Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Rant über Berliner

Hadmut
26.5.2014 18:03

Netter kritischer Artikel über die Berliner in der WELT. Zitat:

Berlin ist sediert von einem Anspruchsdenken, das in keinerlei Verhältnis zur Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Anspruchsformulierer steht. Es sind die ewigen Studenten, das Projektprekariat und die schmerbäuchigen Apologeten der Biotope für Wenignutze und rollerbladende Transferempfänger, die denen selbstbewusst Grenzen aufzeigen, die sich zackig ein schnelleres und anstrengenderes Berlin wünschen. Der Hedonismus der Entschleuniger harmoniert mit den jämmerlichen Wirtschaftsdaten. […]

Politik heißt für die Mehrheit der Berliner, wir fordern, andere bezahlen.

Treffer.


28 Kommentare (RSS-Feed)

Claus Thaler
26.5.2014 18:20
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Was die Mentalität der Berliner betrifft, hat der Autor sicher recht. Trotzdem finde ich das Zubetonieren innerstädtischer Grünflächen durch Wohnungsspekulanten Scheiße.


Hadmut
26.5.2014 18:23
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> Trotzdem finde ich das Zubetonieren innerstädtischer Grünflächen durch Wohnungsspekulanten Scheiße.

Wie findest Du denn den Berliner Wohnungsmarkt?

Preise und Angebot?


Dirk
26.5.2014 18:47
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Nur mal angenommen, der Berliner Senat wuerde nicht permanent Wohnungsbestand an Heuschrecken verscherbeln,
nur mal angenommen, der damalige Finanzsenator Wowereit haette der Auspluenderng der Berliner Bank nicht tatenlos zugesehen
nur mal angenommen, man koenne einer SPD vertrauen, die verspricht, erst mal nur die Raedner zu bebauen
und nur mal angenommen, die Story mit dem “bezahlbaren Wohnraum” waere auch nur fuenfzehn Sekunden ernstgemeint gewesen…

… auch dann faende ich nicht, dass der Berliner Wohnugsmarkt erst auf Muenchner oder Hamburger Niveau angekommen sein muss, bis sich massiver Protest regt.

JFTR


ReVolte
26.5.2014 18:59
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Warum bist du eigentlich nach Berlin gezogen, Hadmut?


Hadmut
26.5.2014 19:08
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> Warum bist du eigentlich nach Berlin gezogen, Hadmut?

Diverse Gründe.

Private Gründe.

Berufliche Gründe.

Alle paar Jahre mal was anderes.

Wohnungen in München zu teuer. (Wenn ich das richtig verstanden habe, haben die bei meinem Auszug zum Nachmieter 250 Euro draufgeschlagen.)

München zu weit ab vom Schlag was Konferenzen usw. angeht.

Weil ich mich in München auch nicht sonderlich wohl gefühlt habe, und ich da nie hinwollte, da auch nur aus beruflichen Gründen hingezogen bin.

Weil ich mich mal etwas in Bundespolitik einmischen wollte.

Weil mir die Job-Szene in München auf den Sack ging und ich keine Lust mehr hatte, jeden Tag in Business-Verkleidung zur Arbeit zu gehen.

Weil ich in München nahezu alles gesehen habe, was ich sehen wollte.

Weil mir die Alpen im Weg rumstanden.

Und weil ich noch ein paar Dinge vorhabe, von denen ich glaube, dass die hier besser möglich sind.


Weil ich mich mal etwas in Bundespolitik einmischen wollte.

Dacht’ ich’s mir

Berlin hat schon die DDR schwer belastet.

Carsten

“Der Osten bekam die D-Mark, der Westen die StaSi.”
Benedict Mangelsdorff


ReVolte
26.5.2014 19:26
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Oha, also richtiggehend strategische Gründe. Ich sehe mit Spannung den mit Sicherheit sehr interessanten Ergebnissen entgegen.


anonym
26.5.2014 19:31
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Perfekte Beschreibung vieler Berliner!

Allerdings auch eine perfekte Beschreibung derer, die den Flughafen bebauen wollen, das sind nämlich auch solche Berliner:

Wenignutze und Transferempfänger, die sich auf dem Weg der Bebauung die Taschen vollstopfen wollten.

Die Kosten in Form von Subventionen, verlorener Lebensqualität, gescheiterter Planung, Ghettobidung usw. zahlt ja die Allgemeinheit.


Peter Schaff
26.5.2014 19:43
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Wie findest Du denn den Münchener Wohnungsmarkt und Preise und Angebot und warum bist Du weggezogen? Lies doch mal Deine eigenen Aussagen dazu.

1. Das ist die WELT.
2. Bayern hat v. 1950 bis 1987 Geld aus dem Länderfinanzausgleich bezogen – ist ja auch o.k., wir sind eine BRD.
3. Jede Landesregierung hat in B. seit … versagt, war korrupt — ist halt die Hauptstadt (und was und wer hier f. die Pleiten der Vergangenheit und Gegenwart verantwortlich ist, weisst Du wohl .)
4. Der Berliner – und ich sage lieber: der Anwohner und der hat entschieden – und damit auch der zugewanderte und heute dominierende Schwabe und Bayer in Prenzlberg, Friedrichshain, Kreuzberg, Schöneberg, langsam auch Neukölln und Wedding fragt sich doch: warum sollte die Innenstadt und dazu gehören Kleingärten und TEMPELHOFER FELD zubetoniert werden (auch wg. City-LIFE sind wir doch hergezogen und nicht wegen 08/15 Fussgängerzone mit Geschäftsgebäude ?), meist mit Büroflächen (Media-Spree)- warum sollen Konzerne am Wasser residieren? Business und Wohnungen — in 20 Minuten bist Du bei dem grossartigen Berliner Verkehrsnetz in der City (es sei denn, die DEUTSCHE BAHN pflegt ihren Nahverkehr mal wieder nicht…) und warum sollten nicht neue Wohnungen und Kieze und Standorte im Umfeld entstehen? Vielleicht wohnst Du ja in Mahrzahn und kannst Dir das nicht vorstellen? Ich habe da noch andere Phantasien…


Hadmut
26.5.2014 19:53
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@Peter Schaff: Ich versteh gerade beim besten Willen nicht, was Du mir eigentlich sagen willst.

Es kommt mir wie Kommentarpingpong vor, als würde ich mit Eliza reden, die alles, was ich sage, durch Umformulierung zurückwirft…

> warum sollte die Innenstadt und dazu gehören Kleingärten und TEMPELHOFER FELD zubetoniert werden

Die Frage kann man stellen.

Aber wenn man da keine Häuser hinstellen will, soll man mit dem Rumgepinse aufhören, dass die Mieten steigen.


Noob
26.5.2014 20:10
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>>Wie findest Du denn den Berliner Wohnungsmarkt?
>>Preise und Angebot?

Naja, da müssen halt mal paar Wohnungen gebaut werden, die man sich Leisten kann. Und die wären auf dem Tempelhofer Feld garantiert nicht entstanden.
Wer baut denn bitte noch sozialverträgliche Wohnungen? Private sicher nicht, und der Staat kümmert sich nur ums verscherbeln von Staatseigentum.


Peter Schaff
26.5.2014 20:31
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Wer ist Eliza?
Gerade wenn man da Häuser hinstellt, werden die Mieten steigen.


Hadmut
26.5.2014 20:36
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> Wer ist Eliza?

Hi. I am Eliza. Tell mir your Problem.

Gewissermaßen eine Tochter von Joseph Weizenbaum.

Hat auch mal bei IKEA gearbeitet.

> Gerade wenn man da Häuser hinstellt, werden die Mieten steigen.

Angebot und Nachfrage? Ein steigendes Angebot führt zu sinkenden Preisen.


Noob
26.5.2014 20:51
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>>Angebot und Nachfrage? Ein steigendes Angebot führt zu sinkenden Preisen.

Nicht immer und überall.
Freier Markt soll doch auch immer alles alleine Regeln, tut es aber nicht. Und btw. nicht vergessen: https://www.danisch.de/blog/2014/05/18/pseudowachstum-durch-scheinwirtschaft/ die Story mit den Autos.


Hadmut
26.5.2014 20:52
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Verstehe. Wohnungsmarktentspannung, in dem man Häuser nicht baut. Echte Berliner Logik.


Peter Schaff
26.5.2014 21:32
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Hi, I am not Eliza. To tell m e about your problems look: http://www.2coach2.de Welcome!


Oppi
26.5.2014 22:19
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“Verstehe. Wohnungsmarktentspannung, in dem man Häuser nicht baut. Echte Berliner Logik.”

Wenn du das so eindimensional (mehr Wohnungen = billiger für alle) betrachtest, machst du es dir meiner Ansicht nach zu einfach.

Ich vermute mal er meint, dass es nicht auf einmal mehr und vor allem bezahlbaren Wohnraum für das untere Einkommenssegment gibt, wenn man mehr Wohnungen für das obere baut. Wohnraum ist nicht gleich Wohnraum.

Das Gegenteil könnte der Fall sein : Wenn man durch den Bau hochpreisiger Wohnungen mehr zahlungskräftige Klientel heranholt, könnte das die Lebenshaltungskosten in der ganzen Umgebung steigen lassen.


Phil
26.5.2014 22:20
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Verstehe. Wohnungsmarktentspannung, in dem man Häuser nicht baut. Echte Berliner Logik.

Es ist doch arg zweifelhaft, dass genau neben einer Parkfläche (unbebauter Teil des Feldes) Billigwohnungen entstehen sollen. Und dies auch noch in bester Innenstadtlage. Es ist anzunehmen, dass die Preise der Wohnungen stark steigen werden, selbst wenn sie kurzfristig (zur Mobbeschwichtigung) billig angeboten werden. Dafür wäre die Lage viel zu gut.
Das Gleiche gilt für die anderen teuren Wohnungen. Warum sollte der Preis sinken, während die Nachfrage an teuren Wohnungen in guter Lage weiterhin hoch ist. Der Preis kann erst sinken, wenn die Nachfrage signifikant zurückgeht (Marktsättigung). Davon hört man aber nichts.

Die “Wohnungsnot” (eigentlich das fehlende Angebot an billigen Wohnraum) wird man nur in den Griff bekommen, wenn die Vororte mit billigen Wohnraum ausgebaut werden. Dieser Wohnraum darf nicht zu attraktiv sein, weil sonst natürlich die Mieten schnell steigen würden.
Im Prinzip bräuchte es einen zweiten S-Bahn Ring etwas weiter außen mit guten Zubringern für die Pendler. Quasi zwischen dem großen Ring, welcher durch Potsdam geht und dem aktuellen Ring.

Ein Luftschneise wie das alte Flughafengelände zu bebauen, halte ich auch für nicht zielführend (im Sinne der Mietpreise).
Dort sollen sie mal ruhig einen weiteren Park anlegen. Die nachfolgenden Generationen werden der Weitsicht danken.


Hadmut
26.5.2014 22:40
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> Es ist doch arg zweifelhaft, dass genau neben einer Parkfläche (unbebauter Teil des Feldes) Billigwohnungen entstehen sollen.

Das müssen sie ja gar nicht. Auch teure Wohnungen vergrößern das Angebot und nehmen deshalb Druck aus dem Markt, was zu niedrigeren Preisen führt. Das haben nur viele eben nicht verstanden, weil sie nur ideologisch orientiert sind.


Berndxy
26.5.2014 22:27
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> Wer baut denn bitte noch sozialverträgliche Wohnungen?

Wieso sollen in Berlin denn eigentlich nur Sozialwohnungen gebaut werden dürfen?

Wohnungen die in Austattung und Preis dem Standard anderer Großstädte, wie München, Frankfurt entsprechen werden als “Luxuswohnungen” diffamiert.

Genau DAS ist doch ein Zeichen für die im Artikel angesprochene “miefige Spießigkeit des scheinhippen Berlins”


Barbie aus Berlin
27.5.2014 3:59
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-der Artikel in der Welt kotzt sich darüber aus,daß eine Minderheit entscheidet wenn die Mehrheit den Arsch nicht hochkriegt
-im Gesetzentwurf des Senats stand nichts von Sozialwohnungen, die wären dort auch nicht gebaut worden, das die Randbebauung nur der Anfang gewesen wär, ist auch klar
-es gibt in Berlin bezahlbare Wohnungen, nur nicht in Mitte
Es gibt, selbst in Mitte, etliche Brachen die man bebauen könnte wenn man wollte


Markus
27.5.2014 4:00
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Das würde dann stimmen, wenn es einen einheitlichen Wohnungsmarkt geben würde. Die alleinige Betrachtung des Preises geht aber zu kurz. In der Regel schaut ein Wohnungssuchender ja nicht nur nach dem Preis, den er zu zahlen bereit und in der Lage ist, es geht auch um weitere Ansprüche wie Größe, Lage, Umfeld usw.

Wer nach einer “hippen Penthaus-Wohnung im Szenebezirk” sucht, konkurriert nicht wirklich mit jemandem um eine einfache Plattenbauwohnung an der Peripherie.

Die Miethöhe wird ja bei Neubauten nicht nur durch den örtlichen Markt bestimmt, sie ist ökonomisch auch nach unten durch die Baukosten gedeckelt. Kein Bauherr wird investieren, wenn die erzielbare Miete die Kosten für Grund, Bauobjekt, Steuern und Zinsen plus Rendite nicht erreicht.

Andererseits scheint es genügend Investoren zu geben, die eher dem Herdentrieb zu folgen scheinen. Anders ist die Flut an Hotelbauten nicht zu erklären, die der Welle der Büroimmobilien folgt. Und dann scheint Berlin auch einen extremen Mangel an Einkaufszentren zu haben – sprießen sie an allen Ecken und Enden aus dem Boden, Klonen gleich, mit den immergleichen Ketten bestückt, die sich die enormen Mieten anscheinend leisten können – oder auch nicht wie man etwa am SSC sehen konnte. Aber der “Schweinezyklus” ist ja nicht vorherzusehen und dann gibt es bittere Tränen über die zu niedrige Auslastung, den großen Leerstand …

Mietwohnungen langfristig zu vermieten wird auch von den Einnahmemöglichkeiten geschlagen, sie als Ferienwohnungen in einem anderen Markt zu positionieren. DAS sorgt für eine Verknappung des Angebots in der Innenstadt.

Der verlinkte Artikel disqualifiziert sich bei dem dort verwendeten Wortschatz eigentlich von selbst – ein übles Geschimpfe. Erreichen wird der Autor damit aber eher das Gegenteil von dem, was er sich wohl erhofft. Die wenigsten Menschen haben es gerne, wenn man Kübel voll Mist über sie ausschüttet – da zitiere ich mal eine berühmte zugereiste Berlinerin: “Wer schmeißt denn da mit Lehm, der sollte sich was schäm’ …”.


Heinz
27.5.2014 5:08
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> Auch teure Wohnungen vergrößern das Angebot und nehmen deshalb Druck aus dem Markt, was zu niedrigeren Preisen führt.

Nur, dass man von teuren, großen Wohnungen weniger bauen kann und auf das mit den niedrigeren Preisen wartet man in Berlin schon länger.


Robert Sander
27.5.2014 7:49
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Ein paar der Ursachen der Finanzprobleme von Berlin und eine mögliche Lösung werden in dem Artikel beschrieben:http://www.tagesspiegel.de/berlin/laenderstatus-der-hauptstadt-das-bundesland-berlin-ist-eine-fehlkonstruktion/8989228.html


Kreuzweis
27.5.2014 9:48
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“Politik heißt für die Mehrheit der Berliner, wir fordern, andere bezahlen.”

Hallo!

DAS ist DIE fundamentale Geschäftsidee ALLER Sozialisten und Gutmenschen!


ST_T
27.5.2014 10:23
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@Hadmut

“Das müssen sie ja gar nicht. Auch teure Wohnungen vergrößern das Angebot und nehmen deshalb Druck aus dem Markt, was zu niedrigeren Preisen führt. Das haben nur viele eben nicht verstanden, weil sie nur ideologisch orientiert sind.”

Das stimmt so leider nicht.
Das beste Gegenbeispiel dafür ist die Lebensmittelproduktion.
Etwa die Hälfte der Produktion landet Jahr für Jahr im Müll, weil überproduziert wird. Trotzdem steigen jährlich die Lebensmittelpreise, was ja nach deiner Logik gar nicht sein dürfte.

Quellen:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/lebensmittel-produktion-das-giftige-geheimnis-auf-unseren-tellern/6629862.html

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/01/16/inflation-deutsche-lebensmittel-preise-explodieren/

Das eigentliche Problem Berlins beginnt doch schon bei der Staatsschuldenkrise und der damit verbundenen Kapitalflucht nach Deutschland. Nun nehmen die Reichen aus den Pleitestaaten ihre Gelder mit und investieren sie in Betongeld. Das lockt natürlich noch mehr Schmeißfliegen an.

Und da nun in anderen Metropolen Europas kein Geld mehr zu machen ist, kommt dieses Gesocks nun nach Deutschland.

Und dank der Hilfe der “Sozialdemokraten” dürfen sie sich auch hier so gut ausbreiten und weiter vergiften…

Quellen:
http://www.zeit.de/2011/32/WOS-Berliner-Wohnungsmarkt

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article13899240/Warum-Spekulanten-einen-Bogen-um-Paris-machen.html

http://bundes.blog.de/2012/05/15/suenden-spd-gruenen-deregulierung-finanzmaerkte-13685227/


O.
27.5.2014 17:00
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Tempelhofer Feld vs. Wohnungsknappheit?

KenFM-Kommentar dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=r2h84tg8svI

Was die “Staatsschuldenkrise” angeht… war je aigentlich eine Immobilien-/Bankenkrise, und die Schulden hat der Staat übernommen, weil Markt und Kapitalismus nur für die Armen, aber Sozialismus für die Reichen gilt.


Sven
31.5.2014 18:47
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Ausgerechnet die chronisch defizitäre WELT mokiert sich… Das sind selber Wenignutze, die ohne Springer-interne Quersubventionierung schon lange tot wären…