Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Theaterkritik: “Die Selbstanzeige” mit Wigald Boning

Hadmut
5.9.2014 0:49

Es gibt Leute, die achten auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, indem sie zwei oder dreimal im Jahr etwas Gesundes essen.

Ich achte auf eine ausgewogene kulturelle Versorgung, indem ich zwei oder dreimal im Jahr ins Theater gehe. Eben war ich gerade wieder im Theater.

Leser wissen es, ich treibe mich seit kurzem – eigentlich auch schon wieder fast zwei Jahre, wie die Zeit vergeht – in Berlin herum. Und dabei gehe ich mal so reihum durch allerlei Veranstaltungen des Berliner Tag-, Nacht- und Kulturlebens. Heute war ich zum ersten Mal im Schlosspark-Theater in Berlin-Steglitz, schräg gegenüber der S+U-Bahn Station “Rathaus Steglitz”. In nahezu allem, was da im Theater gespielt wird, spielt Dieter Hallervorden mit, der auch Geschäftsführer (und wie die Dame neben mir meinte, auch Inhaber des Theaters) ist. Der scheint sich auf seine alten Tage den Spaß gemacht zu haben, sich ein Theater zuzulegen und da zu spielen und zu zeigen, was ihm Lust und Laune macht, wobei da wohl reihenweise deutsche Schauspiel- und Fernsehprominenz auf der Bühne steht. Beneidenswert. Sowas möcht ich auch mal haben.

Heute spielte das Stück „Die Selbstanzeige”, u.a. mit Wigald Boning und Thomas Koschwitz. Oder, um genau zu sein, es spielte heute noch gar nicht, Premiere ist erst am Samstag. Heute war Vor-Vor-Premiere, also die letzte Probe vor der Generalprobe morgen abend vor der Premiere übermorgen abend. Reduzierter Preis, theoretisch noch Pannen, Korrekturen, Unsicherheiten (wie eben bei Proben) möglich, Theater nur zum vorderen Drittel gefüllt. Hallervorden selbst spielte da zwar nicht mit, saß aber kritischen Blickes hinter dem Probenpublikum im Zuschauerraum.

Von Probenatmosphäre war da aber nichts zu merken, die haben normal und praktisch fehlerfrei durchgespielt, als wär’s ne normale Theateraufführung. Meine Sitznachbarin und zwei andere, mit denen ich mich hinterher noch unterhalten habe, hatten keinen einzigen Fehler oder Haspler bemerkt. Mir sind drei klitzekleine aufgefallen: Einer sagte mal „Was ist besser?” und verbesserte sich dann zu „…schlechter?”, Boning trat mal beim Sprung vom Sofa versehentlich auf eine Flasche, die herumlag, und die er nicht sehen konnte, und wäre fast darauf ausgerutscht, und etwas Wasser flog anders als gewollt und landete an der Kulisse. Soviel Kleinkram sehe ich in jedem anderen Theaterstück auch, und das zeigt, wie gut die eigentlich schon drauf und vorbereitet waren. Also eigentlich schon eine ganz normale Aufführung. Am Ende passierte allerdings etwas, was gar nicht passieren sollte und dürfte: Es gab viel Applaus. Theatervolk ist nämlich extrem abergläubisch und fest davon überzeugt, dass die Aufführung gut wird, wenn die Proben misslingen, und umgekehrt. Applaus bei Proben gilt bei denen als schlechtes Omen, bringt Unglück. Was das Publikum wieder nicht wusste. Egal, war gut.

Worum geht’s in dem Stück?

Um es gleich zu sagen: Das ist jetzt nicht sooo wichtig, denn es ist eh kein Stück mit Tiefgang, sondern leichte Unterhaltung. Ein Lustspiel. Warum auch nicht? Muss ja nicht alles immer gleich so schwere Kost sein und vor politischer Korrektheit und Drama triefen. Man hat ja auch mal Freizeit.

Francois Pignon (Boning) ist ein Versager, eine Pfeife. Pleite bis zum Anschlag, die Bank hat ihm die Bank- und die Kreditkarte zerschnitten, die Frau hat ihn sitzen gelassen und ist mit einem anderen durchgebrannt, und jetzt hockt der im billigen Proleten-Turnanzug als Aufpasser in der teuren Wohnung seines Patenonkels und weiß nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Als aber ein Steuerfander (Koschwitz) vorbeikommt, der eigentlich hinter dem Patenonkel her ist, kommt Pignon die vermeintlich rettende Idee: Er will, dass der Steuerfahnder bei ihm eine Steuerprüfung durchführt, um reich und wichtig zu erscheinen. Denn es käme ja nicht darauf an, reich zu sein, sondern dass die anderen einen für reich halten. Man wäre geneigt, es für Satire zu halten, wenn nicht jeden Tag die Zeitungen voll von solchen Fällen wären. Der Steuerfahnder lacht ihn auch zunächst aus, wozu die Zeitverschwendung bei einem Habenichts? Pignon schafft es aber doch, ihn durch Versprechen von Informationen über den Patenonkel zu einem Deal zu überreden, und der Steuerbeamte verbreitet überall, dass er groß hinter Pignon her wäre.

Dann läuft es vorhersehbar: Der Banker, seine Ex und noch eine weitere Frau, die zuvor nichts (mehr) von ihm wissen wollten, schmeißen sich reihenweise an ihn heran.

Vorhersehbar – bis zur Pause. Denn nach der Pause laufen die Dinge plötzlich aus dem Ruder und ganz anders, als Pignon und das Publikum sich das vorgestellt haben. Man fragt sich, wie Pignon aus der Nummer wieder rauskommen will.

Wie gesagt, ein reines Unterhaltungsstück, eine Komödie. Kein klassisches Stück, leichte Unterhaltung.

Wie würde ich das einschätzen?

Schwer zu sagen, ich bin auch nicht sooo oft im Theater, um da wirklich goldene Maßstäbe zu haben. Die Sache hängt eigentlich weniger am Inhalt, als an den Personen Boning und Koschwitz, die den Reiz ausmachen und damit eigentlich auch nicht austauschbar sind oder Ersatzbesetzungen haben können. Weil sie eben gerade keine Schauspieler sind und – angeblich – erstmals auf der Theaterbühne stehen. Dafür machen sie ihre Sache ziemlich gut.

Koschwitz habe ich das nicht angemerkt, dass er kein Theaterprofi ist. Der spielte das, als würde er das immer spielen.

Bei Boning habe ich gemerkt, dass er erstens anders spielt und zweitens eigentlich gar nicht so spielt. Man merkt (oder jedenfalls ich glaubte zu bemerken), dass der einen Fernsehhintergrund und keinen Theaterhintergrund hat, und deshalb gewohnt ist, in Kamera und Mikrofon zu reden, nicht in das Publikum. Die anderen Schauspieler, deutlich anzumerken geübte Theaterschauspieler, drehten sich immer irgendwie zum Publikum und haben mit dem Publikum gesprochen, auch wenn sie der Handlung nach mit einer anderen Figur sprachen. Und sie hatten sehr laute Stimmen, wie sie Theaterschauspieler eben haben. Boning hatte da zeitweise weniger Sprachdruck dahinter, und wenn der mit einer anderen Person spricht, dann spricht er meist mit der und nicht mit dem Publikum. Wie man das nun findet, muss man selbst wissen. Meine Sitznachbarin fand, dass Boning die richtige Lautstärke hatte und fand die anderen zu laut, deshalb unnatürlich. Allerdings ist das Theater lang und schmal, und nur das vordere Drittel war besetzt. Man sollte die ja auch hinten noch hören können. Auch habe ich gemerkt, dass die anderen Schauspieler eine Rolle spielten, während Boning eben genau der Wigald Boning war, der er auch im Fernsehen immer ist. Der spielte nicht Pignon, der war oder spielte Boning. Das ist aber kein Fehler, denn Boning ist Komiker, kein Schauspieler. Wenn der nur ab und zu mal einen Abstecher auf die Bühne macht, dann liegt der Witz ja gerade darin, dass die TV-Figur Wigald Boning da auf der Bühne auftaucht und genau so spricht, sich bewegt, agiert, wie man es von Wigald Boning kennt. Es gibt Leute, bei denen das funktioniert, und solche, bei denen es nicht funktioniert. Hier hat es funktioniert. Bei manchen anderen Rollen oder anderen TV-Promis würde das nicht funktionieren. Boning kann nur Rollen spielen, die zu ihm passen. Pignon passt.

Wie würde ich das nun bewerten?

Kurzweilig, unterhaltsam, wenngleich auch nicht der Superbrüller, technisch gut gemacht. Boning ist halt Boning, muss man mögen oder nicht, da ist das Stück letztlich nicht mehr so entscheidend. Das ist halt immer so die Sache mit bekannten Promis auf der Bühne, dass der Schauspieler wichtiger als seine Rolle wird. Das kann positiv wirken, muss es aber nicht. Mancher ist dabei auch schon untergegangen.

Sagen wir mal zwei von drei Punkten, mit TV-Boning-Sonderwertung. Das Stück an sich, wenn man von Boning und Koschwitz mal weglässt, würde inhaltlich jetzt nicht so der Brüller sein. In München gibt es eine Theatergruppe, die im Sommer im Freien im englischen Garten Moliere und Shakespeare aufführt, und das durchaus mit mehr inhaltlichem Witz und mehr Komik. Die bekämen bei mir 3 von 3, aber Moliere ist halt Moliere.

Apropos Moliere: Hallervorden als der Geizige, das wär was. Und einen wunderbaren Mephisto würde der auch abgeben. Auch für Boning würde mir noch eine Paraderolle einfallen: Seymor in Little Shop of Horrors.

Ich denke, ich werde dieses Theater künftig öfters besuchen.


12 Kommentare (RSS-Feed)

whocares
5.9.2014 8:02
Kommentarlink

Der Herr Hallervorden hat ja bereits Erfahrung mit Femi-Mobs (neben diversen anderen SJW) gesammelt. Das war vor gut zwei Jahren, als er am Schloßtheater “Ich bin nicht Rappaport” aufführte, dabei den Midge – einen Schwarzen – mit einem auf dunkel geschminkten Weißen besetzte, und sich ratzfatz in einem mittelgroßen Fäkalgewitter wiederfand, in dem sich der Donnerschlag wie “Blackfacing” anhörte…


CountZero
5.9.2014 9:22
Kommentarlink

@whocares:
Wahnsinn. Im Sinne des Wortes. Mehr kann man zu den Tugendnazis nicht mehr sagen. ‘Blackfacing’ wg. Theaterschminke im Theater. Wahnsinn.


Markus
5.9.2014 11:30
Kommentarlink

Dieter Hallervorden spielt/inszeniert zwar demnächst nicht “Den geizigen”, dafür aber Molières “Der Bürger als Edelmann” (http://schlosspark-theater.de/index.php?do=program&id=307)


yasar
5.9.2014 12:26
Kommentarlink

> Und einen wunderbaren Mephisto würde der auch abgeben.

Soweit ich weiß, hat der schon des öfteren den Mephisto gespielt und soll als ernsthafter (Theater-)Schauspieler deutlich besser sein, als der Komödiant udn Satiriker, der er auch ist.


Hans Georg
5.9.2014 14:30
Kommentarlink

Der Herr Halllervorden ist nicht Geschaeftsfuehrer, sondern Besitzer des Theaters, dass er von eigenem Geld gekauft hatte, also ein Riesenrisiko einging, anders als der Herr Danisch,der in eine verbilligte Vor-Vorpremiere ging, wohl um Geld zu sparen, weil Theaterleute ja stets Superreich sind und das Geld nur so verprassen.

Der Herr Hallervorden hat das Theater auch deshalb gekauft,weil es eine alte kuenstlerische Tradition hat und dort so geniale Schauspieler wie etwa Kinski aufgetreten sind und er aus Liebe zum Theater diese Staette der Kunst und Kultur erhalten wollte.

Da Herr Hallervorden mehrmals vor dem Bankrott stand, war von einem
“Vergnuegen leisten” weniger die Rede, eher von der Liebe zum Theater, was ein Herr Danisch wohl so nicht kennt. Insofern ist Herr Danisch Teil dieser unbekuemmerten Theaterbesucher,die auch nichts wissen,und in Vorpremieren und Generalproben Beifall geben,was eine
Schande fuer jeden echten Theaterfreund ist,denn so werden Schauspieler in Sicherheit gewogen und verpatzen dadurch die eigentliche Premiere.

Theaterleute haben auch keine “laute Stimme”wie das Herr Danisch so
feinfuehlig beschreibt,sonderneinegute,Hoppla,Fremdwort,Atemstuetze und Atemtechnik,die es ermoeglicht je nach Bedarf die Stimme zu heben oder senken.

Die alte Tradition des Theaterspielens ist es einem Publikum,also atmende Wesen, die zur falschen Zeit aufs Klo gehen und die man raeuspern hoeren kann, etwas vorzuspielen,also spricht man in diese wogende Menge hinein.

Herr Danisch moege in Zukunft sich bitte von sogenannten Theaterkritiken fernhalten und sich auf das Beschraenken was er kann, denn Meinung ist nicht gleich Wissen,nicht alles geschriebene ist Literatur,nicht jeder Zeitungsartikel die Wahrheit und nicht jeder Theaterbesucher auch ein Kenner.


Hadmut
5.9.2014 16:56
Kommentarlink

@Hans Georg:

> Der Herr Halllervorden ist nicht Geschaeftsfuehrer, sondern Besitzer des Theaters,

Kannst Du lesen? Dann guck in deren Impressum. Auch wenn er Besitzer einer GmbH ist, muss er zusätzlich Geschäftsführer sein, um handeln zu können. In Deutschland muss zu einer GmbH auch nicht der Inhaber, sehr wohl aber der Geschäftsführer genannt sein.

> anders als der Herr Danisch,der in eine verbilligte Vor-Vorpremiere ging,

Ach, gar. Jetzt bin ich auch noch schuld dran, dass ich eine Eintrittskarte gekauft habe, die die offiziell anbieten und im Spielplan haben?

> war von einem “Vergnuegen leisten” weniger die Rede, eher von der Liebe zum Theater,

Soso. „Aus Vergnügen” (was ich nicht mal geschrieben habe) wäre falsch, „aus Liebe” etwas ganz anderes?

> Insofern ist Herr Danisch Teil dieser unbekuemmerten Theaterbesucher

Sollte man vor Sorge gebeugt und leise weinend ein Theater betreten, weil alles so schlimm ist?

> was eine Schande fuer jeden echten Theaterfreund ist,denn so werden Schauspieler in Sicherheit gewogen

Ah, jetzt bin ich noch am Verhalten der anderen Gäste schuld? Gibt es noch etwas, woran ich nicht schuld bin?

> und verpatzen dadurch die eigentliche Premiere.

Quatsch. Wenn sie bei der Premiere genau dasselbe abliefern, ist die gelungen. Warum also würde man sie durch Beifall in falscher Sicherheit wiegen?

> Theaterleute haben auch keine “laute Stimme”wie das Herr Danisch so feinfuehlig beschreibt,sonderneinegute,Hoppla,Fremdwort,Atemstuetze und Atemtechnik,die es ermoeglicht je nach Bedarf die Stimme zu heben oder senken.

Auch Quatsch. Erstens keine Fremdworte, zweitens nicht zutreffend, weil sie die Stimme nicht gehoben oder gesenkt haben, sondern durchgehend laut waren – und so hat es auf einige Gäste auch gewirkt. Weil sie das in diesem Theater auch müssen.

> einem Publikum,also atmende Wesen, die zur falschen Zeit aufs Klo gehen und die man raeuspern hoeren kann

Hat keiner getan.

> Herr Danisch moege in Zukunft sich bitte von sogenannten Theaterkritiken fernhalten

Ich denke ja gar nicht dran, mir von irgendeinem Deppen, der unter Vornamen daherkommt und nicht weiß, was ein Geschäftsführer ist, das Bloggen untersagen zu lassen.

Das ist einer der dämlichsten und unqualifiziertesten Kommentare, die je hier abgegeben wurden. Und das will was heißen.


RedHead
5.9.2014 14:31
Kommentarlink

Schön zu sehen, dass du auch noch ein Leben neben deiner Beschäftigung mit Wissenschaftskorruption und Genderwahn hast. Das ist wichtig für die geistige Gesundheit!


Johanna
5.9.2014 14:59
Kommentarlink

Hallervorden als der Geizige würde aber sofort mit Louis de Funès verglichen werden.


TOPCTEH
5.9.2014 17:41
Kommentarlink

Ich habe hier in Stuttgart mehrere Theater in fußläufiger Entfernung, so dass meine Gattin mich ab und an zu etwas Kultur zwingt. War aber gar nicht schlimm, denn meine letzten Erfahrungen mit bekannten (Fernseh-)Schauspielern im Theater waren durchaus positiv: Zum einen der (doch tatsächlich zweiarmige und am Anfang nackt in Foyer herumturnende) Edgar Selge im “Zerbrochenen Krug” und zum anderen Joachim Król in “Szenen einer Ehe” im Schauspielhaus. Daneben dann das “Kleine Horrorladen”-Musical im ganz kleinen Theater im Westen; besonders die Pflanze verdient viele Sonderpunkte. Ein Theaterbesuch lohnt sich tatsächlich, wie der Hausherr auch schon festgestellt hat (und im TV kommt zu gefühlten 99,9% nur Müll, also kann man die Abende auch besser verbringen).

Herrn Hallervorden könnte ich mir übrigens sehr gut als verbiesterten alternden Komikerfiesling vorstellen, der seiner Umgebung das Leben zur Hölle macht und/oder massenmördert.


Gast$FF
6.9.2014 13:43
Kommentarlink

@CountZero:
> Wahnsinn. Im Sinne des Wortes. Mehr kann man zu den Tugendnazis nicht mehr sagen. ‘Blackfacing’ wg. Theaterschminke im Theater. Wahnsinn.

Machst Du Witze, oder ist das lediglich ein geschickt gebasteltes “Stöckchen”? Falls Letzteres, dann will ich mal brav apportieren (*wuff*):

Sag bloß, Du hättest noch nichts von den Vorgängen zum Zwarten Piet (wörtlich ungefähr “Schwarzer Peter”, eine Art Knecht Ruprecht) in NL gehört: http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/aktuelles/archiv/2014/august/0827zwartepiet.html

“Im Juli hatte das Amsterdamer Verwaltungsgericht geurteilt, dass die traditionelle Figur des Zwarte Piet ein negatives Klischee darstelle. Der Einzug des Sinterklaas mit den schwarzen Helfern sei demnach beleidigend für Menschen mit dunkler Hautfarbe.”

Ist wohl ernst gemeint. Die UN mischt lt. Bericht in der Debatte nämlich auch schon mit:

Eine fünfköpfige UN-Expertengruppe gab in einem Statement im November 2013 dann die Empfehlung, in den Niederlanden eine offene Debatte über diese Tradition anzustoßen. „Es ist deutlich, dass viele Menschen, besonders Personen mit afrikanischen Wurzeln, der Ansicht sind, dass viele Aspekte des Zwarte Piet in unakzeptablen, kolonialen Einstellungen wurzeln, welche sie rassistisch und beleidigend finden.“

(nein, ich denke nicht, dass das eine False Flag Operation irgendwelcher Geerd Wilders Fans ist)


CountZero
6.9.2014 17:33
Kommentarlink

@Gast$FF

Machst Du Witze, (…)?

Ab und an, hier aber nicht.

(Zwarte Piet)
Doch, ich habe davon gehört. In einem bestimmten Sinn kann ich die Ziele der Tugendwächter hier nachvollziehen (wiewohl nicht gutheißen).

Ich finde allerdings, dass die moralische Verurteilung der Tatsache, einen weißen Schauspieler mit Theaterschminke einen schwarzen Charakter spielen zu lassen, tatsächlich noch eine andere (und nicht mehr nachvollziehbare) Qualität hat. Das ist ja so, als würde ich einer jungen Schauspielerin, die in einem Stück eine alte Vettel spielt, ‘Ageism’ (oder sonstwas) vorwerfen, weil sie im Theater(!!) ihren Job macht.

Dieses ‘Suchen nach potentiellen moralischen Verfehlungen, wenn der Bezugsrahmen auch noch so exotisch ist’ dieser pseudo-do-gooders bzw. social justice warriors widert mich nur noch an.

Wahnsinn. Im Sinne des Wortes.


Gast$FF
6.9.2014 22:24
Kommentarlink

@CountZero:
> Dieses ‘Suchen nach potentiellen moralischen Verfehlungen, wenn der Bezugsrahmen auch noch so exotisch ist’ dieser pseudo-do-gooders bzw. social justice warriors widert mich nur noch an.

Schön gesagt – ich kann mich dem nur anschließen. Es ist das verzweifelte Ringen der Unterprivilegierten und Minderbemittelten um Anerkennung, dass sie in dieser Art “über die Dörfer” gehen lässt.

Wahrscheinlich dürfen Kinder demnächst auch nicht mehr das Kartenspiel “Schwarzer Peter” spielen; wird dann in irgendwas politisch-korrektes umbenannt, und die Spielehersteller entsprechend unter Druck gesetzt.