Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wie sich Geisteswissenschaftler Programmieren vorstellen

Hadmut
18.2.2019 21:44

Zu meinem gestrigen Artikel über die 3-Monats-Programmierer-Ausbildung gab es Zuschriften.

Einer meinte, ich hätte den besten Satz von allen übersehen. Ja, irgendwie wird einem von dem Sermon beim Lesen das Hirn taub, aber hier extra nochmal diesen Absatz aus dem Heise-Artikel:

Vielleicht braucht man als Social Entrepreneur mehr eine Vision und ein Leitbild als Detailkenntnisse des Fachbereichs, in dem man ein Unternehmen gründet. Ein Aspekt, der GeisteswissenschaftlerInnen von InformatikerInnen unterscheidet. Während Entwickler stets bemüht sind, möglichst genau den Programmcode einzugeben und dabei keine Tippfehler zu machen, sind SozialwissenschaftlerInnen trainiert das “große Ganze” zu erkennen, die systemischen Zusammenhänge in der Welt zu überblicken. Die fruchtbare Kombination von akribischen InformatikerInnen und visionären Geisteswissenschaftlern, so scheint es, birgt in sich revolutionäres Potential.

Was Geisteswissenschaftler von Informatikern unterscheidet: Informatiker müssen Ahnung von dem haben, was sie tun. Äh, ja. Da sind wir uns einig. Nur in der Wertung unterscheiden wir uns. Ich als Informatiker finde es schlecht und unvertretbar, wenn man keine Ahnung von dem hat, was man tut. Geisteswissenschaftler finden es für sich konstitutierend und existenzstiftend. Hauptberufliche Nichtswisser. Fleischgewordene Dunning-Krugers.

Und ausgerechnet Soziologen, selbst unter den Geisteswissenschaftler noch die dämlichsten, die sollen „das große Ganze” erkennen und Visionen entwickeln. Die einzigen Visionen, die Soziologen haben, sind die vom Marxismus und die von Drogen.

„Systemische Zusammenhänge in der Welt” von der Truppe, die sich den Genderschwachsinn ausgedacht hat.

Ein Leser schrieb mir noch was aus der realen Welt, was er zusammen mit seiner Frau da so erlebt.

Er: In der AfD aktiv.

Sie: Pensionierte Grundschullehrerin. (Sie weiß also, wie man so das Grundlegende lehrt.)

Sie befasst sich seit 3 Jahren damit, einen jungen Afghanen hier einzugliedern, zu integrieren. Gibt sich viel Mühe damit.

Der sei, so schreibt der Leser, lieb, brav und fleißig. Arbeite in Vollzeit als Azubi. Und bemühe sich in seiner Freizeit auch noch, Deutsch zu lernen. Das sei alles sehr löblich, schreibt er.

Das ändere nichts am Klartexturteil seiner Frau: Die Fortschritte bei Sprache, Lesen, Schreiben seien so kümmerlich und es gehe so schwer voran, dass die Frau, immerhin Grundschüler gewohnt, ihn als Legastheniker einstuft. Es wird einfach nichts. Das „akustische Verstehen und Sprechen” unserer Sprache gehe nur äußerst mühsam voran.

Was mich jetzt an die Behauptung erinnern, die irgendwo von den Medizinern kommt, dass der Mensch sich in den ersten Lebensmonaten an den Sprachklang gewöhnt und das Hirn auf die Spracherkennung programmiert, und es deshalb nur noch schwer möglich ist, eine Sprache richtig gut zu lernen, wenn man älter als 3 Jahre ist.

Beim Umgang mit Zahlen versucht meine Frau (immerhin Lehrerin mit jahrzehntelanger,einschlägiger Erfahrung!) seit drei Jahren vergeblich, ihm auch nur mal den Unterschied zwischen Addition und Multiplikation beizubringen.

Da würde mich jetzt die 3-monatige Programmierausbildung mal interessieren. Wobei mir andere Leser schrieben, dass laut einem Artikel in der WELT der Programmierkurs ja nicht für die Allgemeinheit wäre, sondern für die, die aus Kriegsgründen dort ihr Informatikstudium hätten abbrechen müssen. Ja, klar, wenn man in einem Land aufgenommen werden will, sind sie alle Informatiker.

Der Leser zieht nun ein ernüchterdes Fazit:

Der Afghane gebe sich zwar Mühe und sei fleißig, habe aber nicht die geringste Chance, seine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, und ihm sei auch aufgefallen, dass die Firma das auch nicht ernsthaft versucht, sondern den nur pro forma als „Azubi” einstellt, ihn in Wirklichkeit aber als Billigstlöhner für Azubi-Bezahlung die Putzarbeiten erledigen lässt.

Ihm bleibt nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen, weil er erstens nichts anderes kann und zweitens seine Aufenthaltserlaubnis davon abhängt, dass sein Arbeitsplatz als Ausbildungsplatz deklariert ist.

Während der Afghane also in den Statistiken als Musterfall von Integration auftauche, sei er in Wirklichkeit eine arme Sau [Wortwahl arme Sau von mir als Zusammenfassung der Beschreibung], ein billiger Sklave für einfachste Hilfsarbeiten [Wortwahl vom Leser], der nicht mal den Mindestlohn bekommt.

Diejenigen (deutschen oder “erfolgreich integrierten”) Arbeitnehmer, die an derselben Stelle Anspruch auf Mindestlohn hätten, fallen dafür raus und als Sozialfall dem Steuerzahler auf die Tasche. Womit auch klar ist, wer an dieser Form von Immigration interessiert ist und warum.

Nimmt man das nun mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen zusammen, dann entsteht der Eindruck, dass Migration und Mindestlohn die Kombination sein sollen, möglichst viele Alteinwohner (früher sagte man „Deutsche”, aber nun inzwischen auch Mitteleinheimische wie Türken usw.) aus den Jobs und in die Arbeitslosigkeit zu drängen und ihnen das als Vorteil zu verkaufen. Man macht sie entsprechend teuer, damit man die gewünschten Preisvorteile für Migranten hat.

Man könnte sogar auf den abwegigen Gedanken kommen, dass das Gerede um den Gender Pay Gap dazu dient, auch Frauen so teuer zu machen, dass man sie verdrängen kann.

Was steckt also dahinter, wenn man die Leute hier durch geringstqualifizierte Billiglöhner substituiert?

Und die Frage ist nun: Dient dieser Programmierausbildungsschwindel dazu a) die Statistiken zu schönen und eine Ausbildung vorzugaukeln oder b) der Verdrängung durch mikroqualifizierte Billigstlöhner?

Denn unterstellt man, dass die Berufsmarxisten, genannt Soziologen, das wirklich glauben, dass Programmierer nur fehlerfrei abtippen müssen, während Soziologen „das große Ganze” erblickten, liefe das auf genau so etwas hinaus.