Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Katholikentag und Frauen

Hadmut
19.5.2012 19:25

Kam eben im Fernsehen: Auf dem Katholikentag in Mannheim beschweren sich die Frauen darüber, daß die Katholische Kirche und ihre Funktionäre (Bischöfe und so) erzkonservativ sind, am Zölibat festhalten und Frauen nicht Priester werden lassen.

Was ich nicht verstehe: Warum sind sie dann überhaupt in dem Verein? Warum geben sich Frauen mit einer Organisation ab, in der verkalkte alte Männer ihnen sagen, daß sie sie nicht haben wollen? Warum macht man sich selbst das Leben schwer, wenn man es doch ohne die katholische Kirche viel einfacher haben könnte? Warum will man partout in einen Laden, der einem nicht gefällt?

Wär ich jetzt bösartig, würde ich fragen, wie eine Frau eigentlich Priester sein können will, wenn sie doch gleichzeitig meint, auf eine Alte-Männer-Firma angewiesen zu sein und deren Erlaubnis zu brauchen.

Macht doch selbst eine Kirche auf, die das so macht, wie Ihr es für richtig haltet…

(Wenn’s die Piraten in der Politik schaffen, müßten es die Frauen doch in der Religion auch hinkriegen. Wählt Euch ne Päpstin, bringt ein besseres Programm und gut is. Ihr seht auch in Kleidern nicht so albern aus wie Männer. Dann guckt die katholische Kirche genauso blöd wie die Grünen wegen der neuen Konkurrenz.)


16 Kommentare (RSS-Feed)

DarkMetatron
19.5.2012 19:43
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Das Problem ist natürlich das wenn man an den Papst und die ganze katholische Kirche mit Ihrem ganzen Kram glaubt dann bleibt einem im Moment halt nix anderes übrig als sich den Männern entsprechend unter zu ordnen und zu beten das der Papst ein Dogma erläßt welche Frauen erlaubt Priester zu werden.

Das Problem daran ist jedoch das ein Papst mal vorher erklärt hat das eine Priesterweihe für Frauen definitiv unmöglich ist. Wenn da jetzt ein anderer Papst was anderes sagt würde er den Unfehlbarkeitsgrundsatz brechen. Was ja nicht geht.

Die Frauen sind ja nicht ohne Grund in der katholischen Kirche sondern weil sie daran und an den Papst glauben. Ansonsten könnten Sie ja auch einfach den Luther machen und evangelisch werden.


Hadmut
19.5.2012 19:47
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Naja, aber man kann doch nicht einerseits an ihn glauben und andererseits erwarten, daß er seine Meinung nach einem ändert, also behaupten, daß man es selbst besser weiß. Contradiction in Terms.

In dem Moment, in dem Frauen den Männerverein und das Zölibat nicht mehr für richtig halten und kritisieren, glauben sie doch sowieso nicht mehr fest daran, dann können sie den Rest doch auch über Bord werfen. Wer meint, daß es Alternativen zum Männerzwang und Zölibat gibt, der muß doch auch an Alternativen zum Papst denken.


DarkMetatron
19.5.2012 19:55
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Wenn man logisch denkt hast du natürlich völlig recht.

Nur geht es hier nicht um Logik sondern um Religion und Religion ist davon geprägt das es im Regelfall sehr weit weg ist vom logischen Denken. Ausserdem ist es ja nicht ausgeschlossen das ein Papst einen Weg finden könnte Frauen dennoch die Priesterweihe zu ermöglichen.

Ich mein, wenn es möglich ist das Wasser zu Wein und Brot zu Fleisch wird dann kann es doch nicht so schwer sein eine Frau durch Weihe in einen Mann zu transformieren.


Hanz Moser
19.5.2012 20:44
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Das ist bereits logisch nicht richtig.
Nach dieser Logik müsstest du kündigen und ne eigene Firma aufmachen, wenn es dir nicht so richtig gefällt, dass du Dienstkleidung tragen musst. Scheiß egal ob der Job ansonsten toll ist.

Unabhängig davon ist Logik aber tatsächlich der falsche Ansatz um an Kirchgänger heranzukommen.


Stefan W.
20.5.2012 4:08
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Stockholmsyndrom.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stockholmsyndrom

Früher bekannt als “Identifikation mit dem Aggressor”. Naja, und mit Logik hat man es eh nicht so, wenn man heute noch in einer Kirche ist.


Stefan W.
20.5.2012 4:32
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@DarkMetatron: Päpstliche Unfehlbarkeit gibt es lt. Auffassung der Katholiken nicht bei allen Aussagen, die ein Papst macht, sondern nur bei Glaubensaussagen die ausdrücklich so markiert sind.

M.W. sind es bislang überhaupt nur 2 Aussagen, die man als Katholik glauben muss, weil der Papst es befiehlt: Dass Maria in den Himmel aufgefahren ist, und das zweite verwechsle ich immer: Entweder, dass sie ohne Sünde war, oder dass sie als Jungfrau schwanger wurde.


BlueLion
20.5.2012 8:51
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Verheiratete
katholische Priesterin
feiert
ökumenisches Abendmahl

Fiktion? – Realität!
http://www.alt-katholisch.de


Hadmut
20.5.2012 9:15
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Da fehlt noch ein mit ihren Kindern.


Fabian
20.5.2012 16:04
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Sie wollen vielleicht (m.M.n. sehr wahrscheinlich) die Ressourcen der Kirche anzapfen (Gebäude, laufende Einnahmen und natürlich die ‘Kundschaft’). Im politisch linken Sektor nennt man das Marsch durch die Institutionen oder Entrismus. “Rinn in de Organisation und von innen uffmischen” (halbironisches Zitat aus dem Film Sonnenallee über eine SED-Mitgliedschaft)

Man kann das ganz marktwirtschaftlich betrachen: die evangelischen Landeskirchen bieten all das, was da gefordert wird. Die Altkatholiken seit kürzerer Zeit auch mit römisch angehauchter Folklore (‘smells and bells’), ähnlich auch die Anglikaner. Der Markt scheint gesättigt, alleine schaffen sie es eben nicht, also vorhandenen Großkonzern restrukturieren.


Oppi
21.5.2012 12:12
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Der gleiche Grund aus dem die Leute bei Facebook bleiben obwohl sie sich dann alle paar Wochen über die neueste Schnüffelinnovation aufregen. Man ist irgendwie psychisch abhängig, und kann sich trotz Unzufriedenheit nicht lösen. So gesehen ist die Kirche mit ihrem Indoktrinationsprogramm sehr erfolgreich.

“Die Frauen sind ja nicht ohne Grund in der katholischen Kirche sondern weil sie daran und an den Papst glauben”

Wohl eher weil sie als Babys zwangsgetauft wurden und jetzt dank entsprechender Erziehung nicht mehr anders können.


Christian Horn
21.5.2012 14:12
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mit ihren *leiblichen* Kindern? Oder ist Adoption auch verboten? Würd mich nicht wundern.


dasuxullebt
21.5.2012 21:14
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Mich wundert, dass es für manche Leute so schwer zu verstehen scheint, dass es sich hier um Glauben handelt, und zwar nicht nur Glauben an Gott sondern Glauben an die Richtigkeit einer Organisation. Es geht weniger um rationale Erwägungen als mehr um Kultur und Tradition. Sie akzeptieren Autoritäten, die in ihrem Weltbild absolut sind. Sie dürfen sich für ein Umdenken dieser Autoritäten einsetzen, aber die Autoritäten bleiben Autoritäten.
Fast genausogut könnte man sagen, warum halten wir uns ans Grundgesetz, machen wir doch einfach einen eigenen Staat auf. Das würde zu realer Strafe führen, das andere nur in ihrem Geist.
Außerdem bräuchten sie nicht gleich die Kirche spalten, wie hier bereits angemerkt wurde.


Alex
21.5.2012 23:24
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Böse Zungen könnten formulieren:
Wieso Gründen wir nicht gleich einen neuen Staat und halten uns ans Grundgesetz?
Ansonsten kann man eine Kirche nicht mit dem Grundgesetz vergleichen, weil das GG regelt das Zusammenleben der Gesellschaft der Menschen in userem Staat, während die Kirche lediglich die Richtlinienen der Vereinsmitglieder regelt (wenngleich sie sich anmaßt für andere zu bestimmen)


georgi
22.5.2012 8:09
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Ha! Eigenen Verein aufmachen! Gibt doch schon genug Vereine! Versucht es doch mal mit dem Käßmann-Verein! (oder den schon erwähnten Altgläubigen)


Mephane
22.5.2012 10:42
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@georgi: Ich bin sowieso der Meinung, dass alle Kirchen und sonstige Religionsgemeinschaften wie ganz normale Vereine (e.V.) behandelt werden sollten, ohne Sonderrechte oder solche Konstrukte wie die Kirchensteuer.


yasar
22.5.2012 12:58
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@Mephane

Und daß man wie bei den Vereinen auch, grundsätzlich ein opt-in, statt einem opt-out haben sollte.