Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Leistungen Jugendlicher II

Hadmut
1.2.2019 1:56

Der zweite:

Die ZEIT schreibt, dass die Millenials heute erschöpft und am burn out sei.

Tania Bergs* Probezeit war noch nicht vorbei, da saß sie auf der Arbeit vor ihrem Computer, starrte auf den Bildschirm und brach in Tränen aus. Berg ist Informatikerin und sollte sich an diesem Tag in eine neue Programmiersprache, genannt C#, einarbeiten. C# war nicht schwieriger als andere Sprachen, die Berg schon beherrschte, trotzdem blieb der Code, den sie seit Stunden anstarrte, ein Rätsel. “Mein Kopf war komplett leer”, erinnert sie sich.

Leider sagen sie nicht dazu, ob das bei den anderen Sprachen bei ihr auch so war. Und ob es nicht vielleicht am Studium lag, in dem man nichts lernt, was heute an vielen Unis die Regel ist. Ich habe Leute erlebt, die durch ein ganzes Informatikstudium gekommen sind ohne zu programmieren. Oder einen Datenbankschein bestanden haben ohne zu wissen, was eine Datenbank ist, geschweige denn, sie schon mal gesehen zu haben. Die sich darunter überhaupt nichts vorstellen konnten. Insofern könnte das mannigfaltige Gründe haben, wenn Tania im Kopf Leere verspürte. Vielleicht war der auch einfach schon immer leer, die Wahl des Studienfachs ein Fehler und die Frauenförderung einfach fatal. Die, die damals im ersten Semester oft neben mir saß, war im zweiten dann weg. Weil sie gemerkt hat, dass sie auf dem falschen Dampfer war und man sie nicht über 14 Semester doofgefördert hat, damit sie dann 7 Jahre später auf der Realität aufschlägt und Heulkrämpfe bekommt.

Wer vor einer Programmiersprache in Tränen ausbricht, sorry, der hat keinen burn out, sondern für den ist Informatik wirklich das total falsche Fach.

Ich habe so viele Frauen schon erlebt, die man politisch durch ein Informatikstudium geschoben hat, die sich als Informatikerin fühlten, weil man ihnen das ständig eingeredet hat, und die schier verzweifelt sind, als sie nach 15 Semestern Trockenschwimmen erstmals Wasser sahen.

Und dann reden sie von burn out.

Nein. In der Schule schon nichts gelernt und dann aufgrund idiotischen Feminismus und linker Politik das als Studienfach ausgesucht, was man vorher auf der Schule abgewählt hat, weil man es nicht leiden konnte.

In der Uni kommt man mit Geschwätz durch, außerhalb der Uni dann nicht mehr so. Das ist nicht burn out, das ist einfach die Realität.

Anfang des Jahres löste die amerikanische Journalistin Anne Helen Petersen mit ihrem Essay “How Millenials Became the Burnout Generation” eine Diskussion über das Burn-out-Syndrom bei jungen Menschen aus. Sie beschreibt in ihrem Artikel eine Generation, die zwar ehrgeizig, perfektionistisch und beruflich erfolgreich ist, aber reihenweise an den einfachsten täglichen Aufgaben – Rechnungen bezahlen, Arzttermine ausmachen, Stiefel zum Schuster bringen, Stiefel vom Schuster wieder abholen – scheitert. Sie nennt es “errand paralysis”, die Erledigungslähmung. “Es (das Burn-out) ist unser Leben”, schreibt sie in ihrem Artikel. Die Hintergrundmusik, vor der das Leben ihrer Generation stattfinde, die Basistemperatur ihrer Körper.

Burn-out nicht als Folge jahrelangen Kaputtarbeitens, sondern als Dauerzustand, als “Basistemperatur” – mit Zahlen ist diese Annahme gar nicht so leicht zu belegen.

Wie will man sich auch jahrelang kaputtgearbeitet haben, wenn man noch nie gearbeitet hat?

“Damit ein Mensch sich von seinem Beruf überfordert fühlt, muss er keine Führungsperson sein, die von morgens bis abends durchackert”, sagt André Kümmel, Oberarzt des Gezeiten Hauses, einem privaten Fachkrankenhaus, das sich unter anderem auf die Behandlung von Menschen mit Depression und Burn-out spezialisiert hat. “Entscheidend ist die subjektive Wahrnehmung”, sagt er. Denn Stress – und hierzu gehört auch, aber nicht nur der Stress der Arbeit – empfinden Menschen unterschiedlich. Personen, die unsicher seien und Angst davor hätten, Fehler zu machen, fühlten sich in der Regel auch in ihrem Job schneller überfordert als solche, die vor Selbstbewusstsein strotzten und von ihrem Können überzeugt seien. “Auch ein überhöhtes Verantwortungsgefühl sowie die Neigung zum Perfektionismus macht Menschen anfälliger für Burn-out”, sagt Kümmel.

Nach meinen Beobachtungen liegt die Sache anders.

Ein zentraler Grund für die Katastrophe ist, wenn Leute sich Beruf und Studienfach nicht nach Neigung, sondern wider die Neigung durch Druck von außen, Eltern, politisch oder sowas wählen.

Gerade in Informatik ist das ganz schlimm, weil man da massenweise Frauen aus feministischer Politik in das Fach und durch das Studium gedrückt und ihnen ständig erklärt hat, wie dumm Männer und wie gut Frauen sind, und dann kommen sie irgendwann da raus und sollen in einer Firma real leisten, und in der Informatik geht das mit dem so-tun-als-ob eben nicht.

Sie reden von burn-out.

Den mag es in der Hätschel-Safe-Space-Generation sicherlich massenhaft geben.

Aber oft sind es auch einfach nur politisch gemachte Berufswracks, die Glauben und Realität nicht zur Deckung bringen und daran zerbrechen.

Die Informatikerin Tania Berg lernt gerade in einer privaten Klinik, sich wieder auf das Wesentliche und die positiven Aspekte ihres Lebens zu konzentrieren. Etwa die gemeinsame Zeit mit ihrem Mann sowie die Spaziergänge mit dem Hund. Ist die Therapie vorbei, will sie sich einen Job in Teilzeit suchen. “Ich kann mir zwar vorstellen, irgendwann wieder Vollzeit zu arbeiten”, sagt Berg. “Doch zunächst will ich langsam machen und schauen, wie ich nach der Therapie mit der Arbeit zurechtkomme.”

Viele schaffen nicht mehr als Teilzeit. Und regen sich dann über den Gender Pay Gap auf.