Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Hetzjagden, Videobeweise und Konjunktive

Hadmut
2.9.2018 11:58

Zur Ergänzung.

Ein Leser schreibt mir, dass es Hetzjagden gegeben habe (er schreibt extra mit großem HAT) und dass es einen „Videobeweis” dafür gäbe, nämlich dieses Youtube-Video.

Hochgeladen von einem gewissen Shlomo Surensohn am 31.8.2018. Gleich in den ersten Sekunden unten rechts kurz die Einblendung „Copyright: Artifical Artist 2017”. Ach, gar?

Im Video geht es dann aber nur um gewalttätige Zusammenrottungen Linker, die gegen AfD und Rassistenpack schreien und versucht haben, einen AfDler mit einer Latte zu verprügeln und dabei einen Polizisten getroffen haben. Dann Rangeleien zwischen Linken und Polizisten. Ach, so ist das gemeint. Es hat Hetzjagden gegeben, nur andersherum als von Presse und Politik dargestellt.

Ein anderer Leser schreibt mich von altem Sack zu altem Sack in Kenntnis seines und meines lange zurückreichenden Erinnerungsvermögens an und erinnert an die grünen Friedensdemonstrationen und Friedensblockaden und deren zur Schaustellung in den Medien. Klar kann ich mich erinnern. Anfang der 80er. Ich habe ja schon mal beschrieben, dass ich damals in so einer coolen Pfadfindergruppe angekommen war und wir damals völlig unpolitisch eigentlich nur im Wald rumpfadfindern wollten – naja, eben so zelten, lagerfeuern, mit der Gitarre singen, würzig stinken. Und dann bläuäugig und arglos zu größeren Pfadfindertreffen gingen (Jamboree oder wie das hieß, weiß nicht mehr genau) und uns dann unversehens in einer Anti-US-Veranstaltung wiederfanden. Erst sah das alles schön pfadfindermäßig und lagerfeurig aus, singende Menschen mit Gitarre und so, Liedertexte wurden ausgeteilt, die schon alle links, aber noch harmlos waren, aber kaum hatten wir uns da mit unseren Koten aufgebaut und eingerichtet, ließ man die Katze aus dem Sack. Da in der Nähe gab es eine amerikanische Kaserne mit Atomraketen, und unsere „Aufgabe” sei es, rund um die Uhr zu versuchen, da reinzukommen und irgendwie zu stören oder zu sabotieren. Wir dachten, die sind wohl alle verrückt geworden, im Leben nicht wären wir auf die Idee gekommen, eine Kaserne anzugreifen oder gar ein Atomraketenlager zu sabotieren. Kritik war nicht erlaubt, nicht mitzumachen war dann auch nicht vorgesehen. Was haben wir also gemacht, als das abends dann so richtig losging? Wir haben uns unserer Pfadfinderfähigkeiten der Orientierung mit Karte und Kompas besonnen und uns in spontan einsetzender grenzenloser Unfähigkeit – muss an der Strahlung gelegen haben – so gründlich und hoffnungslos im Wald verlaufen, dass wir uns in die genau entgegengesetzte Richtung so sehr verirrt haben, dass uns da auch niemand fand und wir erst zufällig zum Frühstück am nächsten Morgen wieder zurückfanden. Schrecklich, sich so im Wald zu verirren. Oh, ja, ich erinnere mich an diese Zeit.

Besagter Leser nun erinnert daran, dass Fotografen zu jener Zeit gern im Auto einen Vorrat an Ochsenblut aus der Metzgerei dabei hatten, um eindrucksvoll blutende Polizeigewaltopfer in Szene setzen zu können. Worauf die Annahme beruhe, dass das heute anders zugehe, fragt er.

Ein anderer Leser schickt den Linke auf die Erklärung der Freien Presse, die dargelegt, warum sie den Begriff der Hetzjagd nicht verwendet:

Es gab aus der Demonstration heraus Angriffe auf Migranten, Linke und Polizisten. So wurde Menschen über kurze Distanz nachgestellt. Insofern wäre der Begriff “Jagdszene” noch gerechtfertigt. Eine “Hetzjagd”, in dem Sinne, dass Menschen andere Menschen über längere Zeit und Distanz vor sich hertreiben, haben wir aber nicht beobachtet. Wir kennen auch kein Video, das solch eine Szene dokumentiert.

Wir wissen mittlerweile, dass es am Abend und in der Nacht nach der Demonstration Angriffe auf Migranten gegeben haben soll. Der Polizei liegen dazu jedenfalls mehrere Anzeigen vor. In diesen Fällen waren wir nicht Augenzeugen.

Die Erklärung eines migrantischen Betroffenen möge ich mir ansehen, rät ein anderer Leser. Stimmt. Dem Mann sollte man zuhören. Unbedingt.

Abstoßend dagegen die Anwesenheit der Dunja Hayali, die wieder mal belegt, dass es keine Grenzen zwischen Politik, Aktivismus und ZDF mehr gibt. Mir geht an Hayali vieles auf die Nerven, aber am meisten deren herablassend-überhebliches mildes Belächeln. Übrigens eine Technik, die man in Rhetorik-Kursen lernt, wenn nichts mehr geht, einfach rührungslos stehen zu bleiben und milde zu lächeln. (Ich habe mal zum großen Vergnügen aller Verkäufer im Laden den Geschäftsführer eines Mediamarktes zur Sau gemacht, weil der die Verkäufer zur permanenten Kundenbelästigung beauftragt hatte, was die auch nicht wollten. Der wandte dann auch diese Technik an, es einfach widerstandslos über sich ergehen zu lassen. Meine Gegentaktik: Nicht aufhören. Und immer lauter werden, bis sich eine Traube aus Kunden um einen herumbildet, und er die Taktik nicht mehr durchhalten konnte und dann argumentativ pleite war und aufgab. Zwei Verkäuferinnen bedankten sich dann bei mir.)

Hayali sagt da nichts. Aber den anderen sollte man mal zuhören. Und ihr zusehen. Schaut Euch einfach mal deren Gestik und Mimik an und macht Euch Gedanken zur Glaubwürdigkeit des ZDF. Auf mich macht die Frau den Eindruck, von allen und allem Deutschen total angewidert zu sein und eigentlich nur noch mit Deutschenhass und Verachtung beschäftigt zu sein.

Was in das ZDF gefahren ist, seine Zuschauer immer intensiver diese Person aufzudrängen, verstehe ich nicht. Die Frau ist völlig blockiert und überhaupt nicht mehr in der Lage, irgendetwas anderes als ihr Phantasieweltbild wahrzunehmen. Man gibt ihr das Sportstudio, und das erste, was ihr einfällt, ist mit Supermillionär Özil über dessen beklagenswerte Lage im Rassismus gegen ihn reden zu wollen.

Wie gesagt, schaut Euch Hayalis Körpersprache an und Ihr wisst, was ZDF ist.

Den ersten Teil zu diesem zweiten Teil habe ich noch nicht gefunden, aber das scheint daran zu liegen, dass nur der zweite Teil mit Hayali zu tun hat. Teil drei zeigt einen, dem man auch zuhören sollte, um ein Gefühl für das Konfliktniveau zu erhalten.

Quasi aus der Seele – und vermutlich der vieler Leser – spricht mir dieser Kommentar. Denn die Frage, wie unser Land an Leuten genesen soll, die schon ihre Herkunftsland nicht in einer Zivilisation halten konnten, hat auch noch keiner beantwortet.