Ansichten eines Informatikers

Frauen beim Fotografieren vorn?

Hadmut
26.10.2010 22:01

Seit ein paar Tagen latsche ich in Berlin herum. Dabei ist mir was aufgefallen.

Ich besuche gerade Galerien, die am Monat der Fotografie teilnehmen. Die Mehrzahl der Bilder kommen von männlichen Fotografen, obwohl ich jetzt nicht mitgezählt habe, so grob gefühlt.

Irgendwie achte ich aber – unwillkürilch – immer darauf, wenn ich in der Stadt oder sonstwo irgendwen fotografieren sehe, wer, was, womit, warum. Ich zähle das jetzt nicht mit oder erstelle Statistiken, es interessiert mich einfach, wie und was Leute fotografieren.

Dabei haben sich mir so unwillkürlich fünf Kategorien aufgedrängt: Leute, die mit dem Handy fotografieren, dann die mit billigen oder günstigen Kompaktkameras, die mit gehobenen Bridgekameras, die mit den billigen Amateurspiegelreflexkameras, und die mit den teuren Semiprofi- und Profikameras (auch Spiegelreflex).

Und dabei ist mir was aufgefallen. In vier dieser Kategorien sind anscheinend deutlich mehr Frauen als Männer unterwegs. Nur bei den Bridgekameras glaube ich deutlich mehr Männer als Frauen gesehen zu haben. Aber gerade – und widerspricht doch eher einfgefahrenen Klischees – bei den Spiegelreflexkameras ist mir eben sehr stark aufgefallen, daß die meist von einer Frau verwendet wird.

Noch vor einiger Zeit galt ja so das Schema, daß die Männer die großen, schweren, teuren, komplizierten Angeberdinger mit sich rumtragen, während die Frauen lieber die zierlichen, kleinen, leichten, pinkfarbenen, handtaschengeeigneten, leichtbedienbaren Minidinger verwenden (wie ehemals auch bei Autos).

Scheint sich (wie auch bei Autos) komplett geändert zu haben.

Folglich müßten in ein paar Jahren die Frauen auch bei den Ausstellungen dominieren.

Ein Kommentar (RSS-Feed)

Ben
27.10.2010 14:29
Kommentarlink

Also ich arbeite seit gut 10 Jahren in einem Fotogeschäft und ich kann deine Beobachtungen nur bedingt bestätigen.
Im Allgemeinen fotografieren mehr Frauen als Männer.. das stimmt.. das ist aber hauptsächlich bei der jüngeren Generation zu erkennen und hier fotografieren die meisten Mädchen/Frauen mit Handy oder billigen Kompaktkameras und auf einem sehr niedrigen Niveau.
Bei den 40+ jährigen sind die fotografierenden Frauen aber eher in der Minderheit.

Desweiteren konnte ich feststellen das Männer im Amateurbereich meistens deutlich ambitionierter sind als Frauen. Sie greifen viel eher zu Bridge- oder günstigen Spiegelreflexkameras als Frauen und geben sich auch beim Fotografieren mehr Mühe. Da wird oft noch schnell was zurechtgezupft oder der Bildausschnitt optimiert. Für die meisten Frauen geht es im Amateurbereich bei den Fotos nur um Erinnerungen, nicht aber um künstlerischen Anspruch.

Kameras aus den Profisegmenten (zB 1- und 2-stellige Canons) sind bei Amateurfotografen sehr sehr selten anzutreffen und wenn doch dann da auch eher bei Männern da diese wohl eher bereit sind für solche Technik viel Geld auszugeben.

Was mir aber auch noch aufgefallen ist: Auch im professionellen Bereich können die Männer meistens mit den Kameras deutlich besser umgehen und verstehen auch wie die Technik funktioniert. Mich erstaunt es immer wieder wie wenig auch professionelle Fotografinen von ihren Kameras verstehen. Vorallem im Bereich der digitalen Bildbearbeitung sind die Männern ihren weiblichen Kollegen oft weit überlegen. Und Bildbearbeitung ist im Zeitalter der Digitalfotografie nunmal ein unverzichtbarer Bestandteil des Fotografenhandwerks.

In Bezug auf Quantität kann ich deine Einschätzung also durchaus bestätigen, aber nicht in Bezug auf Qualität