Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ein Eiweiß namens NLGN4Y

Hadmut
13.12.2017 12:40

Noch ein Sargnagel für den Gender-Schwachsinn.

Ich hatte doch gerade gestern erst darüber geschrieben, dass sie genetische Unterschiede zwischen hetero- und homosexuellen Männern gefunden haben. Und dass sie inzwischen „spekulieren” (heißt: Den Verdacht untersuchen), dass epigenetische Schalter durch Schilddrüsenerkrankungen des Kindes oder der Mutter falsch gestellt werden könnten. Darin hatte ich erwähnt, dass ich irgendwo mal gelesen hatte, dass sie auch Immunreaktionen der Mutter vermuten, weil unter zweit- oder später geborenen Söhnen mehr Schwule seien als unter Erstgeborenen.

Das ist auch plausibel. Ich glaube mich erinnern zu können (ich hatte bisher keine Veranlassung, mich näher mit dem Thema Schwangerschaft auseinanderzusetzen), darüber gelesen zu haben, dass es eine ganze Reihe von Schwangerschaftskomplikationen gibt, bei denen das Immunsystem der Mutter gegen den Fötus kämpft, etwa beim Rhesusfaktor, wenn die Mutter negativ, das Kind aber positiv ist. Dazu findet man auch gleich etwas, etwa hier. Und dass sich das Geschlecht des Kindes irgendwie auf das Immunsystem der Mutter auswirkt, das sich dann unterschiedlich verhält, war auch bekannt.

Die Frage, wie überhaupt ein Fötus in der Mutter wachsen kann, ohne abgestoßen zu werden, ist eine zentrale Forschungsfrage, wie die ZEIT 1987 beschrieb. Denn zellbiologisch gesehen ist ein Embryo ein Implantat von Fremdgewebe. Verpflanzt man außerhalb der Gebärmutter Gewebe vom Embryo auf die Mutter, kommt es zur normalen Abstoßungsreaktion. Was also ist da in der Gebärmutter anders, warum funktioniert das?

Zufällig brachte ausgerechnet heute die WELT einen Artikel dazu: Deshalb sind jüngere Söhne öfter homosexuell – wissenschaftliche Forschungsergebnisse.

Ein älterer Bruder erhöht die Wahrscheinlichkeit für den jüngeren Bruder, homosexuell zu sein, um 33 Prozent. Dafür verantwortlich ist wohl eine Immunantwort der Mutter in der Schwangerschaft.

Jetzt waren sie aber nicht blöd und wussten, dass eine Korrelation noch keine Kausalität ist, und überlegten, ob das vielleicht nur indirekt wirken könnte, ob etwa eine Erziehung in Anwesenheit eines älteren Bruders Homosexualität fördert, der Unterschied also erst nach der Geburt durch Erziehung entsteht (wie die Genderisten und Soziologen so gerne behaupten). Sie untersuchten deshalb gezielt Brüderpaare, die getrennt aufgewachsen sind. Und das hatte keinen Einfluss. Darauf kommt es also nicht an.

Es musste also einen biologischen Faktor geben.

Jetzt endlich, mehr als 20 Jahre später, haben Blanchard und Bogaert diesen Faktor zusammen mit einem Forscherteam kanadischer und US-amerikanischer Kollegen gefunden. Ihre im Journal „PNAS“ veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Immunreaktion der schwangeren Mutter für den „older brother effect“ verantwortlich ist.

Näheres:

Die Wissenschaftler hatten das Blut von 54 Frauen untersucht, deren Söhne homosexuell waren, und es mit dem Blut von 72 Müttern verglichen, die heterosexuelle Söhne hatten. Erstere hatten deutlich größere Mengen eines bestimmten Antikörpers im Blut, fanden sie heraus.

Diese Antikörper richten sich gegen ein bestimmtes Eiweiß namens NLGN4Y, das vom Baby stammt. Nur männliche Föten produzieren es, weil es vom Y-Chromosom stammt – und wichtig für die männliche Gehirnentwicklung ist. Dem Team um Blanchard und Bogaert fiel außerdem auf: Je mehr Söhne eine Frau bekommen hatte, umso mehr dieser Antikörper zirkulierten in ihrem Blut.

Es sah danach aus, als ob bei den später geborenen Söhnen nicht mehr viel des Eiweißes NLGN4Y im Gehirn des Babys ankam, weil das Immunsystem der Mutter zu viele Antikörper ins Rennen geschickt hatte. Das könnte die sexuelle Orientierung des Kindes beeinflussen, schreiben die Forscher.

Und:

„Die Ergebnisse legen einen Zusammenhang zwischen der Immunreaktion der Mutter und der sexuellen Orientierung männlicher Nachkommen nahe“, schreiben die Wissenschaftler. Allerdings heiße das nicht, dass Homosexualität nur auf diesem Wege entstehen könne.

Das sagen auch die Zahlen. Nur bei etwa 15 Prozent aller schwulen Männer komme der „older brother effect“ zum Tragen. Schließlich gibt es auch homosexuelle Frauen, bei denen der Effekt keine Rolle spielt, oder homosexuelle Männer, die nur jüngere Geschwister oder ältere Schwestern haben.

Wahrscheinlich kann Homosexualität also auf verschiedenen Wegen entstehen. Und damit ist auch wieder die Frage nach der Bedeutung des Umfeldes auf dem Tisch, die man schon geklärt geglaubt hatte.

Die Immunreaktion der Mutter führt dazu, dass sich das Gehirn des Kindes nicht vollständig männlich ausbilden kann.

Das ist doch mal eine Aussage. Soll bei 15% der Schwulen zutreffen.

Es passt auch sehr gut zu den anderen Forschungsergebnissen zu den genetischen oder epigenetischen Ursachen: Die Ausbildung eines männlichen Körpers gegenüber dem Grundzustand des weiblichen Körpers ist eine komplexe Sache, ich hatte das ja schon mal ansatzweise beschrieben. Auch bei Transsexualität sind die Ursachen ähnlich. Deshalb gibt es auch viele Störfaktoren und Fehlerursachen, aber die Wirkung läuft immer auf eine Störung der Ausbildung der Hirnstrukturen – genauer gesagt: der vom weiblichen Grundzustand unterschiedlichen Strukturen – hinaus. Es sieht danach aus, als ob es eine Vielzahl von möglichen Störquellen gibt, die alle darauf hinauslaufen, die Gesamtwirkung des Mechanismus zu vereiteln. Und es sind immer die Hirnstrukturen.

Auch da gibt es aber Unterschiede. Was vermutlich aber auch erklären würde, warum es den Schwulen so eigentlich nicht gibt, sondern – wie mir Schwule mal erläutert haben, ich hab’s mir nur nicht in allen blumigen Details merken können – die da selbst diverseste Kategorien bilden, wie die harten Ledertypen, die Unauffälligen, die Schwuchteln, die Tunten, die Chefs und irgendwie so weiter. Möglicherweise sind das verschiedene Symptome verschiedener Störstellen, unterschiedliche Ausprägungen von „hat nicht ganz geklappt”. Ist halt nicht nur eine Stelle, an der es schief gehen kann. Läuft aber auf biologische Ursachen hinaus, und könnte damit vermutlich auch als Krankheitsbild betrachtet werden, aber – wie ich schon sagte – als Krankheitsbild der Mutter, das deren Schwangerschaftsfähigkeit beeinträchtigt.

Damit läge es auch nahe, dass Homosexualität theoretisch „heilbar” wäre – allerdings dann nur in einer sehr frühen Schwangerschaftsphase. Wenn das Hirn erst gebaut ist, ist es zu spät. Sagen wir mal: pränatal diagnostizierbar. Fruchtwasseranalyse und sowas.

Das würde auch etwas anderes erklären, was mir bei manchen – nicht bei allen – Schwulen immer wieder auffällt, und auch immer wieder irritierend wirkt. Oder warum ich manchmal Schwule auf den ersten Blick erkenne: Nämlich Bewegungen, Gestik, Mimik, Sprechweise, Reaktionen, die so „weiblich” wirken. Und das nicht erst bei tuntigem Auftreten (wo das vielleicht auch gewollt und antrainiert ist), sondern auch bei solchen, die nach außen hin gar nicht als schwul in Erscheinung treten wollen. Dazu gehört auch eine gewisse Vorliebe für Schmuck, mit der ich persönlich so gar nichts anfangen kann. Ich sehe etwa, dass ein Harald Glööckler mit seiner Mode Millionen scheffelt, und frage mich, warum kann der das, und nicht ich. Persönlich kann ich mit dessen Mode überhaupt nichts anfangen, ich kann das nicht greifen. Der einzige Gedanke, der mir dazu kommt, ist, dass das in die Mülltonne für Christbaumdekoration gehört. Allerdings habe ich schon oft geschrieben, dass ich gerade auf feministischen Veranstaltungen immer wieder den Eindruck hatte, dass denen ein Teil des Gehirns, nämlich der für Logik zuständige, erst gar nicht gewachsen ist, die deshalb auf Logik reagieren, wie der Blinde, dem man von der Farbe erzählt. Vielleicht ist da mehr dran, als es mir selbst erscheint, aber vielleicht ist es umgekehrt genauso, dass mir einfach die Gehirnstrukturen fehlen, um Pling-Pling vom Schlage Glööcklers zu verarbeiten. Es hieß nämlich, dass der zwar stockschwul sei, seine Kundschaft aber fast nur weiblich. Vielleicht ist das genau der springende Punkt. Vielleicht ist „was hat der, was ich nicht habe” genau die richtige Frage: Weibliche Hirnstrukturen.

Gerade das, weiblich erscheinende Verhaltensweisen bei schwulen, aber als Junge erzogenen Männern, zeigte dann aber auch, dass typisch weibliche Verhaltensweisen ebenfalls im Hirn angelegt sind – und nicht etwa sozial anerzogen.

Das alles schließt nicht völlig aus, dass es auch ein Umfeld-Komponente gibt, das schreiben die Forscher ja laut WELT auch.

Es zeigt aber, dass dafür nur noch sehr wenig Raum bleibt, und das männliche Homosexualität zumindest wesentlich oder überwiegend eine Folge nicht vollständig männlich ausgebauter Hirnstrukturen ist, und dafür wieder kann es verschiedene Ursachen und Ausprägungen geben. Genetisch, epigenetisch, Immunreaktion, Schilddrüse, anscheinend auch Umweltgifte und andere wie Hormone wirkende Stoffe, es verdichten sich ja Hinweise auf Soja und Rückstände der Pille im Wasser. Die Ausbildung der Geschlechtsunterschiede im Gehirn ist ein langer, komplexer Prozess, der an vielen Stellen und auf verschiedene Weisen gestört werden kann.

Aber: Den Schwachsinn der Gender-Spinner und das soziologische Gebrabbel kann man schon jetzt wohl ohne weiteres als frei erfundenen Blödsinn kategorisieren.

Die Geschlechterforscher bleiben weiterhin die Mediziner und die Biologen. Und damit die Naturwissenschaften. Die Geisteswissenschaftler haben hier so richtig Mist aufgetürmt.