Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Lotka-Volterra-Regeln

Hadmut
27.5.2018 11:18

Wieder was gelernt.

Ein Leser weist mich gerade zu meinen Ausführungen über multiresistente Keime und meine Frage, ob nicht wir, sondern Mikroben an oberster Stelle der Fresskette stehen und wir uns durch unsere Ausbreitung unsere Fressfeine gerade selbst züchten, auf die „Lotka-Volterra-Regeln” zur Dynamik von Räubern und Beute hin.

Hatte ich noch nie gehört. Jedenfalls dem Namen nach.

Entspricht aber inhaltlich genau dem, was wir mal in der Schule in Bio gelernt hatten, insbesondere die erste und zweite Regel. Was seltsam ist, denn im Artikel verweisen sie auf deren Buch von 1990 und ich war von 1972 bis 1985 in der Schule.

Laut Wikipedia geht es da um drei zentrale Regeln:

  • Erste Lotka-Volterra-Regel (Periodische Populationsschwankung): Die Populationsgrößen von Räuber und Beute schwanken periodisch. Dabei folgen die Schwankungen der Räuberpopulation phasenverzögert denen der Beutepopulation. Die Länge der Perioden hängt von den Anfangsbedingungen und von den Wachstumsraten der Populationen ab.
  • Zweite Lotka-Volterra-Regel (Konstanz der Mittelwerte): Die über genügend lange Zeiträume gemittelten Größen (Mittelwert) der Räuber- bzw. Beutepopulation sind konstant. Die Größe der Mittelwerte hängt nur von den Wachstums- und Rückgangsraten der Populationen, nicht aber von den Anfangsbedingungen ab.
  • Dritte Lotka-Volterra-Regel (Störung der Mittelwerte): Werden Räuber- und Beutepopulation gleichermaßen proportional zu ihrer Größe dezimiert, so vergrößert sich kurzfristig der Mittelwert der Beutepopulation, während der Mittelwert der Räuberpopulation kurzfristig sinkt.

Jetzt überlege ich, ob nicht eben diese Regeln auch für das Verhältnis von Linken/Geisteswissenschaftlern/HartzIV-Surfern/Quotenfrauen/Schmarotzern zu arbeitender Bevölkerung gilt. Räuber und Beute. Sprich: Die einen, die auf anderer Kosten leben und die anderen, die sich selbst ernähren.

Ist der Ausbruch von Geisteswissenschaftlern, Quoten und #MeToo-Gejammer einfach eine phasenversetzte Räuber-Beute-Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs?

War das Verhältnis von Linken zu Arbeitenden über längere Zeit konstant und stabil?

Befinden wir uns gerade in der Periodephase, in der die Räuber überhand nehmen und deshalb die Beutepopulation (=Aussterben des Mittelstandes) absackt bzw. die Leistungsträger das Land verlassen, oder wie es neulich eine Zeitung schrieb, signifikant überanteilig unbedingt weniger arbeiten wollen?

Reduziert man das man brachial auf die Nettosteuerzahler und -empfänger als Beute und Räuber, dann hatten wir hier in den letzten Jahren absurd hohe Steuern und hohes Steueraufkommen, ein überbordender Sozialstaat, und die Universaleinladung an alle weltweit. Dem Anstieg der Beute folgt der Anstieg der Räuber, was zwangsläufig zum Einbrechen der Beutepopulation führt.