Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Was die Frankfurter Rundschau über mich schreibt…

Hadmut
5.9.2018 22:01

Mal wieder journalistischer Blind-Tiefstflug.

Also eigentlich schreiben sie ja nicht mal über mich, sondern versuchen im Zuge des journalistischen Politaktivismus die Vollstreckung eines Hinrichtungsjournalismus an Michael Klonovsky. Eine gewisse Katja Thorwarth – keine Ahnung, nie gehört, nichts über sie gefunden, aber viele Junkie-Mugshots der US-Polizei sehen weit besser aus als ihr Profilbild, das ist wirklich gruselig – schreibt: „Der Gauland-Flüsterer” und wirft ihm gleich offenen Rassismus vor.

Man versucht da nun wohl systematisch, alles Kritische und Oppositionelle zu zerstören und ballert auf alles, was man finden kann. Und nun zieht sie sich an einem einzelnen Text hoch:

Auf seiner Webseite „Acta Diurna“ hat Klonovsky am 24. August dieses Jahres einen bemerkenswerten Text veröffentlicht, der seine rassistischen Stereotype wie selten offen nach außen trägt.

Klonovsky leitet seinen Text mit dem Plan der südafrikanischen Regierung ein, weiße Farmer zu enteignen. Hintergrund ist, dass noch 24 Jahre nach dem Ende des Apartheid-Regimes 73 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der weißen Minderheit gehören. Das soll sich nun ändern, zumal weiße Farmer häufig ihrerseits als Folge von Apartheid und Kolonialismus in den Besitz kamen. Klonovsky führt noch weitere Beispiele an („Auch in Angola, Senegal, Mosambik und Kenia gibt es nur noch eine winzige bleichgesichtige Bevölkerung“), um zu diagnostizieren: „Afrika kennt keine Willkommens-, sondern eine Verabschiedungs- bzw. Vertreibungskultur.“

Ja, aber … das tun sie dort doch wirklich. Und dass sie es nicht mit Willkommen habe, sondern die Leute – auch mit Gewalt – vertreiben wollen, das sagen sie nicht nur explizit, das feiern sie auch noch. Und der ANC gab ja neulich irgendwo so eine ganz offizielle Erklärung raus, dass das auch nicht rechts- und gesetzwidrig wäre. Die Leute sollten halt mal draufhauen und machen, was sie für richtig halten, die Regierung würde die Gesetze dann einfach passend machen und nachziehen, womit sie dann da immer gesetzeskonform wären.

Im Nachbarland Simbabwe haben sie das schon hinter sich. Da haben sie auch die weißen Farmer mit Gewalt vertrieben, schon länger her, und dann ging gar nichts mehr. (Die Co-Reiseleiterin auf meiner Südafrika-Reise war aus Simbabwe und hat mir das bestätigt.) Und was machen sie jetzt? Sie holen die weißen Farmer zurück.

Auf Youtube gibt es unzählige Berichte über die gewaltsame Vertreibung weißer Farmer und die entschädigungslose Übertragung des Grundes an Schwarze, die man als Rückübertragung ansieht und legitimiert, die aber im Ergebnis dazu führt, dass die Farmen und Fabriken reihenweise verfallen und geplündert werden. Und das sind nicht nur Berichte von Weißen. Fragt man dort die Schwarzen (und ich war ja nun wirklich auch in den ärmsten Townships und habe mich dort mit den Leuten unterhalten), dann sagen die einem das auch.

Was genau soll denn daran jetzt rassistisch sein, wenn man über Sachverhalte berichtet, wie sie sind und wie man sich dort sogar selbst darstellt und das als gewollte Politik ausgibt? Nach hiesigen Maßstäben müsste man die Politik des ANC als „populistisch” und „rechtsextrem” bezeichnen, aber die Frankfurter Rundschau hält es schon für Rassismus, Sachverhalte und die offizielle Politik des ANC sind?

Müsste man nicht im Gegenteil dei Frankfurter Rundschau für rassistisch halten? Ich spitze es mal zu: „Schreibt nicht, was die Schwarzen da unten machen, denn dann sehen die schlecht aus.” Was für ein Menschenbild könnte wohl dahinterstecken, wenn jemand wie die FR verlangt, dass Schwarze aus der Berichterstattung ausgeklammert werden, weil sie sonst blöd dastehen?

Bleibt die Frage, wie einer weißen Minderheit mit einer „Willkommenskultur“ begegnet werden soll, wenn diese sich längst in Afrika aufhält. Und ohne den Vertreibungs- und Enteignungsprozess gut zu heißen, ist er doch eine Folge der Jahrhunderte alten weißen Vormachtstellung und Apartheid in Afrika. Das alles weiß Klonovsky sicherlich, aber er klammert die Hintergründe wohl aus, um die Willkommenskultur, die bei den politischen Rechten im Umgang mit Flüchtlingen längst auf dem Index steht, für Weiße in Afrika als gewünscht zu formulieren.

Nee.

Die Frage, die bleibt, ist eine ganz andere.

Nämlich was die Frankfurter Rundschau da eigentlich sagen will.

Denn eine Aussage wir daraus ja nicht. Ich fasse es mal zusammen: Der böse Klonovsky schreibt, dass Schwarze dort Weiße vertreiben. Das stimmt zwar, aber es ist rassistisch, es anzusprechen, wenn man nicht sofort dazusagt, dass die Weißen das auch verdient haben.

Das ist überhaupt kein Artikel, da ist kein Hirn und keine Aussage drin. Das wirkt auf mich, als hätten die da einen Hetzbefehl erhalten, Hau mal auf den Klonovsky, und dann kacken die als deutsche Journalisten halt einfach mal los. Ob sie was zu sagen haben, ist egal. Die wird sich da rückwärts durch dessen Artikel geklickt haben, bis sie endlich was findet, was sich als Aufhänger hernehmen lässt. Ach, da, ja, er schreibt was über Schwarze. Elender Rassist!

Damit führt er den Begriff ad absurdum, sind es doch gerade die Folgen kolonialer Ausbeutung, die die Menschen fliehen und vor geschlossenen Grenzen in Europa verzweifeln lassen. In seiner Erzählung jedoch ist der Schwarze der Aggressor, und die weiße Minderheit wird in Opferstellung gebracht, was den Leser für das nun Folgende auf Temperatur bringen soll.

Was für ein hanebüchener Blödsinn.

Man darf nicht erwähnen, dass die dort in Südafrika weiße Farmer verjagen und muss stattdessen sagen, dass sie armen Schwarzen unter den Weißen so leiden, dass sie alle nach Europa flüchten?

Das ist so dumm wie falsch, denn:

  • Die Townships dort sind voll von Menschen, die aus nördlicheren Staaten vor islamistischem Terror nach Süden geflohen sind. Man muss eigentlich nur hingehen, und mit den Leuten dort mal sprechen, dann sagen die einem das. Oder auch wie besagte Reiseleiterin. Die ist auch nicht vor Weißen Kolonialisten nach Südafrika geflohen. Sondern weil das Land nicht mehr funktionierte, seit man die weißen Farmer vertrieben hat. Sie ist vor der Inkompetenz der schwarzen Regierung geflohen.
  • Das Hauptfluchtmotiv in Afrika ist nicht weißer Kolonialismus. Es sind islamistische Kriege.
  • Und der Weiße ist auch nicht für Hunger verantwortlich. Die weißen Farmer haben die Farmen effektiv bewirtschaftet. Hat man sie vertrieben, geht nichts mehr und alles verrottet. Man hat das in kleinere Parzellen aufgeteilt und an Schwarze vergeben und die leben dort jetzt mitten im Farmland, das früher viele Lebensmittel produziert hat, und hungern, weil sie es nicht bewirtschaften können.

Das ist nicht nur bösartig, was die Frankfurter Rundschau da schreibt, es ist rotzdumm und sachlich schlicht falsch.

Was für eine koloniale „Ausbeutung” soll das denn sein? Was beutet man denn dort aus, wovor man da flieht? Worin soll die Beute bestehen?

Und warum leben dann dort jetzt viel mehr Schwarze als vor der Kolonialisierung? Die Bevölkerungszahl ist dort in den letzten 100, 200 Jahren exzessiv angestiegen. Wie ist das möglich, wenn die dort doch angeblich so böse ausgebeutet werden, dass sie fliehen müssen? Und warum fliehen die Leute dort dann nach Südafrika und nicht aus Südafrika? Weil die von weißen Farmern betriebenen Farmen so viel abwarfen, dass endlich mal genug zu essen da war. Früher konnten sie sich gar nicht so weit vermehren, weil die Nahrungssituation das gar nicht hergegeben hätte.

Sinn ergibt das nicht, richtig ist es auch nicht, da hat man einfach irgendwas zu Papier gekotzt.

Und dann der Hammer:

Damit all die potentiell bedrohten Leser aus der Lektüre die richtigen Konsequenzen ziehen, muss das sich zu erwehrende böse Gegenüber zumindest ein Stück weit animalisiert bzw. als kulturelle Gruppe minderwertig behauptet werden. Seine Inhalte schöpft Klonovsky aus einem Blog „Moral und abstraktes Denken. Wie Afrikaner sich von Westlern unterscheiden mögen“ (Gedaliah Braun) und einem Textbeitrag von Hadmut Danisch, der auf der Maskulinistenplattform „Wikimannia“ als „Wissenschaftskritiker“ vermerkt ist.

Klonovsky hatte sich da überhaupt nicht bei mir bedient, nicht mal „geschöpft”, sondern nur auf mich verwiesen:

Ich stelle die Lektüre dieser beiden Artikel anheim – Ersterer zirkuliert auf diversen Foren, und Hadmut Danisch nimmt auf ihn ebenfalls Bezug – zum Begrübeln, auf welchen Menschenschlag wir uns – womöglich – einzulassen haben, wenn diese Beobachtungen zutreffen (wobei, als Einschaltung für linke Esel und grüne Eselinnen, die Aussage nicht lautet: Alle Afrikaner sind so, sondern: signifikant viele): […]

Sie weiß überhaupt nicht, wer oder was ich bin und muss bei Wikimannia googeln, für was die mich halten.

Jetzt bin ich also „Wissenschaftskritiker“?

Blödsinn.

Ich bin genau das Gegenteil. Ich bin Wissenschaftler. Und Unwissenschaftskritiker.

Aber versucht mal, Journalisten den Unterschied klar zu machen.

Er zeichnet das Bild eines „Wilden“, potentiell grausam und ohne moralische Standards.

Ach.

Erst will man Afrika vom bösen weißen Kolonialisten und seiner Moral befreien, und dann ist es Rassismus, wenn man Schwarze ohne die weißen moralischen Standards darstellt?

Und sorry, wenn ich das mal so sage, aber: Erstens haben sie diese moralischen Standards dort tatsächlich nicht. Und zweitens ist es Weißen-überheblich und rassistisch, wenn man unterstellt, dass der edle Schwarze selbstverständlich unsere moralischen Standars hat und dadurch eben (erst) gut und edel wird. Einen Schwarzen ohne unseren weißen moralischen Standards darzustellen sei Rassismus, meinen sie. Denkt mal drüber nach, wie strunzdumm die Frankfurter Rundschau ist.

„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen“, formuliert der französische Soziologe Albert Memmi und scheint sich eins zu eins auf Klonovskys zu beziehen.

Die alte Geisteswissenschaftlerinkompetenz: Wenn es irgendwo irgendwer geschrieben hat, muss es auch stimmen.

Also immer dann, wenn es einem gerade passt. Wenn ein französischer Soziologe etwas formuliert, dann ist es schon allein deshalb richtig, weil es geschrieben ist, und wenn Klonovsky was schreibt ist es automatisch falsch, weil es geschrieben ist. Das ist einer der Hauptpunkte, warum ich Geisteswissenschaftler für so dämlich halte. Diese Denkweise, dass irgendwer was geschrieben hat, was zu zitieren gerade passt, und es deshalb zwangsläufig richtig sein muss, und im nächsten Satz zu sagen, dass etwas Geschriebenes falsch ist, obwohl es geschrieben ist, geht mir so auf den Wecker. Das ist dumm am schlimmsten Ende der Skala.

Der verzichtet denn auch in seinen weiteren Ausführungen auf mögliche Einschränkungen und schreibt von „bestialischen Gewaltexzessen,…, nach Deutschland geschleuster edler Wilder“, und einem Afrika als „Kontinent der Vergewaltigungen“.

Ach. Jahrelang wurde hier und in den USA die Vergewaltigung als Dauerthema in die Medien gedrückt. Schreibt man aber über Vergewaltigung in Afrika, dann ist es plötzlich Rassismus. Warum war unsere Presse der letzten 20 Jahre dann nicht Rassismus?

Und so nebenbei bemerkt: Afrika ist ein Kontinent mit extrem hohen Vergewaltigungsraten. Deshalb haben die in den Townships so hohe HIV-Raten (deshalb und wegen der grassierenden Prostitution, wobei der Unterschied zwischen deren Prostitution und Vergewaltigung auch nur in der Bezahlung liegt). Da gibt es Frauen zwischen 30 und 40, die noch nie menstruiert haben, weil sie schon immer pausenlos schwanger waren. Wenn man die dort fragt, ob es nicht gemein sei, wenn Frauen während ihrer Menstruation das Dorf verlassen und im Wald hausen müssen, fragen die verständnislos „Wieso? Kommt doch nur ganz selten vor…”

Zusammenfassend läuft der Text des Gauland-Beraters Klonovsky auf die Zeichnung einer Apokalypse hinaus, die zum einen durch den „Wilden“ verursacht wird, der Europa zu überrennen drohe.

Von Kenntnis getrübt ist die Frankfurter Rundschau jedenfalls nicht.

Man könnte einfach mal nach Südafrika oder Namibia fahren und mal in die Townships gehen (falls man sich traut). Und sich das einfach mal vor Ort anschauen, was dort passiert und abläuft. Wo die Leute herkommen, warum sie kommen, und was sie dann da machen. Sich beispielsweise mal die Frage stellen, warum die Kriminalität in Südafrika da mit Abstand am höchsten ist, wo es keine Weißen (mehr) gibt (oder noch nie gab). Und warum es Infrastruktur dort überhaupt nur da gibt wo Weiße sie aufgebaut haben. Wart Ihr mal in Lesotho? Guckt’s Euch mal an. Und vergleicht es mal mit Südafrika. Da kann man sehr deutlich sehen, wie weit man jeweils ohne und mit Kolonialisierung steht. Das, was in Südafrika die armen Townships sind, ist in Lesotho etwa der Normalzustand. Infrastruktur is nich. Sie verteilen jetzt LED-Lämpchen mit Solarzelle und Akku, weil es ein Stromnetz dort wohl niemals geben wird, damit die Leute wenigstens ein bisschen Licht haben. Aus Spenden.

Und dann würde man sehen, dass die Frankfurter Rundschau einfach gar keine Ahnung hat und nur im Blindflug und Hasskrampf blubbert, während Klonovskys Darstellung sehr dicht an der Realität ist.

Die richtige Frage wäre nämlich: Wieso glauben Linke, dass das Ergebnis so ganz anders aussieht, wenn Afrikaner nach Norden fliehen, als wenn sie nach Süden fliehen? Ist die Nordhalbkugel irgendwie magisch beseelt? Oder werden die Menschen einfach besser, wenn sie zu uns Weißen kommen?

Wenn die nach Südafrika fliehen, fährt das Land dort gegen die Wand, aber wenn sie nach Europa fliehen, wird alles wunderbar?

Überhaupt diese seltsame Mischungslogik: Kommen Weiße nach Afrika zu den Schwarzen, dann heißt das „Kolonialismus” und alles ist schlecht und unterdrückt. Kommen Schwarze aber nach Europa zu den Weißen, dann heißt das „Diversität” und alles soll gut werden? Liegt’s am Boden? Oder am Magnetfeld?

Muss man so dumm sein, um Journalist zu sein, oder hilft es nur? Merken die nicht mal selbst, wie absurd die sich selbst widersprechen?

Ich halte es für äußerst wichtig, darauf hinzuweisen, welche Form von Desinformation, Inkompetenz, Hetze, Propaganda da von den deutschen Zeitungen kommt.

Das wird nichts mehr. Die hätten noch einen verdammt langen Weg vor sich.

Vorher gehen die pleite.

Oh, hoppla, mein Fehler. Die waren ja schon 2012 schon pleite und vor dem Aus. Und seither ging’s nur noch bergab.

Wie oft muss eine Zeitung eigentlich pleite gehen, bis sie endlich die Klappe hält?

Kann das vielleicht sein, dass die Redaktion längst gegangen ist und sich da nun irgendwelche Junkies eingenistet habe, die die Computer wieder eingeschaltet haben?