Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Festplatten-Angaben

Hadmut
29.3.2014 18:06

Pfff. Vorhin beim Einkauf für nen Moment drauf reingefallen. Update 2

Ich hab ja schon mehrfach beschrieben, dass ich bevorzugt externe 2,5-Zoll-USB-Platten für Backups verwende und deshalb ein paarmal im Jahr welche nachkaufe. Auch weil die Daten vom Umfang her wachsen. Meine Sammlung an Backup-Medien umfasst mittlerweile alle Größen zwischen 20GB und 2TB. Die Festplattenkrise hat natürlich auch hier eine merkliche Delle hinterlassen. Aber glücklicherweise seit etwa dem Zeitpunkt, seit dem meine Daten auch dateisystemkomprimiert nicht mehr auf eine 1TB-Platte passen, gibt es 2TB-Platten im 2,5-Zoll-Format. Momentan brauche ich etwa 1,5 TB, und die Dinger liegen inzwischen meist so bei 99 Euro. Dafür müssen sie dann schon ein paarmal Backup (oder inkrementell mit Snapshot) aushalten.

Aufgefallen ist mir, dass die 2,5-Zoll-Gehäuse bei 2TB-Platten deutlich dicker sind. Als ich meine erste 2,5-Zoll-2TB-Platte im externen Gehäuse gekauft hatte, gab’s die ohne Gehäuse noch gar nicht zu kaufen, und das Gehäuse war nicht zerstörungsfrei aufzukriegen. Ich hatte deshalb den Verdacht, dass da in Wirklichkeit zwei 1TB-Platten eingebaut waren und über die USB-Bridge so kombiniert werden, dass die wie ein einzelnes Laufwerk aussehen (quasi RAID0 im Controller). Warum auch nicht? Ist ja OK, und solche Controller gibt’s auch, warum also nicht einsetzen? Waren aber wohl doch echte 2TB-Platten.

Vorhin beim Samstags-Einkauf die übliche Schleife gedreht, die mich auch am dämlichen Elektronik-Markt vorbeibringt. Guck ich schon ab und zu mal rein was es Neues gibt und wie die Preise rutschen (beispielsweise kostet ein Galaxy Note 3, was im November noch 800 Euro gekostet hat, jetzt 449 Euro).

Da fällt mir auf einem Grabbeltisch was auf: 2,5-Zoll-Festplatte, aber im undurchsichtigen großen Karton, man weiß nicht so genau, was drin ist. Steht drauf “1TB + 750GB = zusammen 1,75 TB” für 79 Euro.

Erster Gedanke: Du kommst mit. Da passt mein aktueller Backup drauf und ist 20 Euro billiger als 2TB-Platte.

Zweiter Gedanke: Äh, Moment mal. 1TB + 750 GB? Was ist das denn? Ein Gehäuse mit zwei eingebauten Festplatten? Oder zwei Festplatten aus den Restbeständen im Doppel-Spar-Pack? Pack genommen, von allen Seiten durchgelesen. Steht nichts dazu drauf, wie diese komische Summe zustandekommt. Nur die »750GB« sind grün hinterlegt. Sonst kein Unterschied. Wie meinen die das jetzt?

Verkäuferin gefragt. Ja, meint sie, da ist eine 1TB-Festplatte drin, und die 750 GB sind »online«. Mehr wüsste sie jetzt auch nicht.

Warum steht das weder auf der Packung noch auf dem großen Preisschild, dass die eine Hälfte des Super-Angebots »online« ist? Ich guck noch mal nach, aber auf der Packung steht kein Wort davon. Komischer Schwindel.

Schwindel?

Naja. Man bekommt was anderes, als man erwartet. Das Ding ist so etwa 15 Euro teurer als die anderen, normalen 1TB-Platten. 15 Euro für 750 GB »online« ist gar nicht so teuer, nur es ist überhaupt nichts dazu zu finden. Wie lange denn? Ein Jahr? Ist das gesichert, ist das RAID oder einfach nur so Billigstplatte? Wo ist das? Wer ist das? Wie kommt man drauf? Auf dem Karton steht nichts, nur dass man Windows irgendwas oder Mac ab Version blabla bräuchte. 750 GB als Dateien einzeln über den Webbrowser hochschaufeln oder wie?

Im Prinzip ist es für manche Anwendungen nicht schlecht, 750GB »online« zu haben. Aber wenn man überhaupt nicht weiß, was man da kauft? Das erste Jahr, und dann geht’s für 99$ weiter? Ich kann mir nicht vorstellen, dass da jemand für 15 Euro lebenslanges Speichern anbieten kann.

Da muss man künftig aufpassen, dass überhaupt noch was in der Schachtel ist und man nicht die leere Symbolschachtel mit dem Gutschnein drin kauft.

Update Ich hab das Ding nochmal im Web gesucht. Eine Intenso „1,75 TB”, aber keine Rede von Online-Speicher. Ich hatte mich ja schon gewundert, dass auf der Verpackung nichts steht.

Es scheint – entgegen der Aussage der Verkäufer tatsächlich eine 1,75 TB-Platte zu sein.

Seltsame Größe.

Wahrscheinlich eine 2TB-Platte mit totgeschalteten (evtl. defekten) Sektoren.

Update 2 Ich hab nun doch eine gekauft, nachdem es angeblich eine gewöhnliche Platte mit krummer Größe ist. Und tatsächlich:

Disk /dev/sdd: 1750.4 GB, 1750350422016 bytes
255 Köpfe, 63 Sektoren/Spur, 212801 Zylinder, zusammen 3418653168 Sektoren

Dafür ist es eine preisgünstige Platte. Und im Gegensatz zu den 2TB-Platten in einem normal flachen Gehäuse.


21 Kommentare (RSS-Feed)

Joe
29.3.2014 20:51
Kommentarlink

Die 2,5-Zoll-Gehäuse aufbrechen kann man sich sparen, darin wohnt auch nur eine Festplatte mit direkt aufgelöteter USB-Schnittstelle. Echte 2TB-Festplatten mit SATA-Schnittstelle und 15mm Bauhöhe gibt es überhaupt erst seit einem Jahr.


Hadmut
29.3.2014 20:55
Kommentarlink

> darin wohnt auch nur eine Festplatte mit direkt aufgelöteter USB-Schnittstelle

Hab ich schon oft gehört, aber noch nie gehabt.

Bisher habe ich in allen geöffneten Festplattengehäusen, auch den 2,5-Zoll-Gehäusen, immer normale SATA-Platten mit Adapterplatine gehabt. Einige meiner Festplattengehäuse haben transparentes Plastik, durch das man das sehen kann, ohne das Gehäuse geöffnet zu haben.


Andy
29.3.2014 21:58
Kommentarlink

Bei Google gibts mittlerweile 1TB für etwa die Hälfte von dem was die 750GB kosten sollten.


Hadmut
29.3.2014 22:26
Kommentarlink

> Bei Google gibts mittlerweile 1TB für etwa die Hälfte von dem was die 750GB kosten sollten.

Woher willst Du das wissen, wenn nicht erkennbar ist, auf welchen Zeitraum sich der Preis für die 750 GB beziehen soll?

Bei Gogle kostet 1TB 9,99US$ pro Monat.


Joe
29.3.2014 22:18
Kommentarlink

Hab ich schon oft gehört, aber noch nie gehabt.

Ist nicht ungewöhnlich:

http://superuser.com/questions/591555/what-kind-of-connector-is-this-wd-elements-external-hd-opened

Kann man recht gut an der Außenlänge des Gehäuses erkennen. Wenn es da strammt auf die 10 cm zugeht und keine extra Platine mehr reinpaßt, ist auch keine drin. (Wir nennen die Teile zwar “2,5 Zoll”, tatsächlich sind Festplatten aber metrisch: 70 x 100 mm)


Henning Veitgen
29.3.2014 23:57
Kommentarlink

Meine Verschwörungstheorie: Eine Festplatte – state of the art – hat seit Massenmarkt schon immer 99 D-Mark, Euro oder Dollar gekostet. Die Größe ist dabei egal, denn das konnten 40 MB, 500 MB, ein oder zwei Gig sein. Festplatten kosten zu jeder Zeit im Durchschnitt immer den magischen Schwellenpreis neunundneunzig irgendwie Währung. Dieses Preisgesetz ein Halb gilt auch für Computerspiele. Ausnahmen der Regel bestätigen diese und weniger Rabatt gibt es auf alles außer Tiernahrung. In China kosten Festplatten wahrscheinlich 99 Renminbi, in Parasilistanien 99 Peso und in Indien 99 Rupien.

Wenn man also nur 60 Mark zur Verfügung hat, kann man sich keine Festplatte leisten. Hat man 100 €, kann man eine kaufen. Hat man 200 €, gibt es sogar eine zweite. Hat man 300 €, gehört man zum gehobenen Bürgertum, kauft eine Festplatte, etwas Schinken und zwei Flaschen Veuve Cliquot, damit der Einbau lustiger von der Hand geht. Apropos: Geht’s noch?

Worüber reden wir hier eigentlich? First-World-Problems, weil der Metzger den Daumen auf der Waage hatte. Darf’s denn auch etwas mehr sein?


Hadmut
30.3.2014 0:04
Kommentarlink

Das gab’s ja früher schon sehr häufig, dass die Hersteller nur die Festplatten der höchsten Kapazität herstellen und die einfach für verschiedene Preise runterkonfektionieren.

Zu meiner Schulzeit gab’s denselben Casio-Taschenrechner zweimal: Ohne und mit Statistikfunktion, Preisunterschied 20 DM. Der einzige Unterschied war aber, dass in einem das LCD den Schriftzug „stats” und im anderen „error” angezeigt hat (nicht in der Zahlenanzeige sondern als kleines Feld unten) und die Tastatur nicht mit STatistikfunktion beschriftet war. Die funktionierten aber genauso, weil sie den Chip nur einmal entwickelt haben. In der Anleitung stand dann, wenn „error” engezeigt wird, sofort Aus- und wieder Einschalten.

Und von meinem Auto hat mir die Werkstatt auch gesteckt, dass die verschiedenen Modelle mit verschieden starken Motoren alle den gleichen Motor haben, und der nur per Kennlinie im ROM an die bezahlte Leistung angepasst wird.


Hank
30.3.2014 6:14
Kommentarlink

> Die funktionierten aber genauso, weil sie den Chip nur einmal entwickelt haben. In der Anleitung stand dann, wenn „error” engezeigt wird, sofort Aus- und wieder Einschalten.

http://www.urbandictionary.com/define.php?term=Golden%20Screwdriver


yasar
30.3.2014 9:18
Kommentarlink

@hadmut:
> Wahrscheinlich eine 2TB-Platte mit totgeschalteten (evtl. defekten) Sektoren.

Ich könten mir auch denken, daß die den “Reservebereich” deutlich vergrößert haben, wenn ich sehe, wie oft in letzter zeit bei mir Kunden Platten ankommen, die nicht lesbare Sektoren haben.


yasar
30.3.2014 9:24
Kommentarlink

zum Thema USB aufgelötet:

Die alten USB-2.0 2,5″-Platten waren meist regulaäre IDE oder SATA-Platte denen en kleiner USB-Adapter aufgesteckt wurde. bei USB3.0 scheint es aber üblich geworden zu sein, die USB-Elektroik direkt auf die controlerplatine der Platte zu integrieren. Ich habe letztens eine interne HDD auf die schnelle gebraucht und dachte mir, ich könnte die 1TB-WD-Passport (USB3.0) nehmen. Ging nicht, da keine draufgesteckten Adapter mehr war. Ein älter 160-WD (Usb2.0) war hat alelrdings noch eine reguläre SATA gehabt, der ein winzig kleiner USB-Adapter draufgesteckt war. Ich vermute mal, daß üebr kurz oder lang alle externen Platten nicht mehr ohne weiteres vom Gehäuse befreit werden können, um sie als Interne zu nutzen oder für forensische Zwecke an an den internen Controller zu hängen.


yasar
30.3.2014 9:31
Kommentarlink

Ach noch etwas:

Ich habe mir mehrere Icy-Box AC603A USB3.0 auf SATA Adapter zugelgt in die ich dan reguläre 2,5″-SATA-HDDs stecke. Ist im prinzip ein kurzes Adapterkabel das auf die Platte gesteckt wird und eine Plastikbox, die man einfach zuklappt und aus der das Kabel dann herausschaut. Hat sich als sehr praktisch erwiesen, weil man da mal schnell eine Platte aus einem Kundennotebook sichern kann, wenn das Notebook nicht mehr tut. man kann dem sogar einacht die Platte als “externe” Platte in die hand drücken, wo er dann seine Daten wieder herunterkratzen kann.


@Hadmut (((“Bei Gogle kostet 1TB 9,99US$ pro Monat.”)))

Bei http://www.backblaze.com/
kostet unendlicher Speicherplatz 5.00 USD pro Monat


Hü La
30.3.2014 19:58
Kommentarlink

Wenn ich USB und Festplatte und Datensicherung noch öfters in ein und demselben Satz lese, brech ich noch irgendwann kotzend auf meiner Tastatur zusammen!

Bitte irgendwas mit IT lernen oder Studieren. Dann sich selbst um Datensicherung, Datensicherheit und Datenintegrität beraten.

Pfui! Sag ich da nur! Ganz großes Pfui!


Hadmut
30.3.2014 20:02
Kommentarlink

Wenn Du mit Kotzen fertig bist: Kannst Du Dich auch so ausdrücken, dass man Dich da irgendwie verstehen und erkennen könnte, was Du eigentlich sagen willst? Bist Du irgendwie in der Lage, Dich zu artikulieren?


Die Intenso-Webseite kennt 1.75 TB auch nicht, nur bis zu 1 TB:
http://www.intenso.de/produkte.php?kategorie=29&&produkt=1319637283
Oder ein OEM-Produkt für Mediamarkt?


yasar
31.3.2014 13:09
Kommentarlink

Hallo HüLa,

Datensicherung auf USB-Festplatten ist manchmal sinnvoll.

Nun? Ist Deine Tastatur vollgekotzt? Hoffentlich.

Sofern bestimmte Grundprinuzipien, die man auch bei andere Backup-Medien beachten muß auch bei USB-Platten beachtet werden, sehe ich da keinerlei Hinderungsgrund, diese zu verwenden. Ansonsten könntest Du mal gerne konkretisieren, was dich daran stört, statt einfach nur iBäh zu sagen.


Leo
31.3.2014 13:24
Kommentarlink

Naja, Hü La hat da wohl einfach USB mit UBS (der Bank) verwechselt, wahrscheinlich eine Folge des Alkohols.

Das erklärt auch die Magenprobleme.


Joe
31.3.2014 16:45
Kommentarlink

Bitte irgendwas mit IT lernen oder Studieren.

Ich empfehle dir erst einmal, deutsche Rechtschreibung und Ausdruck zu lernen. Dann kannst du nämlich anstelle ugs. Verkürzungen “irgend etwas” korrekt ausschreiben, und weißt, daß bei Verben wie “studieren” die Kleinschreibung angewandt wird.


Joe
31.3.2014 18:44
Kommentarlink

Wahrscheinlich eine 2TB-Platte mit totgeschalteten (evtl. defekten) Sektoren.

Das Gehäuse hat laut “technischen” Daten eine Höhe von 14 mm. Dort bekommt man bei bestem Willen keine 2 TB unter, nur maximal 1,5 TB.


Joey
1.4.2014 12:02
Kommentarlink

Das ist wohl ne normale 2 TB, nur mit “ehrlicher” Betitelung der Kapazität:
> http://www.amazon.de/gp/pdp/profile/A3OIWFI2KVW2H6
Hihi. Also: zugreifen, Hadmut!


Joe
1.4.2014 20:14
Kommentarlink

Das ist wohl ne normale 2 TB, nur mit “ehrlicher” Betitelung der Kapazität:
> http://www.amazon.de/gp/pdp/profile/A3OIWFI2KVW2H6

Da ist jemand um 250 GB betrogen worden, denn 2 TB sind 1,818 TiB. Die Platte, die Hadmut jetzt gekauft hat, hat 1.75 TB oder 1.592 TiB. Also 250 GB / 232.8 GiB weniger.

Mich würde trotzdem interessieren, was in der Platte drin ist. Drei 600-GB-Platter?