Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Massenexmatrikulation an der Humboldt-Universität

Hadmut
29.3.2014 10:38

Die sind gerade beim Ausfegen und schmeißen über 700 Übriggebliebene aus den alten Magister-Studiengängen raus.

Boah. Ich halte die Humboldt-Universität ja schon für unterste Schublade. Was sind dann die, die selbst die HU nicht mehr haben will? Und die das selbst mit 5 Semestern Vorwarnung nicht hinkriegen?

Was echt bitter ist:

Die längste Galgenfrist erhalten Studierende im Diplomstudiengang Informatik: Hier ist die Aufhebung für Sommer 2018 angesetzt.

Oh, liebe Zeit. Mir ging das damals so ähnlich, ich hatte auch im Hauptdiplom mit der Diplomarbeit angefangen und die Prüfungen nach hinten geschoben, um dann in ein Riesenproblem zu laufen. Ich hatte nämlich krankheitsbedingt die letzten Vorlesungen meines Studiengangs verpasst, danach hatten die alles umgebaut und wollten einen Wechsel nicht zulassen. Die wollten mich damals rauswerfen, ohne Gnade. Weil sie meinten, das wäre nicht mehr zu schaffen. Ich habe damals fast alle Hauptdiplomsprüfungen in zwei Semestern durchgezogen ohne eine einzige der Vorlesungen dazu gehört zu haben, nur mit Literatur. (Ich habe schon Vorlesungen gehört, aber andere.) Und die haben dort nun 5 Semestern Vorwarnung plus weitere über 4 Jahre Galgenfrist, und trotzdem proben sie den Aufstand? Obwohl doch deren Studiengänge schon auf Trivialität durchgegendert sind?

Gehen die dort direkt vom Studium in die Rente mit 63 oder was? Oder gehen die direkt in die Quoten-Verbeamtung?

11 Kommentare (RSS-Feed)

Andrea
29.3.2014 12:14
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Dass nicht jeder in der Regelstudienzeit fertig wird kann ich schon verstehen, aber dass einige ewig rumeiern entzieht sich meinem Verständnis. Letzte Woche hatte ich auch eine Diskussion mit einem Kommilitonen, der nun mittlerweile 33 ist. Es ging dabei auch um Studienzeiten und dass er ja mittlerweile schon das Zweitemal das gleiche Fach studiert und wieder ewig braucht. Seine Antwort war, dass er ja später noch genug arbeiten würde, da könne er sich ja im Studium Zeit lassen. Ich betone, dieser ist 33 (!!).

Den folgenden Satz aus dem Artikel kann ich auch aus meiner Erfahrung bestätigen:
> [..] 733 seien nun vom letzten Prüfungstermin am 31. März betroffen, sagt Baron. Davon hätten neunzig Prozent gar nicht auf die Anschreiben der HU reagiert, […]

Bei uns reagieren die Studenten auch eher selten auf irgendwelche hochschulischen Mittelungen. Sei es von der Hochschule selbst oder von den Studentenvertretungen.


Jakob
29.3.2014 12:29
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Unter den 700 betroffenen Studenten sind sicherlich auch einige dabei, die längst nicht mehr aktiv studieren und nur noch wegen dem Semesterticket 2x im Jahr die Rückmeldegebühr überweisen.


Gast$FF
29.3.2014 17:24
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Dürften überwiegend sog. Scheinstudenten sein. Semesterticket, Mensa, billige Krankenversicherung, ggf. auch noch Wohnheim und länger “Kindergeld” für die Eltern und und und… Regelmäßig erkennbar auch an den extremst niedrigen Wahlbeteiligungen bei den Wahlen der Gremien der studentischen Selbstverwaltung (oftmals <10%).

Trotzdem nimmt das Vorgehen der HU hier Wunder. Eigentlich sollte die Uni (oder zumindest die einzelnen Fakultäten) doch ein Interesse an möglichst vielen solcher Karteileichen haben. Ich gehe mal schwer davon aus, dass diverse Mittelzuweisungen und -verteilung an der Anzahl der eingeschriebenen Studenten festgemacht werden.

PS: Ich selbst bin damals im 6. Semester in der Auftaktveranstaltung eines Wahlpflichtfachs auf drei Methusalem-Mitstudis im 35. und 36. (!) Semester getroffen. Kein Scherz.


Hanz Moser
30.3.2014 4:25
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36. Fachsemester?

Wow!

Das hätte ich unter Ausreizung aller Grenzen meiner Prüfungsordnung nur hinbekommen, wenn ich mehr als 10 Jahre im Koma gelegen hätte.


Andreas
30.3.2014 8:33
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@Hadmut:
Das gibt jetzt aber ein langes Oooooohhhhhh.
Ich dachte erst, die Studenten wären vernünftig geworden und hätten das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien in Scharen verlassen 🙂


Andreas
30.3.2014 8:36
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Wo wir gerade beim ZTG sind:
Mit PCs und Vorlagen scheinen die es dort nicht so zu haben:
http://www.gender.hu-berlin.de/diverses/ausschreibung_studentische_hilfskraft.pdf


Geisterkarle
31.3.2014 8:23
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Kann mir das einer erklären:
„Wer im Magister bereits scheinfrei ist, wird bei einigen Bachelorstudiengängen in das dritte Fachsemester eingestuft.“ Für die Altstudierenden wäre das ein Schritt zurück.

“Scheinfrei” bedeutet doch, dass man sämtliche Klausuren, Seminararbeiten etc. bestanden hat. Das einzige was fehlt wäre also die Abschlussarbeit.
Kann es da so schwer sein diese Arbeit zumindest mal für einen Härteantrag ala “Hier, das ist mein Diplomarbeitsthema, fange ich 1.4.2014. bei Firma xyz an! Bitte daher um Härteantragsverlängerung für abgabe am 31.9.2014” zu starten oder sitzen die seit 3 Semestern scheinfrei herum und drehen Däumchen?


Hans
31.3.2014 12:22
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@Jakob ” Unter den 700 betroffenen Studenten sind sicherlich auch einige dabei, die längst nicht mehr aktiv studieren und nur noch wegen dem Semesterticket 2x im Jahr die Rückmeldegebühr überweisen.”

Das denke ich auch. Das sind ~400 € Ersparnis zum ABC-Umweltticket-Abo (mit Fahrradkarte)


O.
31.3.2014 19:43
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“Ich halte die Humboldt-Universität ja schon für unterste Schublade.”

Ist das nicht eine “Exzellenzuni”?!

Die bieten immerhin auch anderes als Gender-Studies an…


Hadmut
31.3.2014 19:48
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> Ist das nicht eine “Exzellenzuni”?!

Ich habe hier – vor der Gender-Welle – schon ausführlich zu den Sauereien und Betrügereien bei der Exzellenziniative berichtet, unter anderem darüber, dass die damalige Forschungsministerin Schavan ihre CDROM mit den Kopien der Akten vernichten ließ, damit ich keine Akteneinsicht nehmen kann. Noch Fragen?

> Die bieten immerhin auch anderes als Gender-Studies an…

Die bieten nichts mehr an, was nicht durch Gender versaut und unbrauchbar gemacht worden ist.


Fredi
1.4.2014 19:33
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Echt? Ein Kumpel ist da gerade mit seinem Master in Biologie durch und fängt glaube ich da demnächst mit seinem Doktor an, der hat noch nichts von irgendwelchen Genderisierungen gehört und weiß nichtmal, was das überhaupt ist.