Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Zum Stand des Feminismus und der Gesellschaft

Hadmut
31.5.2016 1:14

Zunehmender Feminismus als Symptom einer zerfallenden Gesellschaft kurz vor dem Endstadium.

Mehrere aktuelle Artikel zum Feminismus zeigen das Problem.

Novo-Argumente hat einen lesenswerten Essay (Dez 2015), in dem sehr deutlich beschrieben wird, dass der Feminismus kein Fortschritt, keine Errungenschaft, sondern nur ein Symptom einer sich selbst zersetzenden Gesellschaft ist, quasi der Fäulnisgeruch. Überflüssig und verlogen obendrein. Die, die sich am meisten über Gender Pay Gap beklagen, Frauen in den 20ern, verdienen in Großbritannien 4% mehr als die Männer.

Meiner Ansicht nach lässt sich der neue Feminismus am besten verstehen, wenn man ihn weniger als eine junge aufstrebende Bewegung ansieht, sondern vielmehr als das Sahnehäubchen des westlichen Verlustes vom Glauben an sich selbst. Wir sind nicht etwa Zeugen des Aufstiegs einer neuen Ideologie oder irgendeiner Art aufkeimender Graswurzelbewegung. Stattdessen beobachten wir die unwillkürliche Darlegung und Erklärung für den Bruch des modernen Westens mit Vernunft, Ordnung, Autonomie, Wahrheit und der Aufklärung im Ganzen.

Der neue Feminismus mit seiner Infragestellung all dessen, was eine feministische Autorin einmal als „Diktat der Vernunft“ bezeichnete – also dem angeblich männlichen Glauben an die Welt als etwas Erfahrbares und Veränderbares – hat die Oberfläche der öffentlichen Debatte nicht etwa aufgrund seiner Neuheit oder Stichhaltigkeit erreicht, sondern weil er dem Niedergang alter westlicher Werte gegenwärtig den besten Anstrich verleiht. [9] Dabei geht es nicht um „Frauen gegen Männer“. Es geht nicht einmal um einen Kampf von Feministen gegen Autoritäten. Nein, der neue Feminismus ist schlicht der äußere Ausdruck des inneren Zerfalls westlicher Werte, das hinnehmbare Angesicht dessen, was wir als das nicht hinnehmbare Verwerfen jener Ideen erkennen sollten, welche unsere moderne, demokratische Welt geschaffen haben. Und in dieser Eigenschaft schadet der neue Feminismus Männern und Frauen gleichermaßen.

Und

Der neue Feminismus ist eben nicht eine bloße Fortsetzung jener in den vergangenen Jahren rasenden Debatten. Am treffendsten lässt er sich vielmehr als eine Ideologie der herrschenden Klasse beschreiben. Er wurde zum moralischen und politischen Verbundstoff der auseinandergebrochenen, post-politischen Eliten des Westens, zu einem Mittel abgehalfterter Institutionen, um ihre moralische Selbstdarstellung zu pflegen und sich fortschreitend in weitere Bereiche des Lebens, der Sprache und des Denkens der Menschen einzumischen.

Das Faszinierendste am neuen Feminismus ist weniger die Sache an sich, sondern eher seine Auswirkung unter den westlichen herrschenden Klassen, die ihn so begeistert aufnahmen. Im Gegensatz zu vorangegangenen Feminismen steht der neue Feminismus nicht für einen Schlag gegen das politische System, sondern eher für eine Auffassung, mit welcher die Eliten ein neues politisches Narrativ zu schaffen und ihren Einfluss im öffentlichen wie auch im privaten Leben der Menschen auszuweiten hoffen.

Der neue Feminismus befasst sich auffallend intensiv mit der Bloßlegung dessen, was er wie die politischen und kulturellen Eliten als Auswuchs „männlicher Vorstellungen“ bezeichnet. Ebenso gilt sein Interesse den Grenzen aufklärerischen Denkens. Jacqueline Rose, Autorin von Women in Dark Times spricht das unverhohlen aus. „Feminismus“, so sagt sie, „sollte uns die Unvernunft in der Welt ins Bewusstsein bringen“. [13] Allzu lange habe man geglaubt, dass „die sogenannte Vernunft oder Aufklärung unserer modernen Welt“ Fortschritt und freiheitliche Menschlichkeit bringe. Dies sei eine Geschichte „des Sieges des Lichts über die Dunkelheit“, sagt sie und bezeichnet diese Vorstellung als veraltet. Was nun benötigt werde, sei eine Politik, die das „Dunkle dem Dunklen“ gegenüberstelle. Nach Rose sei das Besondere am neuen Feminismus, dass er in jenem „düsteren, schwer greifbaren Ort irgendwo zwischen [Biologie und Kultur]“ wirken könne – „einem Ort des Unvernünftigen, der durch unsere Welt verläuft“.

Das beschreibt die Sache sehr gut. Feminismus als Auflehnung gegen jeden Verstand, als die Strategie, einfach willkürlich irgendetwas zu behaupten und zu glauben. Quasi eine Rückkehr zur Religion, die eigentlich rational besiegt sein sollte.

Rose beschreibt den neufeministischen und alarmierend interventionistischen Drang, nicht nur Gesetze und Politik, sondern ebenfalls Biologie und Kultur wie unser aller Denken und alltägliches Handeln neu zu ordnen und umzugestalten. Darüber hinaus erscheint noch viel wichtiger, dass sie den neufeministischen Wunsch vorbringt, die Unzulänglichkeiten der Aufklärung offenzulegen und uns die „Welt des Unvernünftigen“ zu zeigen, in der „wir alle wohnen“.

Letztlich ein Luxusproblem. Jahrzehntelang, jahrhundertelang haben wir mit harter rationaler Arbeit eine einzigartige Gesellschaft geschaffen, in der man so bequem, sicher, angenehm, luxuriös leben konnte wie nie zuvor. Nun aber kommen die an die Macht, die in diesen Luxus hineingeboren sind und ihn als geschenkt, nicht als erarbeitet auffassen, und deshalb die Verbindung zur Arbeit nicht mehr sehen, und sich bei anforderungsloser Vollversorgung, ob nun Genderprofessur oder bedingungsloses Grundeinkommen, jeder Mühe jeglichen Nachdenkens entledigen wollen.

An dieser Stelle sei betont, dass nicht Feministen diese Idee der Aufklärung zerstört haben. Im Gegenteil ist das Bekenntnis des Westens zur Aufklärung schon seit Jahrzehnten im Abnehmen begriffen. Zum Ausdruck kommt dies allerorten vom Aufkeimen des Relativismus in der akademischen Welt über die Aushöhlung universeller Menschenrechte durch den Multikulturalismus bis dahin, dass man den Nutzen von Industrie und Wachstum vor dem Hintergrund des Umweltschutzes in Frage stellt. Nein, was der neue Feminismus repräsentiert, ist die jüngste – und gegenwärtig einflussreichste – Manifestation eines anti-aufklärerischen Denkens, das der Westen selbst hervorgebracht hat. Es entspricht dabei dem westlichen Verlust an Zuversicht, die Welt – einer modernen Mission entsprechend – im Sinne des Menschen zu gestalten.

Kommt daher auch der starken Drang, unsere Aufklärung durch „neuimportierte” Religionen wie den Islam zu ersetzen?

Die politische Klasse hat neufeministisches Denken viele Jahre lang bewusst befördert und sie tat dies, indem sie Politik aufweichte und deren Betonung auf Vernunft und Urteilsvermögen durch Pathos und Konsens ersetzte. Gemäß einer wissenschaftlichen Studie „findet die Annahme, dass Frauen anders Politik machen als Männer breite Zustimmung“ im Westen. [16] Viele argumentieren, dass Frauen eine „freundlichere, sanftere Politik“ betreiben würden. Weiblichen Politikern wird nachgesagt, eine Politik zu schaffen, die „eher durch Kooperation als durch Konflikte, eher durch Zusammenarbeit als durch Hierarchien geprägt“ sei. [17]

Im Besonderen feiert der neue Feminismus die Verdrängung der selbstbezüglichen Werturteile der alten, feindlichen politischen Klasse durch die Frauen. [18] Letztere täten dies mittels eines neuen Ansatzes: Staatstätigkeit, die auf Emotionen basiere und darum einen „neuen zivilisierenden Einfluss“ mit sich bringe.

Deshalb auch die Angriffe auf die Wissenschaft:

Neuer Feminismus in der Wissenschaft

Inzwischen haben Feministen über viele Jahre hinweg das aufklärerische Ideal der rationalen Erkenntnis in Frage gestellt. Dies betrifft sogar die Auffassung von der Welt als etwas Begreif- und Verstehbares. In den 1990er-Jahren stellte die amerikanische, feministische Philosophin Sandra Harding feministische Arten des Wissens dem gegenüber, was sie als „stramm verteidigte Barrikade der Vernunft, Rationalität, wissenschaftlicher Methode und Wahrheit“ bezeichnete. [22] Sie beschrieb den Feminismus als „ambivalent mit dem aufklärerischen Glauben an die Methoden der Wissenschaft“. Die feministische Autorin Jane Flax unterzog im Jahr 1989 „fehlerhafte Annahmen der Aufklärung“ ihrer Kritik und schloss damit den optimistischen Glauben ein, dass Menschen sich in ihrem eigenen Interesse rational verhalten und dass die Struktur der Wirklichkeit durch Logik und Schlussfolgerung erschließbar ist. [23]

Die neufeministische Ansicht, dass auf Vernunft gegründetes Wissen irgendwie „männlich“ sei, durchdringt große Teile der westlichen akademischen Gemeinde. Unter dem wachsenden Einfluss neufeministischer Theorien wurden an Universitäten Literaturlisten in Frage gestellt, sobald diese weitgehend männliche Autoren enthielten, wobei der Schwerpunkt auf große männliche Autoren der Vergangenheit salopp als „chauvinistisch“ bezeichnet wurde. Zudem wurden zunehmend bestimmte, klassische Texte als frauenfeindlich eingestuft.

Das Phänomen der „Trigger-Warnungen“, bei dem Studenten fordern, bestimmte Bücher mit „verstörendem“ Inhalt sollten mit einem Warnhinweis versehen werden, ist die logische Konsequenz aus der neufeministischen Darstellung von Wissen als etwas potentiell Gefährliches.

Feminismus nicht einfach nur als Werkzeug der Dummen, sondern als derer, die Dummheit aus schierer Wissensverachtung heraus als Ideal anstreben.

Zum Thema Gender Pay Gab: Auch bei uns liegt der Anteil junger Frauen unter 30 in der Digitalwirtschaft ziemlich hoch, nämlich bei 53 Prozent. Und sie verdienen teilweise mehr als Männer.

Eskalation der Dummheit im Berliner Abgeordnetenhaus

Dazu passt genau und exakt dieser Artikel des Tagesspiegels.

Inzwischen gibt es immer mehr Stimmen, die Gender Studies als totalitäre Ideologie und unwissenschaftlichen Unfug einstufen.

Es ist aber nicht so, dass die Genderisten sich dabei mal irgendwas denken oder sich selbst überprüfen würden. Im Gegenteil: Je mehr man sie kritisiert, desto eher sehen sie sich bestätigt und halten das für Kampagnen.

Die Genderforschung an den Hochschulen fühlt sich von den nicht enden wollenden Kampagnen inzwischen dermaßen unter Druck gesetzt, dass sich ihre Berliner Vertreterinnen, Professorinnen aus verschiedenen Disziplinen, nun zu einer unkonventionellen Maßnahme entschlossen. Um ihre Forschung zu verteidigen, trafen sie sich in der vergangenen Woche mit der Politik und der interessierten Öffentlichkeit zu einem Austausch im Berliner Abgeordnetenhaus. „Dialog statt Hass“, lautete die Devise.

Den Termin habe ich leider nicht mitbekommen.

Schon die Aussage, Kritik als Hass hinzustellen, zeigt aber, dass das quasi der Hexensabbat der Dummheit war. Dass man nicht Wissenschaft nachweisen, sondern eine Art Konsens finden, eine Duldung aushandeln, die Aufgabe jeglicher Anforderungen und Maßstäbe erreichen will.

Eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg). Die Seite der Politik wurde von der Überparteilichen Fraueninitiative e.V. (üpfi) repräsentiert, die seit fast 25 Jahren engagierte Frauen aus den Fraktionen des Abgeordnetenhauses und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens verbindet – und der Genderforschung sehr freundlich gesonnen ist: „Durch die Genderforschung habe ich erst richtig kapiert, wie Macht funktioniert“, sagte die üpfi-Sprecherin und FDP-Politikerin Carola von Braun gleich zum Auftakt. Die anwesenden Genderprofessorinnen trugen an diesem Abend also Eulen nach Athen.

Es war also kein Dialog, sondern ein Selbstgespräch, bei der man gleich beide Seiten einnimmt und vorgibt, sich selbst von sich überzeugt zu haben. Denn wenn schon die Fraueninitiative den Ansprechpartner darstellt, kann ja gar nichts anderes dabei herauskommen. Und wenn Leute wie von Braun – und die von Brauns sind ja Gründerinnen der Gender Studies gerade in Berlin, quasi die Hohepriesterinnen selbstgewählter Dummheit – dann gleichzeitig als die Gesprächspartner fungieren, kann ja überhaupt nichts dabei herauskommen.

Wie kommt es, dass sich so aggressiver Widerstand gegen ein so kleines Forschungsgebiet formiert hat?, fragte Sabine Hark, Soziologin an der TU Berlin, in ihrem Einführungsvortrag. Von bundesweit hauptamtlich besetzten 35.000 Professuren sind nur 0,4 Prozent der Genderforschung gewidmet, die meisten davon aus einer Disziplin heraus (Germanistik, Wirtschaft usw.). Von dem behaupteten „Boom“, der angeblich Millionen bis Milliarden schlucke, könne gar keine Rede sein.

Sie greifen aber alles und jeden an, jeder muss sich von ihnen angegriffen fühlen.

Und dass dieser Genderismus Milliarden verbrät, haben wir schon öfters vorgerechnet. Multipliziert einfach mal die Zahl der Professorinnen mit der typischen Lehrstuhlausstattung und 10 Jahren, dann seid Ihr schon weit über einer Milliarde. Dann zählt mal noch den ganzen anderen Quatsch, all die Beauftragten und Quotentussis und Genderbibliotheken und so weiter und so weiter mit dazu, dann seid Ihr ruckzuck bei einigen Milliarden. Hark ist mir nun aber auch schon öfters durch völligen Realitätsverlust aufgefallen.

Und das ist dann auch der Grund, warum die Veranstaltung wohl nicht so bekannt war. Man hat dann auch gleich das teilnehmende Publikum selbst besetzt, damit garantiert das herauskommt, was man haben wollte.

An sechs Themen-Tischen luden die Geschlechterforscherinnen dann die Politik und etwa 30 Zuhörer ein, alle sie bewegenden Gender-Fragen zu stellen: zu Wirtschaft, Literatur, Biologie, Medien, Soziologie und Technik. Gibt es in der Kunst- und Theaterstadt Berlin eine feministische Avantgarde?, lautete die Frage am Literaturtisch. Intellektuell schon, sagt Judith Siegmund, Professorin für Theorie und Gestaltung an der Universität der Künste. Hier gebe es Autorinnen, Regisseurinnen, Künstlerinnen en masse. „Doch viele von ihnen arbeiten prekär. Und je höher der Grad der Institutionalisierung, umso weniger Frauen gibt es.“ Intendanzen, Galerien, Orchester – alles in Männerhand.

Würde man das kritisch hinterfragen – und das Hinterfragen nehmen Feministinnen ja so gerne für sich in Anspruch – müsste man fragen, ob feministische Autorinnen da wirklich prekär arbeiten, oder ob es nicht eher so ist, dass sie einfach gar nicht arbeiten und sich das nur einbilden. (Womit wir wieder bei dem Thema wären, dass nur 20% der Bevölkerung wirklich arbeiten und dem Rest nur vorgegaukelt wird, sie würden es tun. Folglich wären feministische Autorinnen, die prekär arbeiten, solche, die besonders leicht auf diese Illusion hereinfallen und denen man nicht mal nennenswert Geld geben muss, damit sie glauben, sie würden etwas arbeiten (können).

„Wenn Biologen zwei Geschlechter finden wollen, finden sie auch zwei“, war am Biologie-Tisch zu erfahren. „Suchen sie fünf, finden sie fünf.“ Die Vorstellung, es gebe nur zwei Geschlechter, sei jedenfalls längst in Auflösung, weil die Zweigeschlechtlichkeit biologisch nur noch schwer zu beweisen sei. Allerdings leide das Fach Biologie an einem Mangel an Genderreflexion. Ein Kongress, auf dem sich Biologinnen mit Kulturwissenschaftlerinnen über Gender austauschen, könne Abhilfe schaffen, schlug eine Forscherin vor.

Und das ist dann wirklich Dummheit schlechthin, wenn Kulturwissenschaftlerinnen darlegen sollen, dass Biologen sich ihre Ergebnisse auch frei auswählen.

Das ist dann wirklich der Götzendienst der Dummheitspriesterinnen.

Ein Stelldich von hauptberuflichen Gewerbsdummen.

Kalter Krieg der Geschlechter

Sehr gut auch der vierseitige Aufsatz von Stephan Schleim auf Telepolis, der ebenfalls darlegt, dass man im Feminismus willkürliche emotionale Auffassungen als „weibliche Erfahrungen” aufwertet und sie sodann über alle Vernunft stellt, die man als „männlich” abwertet.

Ein wesentlicher Grundpfeiler feministischer Diskurse ist die Berufung auf die allgemeine Aussagekraft subjektiver Erlebnisse (engl. “lived experience”) unter Rückgriff auf Arbeiten des Phänomenologen Wilhelm Dilthey (1833-1911). Das wird von manchen heute so verstanden, dass die geäußerten Erfahrungen einer Sprecherin nicht hinterfragt werden dürfen.

Die eigene Subjektivität, das willkürliche Empfinden wird zum Maß aller Dinge gemacht.

Wie solle man etwa damit umgehen, wenn sich die subjektiven Erlebnisse eindeutig widersprechen, das heißt, wenn sie unmöglich beide wahr sein können? Ihre Bemühungen um einen vernünftigen Diskussionsstil hätten zu großen Anfeindungen im feministischen Lager geführt, berichtet die Professorin in der zweiten Auflage ihres Buchs “The Sceptical Feminist” von 1994. Dabei sind solche Fragen nicht zuletzt vor Gericht entscheidend, wo es um nichts Geringeres als die Freiheit eines Menschen geht und sich Aussagen häufig widersprechen.

Dem Phänomenologen Dilthey ging es freilich bei seinen Überlegungen zu subjektiven Erlebnissen nicht darum, nur die Erfahrungen eines Geschlechts zu privilegieren. Im feministischen Diskurs, in Politik, in den Medien und bisweilen selbst in der Forschung scheint es aber darauf hinauszulaufen.

Er zeigt dann auf den nächsten zwei Seiten die negativen Folgen für Männer und Frauen auf.

Und dann im Abschluss, dass man diesen Konflikt verschiedener subjektiver Auffassung schlichtweg durch Rede- und Meinungsverbote aufzulösen versucht und etwas hochdramatisiert.

Diesem Widerspruch scheinen sich auch manche Feministinnen bewusst zu sein: Wenn das Normale nicht kriminell genug ist, dann kriminalisiert man eben das Normale. Hinweise darauf sind neben der einseitigen Definition von “Vergewaltigung” in den USA oder dem unplausibel weit gefassten Begriff der “sexuellen Belästigung” in der Prävalenzstudie des Frauenministeriums auch die Mikroaggressionen. Wie es ein Telepolis-Leser jüngst im Forum formulierte: Kommen als Nächstes noch Nano-, Piko- und Femtoaggressionen?

Warum gibt es dann überhaupt Feminismus?

Wenn Feminismus doch nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Dummheit ist, ein Verbund aus Faulheit und Inkompetenz, wie konnte er sich dann so ausbreiten?

Meine Vermutung dazu:

Luxus.

Wir haben derzeit eine Schwemme, ein Überangebot aus fließendem Geld, deshalb auch die Nullzinsen. Es wird ja alles mit Geld geflutet, und man versucht, möglichst viele „Arbeitsplätze” zu sammeln.

Der ganze Genderismus läuft darauf hinaus, durch Pseudoarbeit frei verfügbares Geld einzusammeln.

Das funktioniert, solange genug überflüssiges Geld herumschwappt.

Irgendwann geht das aber nicht mehr, und dann fällt das alles zusammen.