Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Der dunkle Schatten des Regenbogens

Hadmut
30.10.2015 20:11

Ratet mal, wer ein ausgewachsenes Rassismus-Problem hat…

Wird uns nicht ständig eingehämmert, dass Queer-Schwul-Gender-X das Sinnbild von Toleranz, Akzeptanz, Vielfalt, Inklusion wäre? Dass die quasi die Toleranz erfunden haben und keiner so perfekt Toleranz wäre, wie sie?

Mehrfach schon habe ich beobachtet und geschrieben (z. B. hier), dass sich deren Toleranz und Vielfalt allein auf sexuelle Ausrichtungen und Praktiken bezieht, sonst auf nichts. Meinungsvielfalt, Wissenschaftsfreiheit usw. werden gar nicht geduldet, es herrscht eine ridige Beschränkung auf eine eng begrenzte Einheitsmeinung und -lebensweise. Alles andere wird verteufelt und bekämpft.

Der Tagesspiegel schreibt nun über eine Berliner Podiumsdiskussion (Mist, hab ich verpasst) über das Thema Rassismus in der Queer-Szene.

Und, als ob man das gleich beweisen wollte, sieht man das Problem bei der „weißen Mehrheit” in der Queer-Community. Rassismus gleich im Thema der Veranstaltung. Wie passend.

Zentrales Thema ist, dass schon bei den bestehenden Migranten in Deutschland eine erhebliche, oft aggressive oder gar gewalttätige »Homophobie« besteht, und die sich nun durch die Flüchtlingswelle massiv verstärkt.

Gerade das bringt sie aber nun in ein teuflisches Dilemma, ein Paradoxon, eine Zwickmühle, in einen zentralen Widerspruch ihrer bekloppten Ideologien: Weil nämlich viele der (vor allem arabischstämmigen) Migranten Aggressionen gegen Schwule, Transsexuelle usw. hegen, galoppieren bei letzteren natürlich ihrerseits die Aggressionen gegen erstere. Das Queer-Volk tut zwar immer gern so, als wären sie so tolerant und verständnisvoll – Mmmh, Küsschen hier, Küsschen da – tatsächlich aber lassen sie keine Gelegenheit aus, irgendwen an die Wand zu stellen. Also entwickeln sie einen tiefen Groll gegen alles, was mit arabischem Teint und arabischen Schattierungen der Hautfarbe herumläuft. Kurz: Sie haben sich einen ausgeprägten Rassismus zugelegt.

Das geht so weit, dass sie selbst arabische Schwule aufgrund derer Erscheinung kurzerhand als homophob attackieren, die wie Klage eines neu angekommenen arabischen schwulen Flüchtlings zeigt:

Ein Fall berührt ihn besonders: Der berühmteste Araber von Neukölln, Nasser, der sich als schwul outete und nun als Aktivist für die Gleichberechtigung in seiner Community kämpft. Im April 2015 organisierte Nasser eine Regenbogen-Demo durch Neukölln. Der erst frisch in Berlin angekommene Flüchtling marschierte da selbstverständlich mit. „Ich wollte Solidarität mit Nasser demonstrieren.“ Doch ein anderer, biodeutscher Demonstrant identifizierte ihn direkt und explizit als homophob. Allein aufgrund seiner Hautfarbe. Irgendetwas stimmt da nicht. Gewaltig nicht.

Hehe. Das sage ich denen ja schon lange, dass bei denen gewaltig was nicht stimmt. Aber die hören ja nicht auf mich.

Natürlich legen die – wie immer – gleich noch eine Schippe drauf:

Eigentlich hätten auf dem Podium an diesem Mittwochabend mehr Gäste sitzen sollen. Eine Teilnehmer_in sagte allerdings ab, mit der Begründung sie könne nicht mit Nicht-Betroffenen, also weißen Queeren über ihre Erfahrungen diskutieren.

Realsatire: Nein, mit Weißen diskutiere ich nicht über Rassismus!

(Wie geht das mit dem Facepalm? So? m( )

Und natürlich wieder das Gender-Geschwafel:

Der Kern der Diskussion: Schwulen-, Lesben- und auch Frauenfeindlichkeit ist geschichtlich fest verankert in Europa. Homophobie werde in der Mehrheitsgesellschaft historisiert, sagt Yilmaz Güney. „Das war mal, das haben wir überwunden.“ Doch durch die Migration rücke das Thema wieder in den Mittelpunkt. Weil es von der Mehrheitsgesellschaft, den Parteien und Organisationen nach der Einwanderung neuer Bürger neu verhandelt werde.

Wieder mal so, dass alles nur Kultur und Willkür sei. Und jetzt werde das „neu verhandelt”.

Moment mal.

War das nicht so, dass die Gender-Homo-Queer-Feminismus-Szene seit Jahren den frontalen Krieg gegen den Weißen Mann führte, ihn als das Böse schlechthin, das ultimativ Böse, das alleinige Böse, den alles unterdrückenden Teufel hinstellte? Dass man den Weißen Mann ausmerzen, vertreiben, töten, loswerden, zum Schweigen bringen müssen? Dass das Heil der Menschheit im Verschwinden des Weißen Mannes läge? Vor gerade mal zwei Jahren gab es noch das queer-feministische europäische Ziel, dem Weißen Mann die Redefreiheit zu nehmen und sie allen anderen zu garantieren.

Jetzt kommt genau das, was sie wollten, nämlich viele nicht-weiße Leute, die auch ihre Meinung sagen, und nun ist es ihnen auch wieder nicht recht. Plötzlich sollen die noch böser als das bisher schon ultimativ Böse sein.

Bedenke, worum Du bittest. Es könnte Dir gewährt werden.

Oder: Von der eigenen Dummheit überrollt.

Jetzt sind sie halt in der Situation, dass sich zwei Ideologien, nämlich das Eintreten gegen Homophobie und das Eintreten gegen Rassismus widersprechen. Schön zu beobachten:

„Es ist eine Behauptung, dass Migranten anders und homophober als die Mehrheit dieser Gesellschaft sind.“ Yilmaz-Güney spricht von einem Dilemma. Denn die Mehrheit denke, dass diese Diskriminierungen in der „Kerngesellschaft“ schon erledigt seien. Alice Schwarzer sei ein Beispiel, wie sich mit dem Argument Homophobie entgegenzutreten, rassistischer Bilder bedient werde. Wenn Schwarzer per se alle Flüchtlinge erstmal als homophob und frauenfeindlich etikettiere, sei das nichts anderes als Rassismus.

Hach, ist das schön. Jahrelang, jahrzehntelang, hat man alle, ausnahmslos alle weißen Männer als homophob und frauenfeindlich hingestellt. Jeder weiße Mann sei extrem frauenunterdrückend, habe die Frau in der europäischen Kultur als das als unterdrückt konstruierte Geschlecht überhaupt erst erfunden. Sagt aber die Schwarzer, dass Muslime homophob und frauenfeindlich ist, dann wird sie sofort als Rassistin gebrandmarkt. Irgendwie spinnen die nur noch. Jetzt geraten halt zwei Kernideologien einander ins Gehege:

Der Kampf gegen Homophobie und der Kampf gegen Rassismus stünden vor allem in Berlin in Konkurrenz – und sie hängen auch zusammen. „Es lohnt sich für Schwulenorganisationen das rassistische Business mitzumachen“, sagt Yilmaz-Güney. „Mit Rassismus wird versucht, für Schwule Politik zu machen“, sagt jemand aus dem Publikum. Vor allem organisierte Schwule würden sich aus der entsprechenden Vorurteilskiste bedienen.

Das find ich jetzt prima. Denn endlich prügeln die sich jetzt mal untereinander, nicht mehr auf andere ein. Die, die gegen Homophobie sind, und die, die gegen Rassismus sind, stehen diametral gegenüber. Hehe. Alle in einen Raum stecken, noch ein Messer rein, Licht aus, Tür zu und warten, bis man nichts mehr hört.

Wenn zwei Minderheiten, um Anerkennung konkurrieren, kann es also passieren, dass sich eine Minderheit auf Kosten der anderen positioniert. Und plötzlich instrumentalisieren rechte Parteien in Europa die Regenbogenbewegung für ihre rassistischen Parolen. Schwule und Lesben wählen dann sogar mitunter Parteien wie den Front National in Frankreich oder die PVV in den Niederlanden.

Klar. Wenn’s um Interessen geht, kennen die keine Verwandtschaft. Und die Folge:

Queere sind nicht per se inklusiv

„CDU ist scheiße“, erwidert eine queere Zuhörerin of Colour. Für sie seien aber nicht das Regierungssystem oder Parteien wichtig, sondern der Rassismus in der queeren Szene von unten – ganz besonders in Berlin. „Egal ob wir ins Schwuz gehen oder anderswo, immer erlebe ich Rassismus“, sagt sie. Auch auf Dating-Plattformen würden People of Colour regelmäßig rassistisch angemacht. Eine andere Betroffene im Publikum berichtet über einen „Zirkel älterer Lesben“, die „krasse rassistische Denkweisen“ pflegten. Die Beispiele werden immer mehr, je länger die Diskussion geht.

Huahahahaaaa.

Rassismus am stärksten in Berlin.

Huahaha.

Da behaupten die immer, Berlin sei die Hauptstadt der Toleranz und Vielfalt, und Rassismus gäb’s in Sachsen und Brandenburg. Und nun stellen sich ausgerechnet die Berliner Schwulenkneipen als die Zentren des Rassismus heraus.

Und dann der „Zirkel älterer Lesben”. Herrlich. Wo doch Alice Schwarzer erst neulich als bösartige gewaltätige alte Lesbe geoutet wurde. Ich schreib doch seit drei Jahren, dass diese Lesbenkreise bösartig sind. Und wo sitzen die Lesbenzirkel? In den Hochschulen, die sind da verbeamtete Lesben. Deshalb gibt es dau auch so viele Querverbindungen etwa zwischen dem Lesbenarchiv und den Gender Studies. Das wird alles aus Steuer- und Forschungsgeldern finanziert.

War ja klar, dass das so kommt. Ich hatte hier ja vor ein paar Monaten (finde den Artikel jetzt gerade nicht mehr auf Anhieb) geschrieben, dass mich wundert, warum die Feministen und Genderisten so gar nichts zur arabischen Einwanderung sagen, das würde sich ja diametral gegenüber stehen.

Jetzt kommt raus: Sie sagen sogar sehr viel. Nur nicht offiziell, sondern in schmutzigen Hinterzimmern. Würde mich mal interessieren, was Michael Kimmel dazu sagt, wenn man ihn damit konfrontiert, dass Rassismus keine Krankheit des weißen heterosexuellen Mannes ist, sondern auch bei Lesben grassiert. Das schmeißt nämlich seine ganzen Hypothesen über den Haufen. Macht aber nichts. Das Honorar von der SPD darf er trotzdem behalten.

Ich bin aber sicher, das wird alles noch sehr lustig und unterhaltsam, denn das ist sicher erst der Anfang, die werden sich da noch reinsteigern. Da geht noch was.

Ein dritter forderte die Veranstalter auf, vor den Toren von Neukölln ein Schild aufzustellen: “CIS-HOMOS betreten diesen Ort auf eigene Gefahr!” Wenn es um das Thema Rassismus geht, wird es schnell kontrovers.

Da hätt ich ne Idee. Die Schweden meinen doch, sie könnten russische U-Boote abwehren, indem sie unter Wasser Bilder von schwulen Matrosen aufhängen. Das wäre ja für die Russen so schlimm, dass die es nicht mehr wagten, daran vorbeizufahren. So, wie das Kreuz auf Dracula wirkt. Wie wär’s, wenn wir um Neukölln herum eine Schutzwand aus Bildchen von schwulen Matrosen aufbauen? Dann könnten die da nie wieder raus.

Oder an die Grenze zu Östereich… nee, das ist auch nicht gut. Dann bleiben zwar die Flüchtlinge draußen, aber dafür kommen dann die ganzen Östereicher zu uns.

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