Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Promovieren in Hildesheim

Hadmut
10.10.2017 23:04

Es ist ein Hohn. Ein absoluter Hohn.

Ich habe gerade eine Promotionsankündigung der Uni Hildesheim bekommen. Fachbereich 1, Erziehungs- und Sozialwissenschaften.

Promotionsverfahren Regina Dahms

Thema: „Religiöse Vorstellungen von jungen Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen – eine qualitative Untersuchung“

Betreuer_in: Prof. Dr. Martin Schreiner
Gutachter_in: Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld

Thesen anlässlich der Disputation von Regina Dahms

zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Philosophie im Fachbereich I der Stiftung Universität Hildesheim

Titel der Dissertation:

Religiöse Vorstellungen von jungen Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen – eine qualitative Untersuchung

These 1: Die Forschung über die religiösen Vorstellungen von jungen Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen stellt eine Forschungslücke dar.

These 2: Die Ergebnisse der empirischen Studie markieren Handlungsbedarf auf schulischer und religionspädagogischer Ebene.

These 3: Die Methode des Bibliologs eröffnet eine neue didaktische Dimension biblischer Texte für Schule und Gemeinde.

These 4: Die Strukturen der Heinrich-Albertz-Schule in Salzgitter ermöglichen allen Beteiligten Begegnungen auf Augenhöhe.

So ein Dumpfsinn!

  • Irgendetwas qualitativ zu untersuchen ist nicht promotionstauglich, weil es kein wissenschaftlicher Fortschritt ist. Sowas wäre höchstens Bachelor- oder allenfalls Master, nämlich Anwendung.
  • „vielseitig undefinierte Begabungen” – was soll das sein? Neue politische Umschreibung für Lernbehinderte?

    Wie will man da überhaupt arbeiten können? Wäre es nicht erst mal erforderlich, die Begabungen zu definieren?

  • Die Forschung … stellt eine Forschungslücke dar: Da stimmt schon der Satz nicht. Wenn überhaupt „füllt eine Forschungslücke“. Aber wenn Forschung eine Forschungslücke darstellt, dann ist es ja eben keine Forschung. Wie ein Zahn, der eine Zahnlücke darstellt.
  • Die Ergebnisse der empirischen Studie markieren Handlungsbedarf …: Sein sich nix gut Deutsch an Fachbereich für Erziehungswissenschaft. Ergebnisse markieren gar nichts, und Handlungsbedarf hat in einer Dissertation/Promotion überhaupt nichts verloren, weil das politisches Handeln und damit nicht mehr Wissenschaft ist.
  • …eröffnet eine neue didaktische Dimension biblischer Texte…: Dimension biblischer Texte? Was soll denn dieser Quatsch?

    „Dimension“ hat sich ja als Sozioschwafelbegriff etabliert, der immer dann verwendet wird, wenn die, die uns so gerne Sprachvorschriften machen, keinen Begriff finden, weil die sprachlichen Fähigkeiten für die Tätigkeit nicht ausreichen.

  • …ermöglichen allen Beteiligten Begegnungen auf Augenhöhe…: Das ist ja ein Brüller der Wissenschaftlichkeit. „Begegnungen auf Augenhöhe“. Noch leerer könnte das Geschwätz ja nicht mehr sein.

Es ist unglaublich, was da an den Universitäten für ein Schwindel abläuft. Alles im Zeichen der Frauenförderung, die selbst für den leersten Blödsinn noch mit Doktorgraden behängt werden. Und dann reden die immer von Frauenbenachteiligung.

Und ich habe mal so blind geraten, dass „vielseitig undefinierte Begabungen” eine politisch-korrekte Umschreibung für Lernbehinderte sein soll. Danach (wirklich erst danach) habe ich auf die Webseite der Doktorantin gesehen und gefunden:

Arbeitstitel

Religiöse Konzepte von jungen Menschen mit geistiger Behinderung – eine qualitative Untersuchung […]

Der Schwerpunkt dieses Vorhabens liegt darin, die religiösen Konzepte (z.B. Gotteskonzept) von jungen Menschen mit geistiger Behinderung zu erforschen.

Wenn ich sowas lese, geistige Behinderung in einer – nein, nicht wissenschaftlichen – als wissenschaftlich ausgegebenen Arbeit als „vielseitig undefinierte Begabungen” auszugeben, wie kann man denen überhaupt noch irgendein Wort glauben, und was könnte daran noch irgendwie wissenschaftlich sein?

Was ist daran überhaupt promotionswürdig, geistig Behinderte nach ihren religiösen Überzeugungen zu befragen? Sowas ist vielleicht ein Pflegepraktikum, aber doch keine wissenschaftliche Leistung, gar Promotion.

Und wenn man dann noch sieht, dass beide Prüfer aus der evangelischen Theologie kommen, dann ist auch klar, warum das überhaupt nichts mehr mit Wissenschaft zu tun hat und die die Doktorgrade dort einfach so verschleudern. Die evangelische Kirche ist ja auch zum Genderzentrum verkommen.

Macht Euch das klar: Das ist hochkriminell, und diese Kriminalität wurde aus dem Bundesverfassungsgericht von der Genderpriesterin Susanne Baer gefördert und offengehalten. Es ist bewusst gewollt, dass die Fakultäten durchdrehen und Abschlüsse für jeden Unfug verteilen wie Luftschlangen auf der Silvesterfete.

Gerade erst jammerte der Verfassungsrichter Peter M. Huber, dass die Demokratie zersetzt würde, weil die Macht vom Gesetzgeber auf die demokratisch nicht legitimierte Exekutive verlagert wird. Genau hier haben wir so ein Beispiel, in dem Professoren einfach eigenmächtig und verfassungswidrig Abschlüsse verschleudern, weil es keine gesetzliche Grundlage gibt.

Das ist das Ergebnis krimineller Verfassungsrichter. Deren Pflicht und Aufgabe wäre es gewesen, solchem Unwesen Einhalt zu gebieten und den Gesetzgeber zu verfassungskonformer Normierung zu zwingen, denn solche Witzpromotionen darf der Staat nicht durchführen. Es ist aber genau das Ziel der Verfassungsrichterin Baer, solchen Schwachsinn am Fließband zu etablieren. Was wir hier sehen, ist Verfassungskriminalität.

Bonusfrage:

Welchen Beruf will man mit „geistig Behinderte nach ihrer religiösen Überzeugung gefragt” eigentlich ausüben? Wie will man damit seinen Lebensunterhalt verdienen? Müsste da nicht „Dr. hartz. vier.” auf der Promotionsurkunde stehen? Oder gehen die dann in die evangelische Kirche und werden aus den staatlichen Zuwendungen bezahlt?

Macht Euch klar, dass wir Steuerzahler solche Leute doppelt durchfüttern müssen: Vor und nach der Promotion.