Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Wahl des Binoms

Hadmut
25.2.2015 20:34

Seltsame Zustände in Frankreich.

Ab und zu bekomme ich ja auch Zuschriften und Hinweise aus anderen Ländern. Heute fragte mich jemand aus Frankreich, was ich von deren neuem Wahlsystem halte, über das er gerade selbst bestürzt sei: Bei den anstehenden Regionalwahlen könne man nun keine Kandidaten mehr wählen, sondern nur noch Paare aus je einem Mann und einer Frau. Die müssen wohl immer paarweise antreten und können auch nur paarweise gewählt werden. Das heißt dort wohl (Ich erwähnte, dass ich Latein, Englisch und Griechisch in der Schule hatte, und kein Französisch kann. Ich verstehe zwar vieles, wenn ich es lese, aber Rechtschreibung, Grammatik usw. kenne ich nicht) binôme. Und in der Tat, googelt man das, findet man Seiten wie diese.

Hielten die sich nicht für das Mutterland der Neuzeit-Demokratie?

Was kommt als nächstes? Wer über die Straße gehen will, muss einen vom anderen Geschlecht huckepack rübertragen?

Und wer keine Frau oder keinen Mann findet, der mit ihm/ihr kandidieren will, der kann dann gar nicht mehr kandidieren?

Würde auch bedeuten, dass es keinen Politiker mehr geben kann, der noch gegen eine Frauenquote wäre, denn wer dagegen wäre, bekommt kein Tandem und kann nicht mehr antreten. Das heißt, dass Frauen bestimmen, wer überhaupt noch zur Wahl antreten darf, und dass viele politische Ansichten erst gar nicht mehr vertreten werden können.

Tolle Demokratie.

37 Kommentare (RSS-Feed)

Francois
25.2.2015 21:45
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“Und wer keine Frau oder keinen Mann findet, der mit ihm/ihr kandidieren will, der kann dann gar nicht mehr kandidieren? ”

Letztlich hat das mit dem Wunsch nach Frauenförderung wohl wenig zu tun. Es geht ums Einstampfen der Demokratie und diese irre Form von Gleichschaltungsfeminismus hat sich dafür als besonders fruchtbar erwiesen (sowie eine Troika oder Marktzwänge oder sonstige Alternativlosigkeiten), da jeder dagegen opponierende Mann/Frau ein Schlaglicht bekommt, wenn er nicht eine ebenso opponierende Frau/Mann an der Seite hat. Und wo politisch interessierte Frauen schon eher eine Seltenheit sind, da sind (gegen den vermeintlich begünstigenden Gendermüllstream) opponierende Frauen noch seltener. Auf die Art dünnt man Opposition aus und zwar in jedem politischen Lager. In viel einfacheren Dimensionen haben auch die Gestapo und die Stasi sowas schon unter “opperativer Zersetzung” betrieben (kurz gesagt: alle Freunde, Bekannte und sonstige Fürsprecher gegen einen absolut aufbringen und zum Beziehungsbruch verführen). Nur waren die auf Individuen und deren Nächste konzentriert, nicht auf ganze Gesellschaften. Deren Erbe ist das dennoch, denn es geht in beidem darum, wie man eine Gesellschaft effektiv terrorisiert, um politisch Missliebiges durchsetzen zu können (Empfehlung auch hier wieder Hannah Arendts Werk über Totalitarismus). Hier heißt das: wer keine fürsprechende Gegengeschlechtlichkeit findet, kann nur ein illegitimes Anliegen haben. Damals hieß es: wer keine Freunde mehr hat, kann nicht politisch relevant sich äußern. Und für das “keine Freunde mehr” hatte man eben vorher “gesorgt”.

Ich frage mich aber auch viel mehr, wie das mit der französischen Verfassung in Einklang gebracht wurde. Würde mich sehr interessieren, wenn Sie das dem Fragenden mal zurückschreiben, wie das rechtlich in France eigentlich zu regeln möglich gewesen ist. “Paar-Demokratie” ist da ja erstmal nicht vorgesehen.


Hadmut
25.2.2015 21:49
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> Würde mich sehr interessieren, wenn Sie das dem Fragenden mal zurückschreiben, wie das rechtlich in France eigentlich zu regeln möglich gewesen ist.

Eigentlich hatte der mich danach gefragt. Da ich mich aber mit französischem Recht überhaupt nicht auskenne, kein bisschen, nicht mal im Ansatz, und obendrein auch nicht französisch spreche, musste ich die Antwort schuldig bleiben.


peter
25.2.2015 21:47
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tja, Demokratie funktioniert nicht. Hat sie nie und wird sie nie (was nicht heißt, dass ich in einer anderen Regierungsform leben möchte)


ReVolte
25.2.2015 21:58
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In der Schweiz werden gerade Maßnahmen erwogen, um

“…bindungsunwillige Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen. Anders gesagt: Will ein Mann seine Freundin nicht heiraten, soll er sich nach einer gewissen Zeit nicht einfach folgenlos aus der Beziehung davonschleichen können. Das Konzept der Lebensgemeinschaft fusst also auf der Vorstellung, dass die Frau a priori der schwächere Teil einer Partnerschaft ist – man könnte auch sagen: ein Hascherl, das auf einen Mann angewiesen ist.”

Justizministerin Simonetta Sommaruga hat natürlich schon mal deutlich gemacht, dass sie Sympathien für diese paternalistische Idee hegt.

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-staat-der-frauenversteher-1.18487862


Mathias V
25.2.2015 22:06
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Gab es bei den Wahlen in Italien vor kurzem nicht etwas ähnliches.

Hab da was in Erinnerung das von 3 Stimmen mindestens eine an eine Frau gehen musste da sie sonst nicht gewertet wurde.
Kann mich aber auch irren.

@ ReVolte
Das gibt es doch in Deutschland schon lange. Nennt sich Eheähnliches Verhältniss.


Norbert_G
25.2.2015 22:52
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Ich denke, daß dies einer der vielen miesen Tricks der linken Parteien ist.
Da Frauen sich aus gegebenen Gründen häufiger in linken Parteien tummeln als in rechten oder nur kleinen, werden letztere größere Probleme haben, “Binome” aufzustellen.

Aber vielleicht können diese sich auch mal mit “konstruierten Frauen” behelfen? Der Gederismus wird doch auch in la France en vogue sein?
🙂


Stefan W.
26.2.2015 1:28
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Würde auch bedeuten, dass es keinen Politiker mehr geben kann, der noch gegen eine Frauenquote wäre, denn wer dagegen wäre, bekommt kein Tandem und kann nicht mehr antreten.

Wieso? Es gibt doch auch Frauen die gegen eine Quote sind. Solch eine Frau könnte sich auch mit einem männlichen Quotengegner zusammentun.


phaidros52
26.2.2015 5:42
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@ ReVolte
Ist in Kanada schon lange so: wer mehr als 2 jahre zusammenlebt, ist verheiratet (dem status und dem recht nach) – mit allen folgen.

Ph.


Mainzelmann
26.2.2015 7:48
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Das ist doch heute kein Problem mehr, erklär ich mich halt heut mal zur Frau und lass mich wählen. Morgen kann ich ja schon wieder was anderes sein……………


Brak
26.2.2015 8:20
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Also, warum nennt man es nicht gleich Monachie?


Matthias V (((“Gab es bei den Wahlen in Italien vor kurzem nicht etwas ähnliches.”)))

Ja, http://www.camera.it/leg17/465?tema=1048&Elezioni+europee+2014+-+Manuale+elettorale


@phaidros52 (((“Ist in Kanada schon lange so: wer mehr als 2 jahre zusammenlebt, ist verheiratet (dem status und dem recht nach) – mit allen folgen.”)))

http://someimage.com/QdabFNN


Manfred P.
26.2.2015 9:54
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@ ReVolte

Das gibt es in Großbritannien auch schon, erklärte mir ein Engländer, der mit ansah, als meine Freundin mich ankackte, weil ich die ganze Nacht mit ihm und zwei Schotten an der Hotelbar gesoffen hatte.

(Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die nicht krasser saufen als die Russen.)


Stannis Baratheon
26.2.2015 10:39
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Revolte:

…bindungsunwillige Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen.[…]

Gibt es in vielen Jurisdiktionen im angelsächsischen Sprachraum heute schon und nennt sich dort “common law marriage”. Mit allen Rechtsfolgen übrigens in Bezug auf Vaterschaft, Unterhalt etc pp.


Anonymous Coward
26.2.2015 11:16
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Solche Sachen führen doch eher dazu, dass Frauen als Objekt bzw. wirtschaftliches Risiko betrachtet werden. Würde es nicht ebenfalls in das Muster eines Angriffe via Spaltung der Gesellschaft passen?

Im Interesse vom Feminismus kann es auf die Dauer wohl nicht sein. Dieser lebt davon das man die als positiv betrachtet (“es sind Frauen und Kinder gestorben”).


Zäld
26.2.2015 11:35
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“Ist in Kanada schon lange so: wer mehr als 2 jahre zusammenlebt, ist verheiratet (dem status und dem recht nach) – mit allen folgen.”

Hui, Wohngemeinschaften sind also nicht mehr möglich? Und bei 3er- oder 4er-WGs springt dann eventuell einer für die anderen beiden oder drei ein? Polygamie durch die Hintertür?

Wer denkt sich bloß immer so einen Scheiß aus… früher dachte ich noch, daß bei uns ja zum Glück noch Vernunft herrscht und wir vor so etwas sicher sind. Seit in Australien das Glühlampenverbot eingeführt wurde und ich ebenso dachte, und nicht viel später auch bei uns die Glühbirnen verboten wurden, habe ich da mein Vertrauen verloren.


Claus Thaler
26.2.2015 11:48
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Das ist wohl eine Gesetzesänderung, die von den Sozialisten vor zwei Jahren für Regionalwahlen eingebracht wurde, weil der Frauenanteil auf dieser Ebene nur 14% beträgt:

Elections cantonales: le binôme homme-femme adopté par le Parlement

http://www.huffingtonpost.fr/2013/04/17/elections-cantonales-binome-homme-femme-adopte-parlement_n_3101028.html

Es wundert mich nur, dass man auf Deutsch nichts dazu findet. Normalerweise würden unsere FeministInnen so eine Schnapsidee direkt aufgreifen und deren Umsetzung in Deutschland fordern.


CountZero
26.2.2015 13:00
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@Frauenhaus:
> http://someimage.com/QdabFNN

Uff. Wahnsinn!


Joe
26.2.2015 13:20
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Bei den anstehenden Regionalwahlen könne man nun keine Kandidaten mehr wählen, sondern nur noch Paare aus je einem Mann und einer Frau. Die müssen wohl immer paarweise antreten und können auch nur paarweise gewählt werden.

Das hat soviel mit freien Wahlen zu tun, wie die “Wahlen” zur Volkskammer der DDR. In Frankreich ist die Demokratie also offiziell abgeschafft.

…bindungsunwillige Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen. Anders gesagt: Will ein Mann seine Freundin nicht heiraten, soll er sich nach einer gewissen Zeit nicht einfach folgenlos aus der Beziehung davonschleichen können. Das Konzept der Lebensgemeinschaft fusst also auf der Vorstellung, dass die Frau a priori der schwächere Teil einer Partnerschaft ist – man könnte auch sagen: ein Hascherl, das auf einen Mann angewiesen ist.

Dahinter verbirgt sich nicht nur die staatliche Zwangsverheiratung, sondern ein ganz neues Konzept für Goldgräberinnen: Sie behauptet einfach, mit einer wohlhabenden prominenten Person (nennen wir diese mal Jens Kachelherr) seit drei Jahren eine Beziehung zu führen und klagt sich die Hälfte von seinem Vermögen ein. Er wird behaupten, die Dame nicht einmal zu kennen. Aber wem wird die Justiz wohl glauben…?


Joe
26.2.2015 13:24
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Es wundert mich nur, dass man auf Deutsch nichts dazu findet. Normalerweise würden unsere FeministInnen so eine Schnapsidee direkt aufgreifen und deren Umsetzung in Deutschland fordern.
Die bei uns stationierten transatlantischen Schergen können schlicht kein Französisch. Das wäre die logischste Erklärung.


Blubber
26.2.2015 13:58
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Disclaimer: auch nicht besonders gut in Französisch.
Ein Artikel, der sich wohl direkt mit der Einführung des Binoms beschäftigt.

http://www.lemonde.fr/politique/article/2013/04/17/un-binome-homme-femme-sera-desormais-elu-dans-chaque-canton_3161553_823448.html

Angenommen wurde die Änderung in der Schlussabstimmung der assemblee nationale
Die 273 ja-stimmen kommen von den Sozialisten und einigen radikalen Linken (ist vielleicht auch eine Partei?), die 247 nein-stimmen von der ump, udi, front von links und der Mehrheit der radikalen Linken, 20 Enthaltungen von den Umweltschützern.

Die Kreise (cantons) werden von 4000 auf 2000 reduziert und es wird immer ein m-f-binom gewählt. So werde es nicht mehr Gewählte geben. Bisher war der Frauenanteil im Departementsrat nur 14%.
Einige weitere Änderungen.

Auf die Gründe wird zumindest hier nicht eingegangen. Fast einzig erwähnte Kritik: dass sie gemeinsam gewählt werden aber einzeln ihre Verantwortung (responsabilites) ausüben.
Das wohl, weil es zuvor öfters im Senat zurückgewiesen worden sei und die Diskussion dort stattgefunden hat(?)


Dirk S
26.2.2015 15:17
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@ ReVolte

> Justizministerin Simonetta Sommaruga hat natürlich schon mal deutlich gemacht, dass sie Sympathien für diese paternalistische Idee hegt.

In der Schweiz stellt sich aber die Frage, ob das Volk für solche Ideen Sympathie hegt. Und wenn ich mir die Abstimmungen der letzten Zeit ansehe, dann wird die Frau Sommaruga auch kaum über ihre Sympathien hinauskommen. Oder aber “aufs Maul” kriegen. Demokatie ist doch schon was feines (fürs Volk).

Demokratische Grüße,

Euer Dirk


Johann
26.2.2015 16:38
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das “Eheähnliche Verhältnis” hat nicht die selben Folgen wie eine common law marriage á la British Columbia (*nicht* Kanada, andere Bundesstaaten gehen nicht so weit). In Deutschland bewirkt das nur den Verlust des Unterhaltsanspruchs gegenüber dem vormaligen Ehepartner und ggfs. Ansprüche aus Sozialleistungen. Das ist übrigens die gleiche Rechtsfolge wie in England.

Wirklich weit geht British Columbia, denn dort gelten nach 2jährigem Zusammenleben die gleichen Unterhalts-, Erbschafts- und Zugewinngemeinschaftsregeln wie nach 2jähriger aufrechter Ehe.

Wie gesagt, das gilt nur in BC: http://www.cbc.ca/news/canada/british-columbia/common-law-couples-as-good-as-married-in-b-c-1.1413551

in den USA gibt es zwar auch noch einige Bundesstaaten, die eine common law marriage kennen, aber mit einem wesentlichen Unterschied: die Formung einer solchen setzt den bekundeten Willen dazu voraus. Man muß also nach außen als “husband and wife” auftreten. Teilweise wird sogar eine schriftliche Vereinbarung vorausgesetzt. Ein schlichtes Zusammenleben alleine ist folgenlos.


Robinium
26.2.2015 19:11
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In Australien gibts auch das Common Law Marriage. Ich frag mich echt, wer dann noch so blöd ist, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, und wie sich das generell auf unverheiratete Paarbeziehungen ausgewirkt hat. Vermute, feste Beziehungen dürften seltener geworden sein, Fernbeziehungen einen höheren Anteil davon ausmachen und zudem sich die Tendenz zu möglichst anonymen One-Night-Stands und kurzen Affären verstärkt haben, die man dann nach anderthalb Jahren abstoßen muss, so man nicht riskieren will, zum Zahlknecht degradiert zu werden. Oder noch sicherer: Sexurlaub im Ausland und dafür eben auf eine feste Beziehung verzichten. Denn wer weiß, was die sich noch einfallen lassen an Gesetzesänderungen – gerne auch rückwirkend – damit der Staat sparen kann und Melkkühe in die Falle tappen lassen kann.

So, nun zu Frankreich: das hatte ich auch schon gelesen (ich kann Französisch) und ich halte es für einen himmelschreienden Skandal und ein extremes Demokratiedefizit, da es die Freiheit bei der Aufstellung der Kandidaten sinnlos einschränkt. Ich kann den Front National nicht ausstehen, würds aber diesen privilegien- und vorteilsnahmegeilen Politikern, die das durchgedrückt haben, gönnen, dass alleine schon aus Trotz gegen diesen Schwachsinn der FN hochschießt. Oder meinetwegen irgendeine kommunistische Partei, die ebenfalls dagegen war.

Europa braucht wirklich mehr Demokratie, und zwar dringend. Fast egal in welches Land man guckt, die degenerieren doch immer mehr zu Kleptokratien, Postdemokratien und korrupten Bananenrepubliken.


Gedöns
26.2.2015 20:49
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Und ich dachte immer, es gibt nicht mal biologische Unterschiede zwischen Mann und Frau … 😉
Und überhaupt: ist „Binom“ nicht diskriminierend und deshalb abstrafungswürdig?!


WikiMANNia
27.2.2015 3:21
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Die Eheschließung ist ein freiwillig eingegangener Vertrag. Ein einseitiger Zwangsvertragsabschluss durch den Staat ist unzulässig und unter keinen Umständen rechtsstaatlich.

@Robinium

Feste Beziehungen dürften seltener geworden sein, Fernbeziehungen einen höheren Anteil davon ausmachen und zudem sich die Tendenz zu möglichst anonymen One-Night-Stands und kurzen Affären verstärkt haben…

Feste Beziehungen sind staatlicherseits nicht erwünscht,
das ist die Kurzformel des Inhalts.


Leon
27.2.2015 11:37
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Kurzer Hinweis:

Winfuture berichtet unter

http://winfuture.de/news,86046.html

über Befindlichkeiten von Twitter:

Twitter-Chef Dick Costolo hatte kürzlich in einer internen Nachricht an seine Mitarbeiter klargestellt, dass der Dienst ein ernsthaftes Problem damit hat, dass Nutzer beleidigt und bedroht werden. Er übernahm dabei auch persönlich Verantwortung dafür, dass es seit Jahren nicht gelingt, den Hatern einen Riegel vorzuschieben und vor allem Frauen besser zu schützen, die ganz besonders häufig und heftig zum Ziel von Angriffen werden.


Joe
27.2.2015 14:07
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In Australien gibts auch das Common Law Marriage. Ich frag mich echt, wer dann noch so blöd ist, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, und wie sich das generell auf unverheiratete Paarbeziehungen ausgewirkt hat.

Zusammenziehen ist nicht unbedingt erforderlich, siehe Kanada:

http://commons.wikimannia.org/images/Zwangsehe-Kanada-de.pdf

Vermute, feste Beziehungen dürften seltener geworden sein, Fernbeziehungen einen höheren Anteil davon ausmachen und zudem sich die Tendenz zu möglichst anonymen One-Night-Stands und kurzen Affären verstärkt haben, die man dann nach anderthalb Jahren abstoßen muss, so man nicht riskieren will, zum Zahlknecht degradiert zu werden.

Ich denke, sichergehen wird man nur, wenn man den Kontakt zu einheimischen Frauen komplett unterbindet. Was gar nicht so einfach ist, wenn sich im Büro-Umfeld alleinstehende Mittdreißigerinnen verzweifelt an potentielle Versorger ranschmeißen.

Oder noch sicherer: Sexurlaub im Ausland und dafür eben auf eine feste Beziehung verzichten.

Oder gleich ins Ausland übersiedeln, zumindest das eigene Vermögen.


Werner
27.2.2015 14:30
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Zur staatlichen verordneten Zwangsehe /Zwangsfamilie:

Hamwa hier auch, in Hartz IV, nennt sich “Bedarfsgemeinschaft” und wird von Jobcenter per Dekret verordnet. Da reicht u. U. das Zusammenleben im Haus.

Was geschieht aber in diesen Ländern wie Kanada, wenn einer der Partner schon / noch verheiratet ist? Oder gar beide? Oder jemand mehrere Beziehungen gleichzeitig hat? Staatlich verordnete Bigamie / Polygamie? Zwangsscheidung?

Wo IST da eigentlich noch der Unterschied zum Islam?


Werner
27.2.2015 14:32
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Gilt das Ganze eigentlich auch bei gleichgeschlechtlichem Zusammenleben? Müßte dann ja, wenn’s nicht diskriminieren soll!


Leon
27.2.2015 15:51
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Ach übrigens:

Der Club of Vienna hat zwei durchaus interessante Studien online:

http://www.clubofvienna.org/news-termine/pressekonferenz/

Kurzfassung Studie Gender-Paygap
http://www.clubofvienna.org/assets/Uploads/PK-Sardardvar-Kurzfassung-2.pdf

Kurzfassung Studie Feminismus und Maskulismus
http://www.clubofvienna.org/assets/Uploads/PK-Meiners-Kurzfassung-4.pdf

Scheint wissenschaftlich seriöser zu sein als Vieles, was zu diesen Themen sonst so veröffentlicht wird…


Robert W.
27.2.2015 20:13
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Vielleicht hatten die alten Mayas (?) doch recht und die Welt/Zeitrichtung ist zyklisch (und nicht linear), denn in früheren Gesellschaften war des öfteren auch “Sex” eine der Ursachen, eine Ehe zu begründen 😉


Gedöns
27.2.2015 20:38
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@Werner
„Hamwa hier auch, in Hartz IV, nennt sich “Bedarfsgemeinschaft”//
Ja, „Bedarfsgemeinschaft“ übertrifft sogar das SED-Regime an Nötigung. Arme Hartz4-Frauen, die nicht Topmodell-Eigenschaften haben – sie müssen nicht nur auf gleicher Ebene heiraten, sondern von Anfang ausschließlich danach suchen.


Matthias
28.2.2015 17:23
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Links gutt
1.3.2015 17:01
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Hallo Hadmut,

die direkte Verlinkung von Kommentaren funktioniert nicht mehr. Man landet immer beim Starteintrag.


Hadmut
1.3.2015 18:56
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> die direkte Verlinkung von Kommentaren funktioniert nicht mehr. Man landet immer beim Starteintrag.

Weiß ich. Bin noch nicht dazu gekommen. Spätestens nächste Woche.


Michael
2.3.2015 11:23
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Hahaha, Dirk, behalt deine Einschätzungen über die Schweiz bei dir. Ehesachen werden als Verwaltungsaufgaben angesehen. Die Asylsommaruga wird es durchboxen können, damit die Weichgrünen bei anderen Vorlagen zurückstehen. Und genau so machen unsere “Liberalen” und “Volks”parteien den liberalen Staat kaputt.