Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Von IKEA verarscht

Hadmut
15.3.2014 22:38

Sie gaukeln eine Kontinuität vor, die sie nicht haben.

Vorhin war ich mal wieder bei IKEA. Meine Meinung von IKEA ist wieder mal gesunken.

Grundsätzlich glaubt man ja immer irgendwie, dass man bei IKEA die Sachen nachkaufen kann und es die jahrelang gibt. Weil da „10 Jahre Garantie” dransteht oder die über Jahre oder Jahrzehnte hinweg dieselben Namen haben. Als ich kürzlich in Australien war, musste ich in Adelaide mal mit dem Auto anhalten und die nächstbeste Gelegenheit war ein IKEA-Parkplatz. Aus Neugierde bin ich da mal rein und habe drin fast vergessen, dass ich in Australien und nicht in München, Dresden oder Berlin war. Alles exakt genauso, nur drei Unterschiede habe ich entdeckt: Sie sprechen Englisch, sie verwenden Dollar- statt Eurozeichen, und die Betten gibt es nicht wie bei uns im 20cm-Raster, sondern wie im englischsprachigen Raum üblich als Queen- und Kingsize. In Peking hab ich auch einen gesehen, war aber nicht drin. Man glaubt da immer, dass die räumliche Invarianz, nach der sie auf der ganzen Welt dasselbe verkaufen, auch zu einer zeitlichen Invarianz führt.

Tatsächlich aber ist das Angebot von IKEA hochgradig volatil, und ich habe inzwischen den Eindruck, dass das von denen nicht nur hingenommen, sondern absichtlich betrieben wird. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Namen der vermeintlich dauerhaften Produkte nur der Aufhänger sind, um das Neue als bekannt zu vermitteln, obwohl sich ständig alles ändert.

Neulich gab’s ja schon öffentlichen Ärger, weil sie das Regal Expedit durch das ähnliche, aber doch nicht gleiche Kallax ersetzt. Man fragt sich: Warum? Ist das neue schöner? Nein. Bedient es einen anderen Markt? Auch nicht. Lässt es sich billiger herstellen? Möglicherweise. Geht’s vielleicht nur um das Ändern um des Änderns Willen?

Vor einiger Zeit hatte ich mir bei IKEA – zum Testen – eine Alu-Schiene gekauft, die dort eigentlich für die Küche gedacht ist. Man schraubt sie an die Wand, kann allerlei Haken und Halter einhängen, um den ganzen Küchenkrempel an der Wand unterzubringen. Ich wollte die eigentlich an die Zimmerdecke rundherum schrauben, um an den Haken Bilder aufzuhängen. Es gibt zwar im Fachhandel spezielle Atelliersyteme, die genau das machen, aber das zehnfache kosten. IKEA-Schiene gekauft, wunderbar, passt genau, wollte nach ein paar Wochen noch 20 solcher Schienen kaufen. Gibt’s nicht mehr. Ist aus dem Programm geflogen. Sie haben jetzt andere Schienen, die mir aber nicht passten.

Ich habe als Student mit IKEA angefangen. Wohnte damals im HaDiKo, war knapp bei Kasse und musste mit einem winzigen Zimmer klarkommen, es optimal ausnutzen. Einzige greifbare Lösung war IVAR. Das legendäre IVAR. IVAR hat mich dabei über vier Wohnungen begleitet. Ich habe immer wieder nachgekauft, und jedesmal waren die Teile irgendwie anders. Vieles gab’s nicht mehr oder nur kurz. Ich hatte irgendwann Schränke für IVAR gekauft, und schon kurz drauf gab es sie nicht mehr, sondern andere, die ganz anders aussahen und andere Maße hatten. Dann gab es Teile wie Verbindungsstücke oder Eck-Regale einfach nicht mehr. Oder die PC-Arbeitsplatte. Als ich neulich von München nach Berlin umzog, hat’s mir dann gereicht. Ich konnte nd wollte IVAR nicht mehr sehen und habe alles verhökert. Und erstaunlicherweise auch bei bis zu 25 Jahre alten und teils arg ramponierten Teilen noch die Hälfte des Neupreises bekommen, weil Leute verzweifelt die alten IVAR-Teile suchten, die noch die Metall-Beschläge zum Einhängen haben. Inzwischen haben sie Plastikschienen und die sind – angeblich – von den Maßen her inkompatibel zum alten System.

Noch so’n Klassiker ist das Billy-Regal. Oder wäre es, wenn es immer das gleiche wäre. Im Laufe der Zeit habe ich mehrfach schon Billy-Regale gehabt, und viele davon wieder weggeworfen, weil man sie nicht mehr gleich nachbekommt. Dann hat IKEA mal wieder die Farben oder den Lieferanten gewechselt und schon sehen die nicht mehr gleich aus und passen nicht mehr zusammen. Ich hatte mal ne Zweitwohnung in Dresden und für die damals – es musste schnell und günstig sein – zwei metallic-graue Billys gekauft, die richtig gut aussahen und trotzdem günstig waren. Doch schon kurz drauf gab’s die nicht mehr, das war nur so’n Gag. Ebenso wie die grünen und die gelümten, die es nur kurz gab. Auch die mit Holzfurnier sahen schon nach kurzer Zeit anders aus. Seither kaufe ich nur noch die schnöde-weißen. Die ändern sich zwar ebenfalls, beispielsweise bei der Aufhängung der Bretter, die dann wieder inkompatibel sind, aber wenigstens ist das weiße Billy so billig, dass einen Wegwerfen nicht mehr so sonderlich stört. Verblüffend billig. Billiger als die Einzelteile. Kauft man ein einzelnes Brett nach, kostet das 10 Euro. Vier Bretter kosten also 40 Euro. Ein ganzes Billy-Regal, bei dem nicht nur diese vier Einlegebretter, sondern insgesamt noch die Seitenteile, die Rückwand und drei feste Querbretter drin sind, kostet nur 38 Euro.

Das mit dem Wegwerfen ist aber eh nicht so schlimm, denn sie könnten Billy auch gleich aus Pappe machen. Oder anders gesagt: Sie machen es aus Billigst-Pressspan (es gibt da sehr verschiedenen Qualitäten und Dichten), der kaum über dem Nivau von Pappe liegt. Denn so sehr ich mir beim Zusammenbau auch Mühe gegeben habe, meine Billys rechtwinklig aufzubauen – ich habe mich nicht nur exakt an der Rückwand orientiert, sondern zusätzlich noch einen Schreinerwinkel angesetzt – stehen die nachher alle kreuz und quer und zeigen jedes in eine andere Richtung. Ich habe die nur gerade hinbekommen, indem ich sie nicht nur alle an der Wand festgeschaubt habe, sondern obendrein noch an den Seitenlöchern für die Brettstifte durchbohrt und miteinander verschraubt habe. Nur so habe ich es hinbekommen, dass die eine ordnetliche, einheitliche, ausgerichtete Front hatten und gut aussahen. Es hat seinen Grund, warum die bei IKEA im Möbelhaus ihre Regale immer an der Wand festschrauben. Weil nicht das Regal, sondern die Wand fest ist. Aber selbst sie gewaltsam festzuschrauben hilft auf Dauer nicht viel, weil sie in sich weich sind. Billy kommt zwar als Bücherregal daher, eignet sich aber nur für seichte leichte Literatur. Von meinen Informatiker-Büchern biegen sich die Bretter nach kurzer Zeit so durch, dass die Regale nicht mehr schön, sondern nach Girlanden oder Hängematten aussehen. 80cm breit, nur 28 cm tief, dünne Bretter und Schlabber-Qualität, das passt nicht zusammen. Einige der Billys habe ich beim Umzug mitgenommen, aber hier stehen sie krumm und schief da. Fliegen demnächst raus.

Ich bin auf eine Alternative gekommen. Zwar habe ich schon die Berliner Möbelhäuser (und vorher die in München) abgeklappert, aber Möbelhäuser sind für mich eine Katastrophe. Von dem, was da rumsteht, finde ich eines schrecklicher als das andere. Mir gruselts darin immer vor so viel Geschmacklosigkeit. Ich stehe da immer in Wüsten voller Sofas oder Sessel, und finde keines, in das ich mich würde setzen wollen. Und wenn ich mich setze, dann sind sie so unbequem, dass ich nicht sitzen bleiben will. Bücherregale? Fehlanzeige.

Neulich hatte ich da ein Problem. Ich wollte den Platz hinter meiner Bürotür nutzen, und suchte deshalb ein Regal, das nur 20cm tief ist. Das einzige, das ich gefunden habe, war das BESTA – Nein, BESTÅ mit Kringel obendrauf – das genau die Maße hatte, die ich suchte. Auch nicht überteuert, und – für IKEA-Verhältnisse – von erstaunlicher Qualität. Fest, stabil, mit verstellbaren Füßen, aus weit besserem Pressspan, und es passen Bücher bis etwa A5, DVD-Hüllen, CDs usw. rein, nutzt den Platz hinter der Tür optimal. 128 cm hoch. Prima. Genau was ich brauchte.

So bin ich auf das BESTÅ-System gekommen. Das wäre eigentlich ziemlich gut, genau das, was ich für Büro, Wohnzimmer und mein Hobby-/Gästezimmer suche. Ich will nämlich alle drei neu einrichten, komme aber erst im September oder Oktober dazu, weil ich da noch was umbauen muss. BESTÅ ist sehr stabil, weil nur 60cm breit, aber 40cm tief und mit besserer Holzqualität. Da kann man auch richtig schwere Bücher reinstellen. Und es gibt prima Ausstattungsteile dazu, man kann da im Prinzip willkürlich Schubladen, Hängeregister, Türen usw. ein- und anbauen. Auch gut, genau was ich suche. Und nicht übermäßig teuer. Also hatte ich geplant, im Herbst drei bis vier Zimmer damit vollzupacken (Für’s Schlafzimmer hatte ich es mir auch schon als Alternative zu Kommoden usw. ausgesucht.) Geht leider nicht früher, ich kann das Zeug nicht vorher kaufen und lagern. Die Schränke sind 192cm hoch, 60cm breit, 40cm tief, und es gibt (gab) sie sogar als preisgünstiges Doppelschrankteil mit 120cm Breite. Das stellt man sich erst mal hin und kann dann nach Bedarf und Kassenstand Schubladen usw. einbauen wie man’s braucht. Eigentlich optimal. Und bezahlbar.

Deshalb war ich vorhin bei IKEA. Um was nachzuprüfen, weil ich zwei Teile nicht mehr im Online-Katalog fand. Darunter eben das Regal, was hier so prima hinter die Tür passt.

Nöh, gibt’s nicht mehr. Sie haben das 20cm tiefe und 128cm hohe Regal, das so prima ist, aus dem Sortiment genommen. Den Doppelschrank ebenso. Warum? Sie wollen „kleiner” werden. So’n Scheiß. Das Doppelregal kann man durch zwei schmale ersetzen, ist aber teurer und man muss sie wieder aneinander ausrichten. Das Fehlen des schmalen Regals wurmt mich aber. 20cm tiefe Regale sind wunderbar, um in einem Gang oder hinter einer Treppe usw. Bücher und DVDs unterzubringen. Argwöhnisch geworden frage ich, was denn bis Oktober noch alles aus dem Programm fliegt. Alle großen Schränke. Die mit 192cm Höhe fliegen alle raus. Verdammt. Mit denen wollte ich vier Zimmer füllen. Warum fliegen die denn raus? Sie wollen eben „kleiner” werden. BESTA sei ein Wohnzimmersystem, und irgendein Armleuchter von IKEA-Manager hat entschieden, dass man im Wohnzimmer keine großen Schränke mehr braucht und nur noch kleine Schränke im Wohnzimmer hat. Einen Fernseher, drei DVDs und die Weingläser oder so. Bücher sind komplett out.

Ich fluche. Ziemlich durchdringend.

Der IKEA-Mitarbeiter versucht mich zu beschwichtigen. Ich solle doch stattdessen PAX nehmen. Was, den Kleiderschrank? Ja, meint er, der sehe doch innen genauso aus und die Maße wären auch so ähnlich. Ich komme mir verarscht vor.

Dass PAX innen aussieht wie BESTA und überhaupt jedes andere IKEA-Möbelteil, verwundert nicht, weil bei IKEA alles gleich aussieht. Aber PAX hat andere Maße, die nichts ins Büro passen, und die Innenmaße und Lochbohrungen sind nicht kompatibel zu BESTA. Statt Vitrinentüren fürs Wohnzimmer und Hängeauszüge fürs Büro kann ich mir dann Krawattenhalter und Schuhhalter einbauen. Wahnsinn. Wie kommt der auf die bekloppte Idee, ich würde mir so ein PAX (auch wenn es sicherlich aus der gleichen Möbelfabrik kommt und vom gleichen Designer gemacht wurde) ins Büro oder Wohnzimmer stellen? Viel zu tief.

Und außerdem viel zu labbrig. PAX hatte ich nämlich auch schon mal. In meiner Karlsruher Wohnung hatte ich zwei PAX-Kleiderschränke. Die habe ich beim Umzug nach München mitgenommen. Was nicht einfach war, denn am Stück ging das nicht. Die sind so riesengroß, dass sie zusammengebaut nicht mehr durch die Zimmertür passen. Also musste ich sie wieder zerlegen. PAX besteht aber aus Schlabber-Pressspan, und lässt sich nicht ohne weiteres ein zweites Mal aufbauen, zumal die Rückwand gefaltet ist und die Falte beim Abbau durchriss. Ich habe sie in München wieder aufgebaut bekommen, indem ich einfach im Baumarkt billige Blechwinkel geholt und mit Akkuschrauber und selbstschneidenden Holzschrauben in jede Ecke einen Winkel geschraubt habe. Für 4 Euro pro Schrank erheblich stabiler als neu. Dann hatte ich aber noch einen dritten gekauft, und der sah dann komplett anders aus, andere Farbe, andere Innenteile usw., weil das Sortiment komplett gewechselt war. Ich hatte drei PAXe im Schlafzimmer und es sah aus, als hätte ich mir die Möbelteile vom Sperrmüll zusammengeklaut. Was auch damit zusammehängt, dass PAX so schlabbrig ist. Denn schon vom Gewicht meiner Hemden hat sich das Regal durchgebogen, und das dämliche System mit den einzuschraubenden Plastikankern erschwert es, die Regalböden zu wechseln. Sie brauchen es, weil der Schrank nicht genug Eigenstabilität hat. PAX ist nämlich kein Schrank. PAX ist ein Billigst-Korpus zum Sparpreis, der nur das Vehikel ist, um dem Kunden dann die teuren Einbauteile anzudrehen.

Davon wollte ich weg. Ich wollte mir auch ins Schlafzimmer BESTA stellen, weil BESTA viel stabiler und flexibler ist, und ich zum Ablegen von Hemden, Pullovern und solchem Zeug einfach nur normale Regalbretter brauche. Geht aber nicht, weil das hohe BESTA-Regal rausfliegt und sie mir – davon wollte ich weg – PAX empfehlen. Kleiderschrank im Schlafzimmer, Kleiderschrank im Büro, Kleiderschrank im Wohnzimmer. PAX ist übrigens 58cm tief (man will ja Klamotten reinhängen können), was mir viel zu viel Platz wegnehmen würde. Saudumme Idee.

Da hat IKEA einmal ein gutes und brauchbares Regalsystem, und da schmeißen sie es aus dem Programm.

Da kommt mir so ein blöder Gedanke.

Vor einiger Zeit hatte IKEA eine Büromöbelserie namens EFFEKTIV. Zwar mit einem seltsamen Montagesystem, und etwas überteuert, aber die sahen ziemlich gut aus und waren modular. Man hat keine großen Schränke gekauft, sondern einzelne Module, die man übereinander gestapelt hat. Das wollte ich mir für meine Münchner Wohnung kaufen, weil ich dort das Büro im Dachgeschoss hatte und deshalb Schrägen an den Wänden. Durch die Modulbauweise hätte ich das genau auf die jeweilige Höhe anpassen können. Wie ich’s gerade kaufen wollte, gibt mir ein IKEA-Mitarbeiter den Tipp, es bleiben zu lassen, weil die es gerade rausschmeissen. Es käme ein neues.

*Seufz* Also gewartet, bis das neue endlich da war, was sich dann aber nicht mehr rentierte, weil der Umzug vor der Tür stand. Das neue System ist das GALANT (unter dem Namen hatten sie schon Schreibtische). Galant ist plump. Galant ist hässlich. Galant ist – außer wenn man das nackte Grundregal nimmt – absurd überteuert. Warum kostet ein Schrank mit einer popeligen Plastikjalousie oder mit Schiebetüren gleich das drei- bis vierfache des offenen Schrankes?

Ich habe einen dieser Galant-Büroschränke. Den offenen, billigen. Weil ich beim Einzug hier ganz dringend und kurzfristig am Samstag Nachmittag etwas brauchte, um meinen Rechnerkram unterzubringen. Galant hat nämlich die richtige Größe und gehört zu den IKEA-Möbeln, die aus dem besseren, stabileren Pressspan gemacht sind. Und sie haben etwas nachgedacht – Galant hat Platz für Kabel. Hinter jedem Regalbrett ist so eine Daumenbreite Platz für Kabel und hinten hat es einen großen Durchlass. Schön ist es nicht, aber meine Microserver, Drucker und der ganze Tünnef passen da prima rein und sind sauber aufgeräumt. Ich frage so rein vorsichtshalber nach, wie es um die Zukunft von Galant bestellt ist. Galant hat keine Zukunft sagen sie, es fliegt beim nächsten Katalogwechsel komplett raus. Wieso denn das? Das haben sie doch gerade erst neu eingeführt. Ja, das sei nun auch schon wieder 5 Jahre alt. (Was nach meiner Erinnerung nicht stimmen kann, aber geschenkt.)

Vermutlich war das Problem eher, dass Galant wohl nicht gut angekommen ist. Galant hat nichts besonderes, sondern ist ein Büromöbel wie jedes x-beliebige andere Büromöbel auch. Nichts pfiffiges, nichts zum Kombinieren, einfach nur große, plumpe Klötze. Und die bekommt man bei jedem gewöhnlichen Büroausstatter auch – oft sogar günstiger und fertig montiert frei Haus. Wer, wenn nicht bekloppte Informatiker, die einen Serverschrank brauchen, stellt sich sowas in die Wohnung und zahlt auch noch teure Preise dafür? Eben. Vermutlich kaum jemand. Heißt aber auch, dass ich auch da jetzt einen Schrank im Büro habe, der gerade mal 7 Monate alt ist, und für den ich ab demnächst gar nichts mehr bekomme, was irgendwie dazu passt.

Ja, sagen sie, man muss das halt eben immer alles sofort so kaufen, wie man es braucht.

So sieht’s wohl aus. Das ist aber nicht das, was bei mir so ankam. Denn gerade mit den altbekannten Namen und den Serien wie eben Galant, IVAR, BESTA und so weiter verbindet man ja immer – auch wegen der teils langen Garantie – dass man das nachkaufen und anbauen kann. Ist aber nicht.

Ich habe jetzt ein BESTA- und ein GALANT-Regal, die beide einzeln rumstehen und von denen ich weiß, dass ich dann, wenn ich ab Herbst neue Teile brauche, nichts passendes mehr dazu bekomme.

Besonders bei BESTA ist das ärgerlich, weil BESTA eines der wenigen Teile von IKEA ist, die (zumindest nach meiner bisherigen Einschätzung) qualitativ halbwegs was taugen. Aber alles, was irgendwie besser als der meiste IKEA-Müll ist, schmeißen sie schnell wieder raus.

Bemerkenswert ist auch, dass sie mit ihrem Jahreskatalog ja suggerieren, dass es das Zeugs darin für ein ganzes Jahr lang gibt. Früher war das auch mal so. Da hat man das Zeug bis etwa August, also bis zum nächsten Katalog bekommen. Inzwischen aber haben sie – gerade jetzt im März zum Beispiel -ständig irgendwelche Rausschmeiß-Aktionen, weil sie irgendwas aus dem Programm nehmen. Man weiß also überhaupt nicht mehr, wie lange etwas noch im Programm sein wird. Eigentlich ist das nur noch eine Art Spot-Markt-Gehökere. So wie in jedem ordinären Billig-Möbel-Markt.

Heißt für mich jetzt aber auch, dass ich mir weder BESTA noch GALANT weiter kaufe, wenn jetzt schon absehbar ist, dass es das in ein paar Monaten – und vor allem dann, wenn ich es brauche, momentan kann ich es nicht auf Vorrat einlagern – nicht mehr geben wird. Erstaunlich ist vor allem, dass sie keine Alternativen anbieten. Sie sagen einfach, dass IKEA beschlossen hat, dass man im Wohnzimmer keine hohen Schränke mehr zu haben hat. Und ins Büro soll ich mir doch einfach Kleiderschränke stellen.

Ich glaube auch nicht (mehr), dass das nur Optimierung des Portfolios nach dem ist, was sich verkauft. Ich glaube, da steckt Methode dahinter, den Leuten ständig die Kompatibilität zur bestehnenden Wohnungseinrichtung zu nehmen. Es wird suggeriert, dass es kompatibel ist, indem man dem Zeug denselben Namen gibt und so grob die äußeren Maße einhält, es aber trotzdem ständig so verändert, dass nichts zum Alten passt.

Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, die Wohnung mit neuen Möbeln einzurichten.

Wenn die einem schon sagen, dass man jetzt keine hohen Schränke mehr zu haben hat…

27 Kommentare (RSS-Feed)

Gast$FF
15.3.2014 22:50
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Die Frage ist: Welcher Mann geht freiwillig und ohne Not alleine zu IKEA? Und dann noch an einem Samstag…


Hadmut
15.3.2014 22:53
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> Welcher Mann geht freiwillig und ohne Not alleine zu IKEA? Und dann noch an einem Samstag…

Wieso? Wen sollte man denn mitnehmen?

Und das Problem am Samstag sind vor allem die Kassen. Ich habe ja nichts gekauft. Ansonsten hat die Menschenmenge eigentlich nicht gestört. Ich komme halt auf meiner Samstagseinkaufsrunde fast direkt dran vorbei und wollte mal schauen, warum ich gewissen Teile im Online-Katalog nicht mehr gefunden habe.


Dr. Azrael Tod
15.3.2014 23:08
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dass sie ihr sortiment ändern kann ich verstehen. Dass da ab und zu mal was wegfällt was ich noch zuhause hab und dass es dafür dann auch plötzlich keine Ersatzteile mehr gibt vlt. auch noch, aber das ist schon ärgerlich.

Was mich persönlich aber wirklich auf die Palme bringt ist wenn sie die Sachen ändern und weiter verkaufen. Wir hatten da so saubillige Bücherregale bei Ikea gekauft, glaube <20€ das Stück, biegt sich recht schnell, dafür nur so tief wie ein normales Taschenbuch und nicht 40cm oder mehr. Quasi für Bücher geeignet und nicht für Ordner. Genau was wir wollten!

Jedenfalls hatten wir uns davon 3 Stück zugelegt und wollten irgendwann ein viertes, weil alles voll war. Das könnte man ja schön daneben stellen. Ins Ikea gewackelt, Regal gefunden, gekauft, zuhause ausgepackt, daneben gestellt und verdutzt geguckt weil es dunkler, 2cm weniger tief, <10cm höher ist.
SUUUPER!

Das waren nur 20€ in die Tonne und im Endeffekt haben wir das Ding in ein anderes Zimmer gestellt (also nichtmal komplett verschwendet) aber warum zum Henker hält man sowas für eine gute Idee?

Das selbe bei Tischen. Wir haben einen "Norden"-Klapptisch gekauft und neben den bereits existierenden "Norden"-Küchentisch gestellt. Sollte man ja meinen dass die die selbe Breite/Höhe hätten, aber das waren verschiedene Produktionsjahre also sind jeweils ca 1cm Unterschied drin.

Wenn es 20cm gewesen wären, hätte ich noch an logische Gründe glauben können, aber bei 1cm? ERNSTHAFT?


Stephan Fleischhauer
16.3.2014 0:14
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Komisch, hier gibt’s noch das 20cm tiefe BESTA:
http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/70255644


Hadmut
16.3.2014 0:18
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@Stephan:

Seltsam. Auf der normalen IKEA-Seite habe ich es nicht mehr gefunden und bei IKEA sagten sie es gäbe es nicht mehr. (Bezieht sich nur auf das von Dir auch herausgesuchte 128 hohe, die niedrigeren gibt es noch in 20cm tief.


Fry
16.3.2014 0:27
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You get what you pay for…

Regale sind Einfachmöbel, die kann man mit etwas Geschick auch selbst bauen. Ich habe mir vor Jahren privat fünf Buchenholzregale gebaut, die ein Expedit-kompatibles Raster haben. Dann habe ich (teilweise) Expedit-Zubehörteile gekauft und reingeschoben. Meine Regale sind übrigens 6 Kästchen hoch mal 4 breit, das gab es für das Expedit nicht (und das war auch der initiale Grund, das zu tun – ich hasse diese Staubecken auf den Regalen, wo man später dann noch was hinstapelt, sieht einfach schlecht aus).

Für mein Büro in der Firma habe ich mir ganz ähnliche Regale, wieder Expedit-kompatibel, vom Schreiner anfertigen lassen. Wieder Buche natur, hier geölt. Die sehen super aus und sind natürlich preislich und qualitativ weit über Ikea.


euchrid eucrow
16.3.2014 0:45
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ikea sieht sich wohl in der position trends zu setzen. ist in der mode nicht anders. da wird in diesem jahr schon daran gearbeitet, wie scheiße die jugend 2015 rumlaufen wird.


Hanz Moser
16.3.2014 3:23
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Wenn dir die Qualität von Ikea zusagt kannst du dir auch im Baumarkt MDF zuschneiden lassen 😉
Das dürfte sogar stabiler sein und wenn du eine RAL Farbe nimmst kannst du auch noch in zehn Jahren Teile nachbauen.

Ansonsten würde ich mal nach Händlern für gebrauchte Büromöbel schauen. Ich hab da schon einige nette Sachen gefunden, die für den Preis von Ikea echte Möbel waren.

Ich würde mir auch überlegen, ob es sich nicht lohnt doch mal vernünftige Regale zu kaufen. Die Dinger in meinem Wohnzimmer sind ~20 Jahre alt, so schwer wie ich, haben schon zwei Mal nasse Füße bekommen und vier Wohnungen gesehen. Du siehst ihnen aber nichts an, sie stehen gerade und biegen sich auch nicht unter den Zentnerweise Papier durch. Irgendwann ist das billiger als IVAR und BILLY und du hast nicht 20 Jahre lang nur billigsten Presspan gehabt.


Michael Vogt
16.3.2014 9:59
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“sondern zusätzlich noch einen Schreinerwinkel angesetzt”

Die Rechtwinkligkeit prueft man am sichersten ueber die Diagonalen. Beide Masse gleich = rechtwinklig. Abweichungen von ein bis zwei Millimetern waeren bei Deinen Massen hinnehmbar.

“zumal die Rückwand gefaltet ist und die Falte beim Abbau durchriss”

Kann man oft verhindern, indem man vor dem Auseinandernehmen zwei, drei Schichten Paketklebeband sauber ueber die Knickfalte klebt.

Ansonsten ist Ikea fuer mich ein Ort, den ich NIE WIEDER betreten werde! Wir haben zwei grosse Schlafzimmerschraenke von diesem Verein, die Schuebe allerdings ohne Stulpen. Waren erst nicht vor Ort und dann nicht mehr im Programm. Hinweis vom Kundendienst, wir moegen doch auf ein anderes Schrankmodell ausweichen. Klar, sicher doch…


Hadmut
16.3.2014 10:32
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> Die Rechtwinkligkeit prueft man am sichersten ueber die Diagonalen. Beide Masse gleich = rechtwinklig.

Was nur gilt, wenn die Seitenteile auch exakt gleich lang sind.


Kaiser
16.3.2014 10:51
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Ich warte schon seit über einem halbes Jahr darauf, dass für ein Besteckset die Kuchengabeln wieder verfügbar werden. Erst sagte man mir im Laden “Ende 2013”, Ende 2013 hieß es per Mail “Januar 14”, dann “Q1/14”. Jetzt ist das fast vorbei und die Gabeln sind noch immer gelistet, aber nirgendwo verfügbar. Ich glaube nicht, dass ich dort nochmal etwas kaufe, das ich sehr wahrscheinlich mal nachkaufen muss. Mein Geschirr ist zum Glück von einer Firma, die sich als Traditionsunternehmen hält und teilweise Tellerserien anbietet, die älter sind als ich.


yasar
16.3.2014 12:14
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Was mich an IKEA ärgert ist, daß die Dinger, die sich als praktisch und stabil herausstellen am schnellsten wieder verschwinden.

So geschehen vor 15 Jahren mit diversen Kindermöbeln.

Meine IVARs sind auch schon über 20 Jahre alt und immer noch ordentlich trotz dreier Umzüge. Da woltle ich irgendwann mal die Vitrinenschränke zum einschieben (oder die die besagte Computerplatte) nachkaufen was nciht mehr ging. Sei’s drum.

Ein zeitlang habe ich GORMs gekauft, die aber für den Wohnbereich nciht das wahre sind und auch die Stabilität läßt zu wünschen übrig. Aber als Notfall-19″-Rack sind die Dinger wunderbar zu gebrauchen.


Michael Vogt
16.3.2014 12:51
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“Was nur gilt, wenn die Seitenteile auch exakt gleich lang sind.”

Wenn eine Messung der Diagonalen zwei gleiche Werte ergibt, dann sind die Seiten gleich lang, sind sie es nicht gilt wieder: keine Rechtwinkligkeit vorhanden. Jedenfalls ist diese Messmethode deutlich zuverlaessiger als die Benutzung eines Anschlagwinkels, da die allermeisten Spanplatten leicht verbogen sind (z.B. durch innere Spannungen, falsche Lagerung, etc.).


HF
16.3.2014 15:27
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Ikea ist ein Unternehmen, das nach wissenschaftlichen Grundsätzen geführt wird, keine kleine Liebhaberklitsche. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein zufriedener Herr Danisch Umsatzeinbußen mit sich bringen würde. Autos, Fotoausrüstung und Software, ja sogar neugebaute Häuser unterliegen denselben Marktgesetzen, da macht das Konsumieren keinen Spass mehr.


TOPCTEH
16.3.2014 16:54
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IKEA ist tatsächlich ein Quell stetig wachsenden Unmuts.

1. Stinknormaler (skandinavischer) Kiefer-Massiv-Kleiderschrank? Gab’s früher mal, bevor der Laden begann, einen auf “Leifschteil” zu machen. Sind dann bei der Konkurrenz, beim “Dänischen Bettenlager”, fündig geworden.

2. 365+-Topfset. Früher mal ein wunderbar preiswerter Komplettersatz des bisherigen Kochgeschirrs, wenn man auf Induktionskochfeld umgestellt hat. Die neue Serie hat jetzt aber nicht mehr geschweißte, sondern genietete Griffe. Aus den Nieten, die sich in der Spülmaschine komisch verfärbt hatten, sifft mittlerweile sogar das Wasser beim Kochen durch. Nur um 0,x Taler bei der Produktion zu sparen, betreibt man hier Kundenvergraulung (d.h. “nie wieder Töpfe von IKEA”).

3. Die “Kotzkurven” zu den oberen Parkdecks in Sindelfingen. Wer baut sowas? Bitte dort Spucktütenspender aufstellen…


Fredi
16.3.2014 17:40
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Mit Autobauern ist es doch ähnlich. Da wollte ich letztens einen Opel Astra kaufen, aber obwohl der ‘Astra’ heißt, sieht der ganz anders aus als der Astra vor 10 Jahren, den ich viel schicker finde. Und den Manta konnte ich im Sortiment gar nicht mehr finden! Mit ihrem Blitz auf dem Kühler gaukeln die einem eine Kontinuität vor, die gar nicht existiert! Alles Abzocke mal wieder.


Hadmut
16.3.2014 17:48
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@Fredi: Wie oft kommt es vor, dass Du Dein Auto anbaust oder mehrere gleichartige nebeneinanderstellst, die zusammenpassen müssen?

Ich habe nicht den geringsten Bedarf daran, dass Autos gleich sind, weil ich immer nur eins habe, und die Autos nacheinander kaufe. Die müssen nicht zusammenpassen. Im Büro stelle ich die Schränke aber nebeneinander.

Davon abgesehen können neue Automodelle in der Regel das, was das Vorgängermodell konnte. IKEA dagegen schmeißt Dinge ersatzlos aus dem Katalog.

Übrigens wechsele ich bei Autos sofort die Marke, wenn die nicht mehr haben, was ich suche.


Joe
16.3.2014 18:36
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Ich war noch nie im Leben bei IKEA. Meine Preßspan-Regalschränke und Büromöbel kommen aus den Anbausystemprogrammen deutscher Möbelhersteller (z. B. CS Schmal / Nolte) bezogen übers örtlichen Möbelhaus. Die günstigeren Sachen sind natürlich auch keine Augenweide, aber für richtig schicke Massivholzmöbel muß man ja heutzutage Dotcom-Millionär sein.


yasar
16.3.2014 18:44
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@Michael Vogt:

> Wenn eine Messung der Diagonalen zwei gleiche Werte ergibt, dann sind die Seiten gleich lang,

Bei gleichschenkligen Trapezen sind die Diagonalen gleich lang, ohne daß die Seiten gleich lang sind. Und die Winkel sind auch nicht mehr rechte.


Gast$FF
17.3.2014 1:39
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> Wieso?

Nun, ich hatte mich gewundert, an zwei Samstagen hintereinander einen Beitrag zu IKEA hier erscheinen zu sehen.

Meiner langjährigen Beobachtung nach spricht die Firma IKEA mit ihrem überwiegend unfunktionalen und wenig haltbaren Design-Schrott hauptsächlich Frauen an. Und ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass der überwiegende Teil der Männer, die man bei IKEA mißmutig durch die Gänge schlurfen sieht, nicht wirklich freiwillig dorthin (mit)gegangen sind. Schon gar nicht samstags, wo man(n) doch meistens besseres zu tun hat.

Die Freundin auf ihren (gefürchteten) Wunsch hin samstags zu IKEA begleiten, wo sie ihrem Nestbautrieb ungehemmt freien Lauf lassen kann, und den Ramsch dann zu Hause auch noch für sie aufzubauen (meistens unter heftigstem Fluchen), ist ja so eine Art moderner Liebesbeweis. Eine Test von ihr, ob er „Mr. Right“ für die Reproduktionsphase sein könnte. Höchststrafe. Man schaue sich nur mal die jungen Pärchen an, die dort so herumschlendern.

Ich gebe aber zu, dass ich als Shopping-Hasser im Allgemeinen, und IKEA-Geschädigter im Besonderen, in meiner Wahrnehmung da eventuell nicht mehr ganz neutral bin. Andererseits:
http://www.youtube.com/watch?v=mk9Fn8vPmvs (lustig; geht aber am eigentlichen Kern des Problems vorbei, und hätte sich daher selbst dann nicht durchsetzen können, wenn es ernst gemeint gewesen wäre).


beeblebrox
17.3.2014 10:39
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Also ich meide inzwischen IKEA wann immer es geht.
Zu meiner Studentenzeit (90-95) war das noch alles prima, preiswert und auch ganz hübsch. Inzwischen findet man dort qualitativ aber überwiegend ziemlichen Ramsch – zuweilen chick aufgemacht. Im Katalog bzw. im Netz sehen die Sachen noch ganz nett aus. Vor Ort hat man aber bei vielen Möbeln den Eindruck, dass die nicht einmal mehr den Transport heil überstehen.
Bei uns im Wohnzimmer steht ein “dreifarbiges” Billy Regal, welche über einen Zeitraum von 15 Jahren dreimal erweitert wurde – angeblich war alles Buche.

Das Problem bei IKEA ist einfach, dass die wahrscheinlich den Großteil ihres Geschäfts mit Einwegmöbeln von begrenzter Lebensdauer machen – sprich qualitativ sind die irgendwo zwischen Pocco und Roller – nur eben hübsch gestylt. Wer Qualität will bezahlt bei IKEA mindestens eben so viel wie in anderen Möbelhäusern – wenn man denn bei IKEA überhaupt noch was qualitativ passables findet.

Aber hülsta, flötotto oder ähnliches ist den meisten ja zu teuer 😉


Hadmut
17.3.2014 20:23
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@beeblebrox: Das hängt angeblich damit zusammen, dass IKEA in den neunzigern noch schwedisch war, inzwischen aber ein niederländischer Konzern, der auf schwedisch macht.


Bud
17.3.2014 19:31
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Tja, IKEA. Ich geh da schon deswegen nicht hin, weil das bis auf Ausnahmen alles bockhäßlich aussieht. Außerdem ist es für die Qualität zu teuer. Den gängigen Volksglauben, IKEA sei besonders preiswert, kann ich nicht nachvollziehen. Die allermeisten Studenten haben entweder uraltes ranziges (“individuelles”) Zeug, was sie sich irgendwo zusammengeschnorrt haben, oder eben IKEA. Als Möbeltransporteur sehe ich das jeden Tag.

Als einzigen Vorteil von IKEA hatte ich bisher genau das angenommen, was Du hier widerlegst, also daß man da stückweise was dazukaufen kann, was dann perfekt passt. Einige meiner Ausländer-Kunden haben mir gegenüber genau das schon als Argument gebracht, warum sie das IKEA-Zeug kaufen. Das sind Leute, die kommen mal für 2 oder 3 Jahre hierher, arbeiten von früh bis spät in irgendeinem Forschungslabor (und lernen auch nicht extra Deutsch, weil sie eh kaum rauskommen), und ziehen dann weiter zum nächsten Job in einem anderen Land. IKEA-Möbel könne man dann mitnehmen und nach Bedarf ergänzen. Ich habe auch schon gehört, in China werden Wohnungen zum Teil auf IKEA-Maß gebaut, d.h. die Räume sind so bemessen, daß Möbel mit den typischen IKEA-Maßen da perfekt reinpassen. Überrascht mich, daß das gar nicht stimmt.

Widersprechen muß ich Dir bei dem Wunsch, einen PAX zum Umzug im ganzen zu transportieren. Wir zerlegen Kleiderschränke für den Transport grundsätzlich /immer/, aus mehreren Gründen.
Erstens sind sie zu groß, um sie durch die Wohnung zu bugsieren. Man darf ja als professioneller Transporteur keine Kratzer in die Möbel machen und auch nicht an die Türrahmen oder Wände. Das Problem setzt sich bei Neubauten auch noch in den engen Treppenhäusern fort.
Zweitens sind sie zu schwer. Ich weiß, es gibt jede Menge Verrückte, die sich da keinen Kopf machen, aber ich achte auf die Gesundheit meiner Leute, und da laß ich die nicht ganze Schränke die Treppen hoch- und runterschleppen. Und gerade die PAX sind schon sehr schwere Modelle.
Drittens nimmt ein Schrank im ganzen dann auch unnötig viel Platz im Lkw weg.
Und viertens sind die meisten Schränke so konstruiert, daß sie zwar einigermaßen stabil senkrecht stehen, aber in der Schräge oder Waagerechten den Scherkräften durch ihr Eigengewicht nicht standhalten. Sie brechen zwar nicht gleich in sich zusammen, aber sie verlieren an Stabilität und stehen hinterher erst recht nicht mehr richtig.
Also Kleiderschränke werden zum Transport immer zerlegt.


Emil
17.3.2014 21:29
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Wahrscheinlich sind daran auch die Frauen schuld. Die wollen halt ständig was Neues. Klammotten, die letztes Jahr noch angesagt waren, wandern dieses Jahr in die Altkleidersammlung, da sie plötzlich total hässlich geworden sind.

Mit Möbeln ist es ähnlich: die Freundinnen müssen jederzeit erkennen können, dass man das neuste BJÖRK-Regal hat, deshalb muss natürlich das Design ständig gewechselt werden. Und außerdem schafft der häufige Design-Wechsel einen Grund, mal wieder bei IKEA shoppen zu gehen. Als Mann kannst du das nicht verstehen, aber du bist auch nicht das Zielpublikum.


Joey
18.3.2014 10:46
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Ikea hat eines vorzüglich geschafft: Billigste Unterschichten-Möbel in den Hippen Mainstream zu hieven und dort zu halten.

Ein Billy-Regal ist doch der Fliesentisch der Neuzeit. 😉


Emil
18.3.2014 20:58
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@Joey
Manche nennen es statt “hip” auch “slave to the IKEA nesting instinct”. 😉

http://www.criticalcommons.org/Members/adiab/clips/FF_FincherFightClub-possum.mp4/view


quatschbanane
6.5.2014 9:26
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Mein ebenso erlebtes Desaster mit Ikea!!
Verdammt nochmal denken die iegtnlich wir sind alle nen bisschen doof?
Also um Euch kurz mal zu schildern was eigentlich passiert ist und warum ich so aufgebracht bin und NIE wieder IKEA kaufen werde.
Ich habe vor 3 Wochen im “tollen” Onlineshop bei dem schwedischen Möbelhaus diverse Möbelstücke bestellt darunter auch ein Pax Korpus in weiß 263 hoch.
Angekommen ist die Lieferung dann gestern vom Logistik”team” Rhenus schon 2 äußerst pampige und flapsige Mitarbeiter meinten “Hach na das ist ja wieder hoch, wenn alle unsere Kunden im 3. OG Altbau wohnen würden, würden wir gar nicht fertig werden. WHAT?! Muss man sich das gefallen Lassen?! So nun gut, ich dann also die Lieferung oben angenommen mit Baby auf dem Arm bezahlt und kurz über die Pakete drüber geschaut und noch 10€ Trinkgeld gegeben (weils sich ja gehört) Am Abend, als mein Mann und ich dann zum Schluss den Pax aufbauen wollten, die große Überraschung, er war innen komplett kaputt wir nochmal den Deckel vom Karton zu geklappt und siehe da ein Riesen Riss an der Kante und einfach mit Tesa überklebt und ein Logistiksticker drüber, dass es keiner sieht!!! Is das nicht Betrug? Vorsätzlich kaputte Ware auszuliefern?! Bei Weitem war das noch nicht Alles…
Heute Morgen habe ich dann verrucht die Hotline zu erreichen 14 CENT MINDESTENS aus dem FESTNETZ und 42 CENT aus dem MOBILFUNKNETZ (nur mal so am Rande)
1. Anruf – an 2. Stelle gelandet nach dem ich 2,5 Minuten einer Roboterstimme erklären musste, dass ich eine Reklamation habe – dran gekommen und bevor ich etwas sagen konnte 50 Cent zum Fenster rausgeworfen.
2. Anruf – an 17. Stelle gewartet und darüber nachgedacht ob das deren Masche ist um noch mehr Kohle zu verdienen?! und siehe da!!! jaaa es ist so denn bevor ich nach einem freundlichen Hallo meinerseits und “ich habe eine Reklamation zu einem Pax und hätte gern einen Austausch”, daraufhin die Callcenter Mitarbeiterin “sie wollen einen Austausch von dem Pax in weiß und 236×50?” ääähm “JAAAA!! Was denn sonst ich habe nur ein Teil vom Pax bestellt!!!” Meiner Meinung nach vollkommene hinhalterei um die Leute in der Leitung zu behalten. Bevor ich aber einen Termin von der äußerst “klugen” Mitarbeiterin bekommen habe… Hörte ich, tut tut tut tut.
3. Anruf – Leicht entnervt und nicht mehr ganz so freundlich rief ich wieder an und wartete an Stelle 13. Bevor die nächste Callcentermadame irgendetwas sagen konnte, verlangte ich Ihre Vorgesetzte und sprach sie auf dieses Problem an worauf sie rumdruckste und mit Ausweichfragen und Entschuldigungen versuchte mich zu besänftigen.

Im Endeffekt habe ich jetzt wieder für eine Woche einen kaputten Schrank rumstehen, 4€ für inkompetente und unqualifizierte Mitarbeiter der Hotline rausgeworfen und noch 10€ Trinkgeld für Betrüger des Logistikunternehmens. Ich bin kein Pfennigfuchser, überhaupt nicht, aber mich ärgert es solchen Firmen auch noch Geld hinterhergeworfen zu haben und Ikea hat mich ein letztes Mal als Kunden gehabt, denn ich Stimme dem Qualitätsabfall vollkommen zu. Damals die erste eigene Wohnung auch mit weißen Billys eingerichtet und diversen anderen Sachen und irgendwann dann mal ein 4tes dazugekauft und siehe da die alten waren nicht mehr richtig weiß… es sah schrecklich aus!!! obwohl ich sie des öfteren von außen geputzt hatte, ganz zu schweigen von den extrem durchhängenden Einlegeböden. Auch das Karlstad Sofa ist eine Katastrophe die Kissen verrutschen ständig wenn man länger drauf sitzt und die Bezüge verziehen sich nach den Waschen… ich könnte ewig über solche Ikea-Fauxpas palavern, aber das wäre zu viel des Guten!
Naja ich hoffe, dass irgendwann der Riesen Knall für Ikea kommt und nicht mehr allzu viele Leute dort kaufen.