Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der große Diktator

Hadmut
4.8.2017 20:54

Gegen das, was da noch kommt, könnte sich Donald Trump im Vergleich noch als nettes, beliebtes Goldstückchen erweisen.

Es gibt gerade Gerüchte und konkretere Hinweise darauf, dass Mark Zuckerberg seine Kandidatur als Präsident der Vereinigten Staaten vorbereitet. Das Mindestalter ist meines Wissens bei 35, er ist jetzt angeblich 33, das würde also gerade reichen, und das Geld für den Wahlkampf hätte er auch, vermutlich bräuchte er dafür nicht mal welches, geht ja dann über Facebook. Und den ehemaligen Chefstrategen von Hillary Clinton habe er schon eingestellt. Und er stellt sich ja auch direkt gegen Trump.

Auch wenn er noch so unbeliebt ist, die Wahl würde er wohl locker gewinnen, weil Trump sich ja gerade sehr unbeliebt macht, und im Falle seines Amtsaustrittes ein auch nicht gerade beliebter und bekannter Vize antreten würde. Selbst wenn Trump durchhält (worauf ich nicht wetten würde), dürfte der kaum eine zweite Amtszeit bekommen und sogar noch Ronald McDonald gegen ihn gewinnen. Das ist quasi ein Freifahrtschein für die Gegenpartei. Nur haben die ja selbst kein brauchbares Personal. Zuckerberg könnte für die Demokraten antreten, wie es Trump mit den Republikanern gemacht hat.

Auffällig war ja, dass Google und alles, was dazugehört, seit kurzem deutlich stärker politisch filtern und Accounts sperren. Ein Leser meint, das wären schon Vorbereitungen, weil Google Zuckerberg unterstützen wolle. Man würde da schon anfangen, systematisch zu erkennen und zu sperren, was da als Kritiker meinungsbildend sein könnte.

Es riecht danach, dass dann Facebook, Google, Youtube mit einer künftigen Regierung verschmilzt und daraus eine einzige riesige Propaganda-Maschine macht.

Dazu kommt, dass beide Firmen in Künstlicher Intelligenz und Data Mining sehr stark sind, und sie damit den ultimativen Datenwahlkampf betreiben können, zumal sie ja über Google und Facebook über praktisch jeden praktisch alles wissen. Sie können steuern, wer was zu sehen bekommt, und was nicht. Über Android können sie erfassen, wer wann wo ist.

Bisher schon hat man sich gern über Filterbubbles und so weiter aufgeregt. Und man hat sich darüber gefreut, dass man über die Social Media endlich von der dikatorischen Presse befreit wird.

Dass das Internet und die Social Media inzwischen weitgehend von Monopolisten beherrscht werden, könnte sich als Katastrophe erweisen. Eine Regierung – oder auch nur ein Präsidentschaftskandidat – der Facebook und Google unter Kontrolle hat, kann völlig beliebig steuern und kontrollieren, wer wann was zu sehen bekommt.

Im Prinzip kann man auf jeden Wähler seinen eigenen, virtuellen Wahlmanager ansetzen, der per AI ausprobiert und optimiert, womit man denjenigen am besten manipulieren kann.