Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Eine qualifizierte Ferndiagnose zum Herzstillstandstod von Köthen

Hadmut
10.9.2018 19:53

Eine qualifizierte Einschätzung, wie es zu dem Todesfall und der Änderung der Todesursache kam. [Nachtrag 4]

Heute haben mir eine ganze Reihe von Leuten ihre Vermutung geschrieben, wie es zum Todesfall dieses Markus B. von Köthen gekommen sein soll.

Die meisten Zuschriften sind spekulativ und tendieren dazu, aus der „gegoogelten Laiensicht” zu erfolgen. Eine Reihe von Leuten schreiben mir, dass hier und da medizinische oder forensische Berichte gebe, wonach ein heftiger Stoß auf die Herzgegend zum Tod führen kann. Das will ich gar nicht mal in Abrede stellen, es ist aus den Kampftechniken bekannt, dass so etwas funktioniert. Es gebe gar eine Anleitung der Antifa, heißt es, dass ein an der richtigen Stelle aufgesetzter Schuss aus einer Schreckschusspistole zu dieser tödlichen Wirkung führe. Das mag ja alles sein. Aber es gibt bisher keinen greifbaren Hinweis darauf, dass der Mann irgendein Trauma im Bereich des Herzens/der Brust erlitten hätte.

Auch Hinweise darauf, dass der Herzdruck mit dem Hirndruck korreliere, und das Herz versuche, den nachlassenden Hirndruck durch auslaufende Hirnflüssigkeit auszugleichen, scheint mir ebenso spekulativ wie konstruiert.

Nun schreibt mir darunter aber auch einer, der Ahnung hat, nämlich ein Intensivmediziner. Wer, wenn nicht der, könnte es wissen? Er dürfte damit zweifellos zu den Qualifiziertesten unter all denen gehören, die nicht dabei waren und Informationen aus der Ferne bewerten müssen. Dieser Arzt berücksichtigt dabei ausdrücklich auch die Audioaufnahme der Aussage der Frau, die ich im Blog hatte, die, so schreibt er, exakt zu seiner Auffassung passe.

Grund für die Zuschrift des Arztes war, dass es ihn wurmt, was für ein spekulativer Blödsinn da allenhalben verbreitet wird. Die Medien, schreibt er, scheinen nicht in der Lage zu sein, jemanden zu fragen, der Ahnung hat. Ich würde eher sagen, sie wollen nicht, weil es nicht ins politische Konzept passt.

Laut Presse sei der Verstorbene 22 Jahre alt und Träger eines Herzschrittmachers gewesen.

Das ist der erste Ansatzpunkt. Der Arzt meint, das wäre nicht ganz richtig, weil vereinfacht. So einen klassischen Herzschrittmacher bekommen normalerweise nur alte Menschen. Wenn junge Menschen in diesem Alter sowas bekommen, handelt es sich in der Regel um einen implantierten Defibrilator (ICD), was man aber verwechseln kann, weil manche solcher Geräte zusätzlich eine Herzschrittmacherfunktion haben.

Hat ein so junger Mann so ein Gerät, dann dürfte er höchstwahrscheinlich eine strukturelle Herzerkrankung haben. Das könne eine angeborene Veränderung oder eine erworbene Störung (z. B. durch Zustand nach Grippe) sein, der dazu führen kann, dass das Herz spontan aufhört zu schlagen. Genauer gesagt, es bleibt nicht einfach stehen, sondern geht in eine sogenannte Kammertachykardie, es flimmert nur noch. Das sei der einzige logische Grund, warum ein junger Mann so ein Gerät haben kann.

Im Rahmen dieser tätlichen Auseinandersetzung ist es offenbar zu einer solchen Kammertachykardie gekommen. Die treten spontan, aber auch unter Belastung auf.

Der Arzt folgert nun, dass der ICD nicht suffizient (also nicht stark genug) ausgelöst hat. Dies komme laut Literatur in 10% der Fälle vor, und es würde genau zu dem passen, was die Frau in dieser Audio-Aufnahme beschreibt.

Der Mann sei demnach in der Auseinandersetzung wie ein Sack zu Boden gefallen.

Als man ihm danach noch gegen den Kopf getreten hat, war er nach der Einschätzung dieses Arztes bereits klinisch tot.

[Anmerkung von mir: Das könnte sehr gut erklären, warum man erst von einer Hirnblutung sprach und der Fleck auf dem Boden von ausgetretener Hirnflüssigkeit stammen könnte, die Staatsanwaltschaft aber sagt, dass der Herzstillstand nicht in Zusammenhang mit den zugefügten Verletzungen steht: Nämlich wenn die zeitliche Reihenfolge andersherum war, wenn der zu dem Zeitpunkt, als man auf ihn eingetreten und ihm anscheinend auch den Schädel und das Gehirn verletzt hat, im klinischen Sinne schon tot war. Salopp gesagt: Wenn er im Stehen gestorben ist und erst im Liegen auf ihn eingetreten wurde. Quasi zeitnahe Leichenschändung.]

Jetzt kommt noch ein Brüller, der Clou:

Der Arzt kann auch erklären, warum man die Diagnose erstens so schnell hatte und warum man die Todesursache von der zuerst behaupteten Hirnblutung auf Herzstillstand änderte:

Diese modernen ICDs haben auch noch eine Aufzeichnungsfunktion. Wenn irgendwas passiert, zeichnen die das auf. Und die kann der Arzt einfach induktiv auslesen. (Erinnert mich an die Fahrtenschreiber im LKW oder die Blackbox im Flugzeug.) Man kann also quasi einfach anhand der Aufzeichnungen dieses Gerätes genau nachvollziehen, was das Herz bei diesem Vorfall so gemacht hat und was passiert ist.

Das würde genau erklären, warum man natürlich zuerst nach den äußerlich sichtbaren Verletzungen geurteilt hat, dann aber sehr schnell auf eine andere Ursache kam, für die man nicht mal eine Obduktion brauchte. Man musste dem einfach nur das Lesegerät an die Brust halten und sich die Daten anschauen.

Demnach ist der Mann durch die Belastung der Situation (vielleicht auch Gewalt) in diese Kammertachykardie geraten, dann hat der ICD wohl nicht gereicht, deshalb ist er wohl gefallen (und es hieß ja irgendwo, er sei mit dem Kopf irgendwo aufgeschlagen) und dann noch getreten worden, worauf es aber wohl nicht mehr ankam.

Das würde nicht nur zur Aussage der Frau, sondern auch zur Darstellung der Staatsanwaltschaft passen.

Wie man das dann strafrechtlich wertet, ist eine ganz andere Frage.

Und ob er ohne dieses Kammerflimmern noch leben würde oder tatsächlich umgebracht worden wäre, nachdem er auf Leute traf, die selbst auf hilflos am Boden liegende noch eintreten, kann man sich auch fragen.

Und inwieweit die Migranten an der Belastung Schuld haben oder der sich Tugce-mäßig selbst in Gefahr gebracht hat (denn das musste er ja wissen, dass er so ein Gerät trägt und das einen Grund hat), kann man sich auch überlegen.

Man kann aber sicherlich sagen, dass uns die Presse großen Käse auftischt. Und zwar, weil sie nicht aufklären wollen, sondern Krisenpropaganda betreiben. Der Mann arbeitete angeblich in einer Behindertenwerkstatt. Die Einschätzung der Presse ist: „Bruder eines Rechtsradikalen”.

Denkt Euch was dabei.

Ich danke für die sachkundigen Erläuterungen des Intensivmediziners.

Nachtrag: So ein Gerät. Und mit einem Herzinfarkt hat es nichts zu tun.

Nachtrag 2: Wenn man das alles zusammensammelt, dürften die Afghanen das Herzkammerflimmern durchaus ausgelöst haben, denn es gibt ja Aussagen, dass sie auf ihn eingeschlagen haben und er noch irgendsowas wie „Aufhören, ich kriege keine Luft mehr” sagte. Aber man wird das Geschehen im Stehen und das im Liegen getrennt betrachten müssen.

Nachtrag 3: Natürlich wäre das dann im Ergebnis systemische Desinformation der Öffentlichkeit. Denn es hieß ja ständig und überall, sogar heute morgen im Radio, dass der Herzstillstand nichts mit den „Verletzungen” zu tun habe. So als sei das einfach nur zufällig gleichzeitig passiert.

Das ist natürlich ein ganz schmutziger Kniff, aus dem Umstand, dass ein großer Teil der Gewalt wohl post mortem stattfand zu schließen, die Gewalt sei nicht ursächlich für den Tod gewesen. Nur weil es nach dem Tod noch Gewalteinwirkung gab, die nicht mehr kausal sein konnte, heißt das ja nicht, dass die Gewalt vor dem Tod nicht kausal war. Und wenn die den da, wie es behauptet wurde, geschlagen haben und der noch sagte „Aufhören!”, dann drängt sich die Kausalität schon auf, auch wenn das vielleicht noch nicht zu Verletzungen, sondern nur zu Stress und Belastung geführt hat.

Nachtrag 4: Der Arzt hat sich nochmal bei mir gemeldet und rügt, dass auch ich spekulierte. Aus seiner Sicht sei die Todesursache „Ausfall des ICD”. Und damit war es seiner Einschätzung nach ein Unfall.