Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Doppelte Maßstäbe der Müllpresse: Jugend

Hadmut
25.1.2018 17:39

Wieder mal ganz tief aus der Güllegrube.

Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie man sich darüber aufgeregt hat, dass einer Sawsan Cheblich „jung und schön” genannt hat? Es sei so sexistisch. Tatsächlich beweist es nur, wie mir auch ein Leser schrieb, dass Sawsan Chebli erstens noch lange nicht integriert und zweitens diplomatisch völlig unfähig ist. Denn dem Mann war ja ein Fauxpas unterlaufen, er hatte sie nicht erkannt und begrüßt. Deshalb hat er, ganz nach alter Schule, eine Entschuldigung gebracht, mit der er erstens sein Gesicht wahren, zweitens halbwegs elegant aus der Situation kommen und ihr drittens ein Entschädigungsbonbon in Form eines Komplimentes übergeben wollte. Eigentlich hat er alles richtig gemacht. Genau so, wie man das früher mal in Diplomatie und Rhetorik zum Umgang mit Fehlern gelernt hat. Und was macht die dumme Nuss? Regt sich über Sexismus auf, anstatt sich über ein Kompliment zu freuen und mal zu lächeln. Undiplomatischer geht es kaum, und man muss sich schon fragen, wer die eigentlich auf diesen Posten gesetzt hat. Oder in Anspielung auf die Dieter-Wedel-Treibjagd: Da war wohl auch das Aussehen das wichtigste Einstellungskriterium. Sie schrieb:

“Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.”

Wenn sie das noch nicht erlebt hat, kann es wohl mit der Integration nicht weit her sein und sie noch nicht viel unter Deutschen und in deutscher Kultur gelebt haben. Ich bin 51 und werde in Berlin ständig mit „junger Mann” angeredet (wohlgemerkt: ohne „schön”). Und sie will das noch nicht „erlebt” haben?

Mal ne andere Frage: War das eigentlich vertraulich? Darf sie sowas überhaupt ausplappern? Ging jedenfalls breit durch die Presse. Der Mann sei ein Sexist. Eigentlich hätte die Schlagzeile lauten müssen, dass Chebli mit Amt und Umgangsformen überfordert ist.

Die TAZ macht heute weiter mit dem Blödsinn.

Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert. Der, der gerade versucht, die SPD von der Groko abzuhalten. (Ich bin mir noch nicht sicher, womit man die SPD schneller kaputt bekommt, Groko oder Groko-Absage.) Es sei doch unmöglich, wenn der auf sein Alter angesprochen würde:

Es gibt ein Problem: Junge Politiker werden von alten Haudegen herablassend behandelt. Und es gibt dazu ein Hashtag: #DieseJungenLeute. Und wenn ein Problem ein Hashtag bekommt, muss es auch wichtig sein. Angefangen hat alles in einer Talkshow. Der Publizist Albrecht von Lucke hat den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert geduzt – live im Fernsehen. Der 28-jährige Kühnert kämpft derzeit ziemlich öffentlichkeitswirksam gegen einen SPD-Eintritt in die Große Koalition und ist deshalb gern gesehener Gast bei Lanz und Konsorten. […]

Zugegeben: Albrecht von Lucke und Co. sind Kühnert wegen seiner Jugend in der Tat untergriffig angegangen. Moderatorin Illner sprach ihn zudem mehrfach mit dem Namen Kleinert an. Kühnert korrigierte ohne Groll – und damit hätte man die ganze Geschichte auch vergessen können.

Doch dann kam das Hashtag. Unter #DieseJungenLeute twittern seit einigen Tagen Jungpolitiker über ihre Diskriminierungserfahrungen. „Wenn der Kollege in der ersten Ausschusssitzung nicht mit dir, sondern mit deinem Referenten spricht, weil der älter ist …“, twittert zum Beispiel Moritz Körner, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen in NRW.

Die Linksjugend-Bundessprecherin Sarah Rambatz schreibt: „Du wirst politisch aktiv, sammelst Unterschriften, entdeckst Veganismus, meldest Demonstrationen an, blockierst Naziaufmärsche, arbeitest in einer Landtagsfraktion mit, nimmst an Bundesparteitagen teil, aber du sollst immer noch zu unerfahren für die Politik sein.“

Auffällig: Die meisten Beschwerden kommen von Grünen-Politikern.

Gut, sagen wir es mal so: Die TAZ sieht da noch beide Seiten, aber sichtbar wird schon, dass man da auf breiter Front wieder eine #Aufschrei-Nummer versucht. Und ich muss sagen, dass ich mich rückblickend auch erst mit über 30 als wirklich erwachsen und kampftauglich einstufe. Vorher war Milchbubi. Da war ich zwar körperlich stark, aber in Punkto Lebenserfahrung, Berufsfähigkeit und Charakterbildung war noch nicht viel.

Was mich daran aber so richtig stört:

Neulich war doch Sebastian Kurz da, der österreichische Bundeskanzler. Der wurde hier in allen Talkshows von arroganten mütterlichen Talkshowtanten von oben herab behandelt und auf sein jugendliches Alter angesprochen. Da hat das niemanden gestört.

Es stört wieder mal nur, wenn es politisch in die Richtung passt.