Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Mal wieder Ärger mit einem Monitor

Hadmut
22.7.2009 23:59

Irgendwie ist der ganze Multimedia-Krams doch irgendwo Murks.

Ich hatte ja schon mal Probleme mit dem HDMI-Eingang eines Digitalfernsehers.

Nun habe ich wieder ein ähnliches Problem. Neulich habe ich in einem Supermarkt, einen schnuckligen kleinen Flachbildfernseher gesehen: 15 Zoll, verblüffend gutes Bild (im Vergleich zu wesentlich teureren Fernsehern, die daneben standen und das gleiche zeigen), sehr leichtes Gerät, mit DVB-T und jede Menge Anschlüsse. Geht auch mit 12 Volt. Für 139 Euro.

Naja, denk ich mir, das wär nicht schlecht. Bis auf den großen Wohnzimmer-Fernseher habe ich alle mit Röhre rausgeworfen. In Büro und Schlafzimmer habe ich jetzt flache. Aber es wäre nicht schlecht, im Wohnzimmer im Regal mit dem ganzen Videokrams einen kleinen Monitor zu haben, der mal ein Videosignal darstellt. Und einen Mini-PC habe ich noch, der würde gut dazupassen, um im Wohnzimmer E-Mail zu kontrollieren usw. HDMI-Anschluss ist da, laut Verpackung und Handbuch Auflösung 1366×768. Und dann noch DVB-T. (Es gibt ihn auch mit eingebautem DVD-Player, hätt ich gern, haben sie aber gerade nicht da.) Ich nehm ihn halt mit. Das Modell LCD1500 der Marke Reflexion.

Macht sich beim ersten Einschalten auch wirklich gut.

Dann die Ernüchterung: Murks in der Firmware. Das Bild am PC sieht komisch aus. So undigital unscharf. Liegt daran, daß der PC glaubt, er habe ein 1920×1080 Panel vor sich und die große Auflösung raushaut. Die der Fernseher dann runterskaliert, vermutlich auf die angegebenen 1366×768.

OK, das Problem kennen wir schon. Aber dann die Verblüffung: Der Monitor listet als unterstützte Auflösung nur 1920×1080 und 720×480 auf, nicht aber die 1366×768. Und der PC weigert sich (jedenfalls unter Linux), eine andere Auflösung einzustellen, als der Monitor listet. Würde wohl auch nicht funktionieren, wenn’s der Monitor nicht nimmt.

Das ist aber doof. Es gibt nur schlechte Darstellungen. Entweder in niedrig mit Hochskalieren durch den Fernseher, oder in hoch mit Runterskalieren. So richtig die Panel-Auflösung für ein scharfes Bild einzustellen geht gar nicht.

Weil im Handbuch eine E-Mail-Adresse angegeben ist, maile ich mal die Firma UltraMedia an. Und bekomme nur eine blöde Antwort: Die Auflösung 1366×768 stehe am HDMI nicht zur Verfügung (weiß ich ja längst, sonst hätte ich mich ja nicht gemeldet…). Die Auflösungsangabe auf der Packung sei nur für den VGA-Anschluß gedacht.

Was ein Schwachsinn: Um den Digitalfernseher in seiner echten Auflösung anzusprechen müßte ich ein Analog-Signal draufgeben, was erfahrungsgemäß nicht pixelgenau läuft. Über den Digitaleingang ist kein scharfes Bild zu bekommen.

Was ein Murks da im Multimedia-Bereich verkauft wird. Was aber auch zeigt, daß man da mit HDMI gepfuscht hat. Sowas dürfte eigentlich nicht vorkommen. Da waren wieder mal Kapazitäten am Werk.

Nachtrag: Bei einem Philips-Monitor, der mir als einer mit 1440×900 Panel verkauft wurde, ist die höchste am HDMI gelistete Auflösung 1280×720. Da scheint alles wie Kraut und Rüben hin- und herzugehen.