Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über den beachtlichen Unterschied zwischen mir altem weißen Mann und jungen österreichischen Feministinnen

Hadmut
10.8.2018 19:10

Der Unterschied ist mehr oder weniger subtil. Aber er ist mir wichtig.

Ein Leser schreibt mir unter der Zusammenfassung „Wir definieren uns über unsere Körperfunktionen”, ich möge meinen Blick auf die Seite „Viva La Vulva” österreichischer Herkunft wenden. Wo man dem Namen nach eine Pornoseite erwarten würde, geht es zwar wirklich nur um Mösen, aber der Kontext ist feministisch.

Viva la Vulva!

Für Freiheit, Selbstbestimmung und Pussy Positivity.

Ah, ja. Wohl die Sorte emanzipierter Selbstbestimmung, bei der für alles immer nur Männer, aber nie Frauen für irgendwas selbst verantwortlich sind. Und galt es nicht eben noch als sexistisch und ausgrenzend, den Besitz einer Vulva/Vagina als Voraussetzung des Frauseins anzusehen? Naja, egal. Auf Ihrer Blog-Seite erklären sie:

Warum die feministische Revolution bei deiner Vulva anfängt

Ich habe mich lange Zeit nicht besonders mit meiner Vulva auseinandergesetzt. Sie war irgendwie einfach da. Ein unendliches, mysteriöses schwarzes Loch in Mitten meines Körpers. Ich glaube, mein erster Freund wusste mehr über meine Vulva als ich. Mit Freundinnen wurde eigentlich auch nie darüber geredet. Sicher hat man sich über Jungs, Sex und sogar Penisse ausgetauscht, aber Themen wie Vulven und Masturbation waren bei uns immer Tabu. Es hat fast 21 Jahre gedauert bis ich angefangen habe eine echte Beziehung zu meiner Vulva aufzubauen und heute weiß ich, dass ich mit dieser Erfahrung nicht alleine bin: Laut einer australischen Studie wissen 50% der Frauen, nicht wie eine „normale“ Vulva aussieht und weniger als die Hälfte der Frauen hat je mit Freunden und Freundinnen über ihre Vulva gesprochen.

Naja, wie ich so häufig schreibe: Das weiblich-feminine findet heute im Vegan-Vegetativen statt. Nicht im Intellektuellen.

Zu „meiner Zeit” gab es eine Redewendung, mit der man sagen wollte, dass jemand nicht Autofahren kann: „Der hat den Führerschein in der Windel gefunden”. In der Windel findet man, was man ohne eigenes Zutun und ohne eigene Befähigung so ab Geburt geschenkt bekommen hat. Was wäre da passender, als die jungen Feministinnen von heute über etwas zu beschreiben, was sie leistungslos und ohne Zutun „in der Windel gefunden” haben? Und so klagen sie:

„Wie kann es sein, dass die erste anatomisch korrekte Nachbildung einer Klitoris erst entstanden ist, nachdem wir auf dem Mond gelandet sind?

Wie kann es sein, dass die erste anatomisch korrekte Nachbildung einer Klitoris erst entstanden ist, nachdem wir ein Schaf geklont haben?

Wie kann es sein, dass die erste anatomisch korrekte Nachbildung einer Klitoris erst entstanden ist, nachdem das iphone 5 entwickelt wurde?”

Die Antwort ist einfach: Weil Frauen in den letzten 5000 Jahren der Medizingeschichte – abgesehen von ein paar als Hexen eingestuften Kräuterweiblein im Walde – nichts, schon gar nichts Wissenschaftliches gemacht haben. Raumfahrt, Klonschaft Dolly und iPhone 5 wurden nämlich auch von Männern erfunden. Und die haben halt Prioritäten. Das iPhone 5 war eben wichtiger als die Klitoris, und man muss sich nur mal in die U-Bahn setzen um zu sehen, dass erheblich mehr Frauen mit ihrem iPhone als mit ihrer Klitoris beschäftigt sind. Und so ist es die Erwartung der „selbstverantwortlichen” Frau an die Männer, dass diese ihnen Klitorismodelle bauen. Bitte, gerne, Wartenummer ziehen und im Wartezimmer Platz nehmen. So ähnlich wie die Beschwerde der Feministinnen, dass von Männern gebaute Mikrofone Frauen kreischig klingen ließen, aber niemand die Frage aufwirft, warum Frauen sich die Mikrofone für Frauenstimmen nicht selbst entwickeln, sondern alles fertig geliefert haben möchten. Oder wie die – als wohl einzige verfügbare Beispiele – bis zum Erbrechen wiederholte Vorwurf über irgendeinen rassistischen automatischen Seifenspender, dessen Fotozelle nur die Hände Weißer, aber nicht die Schwarzer erkennt. Oder der Vorwurf, dass Filme und Digitalkameras nur für Weiße gebaut wären. Mal abgesehen davon, dass der Vorwurf technischer Humbug ist, könnte die profane, zwar eigentlich nicht richtige, aber richtig schmerzende Antwort einfach lauten: „Weil Weiße sich Seifenspender und Kameras bauen und Schwarze eben nicht.” So muss die Antwort auf die Klitorsfrage heißen: Weil Männer Wissenschaft machen und Frauen nicht. Stimmt zwar so auch nicht ganz, ist aber die passende Antwort auf eine strunzdumme Frage.

In gewisser Weise könnte man ja sogar sagen, dass der Feminismus erfolgreich war, weil sich ja nun gezeigt hat, dass Frauen dann, wenn man sie mit Professuren und lebenslanger Vollversorgung versorgt, aber gar nichts von ihnen verlangt und erwartet, sie vor lauter Langeweile anfangen, mit ihren vegetativen Ausscheidungen am Körpersüdpol zu befassen. Das erinnert mich an einen Vorgang in meiner Kindheit. Ich musste als Kind mal mit in den Familienurlaub, FKK-Camp in Jugoslawien, Wohnmobil. Auf der Nachbarparzelle wohnte eine sehr nette Familie, deren ca. 8-jährige Tochter – wie es im Nudistencamp eben so üblich ist – splitternackt rumlief und von morgens bis abends aus schierer Langeweile immer an ihren Schamlippen rumspielte, immer an denen zwirbelte. Von morgens bis abends, ohne Unterlass, immer hatte die die Hand im Schritt. (Damals gab’s noch kein iPhone) Da ging mir so die Frage durch den Kopf, was wohl passierte, wenn ich mir sowas erlaubte, wenn ich mich als Junge draußen hinstellen und öffentlich wichsen würde. Das erinnert mich aber massiv an die Feminstinnen von heute. Durch Frauenquoten und Gleichstellung haben die nichts mehr zu tun, werden vollversorgt, und wo landet deren ganze Tätigkeit? Bitte, da habt Ihr’s. Obwohl man ja bei Menschenaffen nachgewiesen hat, dass die im Zoo, wo sie Langeweile haben und nicht kämpfen und nicht Futter suchen müssen, sondern den ganzen Tag Freizeit haben, intelligenter als in der Natur werden und dann mehr können. Vielleicht liegt’s ja daran, dass die Klitoris erst nach Mondlandung, Klonschaf und iPhone untersucht wurde, weil man erst durch Teflonpfanne, Supermarktfleisch und Internet so weit gekommen ist, dass Frauen die totale Langeweile eines Lebens im Zoo haben, wenn sie eine Professur bekommen und für den Rest ihres Lebens das Futter vom Wärter über den Zaun geworfen bekommen.

Sie beklagen sich, dass der Penis wohlerforscht sei. Na, warum wohl? Wer hat den wohl erforscht?

Ihre Selbstdefinition:

Viva La Vulva ist das österreichische Forum von und für junge Feministinnen. Wir verstehen uns als Meinungsplattform für feministische Themen, Freiheit, Selbstbestimmung und Lust. Wir wollen dazu beitragen die Belange junger Frauen nach außen zu tragen, um diese sichtbar und besser wahrnehmbar zu machen.

„Jede Vulva ist einzigartig. Unser Ziel ist es, Frauen darin zu bestärken sich selbst zu verwirklichen und etwas zu riskieren. You Go Girl!”

Die Belange junger Frauen. Sich selbst zu verwirklichen. Und alles, was ihnen dazu einfällt, sind Mösen.

Kann man sich selbst eigentlich noch dümmer verkaufen?

Heißt das nicht, dass sich der Daseinszweck der Frau darin erschöpft, dem Manne zur Lust zu gereichen und geschwängert zu werden?

Stellt Euch mal vor, ich würde als Slogan meines Blogs schreiben:

„Jeder Penis ist einzigartig. Mein Ziel ist es, Männer darin zu bestärken sich selbst zu verwirklichen und etwas zu riskieren. You Go Guys!”

Mit Penislogo.

Für wie dämlich würdet Ihr mich halten? Wer würde meine Webseite überhaupt lesen?

Und das ist der Unterschied, auf den ich Wert lege. Mein Blog heißt „Ansichten eines Informatikers” und nicht „Schwanz eines Informatikers”. Bei mir geht’s um das, was oben rauskommt, nicht unten. Und ich hab’s auch nicht nötig darüber zu schreiben, wie man als Mann das Wichsen entdeckt.

Ich definiere mich auch über ein Körperorgan und dessen Funktionen, aber bei mir ist es das Gehirn (und das, was ich daraus gemacht habe oder auch nicht).

Je mehr ich mich mit Feminismus beschäftigte, desto mehr komme ich zu der Auffassung, dass das männlichste, potenteste, erigierteste und penetrationsstärkste Organ und Männlichkeitssymbol nicht der Penis, sondern das Gehirn ist. Wer hat, der hat. Jeder nach seiner Façon.