Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über den seltsamen Unterschied zwischen Drogenhandel und Prostitution

Hadmut
5.8.2017 9:40

In Berlin gibt es mitten in der Innenstadt deftig Straßenprostitution.

Wer als Mann alleine durch die Kurfürstenstraße geht, wird alle 3 Meter aggressiv angequatscht, und nicht selten wird das Geschäft gleich direkt auf dem Gehweg oder in angrenzenden Parks verrichtet. Ein Ärgernis, dem Drogenhandel sehr ähnlich. Da die Kurfürstenstraße jetzt aber auch nicht abgelegen ist, sondern durchaus triftige Gründe vorgibt, da durchzulaufen, wenn man etwa zu Möbelgeschäften oder Theatern will, und man das als Ortsfremder vorher auch nicht weiß, oder man da vielleicht wohnt und zwangsläufig durchgehen muss, wird man da mitunter nicht nur selbst belästigt (eine Frau hat mal erzählt, dort angegriffen worden zu sein, als sie nichtsahnend in sommerlich-kurzer Kleidung rumgelaufen sei, weil man sie für eine Konkurrentin gehalten hat), sondern sieht jede Menge Dinge, die man einfach nicht sehen will. An der nächsten Hauswand. (Bei den Preisen ist das dann wohl auch nicht mehr drin, da noch irgendwo hinzugehen oder zu fahren.) Und der Abfall liegt dann da herum. Wesentlich anders ist das aber auch nicht, wenn man an den einschlägigen Drogenumschlagplätzen vorbeikommt. Auch da muss man bei einigen einfach durch, weil das wichtige Straßen sind, auch da wird man ständig angequatscht, auch da wird das Geschäft dann gleich öffentlich und vor Ort verrichtet, und die ekligen Abfälle liegen gleich herum. Aus meiner Laienperspektive heraus sehe ich da keinen wesentlichen Unterschied, außer dass Drogen von Männern verkauft werden und der normale Straßenstrich von Frauen geliefert wird, aber den Berichten zufolge gibt es ja auch einen grassierenden Homo-Strich aus jungen Flüchtlingen und aus einer Szene, die beides bedient, Drogen und Prostitution. Auch die Kreise, die dahinterstecken, dürften mehr oder weniger dieselben sein. Ich glaube nicht, dass man das wirklich auseinanderhalten kann.

Obwohl beides sehr ähnlich und meines Erachtens eng miteinander verwoben ist, will man es unterschiedlich bekämpfen: Straßenprostitution durch Verbot, Drogenhandel durch Legalisierung.

Woher diese seltsam gegensätzliche Ungleichbehandlung?

Will man den Drogenhandel bewusst erhalten?