Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Meine Neujahrsansprache…

Hadmut
1.1.2018 14:06

Jetzt muss ich wohl auch noch was sagen.

Also erst mal allen Lesern ein gutes – besseres – neues Jahr! 🙂

Manches spricht für Verschlechterungen, aber ich glaube, es gibt einen wesentlichen Aspekt, der auf Verbesserungen hindeutet: Erkenntnis.

Ich habe den Eindruck, dass doch wesentliche Teile der – naja, wie drückt man es aus – Bevölkerung, Bürger, Wähler, Leser merken, dass das Superwunderland linken Zuschnitts, das uns mit Feminismus, Grenzenlosigkeit, Europa und Political Correctness verheißen wurde, nicht existiert, nicht funktioniert. Diese ganze Indoktrinationstaktik ist stumpf geworden, sie funktioniert nicht mehr.

Die SPD hat sich zum Restposten gemacht, Merkel pfeift auf ihrem letzten Loch, und die Presse ist zunehmend im Verteidigungsmodus. Eigentlich keine schlechte Bilanz für 2017 und keine schlechte Grundlage für 2018. Man wird sehen, was kommt.

Für mich steht jetzt – same procedure as every year – mein jährliches Mailbox-Putzen an. Mein Mailbox-Verzeichnis umfasst aktuell 3,5 GB und darin etliche tausend gelesene, aber nicht be- oder verarbeitete Mails mit Zuschriften allein aus dem Jahr 2017. Mails mit nur einem Link, Mails mit einigen Megabyte an Dokumenten, Mails mit langen Geschichten, Mails mit Videos, bis hin zu einem Schlachtvideo, in dem Menschen reihenweise mit dem Messer die Köpfe abgesäbelt werden, auch sowas bekomme ich zugeschickt (und weiß noch nicht mal, was ich damit machen soll, ich bin noch zu keinem Schluss gekommen, was man als Blogger mit sowas macht oder nicht macht).

Dazu noch ein Stapel Papier, Hinweise, einige Bücher, die mir zugeschickt wurden.

Ich habe alles Mails gelesen, konnte aber wegen der schieren Fülle viele Mails nicht mehr beantworten und eben noch weniger wirklich be- und verarbeiten, obwohl so viele wichtige Aspekte dabei waren. So oft passiert es, dass ich mir etwas am Mittwoch als wichtig markiere, es unbedingt bloggen will, bis Samstag aber noch hundert andere Sachen reingekommen sind, die ich ebenfalls so ganz unbedingt bloggen will.

Immer wieder fragen mich Leser, ob ich echt bin, da müsste doch eine ganze Redaktion dahinterstecken. Neulich klingelte mal nachts so gegen eins das Telefon und eine Leserin war völlig verblüfft, mich am Telefon dran zu haben. Sie war überzeugt, dass ich nur eine Kunstfigur bin und nachts in der Redaktion keiner ans Telefon geht.

Richtig ist, dass ich eine Redaktion haben müsste, um die Fülle an dringlichem Material aufzuarbeiten und einer völlig durchgeknallten Presselandschaft Paroli zu bieten. Manchmal frage ich mich aber: Wenn ich kaum hinterherkomme, das alles zu schreiben, wer soll’s dann noch lesen können?

Es tut mir leid, es schmerzt mich selbst wegen all des wichtigen und kostbaren Materials, und ich möchte auch keine Leser verärgern, aber ich werde diese 3,5 GB an Hinweisen in den nächsten Tagen in mein Archiv schieben müssen. Ich hatte mir im Sommer die Mailbox der dringendsten Meldungen mal auf unter 100 reduziert, in diesem Moment sind wieder 2589 Mails darin, die Ordner für die Ablage gesehener unbearbeiteter Mails und die mit meinen eigenen Notizen und Links, die ich mir über den Tag selbst schicke, noch nicht mit eingerechnet.

Doch nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Aktuelles von 2018 wird wichtiger sein als Aufgekochtes von 2017. Man sollte diesen Jahresabschluss durch Weihnachten und Silvester auch als eine Art gedanklichen, inhaltlichen Abschluss nehmen und sich nach vorne, auf Neues ausrichten. Man muss sich auch geistig ausmisten und einfach den Mut haben und sich der Gewissheit stellen, dass uns 2018 mehr als genug frischen Mist anliefern wird. Was würdet Ihr über 2018 denken, wenn ich als Blogger das Zeug aus 2017 nachkauen würde? Ein Tote-Hose-Jahr? Sagen wir es so: Falls 2018 wider Erwarten nichts passiert und ich nichts zu bloggen hätte, käme ich vielleicht endlich mal dazu, die Reisefotos der letzten 5 Jahre zu bearbeiten, die auf meiner Festplatte vor sich hin modern, und dann einfach Reisebilder zeigen. Und ich habe sonst noch so viele Ideen mit meinem Blog (ich will seit 5 Jahren WordPress loswerden, aber Umzug nach Berlin, Wohnungssuche, einiges an Prozessen und vor allem diese Bloggerei haben wirklich alle Freizeit aufgesogen), es wäre so vieles zu erneuern, zu modernisieren. Mir gehen Kommunikationsprotokolle durch den Kopf, die sich gänzlich von der Struktur eines Blogs lösen und damit drastisch resistenter gegen Maas-Zensur und andere Zensurformen sind. Nur habe ich nicht auch noch dafür die Zeit, und es würde nur funktionieren, wenn viele dabei mitmachen.

Apropos Maas-Zensur: Dass ich den für einen gemeingefährlichen Spinner und inkompetenten linken Emporkömmling und damit Symptom der völligen Durchverfaultheit der SPD halte, ist kein Geheimnis. Sehr hoch schätze ich den Schaden ein, den der anrichtet. Ich werde oft gefragt, warum ich nicht bei Facebook schreibe. Da hätte ich doch eine viel größere Reichweite und könnte mehr Umsätze erzielen. (Neulich las ich, dass da eine mit einem Reiseblog bis zu 20.000 Euro im Monat verdient, und junge Mädels um die 20 mit Mode- und Schminkblogs auf eine Million im Jahr kommen. Ich überlege schon, ob ich nicht auf Schminktipps umsteigen soll…) Was glaubt Ihr, wieviele meiner Artikel bei Facebook überleben würden? Wie schnell mein Account da gesperrt würde. Wer glaubt im Ernst, dass es funktioniert zu schreiben, wenn der Gegner die Zensurguillotine kontrolliert?

Ich bin zwar als Informatiker fähig und fachlich und in gewisser Weise auch moralisch dafür zuständig, zensurresistente Systeme zu bauen (und bekanntlich bin ich in meiner beruflichen Laufbahn dafür auch schon mehrere Male aus der Regierung heraus abgesägt worden). Ich bin aber als Blogger der Meinung, dass man sowas eigentlich gar nicht brauchen darf, dass das Land kaputt ist, wenn man über sowas auch nur ernstlich nachdenken muss.

Wir haben 2017 erlebt, wie dünnhäutig, empfindlich, wehleidig die Presse unter dem Vorwurf „Lügenpresse” und ihrem Umsatzrückgang und Vertrauensverlust geworden ist. Zwar hat es noch nicht zu einer merklichen Verbesserung der Presse geführt, eher im Gegenteil einem trotzigen „weiter so”, aber die Knochen klappern schon gewaltig, da herrscht Angst und die Gewissheit, dass der Leser auch nicht mehr so alles mit sich machen lässt. Die Leute sind aber so dumm, dass sie sich nicht bessern, sondern in ihren Untergang gehen – um damit allerdings Besseren Platz zu machen. Ich halte diesen Prozess, die Presse unter Druck zu setzen, deshalb zwar für langwierig, aber für gut, wichtig und vor allem effektiv und funktionierend. Wir sollten das intensivieren. Ich halte es im Interesse und zum Funktionieren einer Demokratie, eines freiheitlichen Rechtsstaates für erforderlich, sich eines großen Teils der heutigen Presselandschaft zu entledigen, denn ich halte den Schaden, den die anrichten, für weit größer als den Nutzen. Ich habe mir das jetzt über 5 Jahre aus der Nähe angesehen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass unsere Presse weitestgehend dysfunktional, unfähig und korrupt ist, wie alles, was von links unterwandert wird. Die Symptome gleichen denen der Piratenpartei, nur in anderer Intensität und mit anderem Zeitverlauf. Aber es funktioniert, man kann sie aushungern, wenn man Geduld hat.

Und wer etwas mit der Maas-Zensur nicht einverstanden ist, der sollte das nicht einfach fressen, sondern sich aktiv dagegen wehren. Sagt der SPD, und auch allen anderen, die dafür gestimmt haben, in aller Deutlichkeit (und nicht nur verbal, sondern auch bei Wahlen), was Ihr davon haltet. Sagt es laut, stellt den Zusammenhang her, damit sie es auch kapieren. Wiederholt es. Lasst Euch von diesen Leuten sowas nicht gefallen. Wehrt Euch.

Ich bin aber der Überzeugung, dass 2018 vieles anders werden wird. Sogar Merkel dämmert, dass es ihr dämmert. Mir schrieb neulich ein Leser, dass Merkel nur deshalb noch da sei, weil in der Politik allen klar sei, dass wenn sie stürzt, sie zu viele und zu vieles mitreißen würde, der ganze Politschlamm zusammensackt. Na, wenn das keine guten Aussichten für 2018 sind.

Ich habe eine große Bitte an die Leser:

Ich komme so, wie bisher, mit dem Verarbeiten der Leserzuschriften nicht mehr hinterher.

Ich will nicht, dass sie weniger werden. Das Material ist ja wichtig und interessant.

Aber: Ich will, dass die Hinweise anders, besser werden. Ich bekomme sehr viele Zuschriften mit Subject wie „Wichtiger Hinweis” und Inhalten wie „Oh, schau Dir mal dieses tolle 90-Minuten-Video an, das ist unheimlich wichtig für Dich!” oder „Lies mal unbedingt das 400-Seiten-Buch von XY, das wird Dich erhellen”.

Das ist in mehrfacher Hinsicht ziemlich nutzlos. Erstens, weil ich sowas mit Suchfunktionen in meiner Mailbox unter 20.000 Mails nicht finde. Ich habe dann in Erinnerung, dass mir irgendwer vor 2 oder 4 oder 6 Wochen mal was zum Thema X schrieb, was ich jetzt brauchen könnte, aber die Suchfunktion kann es nicht mehr finden, weil in der Mail selbst überhaupt nicht steht, worum es eigentlich geht. Ein „Guck mal, was der Idiot schreibt” hilft mir nicht. Nennt den Idioten beim Namen, damit die Suchfunktion das findet.

Zweitens, weil ich nicht die Zeit habe, auf Verdacht 90-Minuten-Videos (auch schon mit 10 oder 20 Minuten) zu sehen, Radiosendungen zu hören oder 400-Seiten-Bücher (auch schon mit 10 Seiten) zu lesen nur um darüber zu rätseln „Was wollte mir der Leser damit sagen?” oder „Was könnte daran wichtig für mein Blog sein”?

Drittens, weil ich immer wieder – und leider oft unangenehm – erstaunt bin, wie sich Leser so mein Zeitkontingent vorstellen. Oder darüber bestimmen wollen. Manche schreiben mir zwar, dass sie sich kaum vorstellen können, wie ich neben dem Job noch so viel schreiben kann, aber sehr viele glauben auch, ich säße hier rum, hätte Langeweile und bräuchte mal etwas Unterhaltung. Oder müsste mal einfach so mit jemandem plaudern. Jeder Hinweis, dem ich nachgehe, um herauszufinden, worum es da überhaupt geht, kostet mich Zeit. Blog-Zeit. Freizeit. Lebenszeit.

Deshalb die Bitte:

Schreibt dazu, warum Ihr mir einen Link schickt oder ein Video oder Buch empfehlt. Was steht da wo drin, was für mich von Bedeutung wäre, oder warum ich es lesen soll. Es nutzt mir nichts, wenn das nur auf der Zielseite steht. Und schreibt es bitte so in Subject und Inhalt, dass ich das in der Mailbox auch mit der Suchfunktion finde. Ich habe tausende von Mails in der Mailbox, denen ich – wenn ich jetzt nicht auf Links klicke und dann nochmal viel Zeit brauche, um externes Zeug zu lesen – überhaupt nicht ansehen kann, was eigentlich Inhalt und Aussage der Mail ist. Das ist ja nicht nur hier so. Bitte kommt auf den Punkt und schreibt die Hinweise so, dass ich im Mailbox-Index nach dem Subject und beim Lesen der Mail sofort erkenne, worum es geht, was Ihr mir sagen wollt, und nehmt entsprechende Stichworte mit rein. Macht mir bitte die Arbeit leichter. So wertvoll die Hinweise sind, ein großer Teil meiner knappen Zeit geht nicht für das Schreiben, sondern für das Verarbeiten von Hinweisen drauf.

Aber wie schon gesagt: Vor allem ein gutes, neues Jahr.

🙂