Ansichten eines Informatikers

Siegfried der Drachentöter

Hadmut
23.12.2007 21:29

Ich ZDF kommt gerade eine spannende Dokumentation über Siegfried den Drachentöter und die Nibelungen, und was dahinter stecken könnte. Ich hab leider mal wieder verschwitzt, den Rekorder anzuwerfen. Verblüffend gute und plausible Erklärungen für die Nibelungensage.

Eine Theorie wird vorgestellt, nachdem Siegfried gar nicht so hieß, sondern ihm der Name von den Geschichtenerzählern angedichtet/verwechselt wurde, möglicherweise war es Arminius der Cherusker. Der Nibelungen-Hort könnte Raubgut gewesen sein, das Schwert High-Tech nach dem damaligen Stand.

Ein Schmied habe ein Schwert, mit dem er unzufrieden war, mit der Feile zu feinen Spänen zerrieben, mit Brot vermengt, es an seine Hühner verfüttert, und dann das Metall aus dem Hühnerkot wieder ausgewaschen und das Schwert daraus neu geschmiedet. Das Ammoniak im Hühnerkot hatte den Stahl gehärtet.

Verblüffend gut ist die Theorie, wie Siegfried den Drachen getötet haben soll: Es gab nämlich damals eine römische Legion, die einen stilisierten Drachen als Symbol auf Stangen mit sich herumtrugen. Der Drache war eigentlich ein Krokodil, weil einige der römischen Soldaten damals auf Reisen Krokodile gesehen hatten und sie als Symbol für Stärke und Gefährlichkeit nahmen. Weil die Römischen Soldaten damals bestimmte Marschordnungen hatten, sich also wie ein langer Schlauch durch die Gegend schoben und noch den Drachenkopf vor sich hertrugen, hatten sie damals den Spitznamen “Drachen” weg. Und eben jener Arminius habe in langwierigen Schlachten die römische Kohorte aufgerieben und vernichtet. Er hat damit den “Drachen” getötet.

Die unverletzbare Haut, die er aus dem Drachenblut gewonnen haben soll, könnte in Wirklichkeit ein Panzerhemd gewesen sein, das entstand, als man die Metallplätchen der Rüstungen toter Römer in germanische Kriegerkleidung einnähte. Näht man solche Plätchen wie Dachschindeln nebeneinander, entsteht ein dichter aber beweglicher und halbwegs leichter Schutz, der wie die Schuppenhaut eines Drachen aussieht.

Ich liebe diese Theorien und Erklärungen für das Zustandekommen von Märchen und Sagen, in denen ja fast immer ein wahrer Kern steckt, der oft heute noch nachweisbar ist. Etwa daß Riesen die Köhler waren, die großgewachsen waren um den Meiler zu bestücken und stets einsam und mit Holz beladen (die Keule) im Wald herumliefen. Zwerge sind Bergarbeiter, die klein sein mußten, in Gruppen auftraten, stets eine Mütze gegen herabfallendes Erdreich trugen, Schaufeln, Hacken und Schubkarren hatten, sehr stark waren und oftmals Edelsteine in Säckchen bei sich hatten, die man eben beim Buddeln in der Erde so findet. Und Hexen waren ausgestoßene Frauen, denen nichts anderes übrig blieb, als allein in aus Abfall und Holz gezimmerten Hütten im Wald zu hausen, und die sich auf Kräuter verstehen mußten, weil ihnen nichts anderes blieb. Daß man nach einiger Zeit im Wald aussieht wie eine Hexe, versteht sich. Auch das (vermeintliche) Reiten auf dem Besen, der Flug zum Blocksberg, das Treiben mit dem Teufel, von dem manche erzählten waren erotische Haluzinationen aufgrund Drogenkonsums, soweit ich weiß vor allem Atropin.

Vor einiger Zeit kam im ZDF schon mal eine Reihe, in der Märchen erklärt wurden. Beispielsweise wurde geforscht, wo Schneewitchen und die sieben Zwerge gehandelt hatte und wer das war. Die gabs wohl wirklich. Oder was es mit dem Rattenfänger von Hameln nach heutigem Kenntnisstand auf sich hatte.

Zu dumm, daß ich verschwitzt habe, die alle aufzunehmen. Vielleicht gibt’s die mal auf DVD zu kaufen.

(Nachtrag: Man kann sich die Folgen in der ZDF Mediathek anschauen. 🙂

An einer eigenen Erklärung habe ich mich auch mal versucht: Meine Auslegung, wie Romulus und Remus von der Wölfin gesäugt worden sein könnten und wie sie Kinder einer Tempelpriesterin wurden – nämlich als Betriebsunfall einer Prostituierten, aufgezogen von der Puffmutter, und nicht von der Wölfin.