich sei gut, es mangele nur an der richtigen Ausführung, wie beim Kommunismus.

Aber gerade dieses “moralische” Ideal der Gleichheit ist nicht gut, es ist falsch und böse.


Hadmut
12.9.2014 13:32
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> Aber gerade dieses “moralische” Ideal der Gleichheit ist nicht gut, es ist falsch und böse.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob »böse« da wirklich die richtige Beschreibung ist.

Ich neige eher zu falsch, unglaublich dumm, egoistisch, funktioniert nicht und richtet enormen Schaden an. Es für böse zu halten würde ja bereits eine gewisse Strategie und damit ein gewisses intellektuelles Niveau unterstellen, das ich da bisher nicht so sehe.


DarkynanMP
12.9.2014 13:26
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Ist das moralische “Ideal der Gleichheit” falsch und böse oder nur seine Anwendung als starre Leidplanke oder taugt es nicht, wie fast jedes Ideal gut als Kompaß oder Kriterium?
Etwas Rhetorik soll hier sein, weil ich von meiner Haltung zu dieser Frage sehr überzeugt bin.
Ideale sind nur Ideale. …aber eben auch nicht weniger als das.

Und wieder ein schöner Artikel von @hadmut !


Claussen
12.9.2014 13:52
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Mich macht es manchmal sehr misstrauisch, wenn da so ein Artikel wie der in der Welt veröffentlicht wird.

Es ist ja wirklich wunderbar, wenn Jemand mit wirklichen, echten Kenntnissen Hintergründe und Zusammenhänge z.B. zum “Islamismus” oder auch generell zu Islam oder anderen Religionen erläutert.

Aber macht dieser Artikel das?

Allzu oft habe ich bei solchen Artikeln in letzter Zeit das Problem, dass ich beim Lesen dann plötzlich stutze, weil ich merke, da stimmt etwas nicht in der Erklärung. Das merke ich dann einmal, dann noch einmal, dann noch einmal, oder es kommt gleich ausgerechnet bei den wichtigsten Aussagen des Beitrags zu schweren Fehlern, die die gesamte Intention des Artikels auf den Kopf stellen, wenn man sie richtig stellen würde.

Genau das fiel mir hier bei Deiner Schilderung des “Welt”-Beitrags auf: Für den gläubigen Moslem sind nämlich die “Heiden” die Ungläubigen, nicht die Christen und Juden.

Christen und Juden nehmen eine besondere Stellung ein. Sie gelten als Angehörige einer “Religion mit Buch”. Sie dürfen von Moslems z.B. nicht aus religiösen Gründen getötet werden, im Gegensatz zu den Heiden. Sie dürfen nicht, im Gegensatz zu den “Heiden”, mit Gewalt zum Islam bekehrt werden.

Interessanterweise wird das in unseren Qualitätsmedien in letzter Zeit mehr und mehr ignoriert. Es wird der gegenteilige Eindruck erweckt, nämlich der, dass der Islam Christen, gemeint sind damit wir, als Todfeinde ansähe. Das mag bei irgendwelchen Chaoten so sein, bei den gläubigen Moslems ist es definitiv nicht der Fall.

Warum erwecken unsere Medien dann zunehmend diesen Eindruck?

Kurz gesagt, stellt sich mir die Frage: Soll der Islam dem Normalbürger mehr und mehr als Bedrohung verkauft werden, um das Bild einer höchst gefährlichen Welt zu vermitteln?

Einer Welt, die sich den Luxus von Bürgerrechten, Datenschutz, Vertraulichkeit leider, leider nur sehr eingeschränkt leisten kann?

Einer Welt, die eine starke, gut ausgerüstete Armee und Polizei leider, leider ganz dringend braucht?

Einer Welt, die leider, leider sehr viel Geld für Geheimdienste und Militäreinsätze ohne lästige Parlamentskontrolle ausgeben muß?

Es dürfte sich lohnen, auch diesen Aspekt zu bedenken.


Knut
12.9.2014 14:01
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Man darf das Ideal der Gleichheit nicht so verbissen sehen.
Es geht vielfach zunächst um Chancengleichheit.

Früher war oft schon der Berufszugang reglementiert. Der Sohn des Schmiedes konnte und sollte Schmied werden, dem Sohn des Knechtes verboten. Das setzte sich so in der Verwaltung fort, wo der Sohn des Position X natürlich diese Position für sich reklamieren konnte.

Diese Schranken hat man zu Recht niedergerissen. Das man dann heute versucht Jedem Alles zu ermöglichen, ist allerdings übertrieben. Gewisse Eintrittsbarrieren finde ich nicht gerechtfertigt, aber die Schwelle müssen die Leute schon selbst überschreiten.

Natürlich verbleiben finanzielle Barrieren, wenn man z.B. für die Lufthansaausbildung mehrere 10000 Euro leihen muss. Das kann für ein Arbeiterkind schon zuviel sein, weil ihm niemand den Kredit gibt. Auch wenn der das Sportass mit Einserabitur ist. Da hat dann die Tochter aus höherem Hause einfach die besseren Chancen, weil dem Papi 50000 Euro zwar weh tun, er sie aber verkraftet, auch wenn es dann nicht zur Anstellung kommt. Wenn alles klappt kann man dann leicht jubilieren.

Wenn man gewisse Biografien ansieht, ist der Erfolg oftmals getragen vom Sicherheitsnetz der Umgebung. Das ist ok, man sollte nur nicht behaupten, es wären die eigenen, überragenden Fähigkeiten gewesen. Wenn man als gerade Ausstudierter einen Firmenkredit über mehrere hunderttausend erhält, weil der Onkel gut vermittelt hat, sind das Chancen, die andere nicht bekommen. Man muss diese natürlich auch nutzen, keine Frage, aber bei den meisten wäre nur ein kleinerer persönlicher Kredit möglich gewesen, der im Falle des Scheiterns an einem hängen bleiben würde.


Hadmut
12.9.2014 14:35
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> Man darf das Ideal der Gleichheit nicht so verbissen sehen.
> Es geht vielfach zunächst um Chancengleichheit.

Alle reden von Chancengleichheit, aber keiner sagt, was er damit meint. Worthülsengewerfe, Schönschwätzerei.

Sicherlich sollten die Chancen nicht von Umständen abhängen, die außerhalb der Person und Verantwortung des einzelnen liegen.

Aber sollten auch der, der sich Mühe gibt und sich jahrelang mit etwas beschäftigt, und der, der keinen Finger krumm macht, „Chancengleichheit” bekommen?

Oder hatten sie die bereits und einer hat sie genutzt, der andere nicht?

Chancen sind nämlich nicht Ergebnisse. Chancen muss man nutzen, sie rennen einem nicht von selbst hinterher.


Henriquatre
12.9.2014 14:13
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Ich finde den Begriff der „Moral“ in diesem Zusammenhang problematisch. Warum nicht das Kind beim Namen nennen und die PC als das bezeichnen, was sie ist: eine Ideologie, die, wie Ideologien das eben so an sich haben, natürlich auch jede Menge Eiferer, Extremisten, Jakobiner und Inquisitoren gebiert.


Hadmut
12.9.2014 14:36
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> Warum nicht das Kind beim Namen nennen und die PC als das bezeichnen, was sie ist: eine Ideologie

Weil die PC nicht die Ideologie ist, sondern ein Mittel, dessen man sich zur Durchsetzung der Ideologie bedient.


Joe
12.9.2014 15:08
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Die zugrundeliegende Ideologie begründet sich auf die Frankfurter Schule und ihre Ablehnung der objektiven Wahrheit. Bei Modebegriffen wie “Chancengleichheit” geht es dann um Tarnung, Täuschung, Verschleierung der Agenda, wie bei allen Sekten und Ideologen.


Günter Buchholz
12.9.2014 15:10
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“Gleichheit meint in logischer Hinsicht immer die Gleichheit des Verschiedenen, denn sonst würde es sich um Identität handeln. Nur was verschieden ist, kann gleich sein. Gleichheit meint weder Identität noch enthält sie den Impuls, Ungleiches gleich machen zu wollen, sondern sie betont die Gleichwertigkeit der Verschiedenen, ohne die Unterschiede biologischer oder kultureller Art zu verleugnen. Die Verleugnung biologischer Unterschiede zwischen Männern und Frauen durch ein kulturalistisches Rollenkonzept ist demgegenüber für Teile der zweiten Frauenbewegung ab 1968 konstitutiv, ­z. B. in den Gender Studies.”

https://www.freitag.de/autoren/guenterbuchholz/von-der-frauenemanzipation-zur-frauenprivilegierung


wahrheitsliebender
12.9.2014 15:45
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Das das heuchlerische Lügengebäude der PC nicht auf Dauer aufrecht erhalten werden kann, ist so offensichtlich wie Kloßbrühe.

Die Frage ist nur, ob der Bürgerkrieg / Zusammenbruch der Zivilisation vermieden werden kann, wenn dies geschieht.

Die RAF hat es geschafft mit ein paar Hanseln die ganze Republik auf den Kopf zu stellen. Durch die unkontrollierte muslimische Masseneinwanderung, ohne Bekehrung dieser Menschen zu unseren Werten, haben wir jedoch abertausende von potentiellen Terroristen in jedem westlichen Land, mit einem Unterstützerumfeld das in die Millionen geht. Wenn diese Leute dereinst Ernst machen, dann bedeutet das nichts anderes als das Chaos des Libanon und Bagdads mitten in Deutschland/Westeuropa!

Dabei wurde das Wesen des Islam von den Eliten des Abendlandes/Aufklärung bereits in den zurückliegenden Jahrhunderten ausführlich analysiert und durch die Bank vernichtend kritisiert. Niemand in Westeuropa kann sich also bei dem Wahnsinnsprojekt der Multikulturellen-Gesellschaft / der ungehemmten muslimischen Masseneinwanderung und der daraus resultierenden Folgen auf Unwissenheit berufen. In der Rückschau kann und wird dieses Projekt wohl als eines der größten Verbrechen/Dummheit der Menschheitsgeschichte in die Geschichtsbücher eingehen.

Auch in den USA fordern Islamaufklärer wie die engagierte Brigitte Gabriel aus dem Libanon daher nichts anderes als die PC endlich in die Tonne zu treten – hier eine ihrer tollen Reden:

http://www.youtube.com/watch?v=PFO1AtjoUoo


Martin
12.9.2014 15:51
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Einen Teil habe ich in dem Zitat aus der Zeit nicht verstanden:
“Das Problematische daran ist nicht die Moral, die dabei hochgehalten wird – dass Kriege verdammenswert und Klassenunterschiede ungerecht seien, dass Begabungsdifferenzen ausgeglichen werden sollten, Geschlechtsidentitäten keine Diskriminierung nach sich ziehen dürften. Problematisch ist die systematische Ausblendung unserer Realität, die fast nirgends der beschworenen Moral entspricht. Es ist nämlich ein Charakteristikum der Political Correctness (um den etwas abgegriffenen, aber einschlägigen Ausdruck zu benutzen), dass sie den Abgrund zwischen Norm und Praxis nicht benannt wissen möchte. Es genügt ihr nicht, für den idealen Zustand zu werben; sie möchte die Wirklichkeit so beschrieben haben, als sei in ihr das Ideal schon wirksam.
[…]”

Aber ist es nicht eher so, daß es diese Heuchelei ja praktisch bei den angesprochenen Sachen, wie Klassenunterschieden, Geschlechtsidentitäten etc. gar nicht gibt? Sondern das darum vielmehr grade umgedreht geheuchelt wird, in dem nämlich so getan (und gelogen) wird, als seien evtl. sogar noch vorhandene Mißstände viel größer, als sie es tatsächlich sind? Also z.B. als ob Frauen nur die Hälfte Lohn für die gleiche Arbeit bekämen etc. ?

Das ist die Nemesis der Heuchelei, dass sie in Wahrheit die Waffen vor den Verhältnissen streckt und so tut, als habe das Tugendideal schon gewonnen. Man kann es überall in den Internetdebatten, aber auch im Umgang mit Literatur beobachten. Wer immer versucht, die Welt zu beschreiben, wie sie ist, einschließlich uneinholbarer Klassenprivilegien oder notorischer Formen sexueller Ausbeutung, bekommt eins auf die Finger. Überall wird der Bote für die Botschaft bestraft.


EinInformatiker
12.9.2014 16:00
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(mit Artikel oder Autor beziehe ich mich im folgenden auf den Zeit-Artikel)

Der Artikel legt einen perfiden Hinterhalt. Political Correctness ist nicht dazu da, den zum Schweigen zu bringen der die “Ungerechtigkeit der Welt” thematisiert; sondern denjenigen zu diffamieren der die Ursachen (!!) für Ungleichheit (und z. B. im Falle des Islam für Gewalt) benennt Also denjenigen zu diffamieren der die Verhältnisse nicht einem sozialen Konstrukt einer angeblich möglichen Realität angleichen will (die Realität also einer Ideologie anpassen will); sonder auf Basis der Realität Politik betreiben will.

Prinzipiell korrekt ist lediglich, dass das Konstrukt der Gleichheit die Politik und die Öffentlichkeit zwingt, sich diesem Ideal gemäß politisch korrekt zu gebärden. Frappantes Beispiel dafür war die Äußerung von Sigmar Gabriel, dass die Sarrazinschen Thesen den Werten der Sozialdemokratie widersprächen. Als ob man die Realität zwingen könnte gemäß den Wertvorstellungen der Sozialdemokratie konstruiert zu sein.

Aber gerade der Autor des Artikels will die Welt nicht beschreiben wie sie ist, um zu zeigen warum sie (ausgerechnet) wegen der Political Correctness nicht werden kann wie die Political Correctness sie konstruiert. Nein er erwähnt keinerlei (weitgehend unveränderbare) natürliche Ursachen dafür, warum die Welt ist wie sie ist. Begabungs- und Verhaltensunterschiede sind nun mal erebt oder angeboren. NIcht zu überwindende Unterschiede sind ganz allgemein Kennzeichen der Realität. Der Autor meint dagegen man könne (und müsse) Gleichheit (das sozial konstruierte ideologische Idol) “in mühsamen Kämpfen erreichen”.

Die Perfidie liegt nun insbesondere darin, dass er nicht etwa meint, dass die PC dazu dient, diejenigen zu diffamieren, die reklamieren, dass Gleichheit (bzw. eine Welt) im Sinne des Idols der PC nicht herstellbar ist. Nein angeblich werden durch die PC diejenigen diffamiert, die bestreiten, dass tugendhafte (gerechte) Verhältnisse erreicht sind.

In Wahrheit werden von der PC aber diejenigen (ein Beispiel dafür war Sarrazin) diffamiert, die die Ursachen (!!) für die nicht herzustellende Gleicheit, bzw. die nicht zu erreichenden Idole, (und manchmal auch überhaupt nicht wünschenswerte Tugendhaftigkeit) benennen.

Mit demselben Phänomen sind übrigens diejenigen konfrontiert “die die grundlegenden Ideen des Islam áls [Ursache (!) seines Gebarens] analysieren”. Auch hier streitet die PC jeden Zusammenhang mit dem Islam und seinen Schriften ab. Aber sicherlich nicht, weil die Anerkenntnis des Gewalt-Charakters des Islam wegen eines moralischen Ideals ausgeblendet wird; sondern weil man mit der Gewalt(androhung) und der Kompromißlosigkeit des Islam nicht umzugehen weiß. Andere mögliche Interpretationen hätten verschwörungstheoretischen Charakter.

Die Realität ist nicht “tugendhaft” und gerecht (und wie auch immer moralisch) sie kann auch niemals gemäß dem Tugend(Gerechtigkeits)idol, dass auch der Zeit-Artikel propagiert (!), konstruiert werden. Insofern vertreten weder die PC, noch der zumindest die PC völlig verquer anprangernde Artikel, irgendwelche (zu verwirklichenden) Werte oder Moral.

Der Zeit-Artikel ist dem Gleichheitsidol (durch Ausblendung der Ursachen seiner Nicht-Herstellbarkeit) nicht weniger heuchlerisch ergeben wie diejenigen, die laut Artikel angeblich heuchlerisch ( politisch korrekt erzwungen) bereits tugendhafte (gerechte) Verhältnisse propagieren. Gemeinsam diffamieren beide (eben auch mittels Political Correctness) diejenigen, die die tatsächlichen (Ursachen für) (die) existente Realität einblenden(!).


petpanther
12.9.2014 16:38
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@EinInformatiker

“Der Artikel legt einen perfiden Hinterhalt. Political Correctness ist nicht dazu da, den zum Schweigen zu bringen der die “Ungerechtigkeit der Welt” thematisiert; sondern denjenigen zu diffamieren der die Ursachen (!!) für Ungleichheit (und z. B. im Falle des Islam für Gewalt) benennt Also denjenigen zu diffamieren der die Verhältnisse nicht einem sozialen Konstrukt einer angeblich möglichen Realität angleichen will (die Realität also einer Ideologie anpassen will); sonder auf Basis der Realität Politik betreiben will.”

Ganz genau.

In allen Facetten ist das ziemlich perfide.

Es ist genau dieser Doublespeak oder Doppeldenk.

Aus Wiki:

“Doppeldenk (engl. doublethink; in älteren Übersetzungen: Zwiedenken) ist ein Neusprech-Begriff aus dem dystopischen Roman 1984 von George Orwell und beschreibt die Fähigkeit, in seinem Denken zwei widersprüchliche Überzeugungen aufrechtzuerhalten und beide zu akzeptieren.

Das schließt mit ein: Absichtlich Lügen zu erzählen und aufrichtig an sie zu glauben; jede beliebige Tatsache zu vergessen, die unbequem geworden ist, und dann, falls es wieder nötig ist, sie aus der Vergessenheit zurückzuholen; so lange wie nötig die Existenz einer objektiven Realität zu leugnen und gleichzeitig die Realität zu akzeptieren, die man verleugnet. Selbst der Gebrauch des Begriffes Doppeldenk macht die Verwendung des Doppeldenkens erforderlich. Denn schon allein indem man diesen Begriff verwendet, räumt man ein, die Realität zu manipulieren. Durch eine erneute Anwendung des Doppeldenkens jedoch löscht man diese Erinnerung aus, womit die Lüge der Wahrheit fortlaufend einen Schritt voraus ist.”

Es geht um staatliche Realitätskontrolle. Deshalb ist auch seriöse Wissenschaft maßgeblicher Angriffspunkt.

Es bedarf schon ziemlicher ideologischer Indoktrination und Energie solche Artikel zu schreiben.

Es ist erschreckend wer da mittlerweile medial installiert ist.


petpanther
12.9.2014 17:09
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@wahrheitsliebender

Das Video hat es in sich. Ich kannte Brigitte Gabriel noch nicht.

Auch und gerade im Hinblick auf PC und Installation über Studies in Universitäten und NGOs mit angeblich guten Absichten.

Augenöffnend. Z.B. ab 21:50 was da passiert.


Herbert
12.9.2014 19:49
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Zu der Sache mit dem Bösen:
Ich verstehe, dass du da zögerst, denn Nachdenken läge den allermeisten Verfechtern solcher Ideologien fern.
Die Frage ist, wie du es denn sonst nennen wolltest? Nimm einen Inquisitor, der Hexen verbrennt. Bloß weil der sich im Recht und sein “Ideal” als gottgegeben und wahr ansieht, tut er trotzdem Böses.

Das Problem ist, dass der Relativismus, der Sophismus, schon so weit vorgedrungen ist, dass “echte” Werte nicht mehr als solche zu finden sind. Überall wird auf echte Moral draufgehauen und statt dessen eben zum Beispiel diese “Gleichheit” gepredigt. Das sieht man zum Beispiel im Kampf gegen die “westliche” Philosophie und gleichzeitige Überhöhung der “östlichen” Mystik.

So bleibt für einen Menschen, der die Verlogenheit in den gesellschaftlich proklamierten und gelebten Werten sieht, nur der Nihilismus in Ermangelung von Alternativen.
So glaubte ich zumindestens die längste Zeit meines Lebens.

So ist der erste Schritt aber nun tatsächlich, die Falschheit in der verbreiteten Philosophie zu sehen. Nietzsche zum Beispiel tat dies, erlag allerdings fast seinem Nihilismus und es gelang ihm nur schwer, aus diesem zu entkommen.

Da gibt es kein “hier, nimm das” als Patentrezept, soweit ich gefunden habe zumindestens. Eben weil schon das Denken allein als immer präsente Grundvoraussetzung vorhanden sein muss, und damit ist nicht das reine “Nachvollziehen” von Gedanken gemeint.

Buddha zum Beispiel sagte auch “glaube mir nichts, vollziehe alles selbst nach” für seine Lehre, allerdings folgt bei sofort ein eigentlich *nicht* nachzuvollziehender Schritt, nämlich die Proklamation “Leben ist Leiden”. Wer den Fehler davon nie sieht, der wird sich auch nie davon befreien können.


Hase
12.9.2014 20:18
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Herrlich ich liebe Sie!

Erst jetzt, zur Dämmerung, lese ich ihre Gedankengänge.
Während des Arbeitstages hielt ich heute einen charakteristischen Monolog? in Anwesenheit meines geschätzten Kollegen. Der Inhalt meines Gefasels erstreckte sich, beginnend mit der Prüderie, wie Sie hier schreiben bishin zu persönlichen Erfahrungen mit Horchern (Agenten bzw. Spionen – wohne in einem Quartier mit erhöhter Islampräsenz) mit denen man hie und da ins Gespräch kommt. Die netten Horcher sind die Agenten die Informationen für Rollkommandos und Drohkulissen sammeln. “Liebe Zeitgenossen” eben, die die jeder kennt. Sie wissen schon jeder kennt einen der einen kennt.

1.Auf die Frage, warum er gerne ein Gläubiger 2. Klasse ist, weil er kein Arabisch kann, guckte er blöd. Und das, obwohl es nur den Islam als Nation gibt.
(Erklärt wohl seine besondere Anstrengungen)

2. Auf die Frage, warum er eine Tonne “züchtet” und erhält (so hab ich das nicht gesagt *g*, gemeint ist hier die Wohnungshüterin) obwohl er doch jeden Spaß haben kann. Guckte er blöd.

3. Warum eine Leiche 300 Jahre später in Jerusalem gegen den Himmel reitet. Guckte er blöd

4. Warum er erst sterben muss um Spaß zu haben. Guckte er blöd

5. Warum er Diener in einer Kastengesellschaft ist – religiöser Adel – Der, welcher die Fahne vom Habaguck berührte ist, ist mehr wert. Guckte er blöd.

Mir fiele noch mehr ein.

Ich finde, dass jede Kreatur ihre Führerin (Führer) sucht. Herden im Tierreich verhalten sich ebenso.

Die z.B. Oberhyene (*g*) hat das alleinige Recht zur Fortpflanzung.
Aber auch der Pascha.

Den Rest verheizt man, und verspricht das Paradies. Ein Menschenmaterialpuffer, der für wenige wie ein Daunenbett wirkt.


Hadmut
12.9.2014 21:19
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> Herrlich ich liebe Sie!

🙂


EinInformatiker
12.9.2014 23:12
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“Es genügt ihr (der Political Correctness) nicht, für den idealen Zustand zu werben; sie möchte die Wirklichkeit so beschrieben haben, als sei in ihr das Ideal schon wirksam.”

Das ist völlig aus der Luft gegriffen, bzw. absurd und deshalb hat ja auch ein Kommentar (@Martin) diese Passage als unverständlich bezeichnet. Hiermit wird das Prinzip der PC, vermutlich als neuerliche Abrundung des Konzepts völlig auf den Kopf gestellt. Dass die PC angeblich gegen die politisch Korrekten (Utopisten) selbst (!) verwendet werden soll, hat mich nicht sprachlos gemacht, aber schon erstaunt. (und ja man muß schon wieder an George Orwell denken)

PC will die Welt nicht so beschreiben, als sei das Ideal schon in ihr wirksam, um sich dann nicht mehr mühen zu müssen. PC setzt Verbote für das was über die Realität (Welt) gesagt, ja um es zugespitzt zu formulieren, sogar dafür, was über die Welt gedacht werden darf. Diese Verbote werden in Politik und Mainstream nahezu komplett (bis auf vereinzelte sich verirrende Gastbeiträge oder individuelle Meinungsäußerungen) eingehalten und mehr und Konkreteres ist (über die EU) auf dem Weg (z. B. Verbot “antifeministischer” Meinungsäußerungen). Die Verbote aber sollen natürlich dazu beitragen, dass die Utopie, also das Gute (das unweigerlich immer in eine Katastrophe mündet) umgesetzt wird. Denn anders als (utopisch) gut zu sein geht derzeit nicht, egal ob das angeblich Gute meist direkt nur korrupte partikulare Interessen befriedigt,(wie es z. B. mit Feminismus und Genderismus der Fall ist).

Der Autor des Zeit-Artikels hat also lediglich das Problem, dass er zu den politisch korrekten Utopisten zählt, deren Utopie zwar von der Politik politisch korrekt nachgebetet wird, aber in der Praxis noch nicht umgesetzt ist und auch nicht in allen Fällen umsetzbar ist. Aber damit formuliert der Autor den falschen Vorwurf an die Politik (aber den richtigen kann er ja auch nicht erheben, da er ja um zu den richtigen Guten zu gehören die Lüge auf die Spitze treiben muß) .

Der korrekte Vorwurf müßte lauten, dass die Politik den Ideologien der Political Correctness (die ja die Welt nicht beschreiben wie sie ist; sondern wie sie sein soll) entgegentreten und eine Politik auf Basis der Realität betreiben müßte. Nur so könnte die Politik konsistent (!) handeln. Doch das ist natürlich nicht das Programm des Zeit-Autors (und leider auch nicht das Programm der Politik), weshalb er die tatsächliche Funktion der Political Correctness auf den Kopf gestellt hat (freilich ohne deren eigentliche Funktion aufzugeben). Sicherlich kann man die Politik aus Sicht des politisch korrekten Utopisten als inkonsistent bezeichnen. Aber ich hoffe dass uns die letzten Konsequenzen einer konsistenten politisch korrekten Politik im Sinne des Zeit-Autors doch noch erspart bleiben.


wahrheitsliebender
13.9.2014 0:09
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Übrigens auch in der NZZ findet sich heute ein guter Artikel mit einem Crash-Kurs über den Islam, das Kalifat und wieso sich die ISIS exakt an den Traditionen Mohammeds/der Kalifen orientiert und den Halsabschneidern insofern nichts unislamisches vorzuwerfen ist:

http://www.nzz.ch/feuilleton/toeten-im-namen-allahs-1.18378020

@ petpanther

Die USA sind gesegnet mit vielen guten Islamaufklärern die Tacheles reden und die PC klar als Steigbügelhalterin/Instrument des Bösen verdammen…

Gruß!

PS: Und warum die Mainstreammedien in Punkto Islamaufklärung jetzt umzuschwenken beginnen, liegt auf der Hand. Der Kalifatsgedanke und seine jetzt für jedermann offen zu Tage getretene brutale Realität, ist für die ganze westl. Welt eine Bedrohung und ein gewaltiger zusätzlicher Radikalisierungsturbo in der musl. Community. Mit jedem Tag wo sich ein oder mehrere Kalifate auf der Welt halten können bzw. installieren lassen, wächst in der musl. Community der Wahn von der Erreichbarkeit eines Weltkalifats / der Weltherrschaft…


Heinz
13.9.2014 1:34
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> Zugunsten des moralischen Ideals wird die Realität ausgeblendet.

Die Realität wird im Zusammenhang mit Religion immer ausgeblendet.

> Richtige Amerikaner seien aber sowas von wesensgut und Waffen so förderlich für ein friedliches Beisammensein…

Ganz so einfach ist das auch nicht. Waffen sorgen nicht unbedingt für viele Schusswaffentote.
Kanada und die Schweiz haben eine sehr liberale Waffengesetzgebung, aber (proportional) genausoviele, oft sogar weniger Schusswaffentote als wir.


Christoph
13.9.2014 2:29
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Vor wenigen Jahren (ich glaube 2011) stand mitten in der U-Bahn-Station eine Gruppe scheinbar junger Studentinnen mit asiatischem Aussehen. Ich dachte, sie wollten eine Umfrage machen, aber sie fingen nur an zu argumentieren, dass Gott in Wahrheit eine Frau sei und sie hätten Bibel-Zitate und so weiter. Ich sagte, ich sei nicht religiös, aber es dauerte etwas, die abzuwimmeln.


brrr
13.9.2014 4:53
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@ Claussen
> Es ist ja wirklich wunderbar, wenn Jemand mit wirklichen, echten
> Kenntnissen Hintergründe und Zusammenhänge z.B. zum “Islamismus”…

Der Welt-Artikel ist korrekt. Zitat:
“Die Intoleranz gegenüber einem Abfall vom Glauben, Ehebruch, Homosexualität, Polytheismus, Atheismus ist ohne Zweifel essenziell für den Islam” – “Schriftbesitzer” kommen hier nicht vor.
Es ist sowieso komplett blödsinnig, anzunehmen, Bürger in Europa würden dem Islam als “Schriftbesitzer” gelten. Sie gelten als Atheisten, als Ungläubige.
Aber da sie schon andeuten, dass sie echte Kenntnisse schätzen: Für die “Schriftbesitzer” ist das Leben im islamischen Gebiet (Dar al Islam) genau so, wie im Welt-Artikel angedeutet:
http://www.cremisan.de/cms/upload/pdf/artikel-community/02_Islam/2.29._Stellung_der_Christen_im_Islam.pdf

Sogar die komplett linke Wikipedia ist hier ziemlich unmissverständlich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Glaubensfreiheit_im_Islam

> Es wird der gegenteilige Eindruck erweckt, nämlich der, dass der Islam Christen, gemeint sind damit wir, als Todfeinde ansähe. Das mag bei irgendwelchen Chaoten so sein, bei den gläubigen Moslems ist es definitiv nicht der Fall.
Der Islam sieht uns als Todfeind an, da wir im säkularen Europa sicherlich nicht als Schriftbesitzer durchgehen, sondern als Atheisten und Ungläubige. Und selbst wenn, das Leben mit Dhimmi-Status ist keine Alternative, siehe Quellenangabe oben.
Verabschieden sie sich von der Hoffnung, dass das “irgendwelche Chaoten” sind. Das sind gläubige Moslems, streng nach Koran, der Definition selbst, wenn man schon das Wort “definitiv” benutzen mag.
Beschäftigen Sie sich mal lieber selbst mit den Hintergründen und Fakten des Islam.
Selbst die Konversion zum Islam wird keine Abhilfe schaffen, man betrachte die Rechtspraxis im Islam in der Vergangenheit, wo konvertierte Schriftbesitzer dennoch Moslems zweiter Klasse blieben und weiterhin die Schutzsteuer zahlen mussten.

> Einer Welt, die eine starke, gut ausgerüstete Armee und Polizei leider, leider ganz dringend braucht?
Die nicht zu brauchen, ist leider ein vergangener Traum. Hätte man vor 30 Jahren auf die Warnungen gehört, und hätte den Islam nicht einwandern lassen, stünden die Chancen für den Pazifismus besser. Jetzt ist es leider zu spät. Ich kann in dem Punkt nur komplett wahrheitsliebender zustimmen.


Be-Bop-A-Lula
13.9.2014 11:28
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Wenn eine „Sharia Police” die “Creeper Cards” der Feminismus-Polizei austeilen würde, käme das zusammen was zusammen gehört. Von der sexualfeindlichen Moral sind beide in der ideologischen Indoktrination nicht unähnlich. Das gehört zu ihrem Fundament. Beide sind womöglich nur die Marionetten von der amerikanischen Ostküste für den grenzenlosen Profit.

Wann gibt es endlich eine Sexualmoral auf Grundlage der Erkenntnisse aus den Naturwissenschaften?


Karl Marx
13.9.2014 12:01
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@Hase:

Ich finde, dass jede Kreatur ihre Führerin (Führer) sucht.

Sie auch? Wenn ja wen? Also ich suche keinen Führer und auch keine Führerin, die an meiner Stelle und über mich entscheiden soll.


derdiebuchstabenzählt
13.9.2014 14:21
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Du solltes NICHTS Schlechtes als islamistisch bezeichnen! Das ist nicht gut!! 🙂 Hier als Beispiel die IS Mörder sind nichtislamistisch in den Augen der SPG-Generalin …

“Die Organisation als „islamisch“ zu bezeichnen sei eine „Missachtung und Zuweisung, die die Muslime hier in Deutschland in ihrer Ehre berührt“, sagte Fahimi. ”

http://www.islamiq.de/2014/09/10/spd-generalsekretaerin-fahimi-warnt-davor-isis-mit-islam-zu-verbinden/


Karl Marx
13.9.2014 15:15
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Zum WELT-Artikel:

Wer sagt, dass der Islam um einen brillanten, aber bizarren Charakter herum entstand, der jeden töten wollte, der nicht seiner Meinung war, der wird von der großen Mehrheit der Kommentatoren und Politiker zum Schweigen gebracht.

Wenn Sie auf einem protestantischen Kirchenfest darüber informieren, was für ein eliminatorischer Antisemit der Luther war, wird Ihnen doch auch nicht bei einer Tasse Kaffee für die Aufklärung gedankt.


Pferdefreund
13.9.2014 18:32
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Brr schrieb aus der “Welt”:

“…Die Intoleranz gegenüber einem Abfall vom Glauben, Ehebruch, Homosexualität, Polytheismus, Atheismus ist ohne Zweifel essenziell für den Islam” –…”.

Soso, interessant, nur:

Das gilt hundertprozentig genauso für Christen und Juden! In deren Traditionen gilt nämlich ganz genau dasselbe!

Und das ist auch gar nicht weiter verwunderlich: Die heiligen Schriften sind in weiten Teilen identisch. Den Juden, als AT den Christen und eben auch als Teil des Korans.

Genausowenig, wie heute ein Christ in Frankfurt seine Frau umbringt, weil sie fremdgegangen ist, tut dies ein Jude oder Moslem.

Dass es vereinzelt flachhirnige Fanatiker gibt, die so etwas tatsächlich noch tun, macht so ein Verhalten ja nicht zur Regel.

Weder für Christen, noch für Juden, noch für Moslems.

Die meisten Moslems, die heute in Deutschland leben, nehmen Religion ungefähr genauso wie wir Christen hier: Die Religion ist irgendwo im Hintergrund, genauso wie wir Weihnachten mal in die Kirche gehen, nehmen Moslems in Europa mal mehr oder weniger am Fasten teil.

Deine Sorge, dass sich plötzlich Hunderttausende ein Krummschwert umgürten und sich damit auf uns stürzen, ist völlig unbegründet.

Die obige Zeitungsbehauptung, dass “…dieses Verhalten essentiell für den Islam sei…” ist nur noch blödsinnig, wenn man sich die Identität dieser “Intoleranz” mit der Intoleranz in den anderen beiden heiligen Schriften vor Augen führt.

Dort steht genau dasselbe.

Und warum steht das dann nicht so im Artikel der Welt??

Die naheliegenste Erklärung ist:

Der Artikel soll manipulieren, nicht informieren.

In diesem Zusammenhang ist es ja auch interessant, dass in der NZZ zeitnah ein ähnlicher Artikel erschien.

Da dreht doch jemand dran! Jemand, der ziemlich großen Einfluß hat, jemand, der ein ausgemachtes Interesse daran hat, nach den Russen (klappte ja nur halb) wieder einen anderen Gegner aufzubauen.

Wir werden in der nächsten Zeit also sicher noch den einen oder anderen derartigen Artikel zu lesen und Fernsehbeitrag zu sehen bekommen, vielleicht sogar die eine oder andere “Action”.

Und sicher auch viele Einträge in allen möglichen Blogs.

Also, Brr, versuche mal, in Deinen Gedanken vom Fleck zu kommen.

Sag´ ruhig auch mal Hüh!!, statt immer nur Brr.


Angelo Neuschitzer
14.9.2014 14:10
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Ich frage mich ja immer wie stark ideologisierte Menschen auf Dauer mit ihrer kognitiven Dissonanz umgehen. Das Weltbild das meine Eltern mir beigebracht haben war auch ein sehr ideologisiertes, nur hält es eben dem Kontakt mit der Realität nicht stand.

Jetzt konnte ich beobachten das Menschen die sich überwiegend unter anderen Menschen der gleichen Ideologie befinden quasi keinen Unterschied zwischen erwartetet und wahrgenommener Realität gemerkt haben, weil sich eben alle so verhalten haben. Andere (wie ich) die aber hauptsächlich mit “Ungläubigen” zu tun hatten sind hingegen ziemlich schnell auf den Trichter gekommen das da was nicht so stimmen kann.

Einer der Effekte der dabei aufgetreten ist, war kognitive Dissonanz, wenn man fest mit einem Ergebnis rechnet es aber nicht eintreten will. Das erste Mal denkt man sich noch das man da wohl was falsch gemacht hat o.ä. aber irgendwann (sofern man weiter mit den Leuten draußen zu tun hat) hört man auf zu erwarten das das Ergebnis bei den Leuten draußen eintritt. Spätestens hier hab ich die Ideologie meiner Eltern dann verworfen, weil entweder es geht immer oder am Weg ist was falsch.

Wie machen das die PC Ideologen? Denen muss doch auch irgendwann auffallen das das was sie erwarten und das was passiert nicht zusammen passt. Wie reagieren die darauf?


EinInformatiker
14.9.2014 19:57
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Zitat aus dem Artikel über Political Correctness:

“Problematisch ist die systematische Ausblendung unserer Realität, die fast nirgends der beschworenen Moral entspricht. Es ist nämlich ein Charakteristikum der Political Correctness (um den etwas abgegriffenen, aber einschlägigen Ausdruck zu benutzen), dass sie den Abgrund zwischen Norm und Praxis nicht benannt wissen möchte. Es genügt ihr nicht, für den idealen Zustand zu werben; sie möchte die Wirklichkeit so beschrieben haben, als sei in ihr das Ideal schon wirksam.”

Letztlich wird hier praktische Politik mit Political Correctness durcheinander geworfen.

PC kann überhaupt nicht in den Konflikt kommen “den Abgrund zwischen Norm und Praxis” nicht benannt wissen zu wollen.
Da die PC sich ja die Realität gemäß der eigenen Normen (Begabung ist z. B. nicht ererbt) konstruiert, kann sie rein logisch (!) überhaupt nicht mit ihren eigenen Normen in Konflikt geraten. Deshalb sind PC-Ideologen ja auch ihrer Sache so sicher und durch kein Faktum aus der Spur zu bringen.
Die praktische Politik wiederum ist weder an Normen noch an Logik gebunden. Die Ausführungen würden also höchstens für die praktische Politik Sinn machen. Aber aus rein formalen Gründen niemals für die Political Correctness.


brrr
15.9.2014 2:48
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@hüü
Tut mir leid dass ich heftig widersprechen muss. Begründung:

Vorweg was zum Abfall vom Glauben:
Im Christentum steht auf Abfall vom Glauben gar keine Strafe in dieser Welt. Man kommt dann nicht ins Himmelreich, aber das ist die eigene, freie Entscheidung, die ein imaginiertes Jenseits betrifft. Es gibt keinen Tötungsbefehl.

Im Islam hingegen steht auf Apostasie die Todesstrafe:
> Sure 4, Vers 89: Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr ihnen > gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und > so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet > keinen von ihnen zum Freund oder Helfer.
Mehr dazu hier: http://derprophet.info/inhalt/abfall-vom-glauben-htm/

Dann was zur angeblichen Intoleranz. Der Artikel benutzt hier leider das falsche Wort “Intoleranz” für den Islam. Der Artikel hätte eher “Massakrierung” benutzen sollen: “Die erfolgende Massakrierung für den Abfall vom Glauben, …”.
Wir in Europa leiden an einer unsäglichen Sprachverwirrung, ausgelöst unter anderem durch die Gender- und Homolobby. Intoleranz im ursprünglichen Sinne ist bei weitem nicht so schlimm, wie die Neudefinition des Wortes durch eben diese Lobbies es suggerieren soll.
Homosexualität wird im Christentum tatsächlich nur toleriert, allerdings nicht AKZEPTIERT, was hier die Forderung zu sein scheint. Ich mache ein Beispiel. Ihr Verständnis von Toleranz würde von einem CDU-Anhänger verlangen, dass er die Position der SPD zu seiner eigenen macht – dass er sie als seine akzeptiert. Aber in einem freiheitlichen, Parlamentarischen System muss er diese Position nur TOLERIEREN. Keineswegs akzeptieren. Die Forderung nach allgemeiner Toleranz, die aber eigentlich unbedingte Akzeptanz ist, ist totalitär.
Das Christentum toleriert Homosexualität im ursprünglichen Sinne, braucht sie aber nicht zu akzeptieren. Es droht keine körperliche Strafe an, im Gegenteil, das Christentum predigt Gewaltlosigkeit. Echte Toleranz erfordert nicht Selbstaufgabe.

> Die heiligen Schriften sind in weiten Teilen identisch. Den Juden, als AT den Christen und eben auch als Teil des Korans.
Ihr Verständnis der heiligen Schriften ist lückenhaft. Weder das alte noch das neue Testament sind Teil des Korans. Anderweitige Behauptungen werden auch durch noch so viel Fettdruck nicht wahr. Der Koran besteht aus 114 Suren, die Mohammed angeblich von Gott eingegeben wurden.
Anfangs versuchte der Islam noch, die Christen und Juden “friedlich” zu bekehren, allerdings radikalisierte er sich mit dem Auszug von Mekka nach Medina. Manche Islam”gelehrte” sagen sogar, dass der Islam ohne Tötungsbefehl für Apostasie nicht mehr existieren würde, und begründen damit eben diesen Tötungsbefehl. Alles in der Quelle weiter oben nachzulesen.
Genaueres wird hier ganz gut beschrieben:
http://danou.wordpress.com/2011/01/18/drei-unbekannte-punkte-uber-den-islam/
Die Bibel besteht aus altem Testament (bei den Juden Tora) und dem neuen Testament. Hier gibt es also tatsächlich Gemeinsamkeiten. Das neue Testament revidiert das alte durch die Bergpredigt.

Was sie hier betreiben, ist Appeasement (anfängliche Politik der späteren Alliierten bezüglich den Nationalsozialisten) durch Falschinformationen. Vielleicht rührt ihre Unfähigkeit zum klaren Denken von einer tiefliegenden Abneigung gegen das Christentums her. Das ist aus manchen Standpunkten möglicherweise verständlich, aber der Erkenntnis der Wahrheit abträglich. Wie oben so schön geschrieben: Unwissenheit schützt vor Strafte nicht.

> Deine Sorge, dass sich plötzlich Hunderttausende ein Krummschwert umgürten und sich damit auf uns
> stürzen, ist völlig unbegründet.
Kleiner Artikel aus der Serie, die sie schon antizipieren:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article132243516/Der-Islamismus-gehoert-laengst-zu-Deutschland.html
Das wird noch viel weiter gehen, und wurde bereits vor fast 20 Jahren von Enzensberger vorausgesagt: Im Buch “Aussichten auf den Bürgerkrieg”. Lesenswert.

Irgendwie mag ich ihre Neigung zu Superlativen und Generalisierungen. “hundertprozentig”, “Die meisten”, “Hunderttausende”, “Völlig unbegründet”. Putzig. Brrrrr 😉
PS: Es braucht, wie jemand anders ja bereits schrieb, nicht hunderttausende, sondern ein paar radikale reichen. Siehe IS. Das sind 20.000 max.


[…] Hadmut Danisch . Veröffentlicht auf dem Hadmut Danisch – Ansichten eines Informatikers Blog am 12. September […]


SalvaVenia
15.9.2014 20:26
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Mit freundlicher Genehmigung reblogged auf dem Blog von SalvaVenia:

http://salvaveniaxxl.wordpress.com/2014/09/15/reblogged-heuchelei-und-toleranter-kulturrelativismus/.


Karl
16.9.2014 15:26
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Mensch, Brr.

Da haben Sie ja einige sehr romantisch verklärte Vorstellungen, die mit der Wirklichkeit aber nicht so viel zu tun haben.

1. das fängt an mit “… Im Christentum steht auf Abfall vom Glauben gar keine Strafe in dieser Welt… ”

Diese Vorstellung ist falsch! Auf Abfall vom christlichen Glauben stand der Tod! In Einzelfällen durch die Hl. Inquisitoren, bei größerer Anzahl durch Kreuzzüge, Armeen.

Prägnantes Beispiel sind die Katharer, sie galten als abgefallen vom Glauben und damit als Häretiker.

Ergebnis: Massenmord, es waren wohl mehrere 10 000 betroffen.

Die Katharer waren nicht die einzigen, die Verfolgung der christlichen Abtrünnigen fing spätestens im 4. Jahrhundert an und zog sich quer durch die Jahrhunderte.

Jede noch so kleine Abweichung vom wahren christlichen Glauben zog sofort den Vorwurf der Häresie und später damit die Inquisition auf sich.

Die Katharer sind aber relativ gut dokumentiert.

Als Abtrünnige galten übrigens natürlich auch die (ersten) Protestanten.

Stark betroffen waren z.B. auch die Hugenotten, von denen Sie bestimmt schon gehört haben.

2. Auf Ehebruch und (männliche) Homosexualität steht im Alten Testament der Tod. Das AT bildet zusammen mit dem NT die offizielle Bibel der Christen, ungefähr seit dem Jahre 180 (Mod. 350).

Wenn Sie sich die Mühe machen würden, tatsächlich einmal das alte Testament und den Koran zu lesen, würde Ihnen auffallen, wieviel der Inhalte tatsächlich sinngemäß gleich ist.

Das betrifft nicht nur “überlieferte Geschichten”, sondern auch die täglichen Lebensregeln und sogar Speisevorschriften.


techniknorgler
22.9.2014 4:26
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“Die amerikanische Waffenlobby argumentiert genauso: Wenn da jedes Jahr ein paar Tausend Leute erschossen werden, läge das ja auch nicht an der Waffe, sondern nur weil halt ein paar Deppen dazwischen sind.”

Das stimmt aber. Die Waffe ist nur das Werkzeug.

“Richtige Amerikaner seien aber sowas von wesensgut und Waffen so förderlich für ein friedliches Beisammensein…”

Das ist (in der Regel) nicht deren Aussage. Kommt aber auch darauf an, wen man als Waffenlobby bezeichnet.

“Realitätsverleugnung zugunsten einer Moral. Wieder das gleiche Prinzip.”

Eher umgekehrt: Jeder, der Schusswaffen nicht dämonisiert ist ja gleich schuld am Tod von kleinen Kindern.

Allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, ob dieser Diskussionstil tatsächlich für die Anti-Waffen-Lobby typisch ist. Der Kreis, von dem ich diesen Stil gewohnt bin, ist daneben nämlich auch noch gender-feministisch und argumentiert auf dem Gebiet genauso: Wer ihnen widerspricht ist pseudowissenschaftlich, denn die Studien, die Lohndiskriminierung von Frauen beweisen seien ja eindeutig und wer angesichts dessen – trotz offensichtlicher, eindeutiger Graphiken – noch etwas anderes behaupte oder die Graphiken hinterfragt, ist ein zurückgeblibener Sexist – und Schuld an der weiteren Diskrminierung von Frauen.


techniknoergler
22.9.2014 4:27
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Und damit nicht mehr diskussionswürdig.