Hadmut Danisch

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“Die Verrohung des Diskurses, diese ganze Häme, mit Diffamierung und Denunziationen”

Hadmut
20.7.2014 12:29

Ich mag den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff nicht. Aber mit seiner Kritik an der Presse hat er wohl weitgehend Recht.

Unsere Presse ist unglaublich schlecht geworden. Längst erfüllt sie ihre Aufgaben nicht mehr, und richtet mittlerweile in vielen Bereichen mehr Schaden als Nutzen an.

Ich habe den Eindruck, dass im Journalismus kaum noch seriöse, ernsthafte, in der Sache befasste Leute arbeiten und das immer mehr einer bösartigen, frustrierten, ideologischen, handwerklich unfähigen, auf Rache ausgelegten geistigen Unterschicht zufällt.

Es gab mal eine Zeit, vor allem so in den sechziger und siebziger Jahren, als Journalisten (und Politiker) wenigstens noch so taten, als wären sie irgendwie vergeistigt, und in bescheuerten Talkshows dasaßen, mit albernen Brillen auf und im Möchte-gern-Intellektuellen-Look, erst mal eine pafften und sich in Rauchschwaden hüllten, um dann sinnierend ins Nichts zu schauen und ganz langsam, mit langen Pausen, in tief bedeutungsschwangerem Pathos einzelne, völlig bedeutungslose Sätze in die Luft zu meißeln und ihnen hinterherzusehen wie den Rauchschwaden. Es war Mist, aber wenigstens haben die noch überwiegend ihren eigenen Mist produziert.

Heute habe ich den Eindruck, dass die immer noch auf dem Niveau von Schulhofmobbing agieren. Eigentlich bekommen sie gar nichts mehr zustande. Die Zahl der Journalisten, die wenigstens sprachlich noch lesbar und lesenswert schreiben können, ist drastisch zurückgegangen und wird auch nicht mehr gesucht. Das Einstellungskriterium ist nicht mehr die Schreibe, sondern der „Umgang mit Social Media”, die Fähigkeit des Twitterns. Die allermeisten Journalisten fallen heute nur noch in zwei Kategorien: Die, die bei DPA abschreiben, und die, die bei Twitter abschreiben. Bei Wikipedia schreiben sie alle ab. Und wenn sich da mal nichts abschreiben lässt, bringen sie das neueste Youtube-Video. Geistige Leere, sprachliche Inkompetenz.

Dazu kommt ein zentraler Irrtum über die Aufgabe. Eigentlich ist es Aufgabe und Verpflichtung der Presse, die Welt zu beschreiben und zu analysieren, wie sie ist.

Viele der heutigen „Journalisten” missverstehen ihre Aufgabe aber als Lizenz zur Darstellung der Welt, wie sie sie gerne hätten. Sie verstehen Journalismus nicht mehr als Beschreibung, sondern Methode zur Veränderung des Bestehenden, zur Beeinflussung, zur Täuschung, zur Desinformation. Was auch damit zusammenhängt, dass die allermeisten Journalisten aus nur einigen wenigen Studiengängen hervorgegangen sind, und diese Studiengänge wie eben Journalismus, Politologie, Soziologie usw. längst qualitativ abgestürzt sind – und auch gezielt qualitativ auf Null geschraubt wurden um die Gleichstellung der Dummen mit den Befähigten zu erreichen. Wo man früher noch einigermaßen seriöses Arbeiten, Objektivität, Analysen unterrichtete, haben sich längst eine Ideologiesierung, eine Politisierung und eine unglaubliche Verdummung breitgemacht. Journalismus wird nicht mehr als Pflicht und zu erlernende Befähigung angesehen, sondern als Machtinstrument, das man beliebig missbrauchen dar, um sein Ding da durchzuziehen. Die Redaktionen sind durchtränkt mit solchen Leuten, und die werden da nie wieder aus diesem Tief herauskommen, weil diese Leute weder lernfähig, noch belehrbar sind.

Ich kann mich noch gut erinnern, als auf einer Journalistentagung eine junge Journalistin keck erklärte, dass sie immer an Twitter hängt, sogar mitten in Vorträgen, weil sie ohne Twitter ja gar nicht mehr arbeiten könnte. Und sie sagte das voller Stolz, sie kam sich da sehr modern, progressiv und überlegen vor. Die merkte gar nicht mehr, wie dumm und unfähig sie ist.

Das ist nicht nur der Dunning-Kruger-Effekt in Reinkultur, der wird auch noch systematisch gezüchtet, weil an den Fakultäten und im linken Sprachgebrauch eine bösartige Sprechweise Einzug gehalten hat: Befähigungen brauche man nicht mehr, man brauche Kompetenzen. Wo man hinguckt, immer und überall geht es um Kompetenzen. Tatsächlich aber ist das, was sie mit Kompetenz bezeichnen, das Gegenteil von Befähigung, nämlich die Überzeugung, dass man diese oder jene Befähigung eben gar nicht mehr brauche und meiden müsse, weil sie patriarchalisch, ausgrenzend usw. sei. Die können heute nicht nur nichts mehr, sie sind auch noch von allem, was man können könnte, felsenfest überzeugt, dass man es gar nicht können dürfte, weil es böse, unterdrückerisch usw. ist. Dummheit zum Ideal erhoben.

Kennt Ihr das Gefühl, wenn man einem bildhübschen Mädchen gegenüber sitzt, und dann macht die plötzlich den Mund auf, hat verfaulte Zähne, stinkt bestialisch aus dem Mund? Wie es einem da blitzschnell vergeht und man sich denkt, bloß weg hier? Übertragt das mal vom äußerlichen auf das geistige. Ich habe schon so viele Journalistinnen erlebt, die äußerlich zunächst einen positiven Eindruck machten, manche sogar ziemlich hübsch und attraktiv. Nee, wirklich, in manchen Berufen rennen ne ganze Menge sehr hübscher Frauen herum. Viele davon wirken auch in ihrem Auftreten zunächst durchaus professionell. Und dann machen die den Mund auf und reden einen so hirnverbrannten Mist daher, dass es einem die Schuhe auszieht. Ist mir schon ein paar Mal passiert, dass ich mir gedacht habe, verdammt noch eins, sieht die Frau gut aus. Und dann hört man die reden und denkt nur noch bloß weg hier. Schreiende Dummheit, die so viel mehr abstoßender ist als Mundgeruch und faule Zähne. Leute, die keine drei Sätze reden können, ohne sich zu blamieren, und es selbst nicht mal merken.

Leute, die sich als Schreiberlinge einbilden, über allen zu stehen, tatsächlich aber so rotzdumm sind, dass sie nicht mal mehr selbst merken, wie dumm und ideologisch sie sind, und sich überhaupt nichts mehr sagen lassen. Leute, die in Interviews nicht mehr zuhören, sondern vorher schon wissen, was sie schreiben, und nur noch danach pulen, das abhaken zu können, oder dem Interviewten gleich sagen, was er gesagt zu haben hat, um in die Erwartung und den Artikel zu passen. Die sind fachlich und charakterlich nicht mehr in der Lage, zu beschreiben, was sie sehen, sondern nur noch Pseudo-Bestätigungen für das zu sammeln, was sie vorher schon glaubten. Ich muss da immer an diese Graphik denken, die Wissenschaft und Kreationismus gegenüber stellt. Der Wissenschaftler sagt: Hier sind die Fakten. Welche Schlüsse können wir daraus ziehen? Der Kreationist sagt: Diesen Schluss wollen wir ziehen. Welche Fakten könnten wir finden, die darauf hindeuten? Denselben Fehler macht der Journalismus, und zwar ganz bewusst, um schreiben zu können, was man will, nicht was die Realität vorgibt.

Diese Ideologie des nichts-mehr-können-müssens zieht natürlich so eine Versager-Schicht an, die sonst nirgends unterkommt. Leute, die nichts brauchbares und nichts richtiges hervorbringen können, weil sie damit einfach vorgeben können, was richtig sein soll, in dem sie es einfach so schreiben, und alles andere wegwischen. Und diese Universal-Versager sind natürlich auch permanent frustriert, verbiestert, humorlos, auf Rache und Niedermachen aus.

Besonders stark hat man das gerade im Zusammenhang mit der Fußballnationalmannschaft gemerkt.

Hey, wir sind Weltmeister. Weltmeister! Ist das nicht toll?

Ähm, ja, natürlich muss das ein, zwei Tage toll sein, sonst kauft’s keiner. Aber sofort muss wieder der linke Männerhass einsetzen, weil’s halt Männer sind. Nun haben die, übernächtigt, überfeiert, lädiert, fix und fertig, vermutlich angesoffen, jedenfalls hormonbesoffen, vor einer Riesenmenge von Fans, mal irgendein dummes Gouch-Tänzchen aufgeführt, mit dem sie sich über Argentinier lustig machten. Kein guter Stil, aber eigentlich total irrelevant. Nobody’s perfect. Das wird in der Presse sage und schreibe vier Tage lang als Titelzeile ausgeschlachtet. Einfach nur irgendeine Schwachstelle der Supermannschaft gefunden, in der man herumstochern kann. Weil die Erfolglosen nicht ertragen konnten, dass andere Erfolg haben. Oder weil die Genderisten nicht ertragen konnten, dass da so eine Mannschaft wie das Ideal vom feministischen Feindbild daherkommt und ratzeputz gewinnt. Na, die müssen ja ganz dringend einen fremdenfeindlichen Anstrich bekommen, damit das Weltbild wieder stimmt.

Die gleiche Nummer wie damals bei Brüderle und der #Aufschrei-Affäre. Da ging’s auch nicht drum, was wirklich passiert ist, sondern darum, die Beschreibung der Welt dem Weltbild anzupassen. Die Welt nicht zu beschreiben, wie sie ist, sondern wie man sie sehen möchte.

Wird Zeit, dass der Journalismus, wie wir ihn heute haben, pleite geht. Anders kommen die da nicht mehr raus.


54 Kommentare (RSS-Feed)

Marcionit
20.7.2014 12:35
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Wulff hat sich offen gegen die Banken gestellt – und wurde deshalb abgeschossen.

Denn von den Banken zur Hochfinanz ist nur noch ein marginaler Schritt.

Genau wie Haider, den man deshalb ermordete (und wohl auch, weil er als Ex-Freimaurer sich gegen seine Mafia stellte).

Nur hat Wulff das wohl immer noch nicht begriffen.


C
20.7.2014 12:48
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Naja, pleite gehen… dann werden die ihr Geld von der Regierung bekommen. Erinnert mich ein wenig an unsere Menschenfreunde aus:
http://www.danisch.de/blog/2014/07/04/spd-missbrauch-der-rundfunkabgabe-als-journalismus-subvention/

Bzgl. den Aufschrei-Mist, lässt sich ja auch ganz gut hier erkennen, was das alles für arme Opfer sind: http://alltagssexismus.de/
Geschätzt 80% davon ist nur Hass, Opferdenken und Agression.


[…] Die allermeisten Journalisten fallen heute nur noch in zwei Kategorien: Die, die bei DPA abschreiben… […]


Christian
20.7.2014 14:39
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Ich mag den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff nicht. Aber mit seiner Kritik an der Presse hat er wohl weitgehend Recht.

Dem kann ich mich voll und ganz anschließen. Die Qualität der Presse war ja schon vor Wulff komplett ramponiert, aber als am Schluß wirklich alle, auch FAZ und Welt, auf die Geschichte mit dem Bobbycar und dem Rotlichtmilieu* aufsprangen, da fing es an wirklich physisch weh zu tun.

Und die Bildzeitung hat es geschafft, allen anderen Zeitungen unappetitliche Häppchen zu servieren, die sie alle gierig gefressen und weiterverbreitet haben, mit dem Resultat, daß am Schluß die Bild doch tatsächlich noch als die seriöseste Zeitung herhalten durfte, weil sie selber diesen Mist nur in homöopathischen Dosen selbst veröffentlichte.

Zusammen mit einer durchgeknallten Staatsanwaltschaft Hannover, der man auch noch einmal ausführlich die Grundrechte eintrichtern sollte, macht das echt Angst.

*Diese Geschichte ist ja damals anscheinend durch CDU-Kreise in Hannover gestreut worden. Irgendwann kursierten dann auch mal alte Bilder, die das angeblich belegen sollten. Die Frau hatte zwar die Augen verpixelt, aber das war ganz eindeutig nicht Bettina Wulff. Egal, die Presse hat’s gierig aufgenommen und Wulff ist heute seinen Job los. Wegen – was war’s am Ende? – 385 Euro?


Sexualtherapeut
20.7.2014 14:46
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@ Marcionit
Was würde passieren, wenn Christian Wulff direkt gegen den Einfluss der Banken auf Medien und Staatsanwaltschaft lautstark wettern würde?

Parallel dazu gilt frei nach Linus Torvalds: “Journalisten sind Abschaum”.


Heinz
20.7.2014 15:24
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SteffKo
20.7.2014 16:09
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@Marcionit

Meinst du Jörg Haider den Ösi Politiker? Wusste gar night das der ermordet wurde. Lief bestimmt über Twitter und so einen Schiss nutze ich night…


Heinz
20.7.2014 16:46
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> irgendein dummes Gouch-Tänzchen aufgeführt, mit dem sie sich über Argentinier lustig machten.

es ging darum auf das häufige faulen der Argentinier hinzuweisen, also eher mittelmäßiger als schlechter Stil, ein Skandal seh ich da erst recht nicht.

Btw(kann nach Kenntnisnahme gern entfernt werden): Tippfehler bei
> das man beliebig missbrauchen dar, um


Julius
20.7.2014 17:15
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@SteffKo:
Wie immer: Nichts genaues weiss man nicht. Aber es gibt eben “ungewöhnliche Zufälle” und “Ermittlungsergebnisse” darf man auch staatlichen Stellen nicht mehr unbesehen glauben.


Marcionit
20.7.2014 17:37
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@SteffKo

Meinst du Jörg Haider den Ösi Politiker?

Ja, Haider wurde definitiv “unfallermordet”.

An diesem angeblichen Unfall stinkt genauso viel wie damals beim Barschel (was ja heute erwiesenermaßen ein Mossad-Mord war).

Nichts, rein gar nichts spricht dafür, daß man bei 120 km im Phaeton so übel zugerichtet wird, wes es Haiders Leiche war. Alles spricht für eine Inszenierung.

Hochfinanz und Freimaurer, soweit nicht identisch, sollte man besser nicht zum Feinde haben.

Das war aich Wulffs Fehler. Außerdem machte er den Hintertanen Probleme, weil er nicht alle vorgelegten Gesetze sofort blind unterschreiben wollte.


Felix
20.7.2014 17:41
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Magst du vielleicht mal verlinken oder zitieren in welchen Artikeln zu der Gauchosache es um Feminismus, Gender oder Männerhass geht.


Marcionit
20.7.2014 17:46
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@Sexualtherapeut

Was würde passieren, wenn Christian Wulff direkt gegen den Einfluss der Banken auf Medien und Staatsanwaltschaft lautstark wettern würde?

1) Ich bin keiner der Hintertanen. Wie könnte ich so etwas also wissen?! Würde er aber nicht. Er ist Teil des Systems, der zeitweilig aus dem Ruder lief und die Hand biß, die ihn fütterte.

2) Die “normalen” Banken (Sparkasse, Volksbank etc) sind nicht das Problem oder die Übeltäter, sondern die internationale Hochfinanz, die alle Kriege der letzten genau 100 Jahre initierte, die Stalin und Hitler finanzierte. Die haben alle Politiker in der Hand (Clinton: “There is a government behind the government and I don’t control ist”).

3) Das zur Journaille unterschreibe ich. Zumal 90% davon Sozialisten sind und die sind eh der totale Abschaum, der nur stehlen und lügen kann und die es alle mit der Hochfiunanz treiben.

Sozialisten => Diebe zur Umverteiling von fleißig nach mächtig und reich.


tux.
20.7.2014 18:31
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Die Zahl der Journalisten, die wenigstens sprachlich noch lesbar und lesenswert schreiben kann

Können!


Sexualtherapeut
20.7.2014 19:36
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Christian, das die Staatsanwaltschaft weisungsgebunden ist, geht mit einem Rechtsstaat sowieso nicht konform!

> Die Qualität der Presse war ja schon vor Wulff komplett ramponiert, aber als am Schluß wirklich alle, auch FAZ und Welt, auf die Geschichte mit dem Bobbycar und dem Rotlichtmilieu* aufsprangen, da fing es an wirklich physisch weh zu tun.

Leider wurde der Rufmord mit dem “Rotlichtmilieu” seinerzeit auch vom medienkompetenten Fefe kolportiert. Bei ihm ist die Häme gegen CDU-Politiker und dessen Angehörige offenbar so stark ausgeprägt, dass sogar haltlose Diffamierungen aus CDU-Kreisen gerne aufgriffen werden. Daher ist es wichtig, sich aus Quellen mit unterschiedlichen ideologischen Scheuklappen informieren zu können. Die eine Quelle mag auf dem linken Auge kurzsichtig sein, die andere Quelle wiederum auf dem rechten Auge.


Horsti
20.7.2014 19:54
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Ja, die Presse ist schrottig, Politiker wie ein Herr Wulff aber auch. Meinetwegen kann die Presse pleite gehen (als Kontrollmacht fungiert die eh kaum noch, im Gegenteil), aber dann bitte auch das Amt des undemokratisch gewählten Bundesgrüßaugust mit abschaffen.
Das die Presse heute die Welt verändern will, liegt wohl an der Präferenz der Journalisten:
http://www.pressetext.com/print/20121030019

Ganz übel ist übrigens die Kommentarspalte der ZEIT. Alles was nicht auf Linie liegt wird radikal zensiert, da werden Erinnerungen an die Prawda wach. Leider Interessieren sich die Journalisten nicht die Bohne dafür, daß die Kommentare oft besser recherchiert und analysiert sind als der Artikel selbst. Nur sehr wenige Journalisten nutzen die Kommentare als Infoquelle, die meisten von ihnen ignorieren sie. Naja, geht die Journallie eben den Bach runter.


[…] Lesebefehl! […]


Julius
20.7.2014 20:34
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@Marcionit:

An diesem angeblichen Unfall stinkt genauso viel wie damals beim Barschel (was ja heute erwiesenermaßen ein Mossad-Mord war).

Hast Du dafür eine (belastbare!) Quelle? Ich sammle sowas nämlich 😉


Peter
20.7.2014 21:47
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@Hadmut: Hochinteressanter, richtiger Artikel!

Anlässlich dessen möchte ich gerne auch noch auf etwas andere hinweisen: Es wird auch gerade jungen Journalisten, die zumindest Anfangs noch einen Anspruch an ihre Arbeit haben, oftmals von “oben” systematisch ausgetrieben, irgendwas Eigenes recherchieren und berichten zu wollen.

Ich habe lange Zeit als Online-Redakteur bei einem sehr großen Nachrichtenportal mit Sitz in Darmstadt gearbeitet. In den Sonntagspredigten wurde da natürlich der “gute Journalismus”, bei dem “man halt auch mal den Hörer in die Hand nimmt”, und “mal etwas tiefergehend und langfristiger recherchiert”, beschworen.

In der Praxis leider null. Zwei Kollegen, einer mit einer Russin, einer mit einer Ukrainerin verheiratet, wollten hochinteressante Kontakte aktivieren, um interessante Einblicke von “der Front” in der Ukraine-Krise zu bekommen. Aussage vom Chefredakteur (gähnend): “Och nö, warten wir, bis die DPA mit nem neuen Dreh um die Ecke kommt”.

Anderer Kollege, türkische Wurzeln, hatte interessante Kontakte in Richtung arabischer Raum, “arabischer Frühling”. Chefredakteur: “Das interessiert doch keinen”.

Stichwort Themenfindung: Ein Bus im Irak war angegriffen worden, ich meine, 20-30 Tote. Kommentar der Cheffredaktion: “Waren da Kinder dabei? Nein? Dann interessierts keinen”. Ich glaube, die Alternative waren Sylvie (damals noch) van der Vaarts Titten im Bikini…

Solche und andere Beispiele kommen in deutschen Redaktionen permanent vor. Entsprechend schlecht, weitgehend belanglos und effekthascherisch sind dann die Beiträge gehalten.

Allerdings ist das auch der Kundschaft geschudet: Info als Snack. Hier Titten, da Schauermord, da Tote nach einem Anschlag, da das Neueste der Royals. Eine tiefgreifendere thematische Auseinandersetzung findet überhaupt nicht mehr statt, ist ja auch viel einfacher, ein paar Zeilen mit vielen Ausrufezeichen zu produzieren und zu konsumieren. Ab einer Din-A4-Seite liest’s eh niemand mehr. Und dann wundert man sich noch über die miese, überall gleichbleibende (höchstens mal mit anderem Teaser oder Zwischenüberschrift versehene) Agentur-Abschreibequalität…?


Bob
20.7.2014 22:18
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Da der Autor dieses Artikels sich ja auch journalistisch betätigt, trifft das gesagte, zumindest die Häme, den Hass und die Humorlosigkeit betreffend, auch auf ihn zu, oder?

Für mich muss ich jedenfalls sagen, dass ich gerade im Internet wunderbar selektiv die Artikel lesen kann, die meine qualitativen Ansprüche erfüllen. Dass weder Fakten noch Objektivität noch Realität physisch existieren, weiß der Kenner nach einigen Jahren in diesem Leben hinreichend gut, oder? Somit empfiehlt sich zur Meinungsbildung über etwas, dass nicht mit eigenen Sinnen wahrgenommen wurde, das Studium mehrerer unabhängiger Quellen.


thogo
20.7.2014 22:32
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Zum Wulf:
Wenn “So Einer”(tm) nach Leine zum Aufhängen regelrecht bettelt sollte man sie ihm geben. Da bin ich mitleidlos. Naja, dafür haben wir jetzt den Bundesgaukler.

Zur Presse:
Das Leiden an Wissenslücken und Fehlern, das der erste Schritt zur Besserung sein könnte, bleibt ihr fremd. Dazu kommt noch Überheblichkeit, die gerade genannten Punkt ermöglicht. BTW, es gibt durchaus Journalisten die gut recherchieren können. Die werden aber kaum gedruckt oder gedisst (Beispiel: Gaby Weber)

@Sexualtherapeut zu Fefe
Fefe ist keine Quelle, er quirlt Quellen mit seiner Weltsicht zusammen bis es passt wie Arsch auf Eimer. Also genau das was die Journalisten machen, allerdings will er keiner sein – das hat er der Journailie voraus. Lustig zu lesen ist auch meistens. Man sollte Ihm also immer ein Ohr, nie aber sein Herz schenken.


Marcionit
21.7.2014 3:27
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@Julius

Hast Du dafür [Mord an Haider] eine (belastbare!) Quelle? Ich sammle sowas nämlich

Nicht eine, sondern viele und ich habe ich massenweise Fakten in meinem großen Archiv, aber weder Zeit noch Lust, anderen die Benutzung von Yahoo, Bing oder auch Gurgel abzunehmen.

Es gibt komplette Websites, die sich (fast) nur damit beschäftigen.

Selbst ist der Mann!


Freckles
21.7.2014 9:29
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Wulff hat sicher recht mit seiner generellen Medienkritik: Vieles wurde in der Wulff-Affäre von unterschiedlichen Medien unreflektiert übernommen, ohne vernünftig zu recherchieren. Allerdings hat Wulff auch Fehler gemacht, die zu einer kritischen Hinterfragung berechtigten. Ein Stichwort ist der Nord-Süd-Dialog, ein anderes “Kredit-Affäre”: Der Zinssatz, zu dem Wulff ein Darlehen von der BW Bank bekam, ist zumindest interessant.
Wulff kommt mir inzwischen vor wie ein weinerliches Kleinkind: Er war damals nicht der Richtige als Bundespräsident, ein unmittelbarer Wechsel aus der aktiven Politik auf diesen Posten ist eine Dummheit. Schon weil es nach der Zeit der aktiven Politik immer umstrittene Entscheidungen und Ereignisse mit “Geschmäckle” gibt, die sich in der Öffentlichkeit erst setzen müssen und die zum Teil auch einfach Aufarbeitung verlangen. Trotzdem behauptet Wulff, er wäre immer noch der Richtige auf diesem Posten und eigentlich wäre allein die Presse an allem Schuld. Keineswegs er selber, seine Fehlentscheidungen oder seine miserable Öffentlichkeitsarbeit.
Besonders merkwürdig finde ich seine etwas konkretere Kritik an den Medien: Es gebe ein “Meinungskartell” das ihn wegen seiner Aussagen zum Islam, zu den Banken und zu den Kirchen aus dem Amt habe schreiben wollen. Das sind Behauptungen, für die es keine Belege gibt und die ich auch nicht für besonders stichhaltig halte. Wulff lebt in der Hinsicht wohl in seiner eigenen Welt.


Felipe Gonzo
21.7.2014 10:10
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Habe ja nichts gegen etwas Polemik, aber warum dieser komische Frauenfokus in Deinem Text? Das musste nichts sein. Merkste selbst, oder?

Zum Thema:

Befähigung und Kompetenz abzugrenzen, ist interessant. Hier bitte noch mal etwas präziser werden, wie Du die beiden Begriffe meinst. Danke.

Ansonsten sehe ich zwar, worauf Du hinaus willst, aber ein paar widersprüchliche Aspekte hat Dein Text schon. Ich hoffe, Du nimmst mir nicht übel, dass ich da mal ein zwei kommentiere.

Das dpa-Ticker-Abschreiben ist Fakt, so weiß ich es aus Erzählungen von Bekannten. Diese Praxis kritiserst Du, wenn ich das richtig verstanden habe. Gleichzeitig ist für Dich die Nutzung von teils unprofessionellen Quellen, z.B. Twitter, ebenfalls tabu. Hättest Du gerne mehr Recherche oder sogar ein größeres Korrespondenten-Netz einzelner Medien?

Das ‘Schreiben können’ als Einstellungskriterium für den Journalistenberuf empfinde ich als falsch, auch wenn ich selbst ein großer Fan von guten Texten bin. Das ist für mich Handwerk, das man erlernen kann – auch in den Betrieben. Hier wäre dann die Definition Kompetenz/Befähigung ganz brauchbar, um zu verstehen, wie Du das genau meinst.

In Deinem Neutralitätsanspruch an den Journalismus kann ich Dir nciht ganz folgen. Das kommt ganz aufs Format an und selbst eine dpa-Meldung ist jetzt auch nicht unbedingt ‘die Wahrheit’. Natürlich ist es die hohe Kunst, in einem Bericht keine Seite oder Ansicht zu übervorteilen. Aber bei tausenden Meldungen und Details geht es immer auch um Auswahl (ich vermeide mal das böse Wort ‘Filterung’) und der Journalist darf meiner Meinung auch politisch sein, wenn er dies sichtbar tut und nicht im Namen jener Wahrheit. Das will ich auch in Zukunft. Zum moralinen Exzess des Bildungsbürgertums kannst Du gerne meine Haltung im letzten Blogbeitrag nachlesen.

Und nun zu Twitter. This ist Sparta! Nirgendwo sonst sieht man, wie sich Menschen das Häppchen Schuldbeweis für irgendeine Seite oder Puzzlestücke in ihrer Verschwörungstheorie zusammentragen und selektiv verbreiten. Israel, Gaza oder doch Putin? Dort wäre ich froh, wenn der eine oder andere Journalist die Phänomene – natürlich unabhängig aber nicht einfach “neutral” kommentarlos verbreitet – einordnet. Ich fände es auch gut, wenn Journalisten für normale Menschen weiterhin ansprechbar sind. Aber Hey, um mal Deine Worte zu gebrauchen:

“Leute, die sich als [Twitterer] einbilden, über allen zu stehen, tatsächlich aber so rotzdumm sind, dass sie nicht mal mehr selbst merken, wie dumm und ideologisch sie sind, und sich überhaupt nichts mehr sagen lassen.”

und auch noch durchgehend haten. Weil sie es können. In dieser Atmosphäre es jedem recht zu machen… Puh. Journalisten sind ja auch nur Menschen. Dort bekommen sie übrigens solche Rants wie Deinen hier nicht nur einmal im Jahr um die Ohren gehauen.

Ich widerspreche Dir also in Deiner geladenen Polemik: Die sollen nicht alle wegsterben, sondern wir brauchen im Gegenteil eine größere Vielfalt, damit jeder sein Eckchen in der Medienlandschaft findet. Der Ticker-Journalismus und die Klickorientierung mit Videos ist meiner Meinung nach gerade der Effekt einer schlechten Finanzierung – auch wenn ich eine umgekehrte Kausalität nicht ganz ausschließen kann und will. Der Journalismus muss weiter an sich arbeiten; völlig neutral wird er niemals und ich finde das gut.

Gruß über den Ether,
Dein Gonzo


Plor
21.7.2014 10:50
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90% der journalistischen Texte zum #Gauchogate bestanden nicht aus humorloser Skandalisierung des Tanzes sondern humorloser Empörung über die vermeintliche Skandalisierung des Tanzes. Dieser Text hier reiht sich da ganz gut ein…

Oder um biblisch zu antworten: “Warum siehst du den Stock im Arsch deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Arsch bemerkst du nicht?“


Jeeves
21.7.2014 11:08
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Schon der erste Satz stimmt nicht:
“Unsere Presse ist unglaublich schlecht geworden.”
.
Das “geworden” ist falsch, weil es unterstellt, dass die Presse “früher” besser war. War sie natürlich nicht. Lektüre zu dem Thema gibt’s zu Hauf. Fangen wir mal bei Karl Kraus an…

“Jedes Wort, das er (der Journalist) spricht ist Lüge.” (K.K.). “Dergleichen ist heute, annähernd ein Jahrhundert später, fast Allgemeinplatz.” (Henscheid)

“Jeder Idiot darf Journalist werden, das garantiert das Grundgesetz, und viele werden es auch tatsächlich, das kann man Tag für Tag in den “etablierten” Medien nachlesen, angucken, anhören. Und, richtig: Im besten Fall wird Fehlverhalten sanktioniert. Im Regelfall bleiben Lügen, Fehler, Verdrehungen, Versäumnisse und Manipulationen – selbstverständlich – unkorrigiert und ungesühnt.” (Niggemeier, taz, 22.12.2007)

“Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.” (John Swinton, Chefredakteur der New York Times,1880)

“Wir wissen, was die Wahrheit ist und was in der Zeitung steht, ist vollkommen unbedeutend. Wenn man weiß, wie Informationen in Zeitungen kommen, wenn man darein nur einen kleinen Einblick hat, dann ist einem das nicht mehr so wichtig, weil man weiß: Es ist so viel Quatsch, was da geschrieben wird.” (Kai Wiesinger, Schauspieler, 2014)

“Er ist dumm wie drei Journalisten” (Quelle vergessen)
.
.
Meine Meinung: Herr Wulff als Politiker, Landesfürst oder gar als deutscher Präsident(!) ist noch schlimmer als diese Pressbuben.
.


mitm
21.7.2014 11:37
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@Peter 20.7.2014: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.
Analog gilt das offenbar auch für den Journalismus.


mitm
21.7.2014 11:46
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“Viele der heutigen ‘Journalisten’ missverstehen ihre Aufgabe aber als Lizenz zur Darstellung der Welt, wie sie sie gerne hätten.”

Daß unsere Medien oft nicht mehr informieren, sondern Propaganda verbreiten, kann man besonders gut dokumentieren im Falle feministischer Propaganda, aber auch bei Reizthemen wie Genmais oder Atomenergie.

Nicht so ganz klar ist, ob das von den Journalisten (als Personen) ausgeht oder nicht eher von den Verlegern, die letztlich vorgeben, welches Weltbild in ihren Blättern vermittelt werden soll. Als Leser kann man es nicht unterscheiden, es läuft aufs gleiche hinaus, ich würde aber nicht pauschal den Journalisten die Alleinschuld zuweisen. Erst recht nicht würde ich es an deren (angeblichem) Mundgeruch festmachen, solche Vorwürfe sind weit unter der Gürtellinie.

“Journalisten aus nur einigen wenigen Studiengängen hervorgegangen sind, und diese Studiengänge…”

Die Studiengänge halte ich für nicht so entscheidend, für viel relevanter halte ich die Parteienzugehörigkeit und soziale Herkunft unserer medialen Elite: “Ca. 30 – 40% der Politikjournalisten sind politisch / ideologisch den Grünen zugehörig, weitere ca. 20% der SPD. Linke/PDS, CDU und FDP hatten nur den Status von Splitterparteien. In der Summe rechnen sich also ca. 50 – 60% aller Journalisten einer feministischen oder radikalfeministischen Partei zu. Ca. 30% ordnen sich keiner Partei zu. … Offensichtlich weicht das Meinungsspektrum der Journalisten massiv vom Meinungsspektrum des Wahlvolks ab. Dies wird gerne mit zwei Argumenten verharmlost… “


Hadmut
21.7.2014 11:49
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> Erst recht nicht würde ich es an deren (angeblichem) Mundgeruch festmachen, solche Vorwürfe sind weit unter der Gürtellinie.

Ich habe ja auch nicht behauptet, dass sie Mundgeruch haben, sondern das nur als Vergleich gebracht, wie die Dummheit vieler Journalisten auf mich wirkt.


Martin
21.7.2014 11:50
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@Marcionit: Danke für Deine Beiträge, gut zu wissen, das es wenigstens einen Mensch gibt,nder noch dümmer und gestörter als selbst der dämlichste Journalist ist.

Ansonsten kann ich den Beitrag nur loben, das deckt sich völlig mit meinem Eindruck. Man könnte meinen, alle Journalisten hingen einem rotbraunen, ökologisch-feministisch-antisemitisch-sozialistischen Kult an.


Hippie Yeah
21.7.2014 12:17
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Das, Bob :

“Dass weder Fakten noch Objektivität noch Realität physisch existieren, weiß der Kenner nach einigen Jahren in diesem Leben hinreichend gut, oder?”

…klingt so ein bisschen nach Hippie mit umfangreicher Smoke-Experience ?? …..

Sehr umfangreicher Experience …., und das Meer, das Meer, das war so blau…..,da unten in Florida….., jedenfalls wirkt es so…, oder ist es doch das flackernde Blaulicht ?? Und die Sonne, sie ist so heiß, und so grell…ein bisschen so wie die Lampe in der Notaufnahme… egal…..Realität, Fakten oder wie das heisst, wird ja doch ziemlich überschätzt…, ist ja eigentlich immer dasselbe….


Walter
21.7.2014 13:19
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Danke Martin hatte den selben Gedanken. Wusste doch das ich das nicht als Einziger so sehe.


Luc
21.7.2014 13:20
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Viel Spaß lieber Hadmut mit den Leuten, die noch über Bildblog reinschneien, keine Ahnung haben von dem, was du seit Jahren so machst und dir dann als erstes vorwerfen, dass du auch über Frauen so harsch schreibst wie sonst alle nur über Männer. Ja was soll denn das? 🙂


Hadmut
21.7.2014 13:27
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Bildblog ?


Dirk
21.7.2014 13:21
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@Jeeves: Das immer wieder gern genommene Zitat des NYT-Chefredakteurs ist leider keines. Weder gab es den Typen, noch seine zitierte Rede. Siehe Robert Anton Wilson: Lexikon der Verschwörungstheorien. Kann mit Seitenzahl gerade nicht dienen, da ich es nicht dabei habe.


Thomas M.
21.7.2014 13:53
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Die hirnamputierten Twitter-Journalistinnen powered by Pro Quote tun ihr übriges dazu, den Verfall zu beschleunigen. Willst Du etwas kaputt machen, gib es einer Frau. Willst Du etwas komplett irreparabel zerstören, gib es einer Feministin…


[…] Hadmut Danisch […]


Thomas M.
21.7.2014 14:08
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Peter2
21.7.2014 14:41
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Mit dem Tenor Deines Artikel bin ich absolut einverstanden. Auch ich sehe die Gedankenlosigkeit (dpa abschreiben, Twitter dito) und die Durchideologisierung als Ursachen für den miserablen Journalisten. Dazu kommt aber noch eine fürchterliche Unart heutiger “Journalisten”, die Kommentar, Meinung, Nachricht zu einem ungenießbaren Brei zusammenrühren. Auch als kritischer, gebildeter Leser schafft man es selten, die Meinung von der Nachricht in solchen Konglomeraten zu trennen. Mir fehlt dazu übrigens auch die Zeit und die Lust. Die Frage ist, ob es sich um schlichte Nichtbeherrschung des Handwerks, pure Schlampigkeit oder vielleicht doch Absicht handelt. Diese Frage mag sich jeder selbst beantworten, vielleicht mal bei der Lektüre der “taz” oder des “Freitag”. Indoktrinierung at its best…


Kreuzweis
21.7.2014 14:54
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Das einzige, was ich Wulff übelnehme ist, daß er nicht die “Eier” hatte, die Sache einfach auszusitzen. Ihm als Bundespräs. hätte doch keiner was gekonnt.
Er hat sich mit seinem früher Abtritt als ein typisches BRD-Weichei und allein damit als “würdiger” Vertrete dieser brd gezeigt.
Sein Nachfolger zeigt ihm nun, daß Ehrlichkeit und Ehrsamkeit doch völlig überflüssige Charaktermerkmale zur Belegung des höchsten Amtes der brd sind.
Ansonsten hat er natürlich recht, doch diese Kritik hätte er mal besser als Bundespräsident verkündet – das hätte ihm zur Ehre gereicht!


Putin-Troll
21.7.2014 16:22
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Christian Wulff als Anlass für diese Presseschelte zu nehmen wirkt ein bisschen merkwürdigen in diesen Tagen -während die “Presse” gerade eifrigst dabei ist den 3. Weltkrieg herbeizuschreiben. Sie tun alles, um das bereits feststehende Ergebnis der selbstgezüchteten Ukraine-Krise zu erreichen und in die Köpfe der Menschen zu implantieren.
Sollten Sie damit Erfolg haben, werden auch die Verlagshäuser und Redaktionsbüros in Deutschland bald in Schutt und Asche liegen. Dann hat sich das Thema erstmal wieder erledigt.


CountZero
21.7.2014 17:15
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“Dass weder Fakten noch Objektivität noch Realität physisch existieren, weiß der Kenner nach einigen Jahren in diesem Leben hinreichend gut, oder?”

Äh, also wie, ontologisch oder epistemologisch jetz?

Oder war mit ‘physisch existieren’ das ‘Haben einer Substanz’ gemeint, im Gegensatz zu einer abstrakten Existenz (wie Macht, oder der Satz von Pythagoras, die physisch offensichtlich nicht existieren, aber natürlich trotzdem ontologisch (und epistemologisch :-)) existent sind).


Knorka Kinte
21.7.2014 21:34
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@Martin, Walter:

Bin auch dabei und fühle mit Euch 🙂


Yannick
21.7.2014 22:20
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Ja, ist klar, der “Christ”?ian Wulff hatte eigentlich fast immer recht und alles richtig gemacht und wird dafür anschließend ständig unschuldig von den Medien verfolgt und ist das zu bemitleidende Opfer. So stellt er sich jetzt auch selbst gern dar.
Woran erinnert mich solch ein “Politiker” oder solch eine “Führungskraft”?
Ich würde sagen, das sind die Handlungsweisen eines typischen Soziopathen (siehe z.B. auch Edathy, nach meiner Meinung genau der gleiche Politiker-Menschentyp).
Und wer es nicht glauben will, sollte dringend das Buch von Martha Stout lesen und einfach mal mit Wulff und anderen “Führungskräften” mit ähnlichen “Problemen” vergleichen:
“Der Soziopath von nebenan. Die Skrupellosen: ihre Lügen, Taktiken und
Tricks”
http://www.amazon.de/Der-Soziopath-von-nebenan-Skrupellosen/dp/3211297073

Und hier eine kurze Zusammenfassung, wie sein gewissenloses Streben nach immer mehr Macht dann ab 2005 seinen Tribut verlangte und er seine Maske fallen ließ: “Christ”(?)ian Wulff mutierte in erschreckender Weise vom Dr. Jekyll zum Mr. Hyde.

http://www.readers-edition.de/2012/03/05/christian-wulff-und-der-vergessene-blindengeld-skandal/


Marcionit
22.7.2014 7:57
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frankenstein
22.7.2014 14:20
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@Marcionit: Dort wird gar nichts erläutert. Dort wird wild spekuliert ohne die Spekulation auch nur ansatzweise zu begründen. Beide Artikel sind praktisch nicht brauchbar, um sich ein Bild vom Rücktritt Wulffs und von dessen Hintergründen zu machen.


zuckender cremaster
22.7.2014 17:12
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ja mein gott der wullf.

der wurde damals systematisch hochgeschrieben um ihn dann besser absägen zu können. wenn man die damaligen hintergründe kennt, die in deinem artikel (=allgemeines presse-ist-scheisse-blabla – das wissen wir schon seit 100 jahren) fehlen, ist das keine grosse überraschung.
auf den nachdenkseiten wurde schon vorher die kampagne erkannt, vorrausgesagt wie es weitergeht, verglichen mit historischen personen denen es ebenso erging und dann im weiteren verlauf alles bestätigt. soweit so gähn. und was treibt danisch? wieder meilenweit am eigentlich thema vorbei, regt sich künstlich über dinge auf die längst bekannt sind, mit triefender pseudoempörung wie in jedem pseudoaufregerartikel. allein schon das beispiel mit gauchotanz, das ist ein gepushtes sommerlochthema und der versuch den fussballhype so lange wie möglich nach der wem zu erhalten aber der danisch macht hier wieder das grösste fass auf, sogar begehbar, so gross ist das.

schalt mal nen gang runter, bist auch nicht besser als die deine kollegen von den old-school-medien. die armen schweine dort haben keine andere wahl, die arbeiten für wenig geld, für recherche ist auch keines da. dann werden halt agentur und pr-meldungen reingepastet, ist doch alles nix neues. man muss den müll ja nicht kaufen.


Hadmut
22.7.2014 17:34
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@zuckender cremaster:

> schalt mal nen gang runter, bist auch nicht besser als die deine kollegen von den old-school-medien. die armen schweine dort haben keine andere wahl,

Ganz klar falsch.

Denn ich mache das zusätzlich zu meinem Beruf und habe es nicht mal studiert. Und ich bekomme dafür noch viel weniger Geld, nämlich fast gar nichts (außer VG Wort). Ich habe keine „Kollegen von den old-school-medien”, denn ich bin Informatiker und kein hauptberuflicher Journalist.

Außerdem lässt sich nicht alles mit den Zwängen erklären, unter denen Journalisten stehen. Ich habe so viele auf den Konferenzen usw. persönlich und hinter verschlossenen Themen erlebt, die ganz versessen darauf waren, den letzten Mist zu schreiben und gezielt für ihre persönlichen Interessen und ihre Ideologie zu desinformieren. Oder die andere Journalisten dafür zusammentreten, dass die doch mal ein kritisches Wort sagen. Was soll das damit zu tun haben, dass die wenig Geld bekommen?

Die bräuchten ja nicht mal recherchieren, die bräuchten ja eigentlich nur mal die Leserbriefe zu lesen. Das blenden aber viele systematisch aus und verfälschen die Darstellung.

Und selbst innerhalb der Zwänge und der Finanznot könnte man sich ja wenigstens noch für eine Bestenauslese unter den Bewerbern durchringen. Aber nee, Frauenquote, Pro Quote, und Bewerberauswahl nach links-feministischen Probeartikeln. Die Personalzusammensetzung des Journalismus rutscht immer mehr ins Stümperhafte, ins Idiotische, ins Ideologische, ins rundherum Inkompetente ab.

> man muss den müll ja nicht kaufen.

Man muss aber trotzdem den Schaden erleiden, denn die anrichten. Und es gibt ja schon Überlegungen, die Presse aus den Rundfunkabgaben zu füttern, damit man die selbst dann bezahlen muss, wenn man sie nicht lesen will. ARD und ZDF muss man ja auch bezahlen, ob man will oder nicht.


WikiMANNia
22.7.2014 18:04
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> Und es gibt ja schon Überlegungen, die Presse aus den Rundfunkabgaben zu füttern, damit man die selbst dann bezahlen muss, wenn man sie nicht lesen will. ARD und ZDF muss man ja auch bezahlen, ob man will oder nicht.
Es ist wichtig, das immer wieder in Erinnerung zu rufen. Offenbar vergessen/verdrängen die Leute das immer wieder.

Der Fakt, dass man seine eigene Desinformation auch noch selbst bezahlen muss, gehört noch viel mehr skandaliert:
http://de.wikimannia.org/Meinungswirtschaft


Marcionit
22.7.2014 18:04
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@Hadmut 17:34

Volle Zustimmung!

Vor allem das hier ist der Punkt:

[Journalisten] die ganz versessen darauf waren, … gezielt für ihre persönlichen Interessen und ihre Ideologie zu desinformieren

Die machen “Klassenkampf” aus den Redaktionsstuben. Und stehen im Dienste der Hochfinanz, aber ohne daß diese Crétins es realisieren.


yasar
22.7.2014 18:14
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@fankenstein:

Das weiß ich und wollte daher die Ergebnisse der andere relativieren. Hätte vilelciht auch dazuschreiben sollen, daß das im wesentlichen von den personalisierten Daten anhängt. (Ich prüfe übrigens “wichtige” Suchergebnisse mit mehreren verschiedenen Systemen und IP-Adressen), eben um zu verifizieren, wie aussagekräftig geade ein Suchranking ist.


yasar
22.7.2014 18:16
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zuckender cremaster
22.7.2014 20:33
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Ok, das war mir jetzt neu. Solches Personal ist aber genau gewünscht. Wenn man sich mal anschaut in wessen Hand z.B. die Zeitungen sind, da ist nix mit Unabhängigkeit, das ist nur noch gezielte Manipulation, Einpeitschen auf einheitliche Meinungen. Kleine Blätter werden schon seit Jahren aufgekauft entweder dicht gemacht, zusammengelegt und auf Sparbetrieb gefahren, ich nennen das immer Zeitungssimulation, man tut so als hätte man was zu berichten, es steht aber effektiv gar nichts drinn, nicht mal der Lokalteil ist brauchbar.

Ich erinnere mich noch wie unsere Regionalzeitung vor 30 Jahren ein recht hohes Niveau hatte, für ein Regionalblatt überdurchschnittlich gut. Dann ging es los mit dem Ausmisten der Redaktionen. Heute sind dort nur noch lokale Nullinformationen (Fest hier, Fest dort, Baum umgefallen,…) drinn der Rest sind Agenturmeldungen und “Polizeinachrichten”: Einbruch hier, Unfall dort,… Wenn man dann noch die ersten drei Seiten liest mit “Hintergründen” und Kommentaren von den “Redakteuren” da will das Blatt gleich zum Salat einwickeln benutzen.

Früher hatten die eigene Fotografen, heute schicken Leser verwackelte schiefe Knipsbilder an die Red und das Zeug wird nicht mal nachbearbeitet, direkt so abgedruckt. Derzeit suchen sie freiwillige Videofilmer die komplett geschnittene Beiträge abliefern sollen, für die Homepage und dafür wollen sie dann auch noch Geld.


Yannick
23.7.2014 20:10
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@Sexualtherapeut 22.7.2014 22:14 Zitat: “Da äußert sich jemand, ohne die enorme geschichtliche und religiöse Bedeutung dieses Landstrichs zu kennen. Der Gründungsmythos des Staates ist der Holocaust. Wenn die Nazis damals nicht die Juden -jene die sie überlebten- aus Europa vertrieben hätten, gäbe es vermutlich immer noch Palästina, aber kein Israel.”

Das wurde mir in der Schule und von den Medien auch immer eingetrichtert. Es kann aber auch ganz anders gewesen sein.

Ich war auch sprachlos als ich das hier gerade mitbekommen habe, in der Schule wurde das offenbar weitgehend totgeschwiegen.
Die Schaffung Israels wurde offenbar bereits während des 1. WK angedacht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Balfour-Deklaration

Sie soll auch der Grund gewesen sein für den Kriegseintritt der USA, sagt zumindest ein Jude, der damals an entscheidender Stelle mit dabei war:

http://www.youtube.com/watch?v=1BR0wMndSSI

Das kann zumindest auch einiges erklären, was damals vorgefallen ist.

Und wenn die heutigen jüdisch-moslemischen Konflikte durch die angeblich “intelligentesten” Menschen der Welt in Israel nicht selbst lösbar sind, warum sollen dann Millionen von ihnen hierher kommen und diese Konflikte plötzlich in DE mit den Millionen verbleibenden eingebürgerten Moslems lösen können, die ganz sicher nicht “freiwillig” nach Palästina gehen werden, denn die Infrastruktur ist nicht unbedingt das Wichtigste. Sie muss auch betrieben und instand gehalten werden.


heinz456
25.7.2014 11:27
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Also, wenn ich mir gestern den Wulff bei der Illner anschaue, dann ist es völlig egal, wie die Qualität der Medien in diesem Land ist: Der Mann hat sich sein eigenes Grab trotzdem selbst geschaufelt und war als Bundespräsident einfach nicht mehr tragbar.