Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Anmerkungen zur Migration

Hadmut
29.3.2018 23:52

Die Leser haben mir viele Hinweise geschickt, einige möchte ich hier erwähnen und kommentieren.

  • Ein Leser weist auf einen Artikel der BBC von 2012 hin, in dem es heißt:

    The EU should “do its best to undermine” the “homogeneity” of its member states, the UN’s special representative for migration has said.

    Peter Sutherland told peers the future prosperity of many EU states depended on them becoming multicultural.

    Der Brüller daran:

    Mr Sutherland, who is non-executive chairman of Goldman Sachs International and a former chairman of oil giant BP, heads the Global Forum on Migration and Development , which brings together representatives of 160 nations to share policy ideas.

    He told the House of Lords committee migration was a “crucial dynamic for economic growth” in some EU nations “however difficult it may be to explain this to the citizens of those states”.

    Aus Sicht von Goldman Sachs – Denkmal der Seriosität – sei die Migration für das Wachstum der Wirtschaft unbedingt erforderlich, egal wie schwierig es sein mag, das der bestehenden Bevölkerung beizubringen.

    Nun, erstens ist das so ein Thema der Demokratie, dass man es trotzdem vorher mit der Bevölkerung abklären und deren Einverständnis einholen muss. Und zwar sogar dann, wenn Angela Merkel Kanzlerin ist, es mit Erklärungen nicht hat und alles für „alternativlos” hält.

    Zweitens war endloses Wachstum als Voraussetzung der Wirtschaft schon immer ein Konstruktionsfehler. Endloses Wachstum entspricht Schneeballsystemen, progressiver Kundenwerbung. Und da die Erde endlich ist, kann das nicht funktionieren. Schon bisher stottert die Wirtschaft, weil der ständige Zuwachs nicht mehr funktioniert. Schon die „Gastarbeiter”-Welle der 60er und 70er Jahre, die Frauenemanzipation, Verkürzung der Schulzeit waren Versuche, einer Wirtschaft am oberen Anschlag noch ein paar Jahre Wachstum zu verschaffen.

    Jetzt kommt dann eben als Verzweiflungstat die Gewaltmigration.

    Es ist das Prinzip der progressiven Kundenwerbung, und das fällt gerade in sich zusammen. Man versucht mit allen Mitteln, noch ein paar Leute heranzukarren, damit der Mist noch ein, zwei Generationen halten kann. Aber solche Systeme können nicht funktionieren.

    Es geht nicht um uns als Land. Es geht um das Überleben von Läden wie Goldman Sachs.

    An ageing or declining native population in countries like Germany or southern EU states was the “key argument and, I hesitate to the use word because people have attacked it, for the development of multicultural states”, he added.

    “It’s impossible to consider that the degree of homogeneity which is implied by the other argument can survive because states have to become more open states, in terms of the people who inhabit them. Just as the United Kingdom has demonstrated.”

    Dass sich der Feminismus durch Aussterben mangels Fortpflanzung selbst erledigt, habe ich schon lange gesagt.

    Und das United Kingdom steht kurz vor dem Kollaps.

  • Ein anderer Leser verweist auf einen andere Artikel, und zwar über das Weltwirtschaftsforum. Läuft im Prinzip auf das Gleiche hinaus:

    Politische Parteien, die Zuwanderung zu begrenzen und zu kontrollieren versprechen, sind ein Problem. Sie schaden der Wirtschaft.

    Unternehmen halten sich bei dem Thema zurück, weil sie Angst haben, mit Werbung für Zuwanderung den Groll der Öffentlichkeit auf sich zu ziehen.

    Migration sollte man heute nicht mehr als eine Beziehung zwischen Individuum und Staat verstehen, sondern als Beziehung zwischen Individuum und Arbeitgeber, vermittelt über den Staat.

  • Wieder ein anderer Leser verweist auf diesen Artikel, wonach allen Ländern, die sich Soros’ Raubnahme widersetzen, seltsame Dinge passieren würden.

    Was so, genau genommen, nicht stimmt. Denn nicht den Ländern, sondern deren Politikern passieren seltsame Dinge.

  • Es hieß ja neulich, dass viele nicht als Flucht vor dem Krieg kommen, sondern weil es hier Hartz IV gibt.

    Ein Leser will von mir wissen, ob man nicht von vornherein Hartz IV so gebaut hat, damit sie kommen.

    Weiß ich nicht.

    Stammt aber aus der Zeit des Bundeskanzlers Gerhard Schröder, und denen war alles zuzutrauen, die haben ja auch sonst jeden Mist gebaut.

  • Und einer will von mir wissen, warum es in dem von mir verlinkten UN-Paper von 2000 im Deutschen harmloser „Bestandserhaltungsmigration”, im Englischen aber schärfer „Replacement Migration” heißt.

    Verdrängungsmigration?

    Ich weiß nicht, warum man das so formuliert hat.

    Der Gedanke, dass es hier um eine Verdrängungsmigration geht, drängt sich auf, aber nicht zu 100% zwingend. Deutsche und englische Begriffe sind eigentlich nie so völlig deckungsgleich. „replace” gibt es nicht nur in der Bedeutung von ersetzen (auch wenn das die Hauptbedeutung ist), sondern kann auch ergänzen, wiederbeschaffen heißen. „replace” verwendet man oft, um etwas Defektes mit neuen Bauteilen zu reparieren und es wieder funktional zu machen.

    Ich will’s jetzt nicht gutreden, und es hört sich wirklich gruselig an, aber der Begriff alleine ist jetzt auch kein wasserdichter Beweis.

    Ich glaube aber auch nicht, dass England es noch allzulange macht, wenn sie so weitermachen.

  • Einer sieht die Mehrheitsverhältnisse bei den UN als Ursache des Problems an. Inzwischen nämlich hätten undemokratische, rückständige und islamische Ländern dort die Mehrheit, während die demokratischen-rechtstaatlichen und wirtschaftlich positiven Ländern nur noch 45% darstellen würden, und würden nun schlicht niedergestimmt und per Beschluss übernommen.

    Ja…mmmh….weiß ich nicht. Kann ich jetzt ad hoc nicht nachprüfen.

    Das Grundproblem, dass Demokratie zusammenfällt, sobald die Nehmer eine Mehrheit gegenüber denen haben, die arbeiten, haben wir aber auch hier in Deutschland.

  • Und noch ein anderer verweist auf einen Artikel der FAZ von 2016, der Schelte gegenüber Migrationsforschern enthält:

    Viele Migrationsforscher üben sich in wohlfeiler Kritik und realitätsfernen Postulaten. Forschung verstehen sie als Lobbyarbeit, abweichende Befunde werden ignoriert. […]

    Die vier Wissenschaftler beben: vor Empörung. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle, im September 2015, rief der „Rat für Migration“ zur Bundespressekonferenz und sprach von „Repressionsschraube“, „Abwehr und Abschreckung“ und der „Logik des Sterbenlassens“. Sie, die Migrationsforscher, hatten es schon immer gewusst („seit spätestens 2000“, „seit den 70er Jahren“, „seit Jahrzehnten“, „ein „Scheitern mit Ansage“). Auch sonst verfügen die Ratsmitglieder über ein beachtliches Wissen. „Die Wissenschaft“, wie die Selbstbezeichnung lautet, kennt den Schuldigen: Das „tödliche Grenzregime“ um die „Festung Europa“ trägt alle Verantwortung für jeden auf der Flucht Gestorbenen und irgendwie auch für die überlebenden Flüchtlinge. Als Gründe für das komplette Fehlverhalten „der Politik“ werden deren irrationale „Ängste“ genannt.

    Ja, was erwartet Ihr? Das sind Geisteswissenschaftler. Die kennen den Unterschied zwischen Wissenschaft und Lobbyismus nicht und können auch
    argumentativ nichts anderes, als den anderen zu beschimpfen und ihm Ängste zu unterstellen.

    Hört Euch nur diesen Quatsch an:

    Immer wieder laufen solche monochromen Wissenschaftlerrunden ab, in denen sich die Beteiligten vielsagend bestätigen, schneidig einen totalen Neuanfang in der Einwanderungspolitik fordern und in Endlosschleife das „restriktive Migrationsregime“ Deutschlands beklagen. Die „Neue Züricher Zeitung“ spottet über den „politisch-akademischen Gottesdienst unter den deutschsprachigen Migrationsforschern“, deren zentrales Dogma besage: Alle Integrationsprobleme sind einzig der Diskriminierung der Einwanderer durch das Aufnahmeland geschuldet. Was eigentlich ist der Sinn einer solchen Migrationsforschung? Auf jeden Fall treibt sie die Hysterie an und lässt die Verbitterung auf der anderen Seite steigen.

    Wie ich so gerne sage: Rechte werden von Linken gemacht. Rechte sind das, was übrig bleibt, wenn die Linken da waren.

    Was aber auch wieder mal zeigt, dass „Wissenschaftler” heute nichts mehr mit Wissenschaft zu tun haben, sondern Universitäten nur noch enorme Linkenversorgungswerke sind.

    Dabei ist die vorgezeigte Distanz „der Wissenschaft“ zu „der Politik“ nur eine scheinbare. Denn diese Migrationsforscher sehen sich ja ausdrücklich als „Politikberater“. Und in dieser Rolle wollen sie allzu häufig empirische Befunde nicht wahrnehmen, die nicht zu ihrem Beraterjob passen. […]

    Teil der Betriebsblindheit sind auch die zahlreichen Studien, die das bundesrepublikanische „Einwanderungsregime“ als einmalige Kette außerordentlicher Fehlleistungen darstellt, wobei die Konstruktionen von vermeintlichen Kontinuitäten zur NS-Zeit besonders beliebt sind. Die Wissenschaftler übersahen dabei in ihrem selbstgerechten Eifer, dass Migration in anderen Ländern mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat. Warum beispielsweise konzentrierten sich diese Wissenschaftler so intensiv auf die Staatsangehörigkeit, die durch die Bundesrepublik nur zögerlich verliehen wurde, und nahmen nicht zur Kenntnis, dass in Frankreich die Staatsbürgerschaft für viele Migranten keine effektive Hilfe geboten hat?

    Man merkt daran nicht nur die Verblödung der „Wissenschaftler” – sondern auch den Qualitätssturz der FAZ. Der Artikel ist nicht mal zwei Jahre alt, aber heute würde man das in der FAZ wohl nicht mehr schreiben (können, dürfen?).