Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Peruanischer Scherentanz

Hadmut
12.7.2018 22:01

Oh, es schmerzt.

Von Nikon rede ich gerade, falls das irgendwer noch nicht gemerkt hat. Was das mit peruanischem Scherentanz zu tun hat? Findet es heraus.

Dass ich (bisher) Nikon-Kunde und -Nutzer bin, sich meine Begeisterung aber in Grenzen hält, ist bekannt.

Die Kameras der Profi-Serie sind grundsätzlich sehr gut, ich bin mit meiner (inzwischen deutlich veralteten) D300s und meiner D800 grundsätzlich sehr zufrieden, wenn man auch die guten Profi-Objektive dranpackt. Generell gesagt, sind die Kamera besser als ich, das heißt, dass meine fotografischen Fähigkeiten und nicht die Kamera das begrenzende Element ist, und ich habe mit den Dingern schon recht gute Fotos gemacht. Aber erstens sind sie halt schon sehr schwer und sperrig, und damit auch nicht immer für unterwegs zu gebrauchen, und die Zeiten, in denen ich die schwere Fototasche auch mal über 130 km in 3 Tagen rumgeschleppt habe, sind bei mir auch vorbei. Im Allgemeinen haben die sich auch als robust und sehr zuverlässig erwiesen, aber zwei Punkte ärgern mich da doch schon:

Der eine ist, dass die Bedienung manchmal einfach zu umständlich und damit fehler-/fehlbedienungsanfällig ist. Beispiel: Meistens fotografiere ich aus der Hand, am liebsten mit dem 24-70/2.8 drauf. Herrlich. Nicht selten aber fällt mir auf, dass eine Situation entweder von der Belichtung schwierig ist (obwohl ich grundsätzlich nur RAW fotografiere und damit einen weit größeren Belichtungs- und Nachberbeitungsspielraum als mit dem dämlichen JPEG habe) oder der Kontrastumfang für den Sensor einfach zu groß ist. Dann mache ich Belichtungsreihen, die dann nachher mit HDR-Software zusammengemischt und je nach Geschmack zu einem „normalen” oder HDR-mäßigen Foto konvertiert werden. Das ist eine Standard-Technik, die man beherrschen sollte, wenn man etwas ambitionierter unterwegs ist. Viele Kameras und Handys machen das heute sogar automatisch und sofort, aber deren Ergebnisse finde ich meist eher nicht so toll. Und da fängt das Problem an:

  • Serienfunktion auf schnelle Serie stellen.
  • Belichtungsfunktion auf Blendenvorwahl
  • Bracketing auf 3, 5 oder 7 Bilder stellen

Das sind einige Handgriffe. Bis man das umgestellt hat, sind viele bewegliche „Ziele” schon wieder weg. Und ich muss leider sagen, dass ich damit schon häufiger Bilder versaut habe. Das ist so quasi ein Dauerfehler, der mir immer wieder passiert, und mich jedesmal fürchterlich ärgert, vor allem, wenn ich ihn erst dann bemerke, wenn es zu spät ist. Manchmal nämlich schalte ich die Kamera danach aus, so wie sie ist, und stelle sie nicht auf die normale Betriebsart zurück. Weil ich vielleicht noch weitere HDR-Aufnahmen machen will. Bleibt sie dann aber aus und denke nicht mehr daran, wie ich die Kamera eingestellt habe, ist sie noch im Bracketing-Modus, aber ich merke es nicht, weil es auch keine deutliche Anzeige im Sucher gibt. Normalerweise drücke ich den Auslöser auch nie so lange, dass ich merke, dass die Kamera noch auf Serienbild steht, die macht so, wie ich normal drücke, dann auch immer nur ein Foto. Sie wechselt dann aber in der Belichtung bei jedem Foto zwischen 0, +1, -1, +2, -2, +3, -3 hin- und her. Bracketing eben. Und ein Foto, das +-2 oder gar 3 falsch belichtet ist, ist auch als RAW nicht mehr zu retten, und man sieht es ja im optischen Sucher nicht. Damit habe ich mir schon einige Bilder versaut. Mein ständiges Grundproblem: Kamera einschalten und sofort benutzen, weil’s pressiert, und die Einstellungen von der letzten Nutzung nicht zurückgestellt. Meine erste Spiegelreflex (Minola 7000i für chemischen Film) hatte so eine P-Taste (auch konfigurierbar), und wenn man die gedrückt hat, dann war immer alles auf die Standard-Einstellungen zurückgestellt. Das ging immer. Ich würde mir da generell eine konfigurierbare HDR-Taste wünschen, die man einfach gedrückt hält, und damit alle Einstellungen ändert, und sie dann loslässt, und damit alles wieder zurückstellt. Da ist Nikon manchmal sehr altbacken und stur. Was nutzt die beste Kamera, wenn sie zu fehlbedienungsanfällig ist?

Das zweite, was mich ärgert, ist: Ölverlust. Als ich die D800 gekauft hatte, habe ich sie nicht lange gestestet, sondern gleich auf eine Fahrt mitgenommen und unterwegs mit dem Display auf der Rückseite kontrolliert. Bilder sahen gut aus. Zuhause am Rechner: Alle versaut. Also sehr nachbearbeitungsbedürftig. Warum? Jede Menge Flecken. Auf dem Sensor und auf dem Bild. Obwohl die Kamera zuhause noch einwandfrei funktioniert hat. Ursache: Der Spiegelmechanismus ist ja eine mechanische Angelegenheit und dazu ab Werk geölt. Es ist ein in der Profiszene (aber mir damals nicht so) bekanntes Phänomen, dass solche Profikameras anfangs mit jedem Spiegelschlag winzige Tröpfchen überschüssigen Öls wegschleudern, und die können eben auch auf dem Sensor landen. Und da sieht man sie mit bloßem Auge auf dem Sensor fast gar nicht, nicht mal mit kleiner Sensorlupe, und man bekommt sie auch mit nur mit Spezialwerkzeug wieder weg, das man unterwegs kaum dabei hat, und wenn nicht benutzen sollte, weil keine staubfreie Umgebung. Zudem soll man laut Nikon den Sensor gar nicht reinigen, sondern immer nur vom Nikon-Service reinigen lassen, weil man ihn gar zu leicht beschädige, und das immer ein Totalschaden wäre, denn der Austausch wäre kostspieliger als eine neue Kamera. Macht Nikon die Kamera kaputt, dann zahlen sie die neue. Wie sie sich das aber vorstellen, selbstverschmutzende Kameras zu verkaufen, die man nicht reinigen darf, ist mir nicht klar. Sensorreinigung ist ein sehr diffiziles Geschäft, vor allem unterwegs. (Tipp 1: die ganzen teuren Sensorlupen sind zwar halbwegs portabel, taugen aber alle nicht viel. Vor allem kann man damit nicht gleichzeitig gucken und reinigen. Wenn man gescheit was sehen will, kauft man sich für 30-40 Euro eine dieser großen LED-Lupenlampen, die man wie eine Schreibtischlampe am Tisch festschraubt, beispielsweise jeden Jahresanfang bei LIDL oder anderen Discountern. Die sind richtig gut zur Sensorkontrolle. Tipp 2: Reinigungsmaterial war bisher irre teuer. 10 Reinigungsstäbchen, einmal benutzbar, nicht unter 25 Euro. Dazu winzige Fläschchen Reiniger für mindestens den gleichen Preis. Die bei Nikon verwenden Weichholzstäbchen, um die sie spezielle fussel- und kratzfreie Tüchlein wickeln, die man nur in Japan kaufen könne. Beim China-Versand haben sie jetzt aber eine preisgünstige Alternative, die ich zwar gekauft, aber noch nicht ausprobiert habe, nämlich Gelee-Stempel. Ein quaderförmiges Stempelchen aus einer gallertartigen Synthetik-Masse am Stiel, mit der man den Sensor abtumpfen soll. Manche schreiben, man dürfe den Stempel auch nur einmal verwenden, könne ihn dann aber an einem saubern Tüchleich abreiben, womit sich eine frische Oberfläche ergäbe. Hört sich plausibel an, könnte aber wohl Öltröpfchen nicht aufnehmen. Werde ich demnächst mal an einer ausgemusterten Uralt-Kamera ausprobieren.

Bei diesem Problem frage ich mich, ob das bei spiegellosen Kameras besser oder schlechter ist. Ölflecken durch einen Spiegel können die nicht bekommen, sie haben nämlich keinen. Ölflecken durch einen mechanischen Verschluss allerdings schon, denn den haben manche. Aber: Manche dieser Kameras haben vor dem Sensor ein dünnes Schutzglas. Das macht die Reinigung nicht nur viel einfacher (und gefahrloser, weil das Glas weniger kratzempfindlich, aber austauschbar ist), sondern es hält viel Dreck ab. Dafür steht es immer offen und hat beim Objektivwechsel keinen Spiegel als Schutz davor.

Nun heißt es ja allenthalben, die neue Nikon D850 sei der Brüller und das wirklich beste, was an DSLR auf dem Markt sei. Aber 3800 Euro sind einfach absurd, und insbesondere aufgrund der oben beschriebenen Ärgerlichkeiten wäre ich da momentan auch sehr zurückhaltend, denn wenn ich beispielsweise Pananasonic dagegenhalte, dann kommen die zwar von der optisch-mechanischen Qualität nicht dran, aber so softwarefunktional geben die sich mehr Mühe.

Gut, sein wir ehrlich, die 3800 Euro waren aufgerufen, solange alle Freaks das Ding haben wollten. Inzwischen bekommt man sie in Deutschland auch für 3200 und dubios-international ab 2800, aber immer noch enorm viel Geld. Zumal man sehr teure Objektive braucht, um so eine Kamera überhaupt „auszufahren”. Andererseits: Wenn man solche Objektive hat, wäre es auch blöd, sie herumliegen zu lassen oder an der Kamera zu sparen.

Was mich an Nikon noch mehr ärgert, sind eher die kleinen Kameras.

Ich hatte mir vor Jahren mal eine Taschenknipse gekauft, die Coolpix P7000. So um 2011 herum. Das war eigentlich eine richtig gut Kamera, die hat – manchmal – verdammt gute Fotos gemacht. Und konnte – damals Spitze – Videos in 720p aufnehmen, mit Anschluss für externes Mikro. Wenn diese Kamera nur nicht so ätzend langsam gewesen wäre. Bis die sich eingeschaltet und zurechtgefunden und den Fokus gefunden hatte, das konnte dauern. Landschaft OK, Architektur auch, aber das Pferd war bis dahin weg oder tot. Und dann: künstlich kastriert. Viele wichtige Funktionen fehlen. Dafür: Museumsmodus. Macht zehn Fotos ohne Blitz hintereinander und nimmt das schärfste. Vor ein paar Jahren (ausführlich bebloggt) ausgemustert, weil die Nebenbatterie leer war. Hört sich absurd an, war es auch. Das Ding hatte neben dem Hauptakku eine zweite Batterie für Uhr und Speicherung von Einstellungen im RAM. Bei vielen Herstellern kann man die Knopfzelle dann austauschen. Bei Nikon ist die Batterie fest eingelötet, und man muss das ganze Kameraboard austauschen, was mehr kostet, als die Kamera noch wert ist.

Ich hatte mich vor einiger Zeit zu der Nikon 360°-Kamera hinreißen lassen, weil sie zwar nominell teuer war (damals um die 500 wenn ich mich recht erinnere), aber zum Super-Sonder-Schleuderangebot angeboten wurde, dazu noch 100 Euro Nikon-Cashback, dann war sie bei der Hälfte, dazu Umsatzsteuererstattung und von der Steuer abgesetzt, so dass die „teure” Kamera im Ergebnis nur etwas über 100 Euro kostete. Es ist aber auch ärgerlich, denn die Hardware ist gut, die Software dagegen eine Katastrophe. Schlecht gemacht und auch da wieder vermurkst, weil wichtige Funktionen fehlen. Das Ding macht 360°-Aufnahmen und hat damit immer Licht-Schatten drauf, in und gegen Sonne, aber kann kein RAW und keine Belichtungsreihen, dazu grottenschlechte Software. Ich habe noch eine Xiaomi vom Chinaversand für 200 Euro, die macht weitaus bessere Aufnahmen und kann (über die App) auch viel mehr. Mit der bin ich sehr zufrieden (bis auf den Akku, den man dan nicht wechseln kann, wenn der leer ist, geht nichts mehr.).

Ich war mal auf den Malediven. Ich berichtete, der Billig-Urlaub auf der Eingeborenen-Insel, die sich als Müllhaufen herausstellte. Da dachte ich mir, wenn schon dort Schnorcheln und vielleicht tauchen, dann mit wasserdichter Kamera. Gab damals kaum etwas außer der Nikon 1 AW 1, eine Tauchkamera aus deren neuem kleinem Mini-Systemkamera-System. Ich dachte, Nikon, das müsste gut sein, und habe die im Sonderangebot im Elektromarkt gekauft. War aber’n Scheiß. Wasserdicht ist sie, aber die Bilder sind wirklich Mist. Und die Videos schlimmer. Mit der habe ich überhaupt nichts brauchbares hinbekommen. Eine GoPro macht – für weniger Geld – weitaus bessere Bilder und Videos und ist leichter zu handhaben und zu reinigen.

Nachdem ich gute Sachen von der 1 J5 gehört hatte, und nach der Ausmusterung der P7000 eine kleine tragbare brauchte, habe ich mir die 1 J5 samt 10-100 bestellt – wieder mal deutlich billiger als offiziell, ein Fotohändler in den Niederlanden hatte sie zum Preis, den man hier für das Objektiv alleine zahlt. Dazu noch ein Weitwinkel gebraucht von ebay.

Doch auch die Kamera ist ein beständiges Ärgernis.

Die Kamera an sich wäre gut, Nikon kann gute Kameras bauen. Aber die Software ist einfach Schrott. Nämlich künstlich kastriert. HDR nur über eingebauten Murks (JPEG statt RAW oder HDR-Format) Bracketing nur bis +-1. Objektive ohne Chip nicht zu gebrauchen, Videos nur 30/60 nicht 25/50, und noch mehr so Probleme.

Immer dasselbe: Bei der P7000, der Keymission 360°, der 1 W1 und der 1 J5: Eigentlich ingenieursmäßig gut gebaute Kameras. Die gute Fotos machen könnten. Optik und Sensor gäbe es her. Aber völlig vermurkst von schlechter Software und einem hundsmiserablen Produktmanagement, das die Kameras künstlich kastriert. Die werden – warum auch immer – künstlich schlecht gemacht. Das Argument, damit die teureren verkaufen zu wollen, zieht da nicht, weil es da ja kein Modell drüber gibt.

Ich habe mir zum Vergleich die Micro-Four-Thirds-Kameras von Panasonic angesehen. Rein optisch kann Panasonic weniger als Nikon (hat sich dafür aber Leica an Bord geholt, und die haben’s schon drauf). Aber die kastrieren ihre Kameras nicht (oder kaum), die packen rein, was geht. Und anders als Nikon liefern die auch ab und an mal wirklich neue Funktionen per Softwareupgrade nach.

Ich habe mich da richtig geärgert, dass ich dieses Nikon-1-System gekauft habe. Micro Four Thirds hätt ich nehmen sollen, auch nicht wesentlich größer, aber viel besser, und es gibt mehrere Anbieter. Und ständig aktualisierte Kameras mit sehr guten Videofähigkeiten.

Von Nikon dagegen kommt seit Jahren nichts mehr Neues zum Nikon-1-System. Schon länger unkten die Beobachter, dass es eigentlich schon tot und aufgegeben sei, man nur die Beerdigung vergessen habe.

Mein Eindruck war geringfügig anders. Ich hielt es auch für tot, aber meine Vermutung war, dass man es aus taktischen und gesichtserhaltenden Gründen nicht abkündigt, sondern durch einen Nachfolger „ersetzt”. Denn Nikon und Canon durch Sony und Panasonic, die die neuen Platzhirsche sind und mit ihren spiegellosen und hoch videotauglichen Kameras, die man früher als Spielzeuge ansah, längst der Brüller. Sony will bald Nr. 1 werden. Nikon und Canon sahen alt aus und mussten sich ranhalten, zumal Nikon unter einbrechenden Kameraverkäufen litt. Beide hatten angekündigt, dass sie auch Spiegellose vorstellen wollen (=müssen).

Nun ist es wohl soweit.

Die finsteren Kanäle (und es ist ja längst gängige Praxis, dass die Kamerafirmen die finsteren Kanäle heimlich füttern, weil sich gezeigt hat, dass das das Interesse enorm steigert, wenn total geheime Geheimnisse vorher raussickern, völlig egal, ob sie stimmen oder nicht, und man sich damit außerdem dagegen wappnet, dass einem ein Konkurrent mit seiner Ankündigung zuvor kommen könnte, wenn alle schon wissen, dass da irgendwas kommt) verkünden gerade, Nikon wolle noch im Juli seine zwei Top-Spiegellosen ankündigen, ein Oberklassemodell und eins etwas drunter. Dazu ein neues Objektivsystem mit Adapter zum alten (klar, Spiegellose haben andere Anforderungen und ein kleineres Auflagemaß), an dem sie angeblich schon lange mit Höchstdruck und wie die Bekloppten entwickeln und fertigen. Und dazu passend wurde dann angeblich jetzt das Nikon-1-System anscheinend auch offiziell eingestellt, wie Golem und diverse Gerüchtetwitterer mitteilten. Was ja eigentlich nur heißt, dass man es, wie vermutet, gesichtswahrend nicht eingestellt sondern gewartet hat, bis man es durch etwas neues „ersetzt”.

Nun ranken sich seit einiger Zeit wilde Spekulationen über das neue System, denn Nikon hat diverse Patente beantragt, und da sind schon ein paar tolle Ideen dabei, u.a. gewölbte Sensoren und besondere Objektive, und es heißt, sie hätten sehr viel Forschung in einen außergewöhnlichen Sucher gesteckt. Klar. Das ist jetzt ihre Chance. Wenn sie die vergeigen, ist der Zug abgefahren. Und mit der Ankündigung sollte man unbedingt bis nach der WM warten.

Ich muss sagen, dass ich Nikon nach der Reihe schlechter Erfahrungen mit künstlich verschlechterter oder miserabel designter Kameras im unteren Preissegment nicht mehr so gewogen bin und in gewissen Grenzen bereit wäre, zu wechseln. Denn wenn ich davon ausgehe, dass ich – ich bin 52 – noch ein aktives Leben von vielleicht 10 oder 20 Jahren habe und bedenke, das ein großer Teil meiner wertigen Nikonausrüstung inzwischen auch fast 10 Jahre alt ist, wäre das ein guter Zeitpunkt, sich zu überlegen, was ich die nächsten 10 Jahre mit mir rumschleppe. Die alten – sehr guten aber großen und schweren Nikon-Objektive an einer D850? Ein neues spiegelloses Nikon-System?

Panasonic mit Micro-Four-Thirds, die viele Vorteile haben und gut gemacht sind, aber aufgrund kleinerer Objektive und Sensoren zwar leichter und tragbarer, aber eben doch einem Vollformatsensor deutlich unterlegen sind?

Sony will der Platzhirsch werden, und auch die machen gute (aber auch nicht tadellose) Kameras, haben aber ein lausiges Objektivangebot, dafür zwar ZEISS im Angebot, die aber wieder monströs teuer. Dafür heißt es, Nikons Ziel (und Pflicht) wäre es, Sony direkt zu attackieren, man darf also erwarten, dass da etwas kommt, was wie Sony ist, nur (hoffentlich) besser. Und wieder mal das x+1te Objektivsystem (*seufz*). Und neue Batterien. (Ich habe inzwischen 6, 7 oder 8 verschiedene Akkutypen von Nikon – schrecklich.)

Außerdem muss ich mir langsam mal überlegen, was ich mit alten ausgemusterten Kameras mache. Als Kind waren mir alte Kameras heilig, wertvolle Sammlerstücke. Habt Ihr jemals eine gute Rolleiflex oder eine Contaflex Super in der Hand gehabt? Die mechanischen. Der ganze elektronische Kram aus der Massenproduktion ist dann doch eher Elektronikschrott. Ich habe neulich gesehen, was ein sehr seriöses Fotogeschäft in Berlin mit den ganzen wertvollen Kameras aus der vordigitalen Film-Ära macht, die sie in Zahlung nehmen: Die haben in der Ecke eine Plastikwanne stehen, in die sie die alle im wilden Haufen einfach reinschmeißen, nicht mal stellen, sondern einfach in den Haufen rein. Wer will, darf wühlen und für 10 Euro das Stück kaufen. Es will aber keiner. Ich habe gerade alte Computermonitore und Analog- und DVB-T-Fernseher zum Elektronikschrott gebracht. Muss ich mich wieder mal überwinden und auch Kameraschrott wegwerfen, den ich als Kind so sorgsamst gehegt und gepflegt und mich um jede Sammlerkamera einzeln gekümmert hatte?

Harren wir also der Dinge, die da von Nikon kommen werden.

Nun sagen die Gerüchte, sie kämen bald.

Und die Gerüchte sagen, die Marketingkampagne würde sich um Tanz und Gesang drehen, um die Zielrichtung Video und Audio zu unterstreichen.

Frei erfundene und völlig unhaltbare Spekulationen übelster Herkunft meinen, es könnte sich dabei möglichweise um peruanischen Scherentanz handeln, gar heißt es, das könnte ein Foto dieser Kampagne sein:

Was ist peruanischer Scherentanz? Sowas:

Wollen wir also hoffen, dass das hilft.

Und jetzt mal ehrlich: Wer hätte am Anfang dieses Blogartikels dieses Ende erwartet?