Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Gastbeitrag: Playdoyer für eine branchenspezifische Frauenquote

Hadmut
4.6.2014 0:28

Das nenne ich dreist.

Da schreibt mich heute eine Kommunikationsagentur an und bittet mich, in meinem Blog einen Gastbeitrag einer Personalberaterin zugunsten einer speziellen Form der Frauenquote zu publizieren.

Einen Gastbeitrag.

Für eine Frauenquote.

In meinem Blog.

Das ist dreist. Das ist verwegen. Oder total naiv.

Ich werde ja ständig von irgendwelchen Leuten unter Angebot von Geld gebeten, Gastbeiträge zu veröffentlichen, oder über dies oder jenes zu schreiben, das Produkt oder diesen Dienstleister und so weiter. Das habe ich bisher immer abgelehnt, denn damit würde ich wohl meine Glaubwürdigkeit für kleines Geld verhökern. Und Gastbeiträge gab’s hier als Hauptartikel noch nie, nur eben in Form der Kommentare (was ja quasi auch Gastbeiträge sind, aber eben nicht themenführend).

Und nun kommt da jemand daher und fragt mich einfach so, ohne Geld, ohne Angabe von Gründen, dass es doch schön wäre, wenn ich diesen Beitrag veröffentlichen würde. Was natürlich auch unter Werbung fällt, denn die Autorin ist Geschäftsführerin und Gesellschafterin einer Personalberatung, und wie käme ich dazu, für die Werbung zu machen?

Andererseits: Ein paar interessante Gedanken und richtige Feststellungen sind drin, nur werden falsche Schlussfolgerungen gezogen. Also habe ich mich gerade entschieden, dem Affen mal Zucker zu geben und den Beitrag hier wiederzugeben (damit man sieht, was der Beitrag ist, in anderer Farbe), aber dann im Nachgang mal reinzubeißen.

(Noch ein Hinweis an die Kommunikationsagentur, die mich da um Wiedergabe gebeten hat: Wenn man schon möchte, dass jemand anderes einen Text abdruckt, dann schickt man den als normalen Text für direktes copy-and-paste bzw. Abspeichern und Einlesen, und nicht als PDF. Da geht das zwar auch mit Copy-and-Paste (oder mit pdftotext), aber sehr viel umständlicher, weil man die Formatierung wieder rausmachen und Überschriften usw. setzen muss.)


Frauenquote fürs mittlere Management

Eine Frauenquote für Führungspositionen schadet der Volkswirtschaft. Helfen würde hingegen eine verbindliche, branchenabhängige Steigerungsquote für Frauen im mittleren Management.

Von Elke Vorholt*

Deutschlands Wirtschaft braucht mehr Frauen in Führungspositionen – im eigenen Interesse. Demographischer Wandel und ein allgemein wachsender Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern werden den Fachkräftemangel verschärfen. Das Potenzial der Frauen wird dabei quantitativ und qualitativ derzeit längst nicht ausgeschöpft.

Frauen im mittleren Management fehlen

Gebraucht werden gut ausgebildete Frauen aber vor allem im mittleren Management und für Spezialistenpositionen. Wichtiger als eine Quotenregelung im Top-Management wäre daher, zunächst das Geschlechterverhältnis im mittleren Management zu verbessern. Weil Frauen bereits hier in den meisten Branchen signifikant fehlen, gibt es auch nicht genügend von ihnen mit den geeigneten Profilen für die Besetzung von Aufsichtsräten und Vorständen. Diese Erfahrung machen Aufsichtsgremien, Personalverantwortliche und Personalberater gleichermaßen. Gerade für Personalberater ist es vielfach erforderlich, intensiv Kontakte zu Frauen in Führungspositionen zu pflegen. Sinnvoll ist zudem die Mitgliedschaft in mehreren Frauennetzwerken – was den überwiegend männlichen Beratern naturgemäß verwehrt ist. Doch nur so lassen sich die Vorstellungen der Auftraggeber mit den Marktgegebenheiten abgleichen, um freie Stellen erfolgreich besetzen zu können.

Gesetz zur Frauenquote eher schädlich als nützlich

Eine Quote per Dekret wird diesen Mangel an geeigneten Frauen auf keiner Hierarchiestufe beheben. Für die Volkswirtschaft wird der Schaden eines entsprechenden Gesetzes größer als der Nutzen sein. Der Politik war diese Tatsache bei Veröffentlichung ihrer Leitlinie zur Frauenquote vermutlich bekannt. Dennoch hat sie sich entschieden, das Problem top-down anzugehen: In der Erwartung, es werde sich insgesamt etwas verbessern, wenn es in Führungspositionen erst einmal einen Frauenanteil von 30 Prozent oder mehr gäbe.

Das Signal der Regierung ist gut gemeint – und damit das Gegenteil von gut. Der Ansatz beruht auf der Annahme, durch eine höhere Akzeptanz von Frauen in Top-Führungspositionen würden es auch Frauen im mittleren Management leichter haben. Doch im mittleren Management existiert so gut wie kein Akzeptanzproblem gegenüber Frauen.

Frauen haben geringeren Karrierewillen

Zugegeben: Frauen werden es mit Hilfe einer Quote in Zukunft leichter haben, die gläserne Decke zu durchstoßen. Doch nach unserer Erfahrung liegt das Problem woanders: Der Anteil derjenigen Frauen, die wirklich Top-Karrieren machen wollen und dafür ihr Privatleben zurückstellen, ist vergleichsweise klein. In vielen Fällen zeigen sie deutlich weniger Willen und Biss als Männer, sich bis ganz an die Spitze zu arbeiten. Das gilt umso mehr, wenn sie Familie haben. Frauen wollen Beruf und Familie häufig gleichermaßen gerecht werden. Irgendwann erkennen sie, dass dies kaum möglich ist. Sie machen dann Kompromisse – sowohl bei ihren beruflichen als auch bei den familiären Zielen. Bei Männern schlägt das Engagement-Pendel hingegen eher in Richtung Karriere aus.

Pauschale Quote schafft wirtschaftliche Probleme

An dieser unterschiedlichen Grundeinstellung wird eine Frauenquote für Top-Positionen nichts ändern. Die Quote schafft aber gewaltige Probleme für die Wirtschaft. Das gilt insbesondere in technischen Berufen: Zum Beispiel liegt in den Ingenieurswissenschaften der Anteil weiblicher Absolventen bei gerade einmal 22 Prozent. Wenn nur jeder fünfte Absolvent weiblich ist, ist die geforderte Frauenquote von 30 Prozent für Führungspositionen nahezu grotesk. In nicht wenigen technischen Unternehmen liegt der Frauenanteil der Belegschaft bei unter zehn Prozent. Wo also sollen die 30 Prozent an qualifizierten Frauen für Spitzenpositionen herkommen?

Jobprofile werden Frauen angepasst

Wozu das führt, erleben wir als Personalberater immer öfter: Obwohl die Quote noch nicht einmal Gesetz ist, werden viele Stellen schon heute anders besetzt, als es im Rahmen einer geschlechtsneutralen Bestenauswahl möglich wäre. Das gilt insbesondere bei Positionen mit hoher öffentlicher Wahrnehmung. Hier werden Frauen bei Neubesetzungen zunehmend bevorzugt – bei gleichwertiger Qualifizierung ohnehin. Notfalls wird das Profil so lange angepasst oder vom ursprünglichen Stellenprofil abgewichen, bis der Job zur Bewerberin passt, nicht umgekehrt. Damit am Ende eine erfolgreiche Besetzung steht, muss eine intensive und offene Diskussion mit den Aufsichtsgremien oder Personalverantwortlichen und anschließend eine Dokumentation stattfinden. Gerade im öffentlichen Umfeld kann eine Besetzung bei mangelnder Transparenz im Verfahren angefochten werden.

Flexible Steigerungsquoten statt pauschale Gesamtquote

Aus unserer Sicht ist eine pauschale Quote volkswirtschaftlicher Unsinn. Sinnvoller wäre es, eine Quote flexibel und Jahr für Jahr an die tatsächlichen Gegebenheiten der jeweiligen Branche anzupassen oder eine branchenabhängige Zielquote über einen Zeitraum festzulegen. Also beispielsweise jährlich zehn Prozent mehr Frauen im mittleren Management des Maschinen- und Anlagenbaus zu fordern. Beispielsweise würde eine solche Steigerung in den Netzbereichen der Versorger der deutschen Wirtschaft weit mehr helfen, als je drei zusätzliche weibliche Aufsichtsräte bei EnBW, E.ON, RWE und Co., um dort eine 30-Prozent-Quote zu erreichen. Es wäre eine effektive Politik der kleinen Schritte an der Basis statt ein großer Wurf an der Spitze.

Öffentliche Diskussionen fehlen

Zweifellos brauchen wir auch sichtbare und akzeptierte weibliche Vorbilder in Top-Positionen. Dies zu fördern, sollte aber vor allem dem Ziel dienen, ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis auf unteren Ebenen zu erreichen. Und das schafft keine Quote für weibliche Führungskräfte. Natürlich steckt bei dem hier vorgeschlagenen Ansatz der Teufel im Detail: Existiert überhaupt eine valide Datenbasis für unterschiedliche Branchen? Welche Steigerungsraten soll es für welche Berufe geben, wie grenzt man sie voneinander ab? Wie definiert man das mittlere Management? Fragen, auf die es keine pauschal richtigen Antworten geben wird. Vielmehr werden alle Antworten Schwachpunkte haben und Kritiker auf den Plan rufen – wie jede andere fundamentale gesellschaftliche oder wirtschaftliche Veränderung auch.

Arbeitsbedingungen an Bedürfnisse anpassen

Unbestritten ist: Frauenförderung ist und bleibt vor allem eine gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe – angefangen von besseren und steuerlich effizienter geförderten Möglichkeiten der Kinderbetreuung bis hin zu einer Veränderung tradierter Rollenbilder. Hierüber ist bereits viel Kluges und Richtiges geschrieben worden. Wichtig ist sicherlich auch, Frauen schon in jungen Jahren mehr für eine Tätigkeit vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu begeistern. Der möglicherweise wichtigste Schlüssel zum Erfolg liegt aber darin, die Arbeitsgegebenheiten stärker an die Bedürfnisse der Frauen – und immer mehr auch der Männer – anzupassen, ohne die Unternehmen zu schwächen.

Dauererreichbarkeit schreckt Frauen ab

Eine aktuelle Studie von McKinsey zeigt, dass die zunehmende Verfügbarkeit von Führungskräften auch abends, an Wochenenden und im Urlaub ein wesentlicher Grund ist, dass es so wenige Frauen an der Spitze gibt – da sie eine dauerhafte Erreichbarkeit nicht gewährleisten können oder wollen („Women Matter 2013 Report“). Die allgemeine Verbreitung von Smartphones, Tablets und stabilen mobilen Internet-Verbindungen auch in abgelegenen Gebieten und im Ausland hat die Erwartung an eine Dauererreichbarkeit von Führungskräften jedoch noch verstärkt.

Berufliche Auszeiten führen zu Informationsverlust

Effektive Frauenförderung kann nur gelingen, wenn physische Präsenz an Bedeutung für die Karriere verliert. Die Harvard-Dozentin Claudia Goldin hat dazu eine interessante Untersuchung veröffentlicht: Sie verglich die Gehaltsentwicklung von Akademikerinnen, die im Lauf ihrer Karriere eine 18-monatige Auszeit genommen hatten mit der von Männern ohne Auszeiten – getrennt nach Berufsgruppen. Das Ergebnis: 15 Jahre nach dem jeweiligen Hochschulabschluss bestand das geringste Gefälle bei ärztlichen Berufen, das größte bei betriebswirtschaftlichen. Goldin führt das auf unterschiedliche Anwesenheits- und Informationskulturen in den jeweiligen Branchen zurück: Im Gesundheitswesen wird vielfach in Schichten gearbeitet. Die Beschäftigten sind es dort gewohnt, sich mittels Übergaben und Datenbanken gegenseitig auf dem Stand zu halten. Eine Teilzeitkraft hat also kaum Informationsnachteile gegenüber einem Vollzeitmitarbeiter. Im betriebswirtschaftlichen und juristischen Umfeld herrscht hingegen eine Kultur des angesammelten Herrschaftswissens. Wer nicht anwesend ist, verliert den Anschluss und seine eingesetzte Zeit wird schlechter bezahlt.

Wissen intern weitergeben

Die logische Schlussfolgerung: Unternehmen und Organisationen müssen sich von der Politik des Herrschaftswissens zu verabschieden. Knowledge-sharing und Einarbeitungsprogramme könnten beispielsweise verbindlicher Bestandteil von Zielvereinbarungen werden. Es müssten neue IT-Systeme und Prozesse entwickelt werden, um reibungslose interne Übergaben beispielsweise auch im Controlling oder Marketing zu ermöglichen – auch nach einem oder zwei Jahren beruflicher Auszeit.

Die Kommunikationstechnologien hierfür stehen vielfach bereits zur Verfügung. Was fehlt, ist der Wille, diese Instrumente sinnvoll zu nutzen und weiterzuentwickeln. Diesen Willen zu fördern, erfordert öffentliche Aufklärungsarbeit.

*Elke Vorholt ist Geschäftsführende Gesellschafterin der internationalen Personalberatung LAB & Company mit Sitz in Düsseldorf, München und Wien. Beruflich und privat engagiert sich die Diplom-Kauffrau und Mutter eines Sohnes in Frauen-Netzwerken und für gender-spezifische Veranstaltungen.


Nun ja. Also geb ich jetzt meinen Senf dazu.

Bevor ich auf die einzelnen Aussagen eingehe, drängt sich mir da erst mal der Tenor, der Gesamteindruck auf. Bei mir kommt das an wie ein Eingeständnis aus einem Realo-Flügel des Feminismus, dass das mit der Frauenquote gerade hundsmiserabel läuft, nicht funktioniert und nicht zu dem führt, was man sich da vorgestellt hat, sondern sogar mehr schadet als nutzt. Sowas in der Art habe ich (und nicht nur ich) ja gleich prophezeit. Das konnte nicht funktionieren. So weit, so gut.

Es kommt bei mir aber auch als uneinsichtig an, nämlich mit der Konsequenz wenn’s mit der Frauenquote nicht geht, dann muss es eben mit einer anderen Frauenquote gehen. Ich sag’s mal so: Der Unterschied zwischen dem Dummen und dem Schlauen ist nicht, dass der Schlaue keine Fehler machte. Sondern dass er sie nicht wiederholt, während der Dumme sie nicht einsieht. Was aber soll man von jemandem halten, der den Fehler erkennt, einsieht, sogar einen Aufsatz drüber schreibt, und dennoch dafür plädiert, ihn zu wiederholen?

Eine Frauenquote für Führungspositionen schadet der Volkswirtschaft. Helfen würde hingegen eine verbindliche, branchenabhängige Steigerungsquote für Frauen im mittleren Management.

Wer einen Text so einleitet, der sollte im Text erklären, warum sich eigentlich das mittlere vom oberen Management so fundamental unterscheiden sollte, dass eine Frauenquote hier „helfen” würde, während sie in der Etage darüber der Volkswirtschaft schadet. Es ist zumindest für mich nicht erkennbar und auch nicht plausibel, woher die Differenzierung und die unterschiedliche Wirkung kommen sollen. Zumal es unlogisch ist: In einem großen Unternehmen wie etwa den DAX-Unternehmen kann ein Manager im mittleren Management weitaus höher aufgehängt sein als der Geschäftsführer in einem mittelständischen Betrieb. Denn die Bezeichnungen „mittleres Management” und „Führungsposition” sind ja nicht absolut, sondern bewegen sich immer relativ zur Firmengröße. Warum sich die Frauenquote also so diametral unterschiedlich auswirken soll, wenn sie auf zwei gleiche Stellen angewendet wird, nur eben mit dem Unterschied, dass der eine „mittleres Management” heißt, weil oben noch was drüber ist, und der andere „Geschäftsführer” oder „Vorstandsvorsitzender” heißt, weil nichts mehr drüber ist, erschließt sich mir nicht. Da geht bei mir wieder die Rhetorik-Warnlampe an. Und die ist beim Feminismus besonders aufmerksam.

Deutschlands Wirtschaft braucht mehr Frauen in Führungspositionen – im eigenen Interesse. Demographischer Wandel und ein allgemein wachsender Bedarf an hoch qualifizierten Mitarbeitern werden den Fachkräftemangel verschärfen. Das Potenzial der Frauen wird dabei quantitativ und qualitativ derzeit längst nicht ausgeschöpft.

Das ist für mich unlogisch und ein Widerspruch in sich.

Denn wenn wir einen Fachkräftemangel hätten, dem ein Potenzial befähigter Frauen gegenüber stünde, würde der Frauenanteil ja von selbst und ohne jegliches Zutun vom Staat rapide ansteigen. Denn wenn es einen Markt mit Angebot und Nachfrage gäbe, warum sollte der dann nicht laufen? Es wird hier unterstellt, dass Firmen lieber am Fachkräftemangel zugrunde gingen als eine Frau einzustellen, sei sie auch noch so befähigt. Und das ist Humbug. Davon habe ich noch nie gehört. Im Gegenteil: In der IT-Branche werden häufig Personalagenturen hohe Kopfprämien dafür gezahlt, dass sie befähigtes Personal anbringen, und sogar Mitarbeitern werden dafür Fangprämien geboten. Ich weiß von Firmen, in denen man als Mitarbeiter eine Belohnung von mehreren Tausend Euro bekommt, wenn man Bewerber anschleppt, die qualifiziert genug sind, um eingestellt zu werden. Geschlecht völlig egal. Denen müsste man Frauen nicht aufdrängen oder gesetzlich aufzwingen. Da besteht eher die Gefahr, dass die befähigte Frauen, die zufällig draußen vorbeilaufen, mit dem Sack einfangen und kidnappen, um sie zu kriegen.

Hätten wir einen Fachkräftemangel auf der einen Seite, und ein Angebot befähigter Frauen auf der anderen Seite, dann würde es zu einer Personalergänzung führen. Diese Frauen würden zusätzlich eingestellt, und die Firmen würden aufgrund gesteigerter Produktivität wachsen. Das ist aber nicht zu beobachten. Stattdessen gibt es – eben durch gesetzlichen, politischen, gesellschaftlichen, gewerkschaftlichen oder sonstigen Druck – eine Steigerung der Quote durch Verdrängung. Männer werden nicht befördert, Frauen bevorzugt.

Inwieweit es der Volkswirtschaft aber helfen sollte, wenn – unterstellt gleich befähigte – Frauen anstelle von Männern eingestellt werden, ist nicht erkennbar. Einerseits nimmt man für sich (unbelegt) in Anspruch, dass Frauen gleiche Arbeit leisten würden. Gleichzeitig behauptet man aber, dass es soviel besser und förderlicher wäre, sie einzustellen. Warum sind sie besser, wenn sie gleiche Arbeit leisten?

Oder noch eine stärkere Frage: Wir hatten gerade die Diskussion um den Mindestlohn. Darin wurde pauschal unterstellt, dass Arbeitgeber immer und um jeden Preis die Lohnkosten drücken wollten. Viele Firmen klagen hier in Deutschland darüber, dass sie nicht konkurrenzfähig sind, weil die Löhne in Deutschland höher als im Ausland wären, und sie deshalb sogar die Pleite riskieren. Gleichzeitig wird behauptet, dass es einen Gender Pay Gap von 22% gäbe, dass also Frauen trotz gleicher Arbeitsleistung 22% weniger Lohn bekämen. Wenn beides aber stimmen würde, dann würden die Arbeitgeber doch schon längst alle Männer rausgeworfen, komplett durch Frauen ersetzt und damit bei konstanter Leistungskraft die Lohnkosten um 22% gesenkt haben. Der Druck zum Kostensparen, und noch mehr der Druck, bei AGs gute Jahresbilanzen vorzulegen, ist so hoch, dass niemand daran vorbeigehen könnte, die in Deutschland recht hohen Lohnkosten, die auf das Firmenergebnis schlagen, um satte 22% zu drücken. Trotzdem passiert es nicht. Das bedeutet doch, dass an dieser Story vom angeblichen ungenutzten Potential weiblicher Fachkräfte irgendetwas nicht stimmen kann.

Müsste ein verständiger Mensch aus den drei Beobachtungen, nämlich dass

  1. wir Fachkräftemangel haben und viele Firmen händeringend Leute suchen,
  2. Frauen angeblich deutlich weniger oder jedenfalls nicht mehr als Männer verdienen
  3. und trotzdem der Frauenanteil im Fachkräftebereich nicht steigt, sondern in manchen Bereichen sogar sinkt,

nicht zwangsläufig schließen, dass es dieses angebliche Potenzial hochbefähigter Frauen quantitativ, qualitativ oder in beidem nicht gibt?

Mir kommt dieses Playdoyer (und generell die Diskussion um die Frauenquote) vor wie jemand, der einerseits behauptet, sein Mineralwasser wäre das einzige, was die Verdurstenden in der Wüste noch retten könnte, aber gleichzeitig will, dass man sie gesetzlich zum Kauf zwingen müsse, weil sie es von selbst nicht haben wollen. Das kann doch nicht stimmen.

Gebraucht werden gut ausgebildete Frauen aber vor allem im mittleren Management und für Spezialistenpositionen.

Nein. Werden sie nicht. Fast niemand braucht gut ausgebildete Frauen. Wir brauchen gut ausgebildete Menschen. Die Eigenschaft „Frau” wird nur in wenigen Fällen wirklich gebraucht. In den meisten Fällen ist die Eigenschaft schnurzpiepegal. Die Aussage suggeriert aber, dass „Frau” selbst ein Qualifikationsmerkmal wäre. Und in dieser Satzkonstruktion „ausgebildete Frau” wird „Frau” (Substantiv) als das Leitmerkmal und „ausgebildet” (Adjektiv) als Hilfsmerkmal geführt. Braucht niemand. Führt nämlich auch zu dem Irrglauben, dass „Frau” eben wichtiger und „ausgebildet” nachrangig und nicht so wichtig sei.

Würde man es ernst meinen, würde man eher sagen „Gebraucht werden weibliche Fachleute”. Das wäre korrekter, würde aber aufgrund der umgekehrten Priorität sofort die Gegenfrage aufwerfen „Ja, Fachleute brauchen wir, aber wieso müssen die weiblich sein?” Dann nämlich würde es offenbar, dass Geschlecht fast nie eine qualifizierende Eigenschaft ist.

Problematischerweise ist es eben auch so, dass viele Frauen ganz lausig ausgebildet sind – woran ausgerechnet der Feminismus schuld ist. Es gibt sehr befähigte Frauen, aber das sind wenige. Die meisten Frauen haben nur so ein Trallala- oder Blondinenstudium hinter sich, oder sogar sowas mit feministischem Einschlag, und kapitulieren sofort, wenn die erste fachliche Anforderung oder die Notwendigkeit selbständigen Arbeitens auf sie zukommt – sogar Professorinnen in ihren vorgeblichen eigenem Fach. Wir produzieren zwar – dank Feminismus – inzwischen ein große Zahl von Frauen mit akademischen Abschlüssen, oft mit Promotion, aber die angebliche tolle Ausbildung steht nur auf dem Papier. Und damit kann niemand etwas anfangen.

Wir haben ein enormes Angebot grotesk minderbefähigter Frauen produziert, die – auf deutsch gesagt – nicht verwendungsfähig sind und auf die intellektuelle Sondermülldeponie „öffentlicher Dienst” mit angeschlossenem Endlager „Verbeamtung” entsorgt werden müssen. Und weil deren Kapazitäten erschöft sind, macht man Zwischenlager wie „Bundeswehr” auf.

Wer das Problem lösen will, muss die Ausbildung verbessern und dafür sorgen, dass Frauen genauso leistungsfähig sind wie Männer. Das wäre grundsätzlich kein ernsthaftes Problem, wie manche andere Länder zeigen. In Deutschland hat man aber die monströse Dummheit begangen, Gleichberechtigung quantativ messen zu wollen, und dazu die Quantität unter völliger Aufgabe jeglicher Qualität heben zu wollen. Auf politischen Druck hat man immer mehr Verblödungsstudiengänge eröffnet.

Und das muss man auch sagen: Ein großer Teil dessen, was die Universitäten an Frauen mit Abschluss ausstoßen, kann nicht nur nicht als „ausgebildet” bezeichnet werden – sondern die sind oft politisch, ideologisch, „geisteswissenschaftlich” so verbogen und verblödet worden, dass die auch nicht mehr ausbildbar sind. Die sind zu nichts mehr zu gebrauchen. Wer – und die Autorin ist ja immerhin Personalberaterin – soll denn noch Frauen einstellen wollen, die nicht nur fachlich nichts brauchbares gelernt haben, sondern es gar nicht anders kennen, als überall bevorzugt zu werden, gratis durchkommen, sich auf Gender usw. reduzieren, Forderungen zu stellen, von morgens bis abends nichts zu tun als sich pausenlos zu beschweren, zu stänkern, sich diskriminiert zu fühlen. Das Tragische daran ist, dass eigentlich gar nicht alle Frauen so sind, aber dass der Teil der Frauen, der so ist, es schafft, den Eindruck zu vermitteln, als müsse das so sein und als wären alle so. Wer soll so etwas einstellen?

Wichtiger als eine Quotenregelung im Top-Management wäre daher, zunächst das Geschlechterverhältnis im mittleren Management zu verbessern. Weil Frauen bereits hier in den meisten Branchen signifikant fehlen, gibt es auch nicht genügend von ihnen mit den geeigneten Profilen für die Besetzung von Aufsichtsräten und Vorständen.

Richtig beobachtet, falsch geschlussfolgert.

Richtig ist, dass in den Vorständen keine Quote hochkommt, weil keine geeigneten Kandidatinnen da sind. Richtig ist auch, dass es daran liegt, dass im mittleren Management zu wenig Frauen durchlaufen.

Das ändert man aber nicht durch eine Quote. Denn wenn man sich anschaut, welche Frauen es so in die Vorstände drängt, dann wollen die eigentlich nie den arbeitsamen anstrengenden Karriereweg gehen, sondern fast immer die feministische Abkürzung, über die Quote direkt in den Vorstand zu kommen. „Gehen Sie direkt in den Vorstand. Gehen Sie nicht über das mittlere Management.” Deshalb sind auch so viele Frauen im Management, die man quotennotgedrungen eingestellt hat, sogenannte „Seiteneinsteiger” sind – gab ja sonst keine. Und die fallen dann ja auch reihenweise auf die Schnauze, wenn sie nicht ohnehin Alibi-Witz-Stellungen bekommen haben, die die Verfassungsrichterin, die Ethik-Vorstand bei Daimler wurde. Was kommt als nächstes? Vorstand für Büropflanzen? Chief Wellness Officer? Bundesverteidigungsministerin?

Ich sag’s mal in aller Deutlichkeit: Dieser ganze Quoten- und Feminismus-Schwachsinn bringt gerade die gesamte Frauenschaft in Verruf. Weil er Frauen pauschal und gender-bedingt für dämlich und deshalb gleichstellungsbedürftig erklärt. Es bleibt das Bild, dass man für Frauen überall intellektuelle Rollstuhlrampen bauen muss. Das trifft viele zu Recht, aber viele eben auch zu Unrecht.

Insofern sollte man lieber mal die Frage stellen, ob der ach so hoch gefeiert und gelobte Feminismus effektiv nicht mehr Schaden als Nutzen angerichtet hat. Ich bin der Auffassung, dass der Frauenanteil heute deutlich höher und viele Frauen höher qualifiziert wären, wenn es Feminismus und Genderismus nie gegeben hätte. Genderismus ist nichts anderes, als die strotzende Dummheit weniger plakativ und auf alle verallgemeinernd nach außen zu hängen. Der Schaden ist da und wird bejammert.

Eine Quote per Dekret wird diesen Mangel an geeigneten Frauen auf keiner Hierarchiestufe beheben.

Ich danke an dieser Stelle mal für die Feststellung, dass es an einem Mangel an geeigneten Frauen und nicht – wie sonst so gerne behauptet – an Männern, Männerbünden, Patriarchat usw. liegt.

Man müsste freilich nachsetzen und die Frage aufwerfen, wieso die Politik eigentlich verlangt, dass mehr Frauen drinnen sind als reingehen.

Oder anders gefragt: Warum läuft es eigentlich immer darauf hinaus, dass man Frauen den Vorstandsposten – oder hier nun das mittlere Management – antragen müsste wie das Frühstück ans Bett? Warum müssen immer die Jobs zu den Frauen gebracht werden? Und nicht umgekehrt mal die Frage: „Worüber beschwert Ihr Euch eigentlich, wenn Ihr die Jobs nicht von selbst nehmen wollt?” Liegt es am Ende vielleicht daran, dass das Selbstverständnis vieler Frauen – in dem sich der Qualifikationsmangel manifestiert – heute darauf reduziert, keinen Finger mehr krumm zu machen und sich nur noch pausenlos zu beschweren? Ist nicht gerade die Diskrepanz zwischen Anspruch auf Vorstandsposten und tatsächlichem Kandidatinnenangebot Symptom der Tatsache, dass es eben das zitierte Potenzial an befähigten Frauen gar nicht gibt?

Oder nochmal anders gefragt: Die Autorin behauptet gleichzeitig, es gäbe ein ungenutztes Potenzial gut ausgebildeter Frauen, und es gäbe keine brauchbaren Kandidatinnen. Ja, was denn nun?

Zugegeben: Frauen werden es mit Hilfe einer Quote in Zukunft leichter haben, die gläserne Decke zu durchstoßen.

Nein, im Gegenteil. Man wird Frauen immer mehr für blöde und geistig behindert halten, weil man immer sagen wird, dass sie es überhaupt nur durch die gesetzliche Quote von den Bäumen runter und zum aufrechten Gang gebracht haben. Dieses Protektorat wird jegliche tatsächliche Leistung überdecken, und die gläserne Decke zu einer aus Beton machen. Frau ist das neue dumm. Selbstverschuldet. Die Quotenfrau-Anekdote überholt gerade den Blondinenwitz. Und was die Quotenfrau-Anekdote nicht schafft, erledigen Ursula von der Leyen, Annette Schavan und Susanne Baer. Die Aufspaltung der Gesellschaft durch Quoten führt zu einem Kastenwesen, ähnlich dem in Indien. Frauen werden dadurch quasi qua Geburt zu Angehörigen einer Behinderten-Kaste erklärt.

Der Anteil derjenigen Frauen, die wirklich Top-Karrieren machen wollen und dafür ihr Privatleben zurückstellen, ist vergleichsweise klein. In vielen Fällen zeigen sie deutlich weniger Willen und Biss als Männer, sich bis ganz an die Spitze zu arbeiten.

Ja. Aber worüber beschweren sich die Frauen dann eigentlich?

Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass sich Frauen mit Vehemenz darüber beschweren, dass sie etwas nicht werden, was sie nicht werden wollen?

Erinnert mich an jemanden, der Pilze nicht mag und sich beschwert, dass zuwenig Pilze im Essen sind.

Zum Beispiel liegt in den Ingenieurswissenschaften der Anteil weiblicher Absolventen bei gerade einmal 22 Prozent. Wenn nur jeder fünfte Absolvent weiblich ist, ist die geforderte Frauenquote von 30 Prozent für Führungspositionen nahezu grotesk. In nicht wenigen technischen Unternehmen liegt der Frauenanteil der Belegschaft bei unter zehn Prozent. Wo also sollen die 30 Prozent an qualifizierten Frauen für Spitzenpositionen herkommen?

Ja.

Mathematik ist auch so ein Feminismusproblem.

Wenn man nämlich bei 22 Prozent Anteil weiblicher Absolventen in den Ingenieurswissenschaften (abzüglich derer, die dann keinen Bock mehr haben, lieber Muttertier werden, nur so eine feministische Pseudoausbildung bekommen haben oder schlichtweg zu doof sind und es nur durch Quote überhaupt zum Abschluss geschafft haben) einen Anteil von 30 Prozent fordert, dann heißt das nicht, den Frauenanteil zu heben, sondern umgekehrt den Männerbestand zu drosseln. Der Fachkräftemangel lässt grüßen. (Ich habe aus meinem Bekanntenkreis viele Berichte darüber bekommen, dass Versuche, Frauen einzustellen, komplett gescheitert sind, weil die oft katastrophal unfähig sind, sich selbst überhaupt nicht einschätzen und ihre Fähigkeiten in eine Relation zur Stelle bringen können oder völlig absurde Vorstellungen über die Arbeit in einer Firma haben. Von den 22% weiblicher Absolventen muss man noch mal einen großen Teil von Bekloppten abziehen.)

Wozu das führt, erleben wir als Personalberater immer öfter: Obwohl die Quote noch nicht einmal Gesetz ist, werden viele Stellen schon heute anders besetzt, als es im Rahmen einer geschlechtsneutralen Bestenauswahl möglich wäre. Das gilt insbesondere bei Positionen mit hoher öffentlicher Wahrnehmung. Hier werden Frauen bei Neubesetzungen zunehmend bevorzugt – bei gleichwertiger Qualifizierung ohnehin. Notfalls wird das Profil so lange angepasst oder vom ursprünglichen Stellenprofil abgewichen, bis der Job zur Bewerberin passt, nicht umgekehrt.

Ja. Eigentlich nennt man so etwas Korruption, genauer gesagt strafbare Untreue durch Ämterpatronage.

Das heißt vor allem, dass die Frauenquote vor allem eins ist: Schwere, organisierte, bandenmäßige Kriminalität. Die Frauenquote wird vor allem von Kriminellen vorangetrieben.

Und sie ist außerdem verfassungswidrig, denn Art. 33 Abs 2 GG verbietet genau das. Dazu gibt es ausführliche Rechtsprechung.

Warum also landen solche Leute nicht im Gefängnis, wo sie hingehören?

Sinnvoller wäre es, eine Quote flexibel und Jahr für Jahr an die tatsächlichen Gegebenheiten der jeweiligen Branche anzupassen oder eine branchenabhängige Zielquote über einen Zeitraum festzulegen. Also beispielsweise jährlich zehn Prozent mehr Frauen im mittleren Management des Maschinen- und Anlagenbaus zu fordern.

Ja, wie? Woher sollen die denn da kommen?

Soll das heißen, dass man trotz Fachkräftemangel – und das ist doch der Aufhänger des Aufsatzes – keine Männer mehr einstellen darf, weil sonst die Quote nicht ansteigt? Oder die Anforderungen so senken, dass selbst die dümmste Nuss noch als Maschinenbauingenieurin durchgeht?

Jedes Jahr 10 Prozent mehr? Ist das konstant (als arithmetische Reihe) gemeint, damit wir also nach spätestens 10 Jahren bei 100% angekommen sind? Oder immer in Bezug auf das Vorjahr (also als geometrische Reihe)? Dann würde aus 20% Frauen erst nach 17 Jahren ein Anteil von 101%. Woher sollen die kommen? Schnitzen?

Unbestritten ist: Frauenförderung ist und bleibt vor allem eine gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe…

Wieso „unbestritten”? Ich bestreite es.

Denn wir haben in Mitteleuropa Adel, Ständedenken, Rassismus, Sklaverei, und dergleichen eigentlich abgeschafft. Deshalb kann es auch nicht gesellschaftliche oder kulturelle Aufgabe sein, einen bestimmten Bevölkerungsanteil zu fördern. Lesen lernen kann man fördern. Energiesparenden Hausbau kann man fördern. Akademiker kann man fördern. Aber nicht Frauen. Frauen zu fördern heißt nämlich, wieder einen Adel von Geburt an einzuführen.

Wichtig ist sicherlich auch, Frauen schon in jungen Jahren mehr für eine Tätigkeit vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu begeistern.

Warum eigentlich?

Warum lässt man Leute nicht einfach das werden, wozu sie einfach so Lust haben und wozu sie sich berufen fühlen? Warum muss man Leuten so unbedingt einreden, was sie werden sollen?

Ich habe in meinem eigenen Bekanntenkreis mehrere Frauen, die Informatik studiert haben, mit guten oder sehr guten Noten abschlossen haben, teils promoviert, und die das nicht gemacht haben, weil sie das Fach so geil fanden, sondern weil es damals hieß, dass moderne Frauen das jetzt so machen. So ne Art gesellschaftlicher Druck. Die haben allesamt nach der Uni hingeschmissen, sind was völlig anders geworden, waren nie gut oder auch nur arbeitsfähig in Informatik, waren nie glücklich damit, und haben allesamt einen massiven Karriere-, Finanz- und Rentenschaden erlitten, weil ihnen damit 7 bis 10 Jahre für nix verloren gegangen sind und sie hinterher zu alt und nicht mehr konkurrenzfähig waren. Die promovierte Informatikerin hat ihr Glück und ihre Erfüllung als Supermutter und Hausfrau am Herd gefunden, ganz ohne Computer. Das ist ihr Ding, damit ist sie glücklich geworden. Warum lässt man sie nicht, wenn sie das wollen? Eine andere hat die Informatik hingeworfen und ist in ein völlig anderes Fach gewechselt, das mit Technik nichts und mit Naturwissenschaft nur teilweise zu tun hat – und fühlt sich da auch viel wohler. Warum lässt man sie nicht, wenn sie das wollen?

Hat eigentlich irgendwer schon mal gefragt, welchen Schaden man Leuten zufügt, denen man mit solchen „Frauenbegeisterungsprogrammen” etwas aufschwatzt, wo sie eigentlich total falsch sind? Um anderer Leute Ideologie zu bedienen?

Ich halte es für ziemlich dreckig, wenn man da junge Leute als Kanonenfutter verheizt, um sich die eigene Ideologie zu masturbieren.

Der möglicherweise wichtigste Schlüssel zum Erfolg liegt aber darin, die Arbeitsgegebenheiten stärker an die Bedürfnisse der Frauen – und immer mehr auch der Männer – anzupassen, ohne die Unternehmen zu schwächen.

Hört sich gut an, ist aber möglicherweise falsch. Stichwort: Frühstück ans Bett. Denn irgendwo ist der Punkt erreicht, an dem der Arbeitgeber zum Versorgungsbetrieb wird und der Kosten-Nutzen-Quotient unter 1 rutscht. Man muss die Frage stellen, ob diese so häufig zitierten „Bedürfnisse der Frauen” tatsächlich durch angepasste Arbeitsgegebenheiten erreicht werden können, oder ob diese Bedürnisse (Stichwort: Die von Feministinnen so gerne zitierte „work-life-balance”) nicht effektiv darauf hinauslaufen, die erbrachte Arbeitsleistung auf ein Maß zu begrenzen, das über so eine typische öffentlicher-Dienst-Stelle mit Vollversorgung, Unkündbarkeit, schlabbriger Leistungsanforderung und pünktlich um 16.30 nach Hause gehen nicht mehr hinauskommt.

Oder anders gesagt: Wer sagt eigentlich, dass die derzeitige Situation, nämlich die Konzentration von Frauen auf die einfacheren Stellen und deren niedrige Repräsentanz in Führungspositionen mit hohen Anforderungen nicht bereits diese Anpassung an Bedürfnisse der Frauen ist?

Wenn Frauen so viel Wert auf work-life-Balance und streßarmes Leben haben, und diese Überstundenklopperei nicht mögen, dann ist doch die Konsequenz daraus, dass eine solche Frauenquote im mittleren Management die Arbeitswelt von Bedürfnissen der Frauen weiter entfernt, statt sie anzunähern. Mir erscheint die Forderung daher kontraproduktiv und in sich widersprüchlich.

Eine aktuelle Studie von McKinsey zeigt, dass die zunehmende Verfügbarkeit von Führungskräften auch abends, an Wochenenden und im Urlaub ein wesentlicher Grund ist, dass es so wenige Frauen an der Spitze gibt – da sie eine dauerhafte Erreichbarkeit nicht gewährleisten können oder wollen („Women Matter 2013 Report“).

Was ist die Konsequenz daraus?

Würde das nicht heißen, dass eine Anpassung an Bedürfnisse von Frauen bedeutet, auf jegliche Frauenquoten zu verzichten und Frauen die Freiheit zu lassen, sich aus solchen Jobs ganz herauszuhalten, wenn sie das eben nicht wollen?

Was denkt sich jemand, der einerseits feststellt zu zugibt, dass Frauen solche Jobs nicht mögen, andererseits aber alles daransetzt, mehr Frauen in solche Jobs zu bringen? Schikane? Sadismus? Ignoranz?

Müsste in einem freiheitlichen, demokratischen, modernen, relativ reichen Land der Standpunkt nicht lauten: „Ja, wenn Ihr das nicht mögt, dann dürft Ihr das auch bleiben lassen, wir haben hier freie Berufswahl.” ?

Wie passt es überhaupt mit der verfassungsrechtlichen Berufsfreiheit zusammen, dass hier eine Planwirtschaft darüber aufgebaut wird, wer was von Beruf zu werden hat? Im Sozialismus hat die Planwirtschaft wenigstens nur diktiert, wieviel Schrauben, Waschbecken und Schuhe die Industrie zu produzieren hat. Bei uns soll sie vorgeben, wieviele Informatikerinnen, Ingenieurinnen, Vorstandsvorsitzende usw. die Universitäten auszustoßen haben. Worin liegt überhaupt die Rechtsgrundlage dafür?

Die logische Schlussfolgerung: Unternehmen und Organisationen müssen sich von der Politik des Herrschaftswissens zu verabschieden. Knowledge-sharing und Einarbeitungsprogramme könnten beispielsweise verbindlicher Bestandteil von Zielvereinbarungen werden.

Schwachsinn.

Es gibt beispielsweise in der IT-Branche jede Menge von Veranstaltungen und Wissens-Weitergaben, man wird förmlich zugeworfen mit solchen Angeboten. Meine Beobachtung ist aber, dass sich Frauen da so gut wie nie blicken lassen. Fachveranstaltungen, Normierungsgremien und dergleichen – da ist eigentlich immer der Frauenanteil gleich Null oder höchstens mal eine Neugier-Frau. Am Wissenstransfer von harten technischen Fakten nehmen die kaum teil.

Schönes Beispiel ist diese Frauenkonferenz in Phoenix, Arizona. Um Wissen geht es da gar nicht. Nur Netzwerken und Kaffeeklatsch. Sowas würden Männer nie machen. Von wegen Potenzial gut ausgebildeter Frauen – die glauben bloß, dass sie Informatikerinnen wären, weil man ihnen das eben eingeredet hat.

Was ich aus diesem Aufsatz mitnehme – und warum ich ihn überhaupt als Gastbeitrag hier reingenommen habe – ist, dass sich auf Feminismus-Seite anscheinend so langsam die Erkenntnis herausbildet, dass das nicht funktioniert und Quatsch ist, und man darauf mit einer gewissen Hilflosigkeit reagiert.

[Wer Schreib-, Satzbau- und sonstige Fehler findet, darf sie behalten. Ich war gestern und heute auf Dienstreise, bin erst am späten Abend nach Hause gekommen, hab das jetzt noch schnell runtergeschrieben und nicht ein einziges Mal korrekturgelesen, denn es ist halb zwei, ich bin hundemüde und will jetzt ins Bett.]

76 Kommentare (RSS-Feed)

KaRa
4.6.2014 2:37
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Es gibt nur eine einzige Quotierungsformel für jede Firma:

% Anteil durch Arbeitsunfälle schwer verletzte weibliche Mitarbeiter
=
% Anteil weibliche mittleres Management

% Anteil durch Arbeitsunfälle getötete weibliche Mitarbeiter
=
% Anteil weibliche oberes Management

„….Sinnvoll ist zudem die Mitgliedschaft in mehreren Frauennetzwerken – was den überwiegend männlichen Beratern naturgemäß verwehrt ist.
Beruflich und privat engagiert sich die Diplom-Kauffrau und Mutter eines Sohnes in Frauen-Netzwerken und für gender-spezifische Veranstaltungen. …..“

Einerseits wird von Frauen kritisiert das Männer mittels männlicher Netzwerke Gläserne Decken errichten würden, sollen Frauen sich in reinen Frauennetzwerken engagieren.


Hadmut
4.6.2014 7:32
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@KaRa: Schwachsinn!

Erstens würde das bei vielen Firmen auf eine Division durch Null rauslaufen, weil es weder schwer verletzte noch getötete Mitarbeiter gibt. Geh mal noch Mathe üben.

Zweitens sind Arbeitsunfälle per se kein Zeichen von Gefährdung oder gefährlichem Job, sondern können auch – Darwin Award lässt grüßen – ein Kennzeichen von Dummheit sein. Eine niedrige Frauenquote bei Unfällen heißt nicht per se, dass die weniger arbeiten, sondern kann auch heißen, dass sie sich dabei schlauer anstellen. Hab ich übrigens schon erwähnt, dass eine Korrelation noch keine Kausalität ist?


phaidros52
4.6.2014 3:03
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Vielen Dank, Hadmut, für eine weitere treffliche Analyse. Über die Teppfihler kann man dabei leicht hinweg sehen.


Gerd
4.6.2014 4:04
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Frauenquote beim Apple Entwicklerkongress WWDC gestern: Fehlanzeige. Keine einzige auf der Bühne, fast keine im Publikum.

Geht es um Spitzenleistung, sind Frauen fast gänzlich abwesend. Der Grund ist klar: sie können es nicht und sie wollen es nicht. Da hilft auch keine Förderung.


jan
4.6.2014 6:07
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Langer Text,

Und meine S hlussfolgerung daraus:

Wers kann solls machen.

Bevorzugung oder Benachteiligung auf grund biologischer Merkmale ist einfach nur dumm.
Fähigkeit und Kompetenz muss zählen, weiter nichts.


Tito
4.6.2014 6:52
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Hadmut, für mich klingt das ein wenig nach Technikerromantik. Du behauptest Frauen müssten hinein gehievt werden, wobei Männer sich das hart erarbeiten müssten.
Ich sitze in einer Biotechbude mit ca. 3000 Mitarbeitern. Wenn ich mich in R&D umsehe, so findet man auf der mittleren Führungsebene tatsächlich annähernd 50% Frauen. Wohlgemerkt reden wir hier von Naturwissenschaftler/innen (oder wie man das heute so schreibt…).

Ich würde mal grob die Hälfte der Damen als ziemlich unfähig bezeichnen. Häufig mit viel Glück gesegnet, dass Ihre Hiwis einen guten Job machen. Soweit Zustimmung zu Deinen Äußerungen.
Schaue ich nun aber mal auf die männliche Seite … da sehe ich ebenso viele taube Nüsse.
Nach Deinen Ausführungen sollte das die intellektuelle Spitze sein, ist sie aber nicht. Auch unter den Männern wird anscheinend befördert was zum richtigen / falschen Zeitpunkt gerade verfügbar ist. Und das in einem “Hochleistungsbereich” wie F&E.

Tito


Hadmut
4.6.2014 7:29
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@Tito: Das heißt aber doch, dass wir die Ausbildungsqualität und das Prüfungsniveau heben und nicht senken sollten. Genau letzteres macht aber der Feminismus um die Frauenquote zu erhöhen.


mitm
4.6.2014 7:33
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“Wichtig ist sicherlich auch, Frauen schon in jungen Jahren mehr für eine Tätigkeit vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu begeistern.”

Genialer Geistesblitz! Wirklich gute neue Idee!

:sarkasmus_off:

Man fragt sich, in welcher Parallelwelt Frau Vorholt lebt und ob sie die Entwicklungen der letzten 10 Jahre mitbekommen und darüber nachgedacht hat.

Seit rund einem Jahrzehnt wird z.B. das Roberta-Projekt (http://de.wikipedia.org/wiki/Roberta_%E2%80%93_Lernen_mit_Robotern) mit sehr viel Geld und Aufwand gefördert, nicht zu reden von Girls’ Days und hunderten Einzelprojekten. Erfolge sind kaum erkennbar, und wenn, dann eher wegen anderer Ursachen. Z.B. ist der aktuelle Anstieg der Zahl weiblicher Studienanfänger in den MINT-Fächern eher auf die allgemeine Überfüllung der Unis, vor allem in den typischen Frauenfächern, durch die doppelten Abi-Jahrgänge zurückzuführen.

Zentrale feministische Dogmen wie “Deutschlands Wirtschaft braucht mehr Frauen in Führungspositionen – im eigenen Interesse.” sind längst wissenschaftlich widerlegt. Jemand, dessen die eigene berufliche Existenz wesentlich von der Gültigkeit dieser Dogmen abhängt, wird diese Dogmen kaum kritisieren, sondern allenfalls mantraartig wiederholen.

Frau Vorholt hat noch nicht gemerkt, daß die von ihr verinnerlichte soziale Theorie grundsätzlich falsch ist und daß ein darauf basierendes social Engineering zum Scheitern verurteilt ist. Sie sieht nur die Symptome des Scheiterns und versucht mit ihren Vorschlägen, an den Symptomen herumzukurieren.


Devils Advocate
4.6.2014 7:40
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Frauen stellen die Hälfte der Menschheit, deshalb haben sie ein Recht darauf, dass auch die Hälfte der Machtpositionen mit Frauen besetzt sind, zur Not mit Quote.


Hadmut
4.6.2014 7:52
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> Frauen stellen die Hälfte der Menschheit, deshalb haben sie ein Recht darauf, dass auch die Hälfte der Machtpositionen mit Frauen besetzt sind, zur Not mit Quote.

Mehrfacher Schwachsinn. Enormer Schwachsinn.

Auch Leute mit verschiedenen Augenfarben, Schuhgrößen oder Körpergrößen stellen Anteile an der Menschheit, trotzdem werden „Machtpositionen” nicht nach Quote an sie verteilt. Warum sollte unter all den vielen körperlichen Merkmalen ausgerechnet das Geschlecht als einziges Merkmal so anders sein, dass es eine Repräsentanz in Machtpositionen begründet?

Und warum nur in Machtpositionen? Warum nicht auch bei den Drecksjobs? Gilt da nicht der Punkt „Hälfte der Menschheit”?

Und was heißt „Recht darauf” ? Dass sie gratis reinkommen und keine Anforderungen erfüllen müssten?

Und wenn sie nicht wollen, warum müssen sie dann?

Und hieß es nicht die ganze Zeit von feministischer Seite, man wolle diese Einteilung nach biologischem Geschlecht und in zwei Bevölkerungsgruppen abschaffen?

Und selbst wenn man dieses Recht konstruieren wollte: Wieso sollte das bedeuten, dass sie sich permanent widersprechen und unlogisch agieren dürften? Wie passt dieser Unsinn mit dem Anspruch auf Machtpositionen zusammen?

Und auf welcher Grundlage überhaupt? Wer behauptet, dass es ein „Recht” gebe, muss erst mal begründen, woher das kommt.

Warum sollte es dieses Recht geben? Die viel wichtigere Frage ist, ob es einer Gesellschaft im ganzen nutzt oder schadet, eine solche Quote zu haben. Bisher schadet sie enorm, ein Nutzen ist nicht erkennbar. Warum sollte ein Bevölkerungsanteil das angeborene Recht haben, der Gesellschaft enorm zu schaden, nur um auf dem Papier eine erfundene Quote zu erfüllen?

Dieses Rhetorik ist so strunzdämlich. Passt so in dieselbe Kategorie wie „Freie Fahrt für freie Bürger” oder die Argumentation der amerikanischen Waffenlobby. Völlig hirnlos, aber so pseudoplausible Rhetorik-Sprüche.

Ich sag’s mal so: Wer mit solchen Sprüchen argumentiert, disqualifiziert sich per se für Macht- und Führungspositionen.


mitm
4.6.2014 7:44
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@Tito “Schaue ich nun aber mal auf die männliche Seite … da sehe ich ebenso viele taube Nüsse.”

An der Stelle habe ich volles Verständnis für die Stinkwut einiger Feministen. Unfähige Männer in Machtpositionen sind ein Problem, auf dem Auge stellt sich die Männerseite gerne blind.
Allerdings ist die feministische Schlußfolgerung, die unfähigen Männer durch potentiell genauso unfähige oder noch unfähigere Frauen zu ersetzen, keine wirkliche Lösung.


yasar
4.6.2014 7:46
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> Die promovierte Informatikerin hat ihr Glück und ihre Erfüllung als Supermutter und Hausfrau am Herd gefunden, ganz ohne Computer.

Hat Sie Ihren Mann zufällig an der Uni kennengelernt? Vielleicht sogar im Informatikbereich? Dann wäre das Studium doch zu etwas gut gewesen. denn sonst hät sie den ja nicht abbekommen. 🙂


Hadmut
4.6.2014 7:53
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> Hat Sie Ihren Mann zufällig an der Uni kennengelernt?

Ja.


Jeeves
4.6.2014 8:12
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“Der Unterschied zwischen dem Dummen und dem Schlauen ist nicht, dass der Schlaue keine Fehler machte. Sondern dass er sie nicht wiederholt, während der Dumme sie nicht einsieht.”
.
Noch ein Unterschied: Der Schlaue kann sich dumm stellen. Umgekehrt funktioniert’s nicht.


maSu
4.6.2014 9:18
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Branchenspezifische Quote… der Witz ist gut. Dann würde jede Firma behaupten zur IT-Branche zu gehören und so einen Frauenanteil von <10% umsetzen können. Das würde dann für das Unternehmen gelten, d.h. jede eingestellte Putzfrau gleicht den Ingenieur aus.

Man brauchte Quoten für jede Abteilung.

Aber das ganze wäre ein verwaltungstechnischer Moloch der seinesgleichen sucht. Und trotzdem könnte keiner sagen, wie der Arbeitgeber reagieren sollte, wenn er auf eine Stellenausschreibung dann keine geeigneten weiblichen Bewerber bekommt aber nach der Quote eine Frau einstellen müsste…


hirni
4.6.2014 9:45
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ich glaube es ist viel einfacher:
“mittleres Management” => Eierschaukel Job. viel Labern, nix machen.
Und die Tante will halt diese Jobs in JEDER Firma fuer Frauen haben.
(da muss man ja nix wirklich koennen, ausser herumschwafeln)
die eigentliche Arbeit koennen ja die ‘faehigen’ Maenner machen.


TR
4.6.2014 9:46
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zum thema “laßt frauen doch tun, was sie glücklich macht”-

warum eigentlich? das können männer ja auch nicht. wenn wir mal ganz, ganz ehrlich sind, wären wir doch alle lieber irgendwo anders als den ganzen tag im muffigen büro. 40 jahre lang. wir gehen arbeiten, nicht weil es spaß macht, sondern weil wir müssen. nicht wenige haben innerlich gekündigt, nicht wenige sind ständig auf der suche nach *der* einen idee, mit der sie sich selbständig machen können, um dem hamsterrad zu entkommen. und nicht wenige macht das alles krank. ein großer süddeutscher autohersteller hat, so hört man, eine durchaus hohe krankenquote. trotz jährlichem bonus in höhe von 2 monatsgehältern für alle angestellten.

genau das ist auch der gedankenfehler, den die feministen machen: arbeit macht spaß, bei der arbeit kann man sich entfalten, und weil arbeit so toll ist, wollen männer nicht, daß frauen arbeiten, denn sie wollen den ganzen spaß für sich alleine haben.

wir arbeiten, weil wir müssen. that’s it.


unlaublich
4.6.2014 9:51
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@Tito “Schaue ich nun aber mal auf die männliche Seite … da sehe ich ebenso viele taube Nüsse.”

Sehr schön im Politikbereich zu beobachten, die unfähigsten Politiker sind die größten Schreihälse nach Frauenqoute.

Einserseits sicherlich aus Anbiederung potentieller Wählergruppen, andererseits schönes Mittel um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Unfähige besetzen Stellen mit noch unfähigeren Frauen, die wiederum dann “Vorbilder” für die unfähigsten aller Unfähigen in der Bevölkerung sind.

Und die einsame Spitze aller Unfähigen verbreiten den Genderschwachsinn.


El_Mocho
4.6.2014 10:23
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Abgesehen von einigen unnötigen polemischen Spitzen eine höchst lesenswerte, treffende Analyse.

Viele Dinge auf den Punkt gebracht, die ich auch schon gedacht habe.


Leo
4.6.2014 10:27
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Hm, Kommunikationsagentur….

Ich könnte mir in diesem speziellen Fall vorstellen, dass das nicht aus der Gender-Ecke kommt, sondern aus der Wirtschaft.

Ein Versuch, über die weitestgehend beschlossene Quote doch noch einmal nachdenken zu lassen und sozusagen unterhalb des Radars die rationalen Argumente, die ja alle dagegen sprechen, anzubringen.


EBecker
4.6.2014 10:37
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Schöner Beitrag! Hadmut, hast du die Verfasserin eingeladen, ihre Aussagen zu verteidigen?

Ich habe gerade bei Wired einen Artikel aus ähnlicher Richtung gelesen, als deiner in meinen Feeds vorbei kam. Vielleicht passt der ja in den Kanon.

Es geht darum, dass ja so wenige Frauen in dem Bereich sind, sie das Gefühl haben, karrieretechnisch nicht voranzukommen und dass man sie nicht nur reinbekommen, sondern auch drinbehalten muss. Und Startup brauchen – aus nicht näher bezeichneten Gründen – Frauen.

http://www.wired.co.uk/magazine/archive/2014/06/ideas-bank/catherine-kaputa


Joe
4.6.2014 10:38
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> Hat Sie Ihren Mann zufällig an der Uni kennengelernt?
Ja.

Wie ging der Spruch gleich? “Wenn sie bis 30 nicht ihren Doktor hat, dann muß sie ihn wohl selbst machen.” 😉

Ich versuch mal einige Überlegungen anzustellen, warum jetzt auf der “branchenspezifischen Frauenquote” insistiert wird:

Nehmen wir als Grundlagenhypothese einmal an, daß die westliche Gesellschaft eine Oligarchie miteinander vernetzter, mächtiger (teils adliger) Dynastien ist. Diese wollen an der Macht bleiben und müssen dazu den Aufstieg anderer Dynastien verhindern, da es anders als im mittelalterlichen Feudalismus kein Ständesystem mehr gibt. Mittel zum Zweck ist hier Feminismus, der gezielt zur Zerstörung und Verhinderung von Neubildung familiärer Strukturen eingesetzt wird. Ausführendes Werkzeug sind hier die Familiengerichte.

Kommen wir zur wirtschaftlichen Seite: Hier stehen sich mächtige (finanzkräftige, einflußreiche) Konzerne einerseits und kleine und mittelständische Unternehmen (darunter Familienunternehmen) andererseits gegenüber. Konzerne haben ein vitales Interesse daran, den Aufstieg von KMUs mit allen Mitteln zu verhindern bzw. diese zu zerstören. Werkzeug ist wiederum der Feminismus und Mindertenquartett mit vielfältigen bürokratischen Anforderungen zur “Compliance” und eben der “branchenspezifischen Frauenquote”. Ziel ist es, Kosten hochzutreiben, um Betriebe unwirtschaftlicher werden lassen und durch gezieltes Vergiften mit inkompetenten Führungspersonal sich lästiger Konkurrenz zu entledigen. Während man selbst im Konzern natürlich eigene Abteilungen für Frühstückdirektorinnen unterhält, die auf das operative Geschäft keinen Einfluß haben.

Die Hypothese fußt auf der Annahme, daß wir es hier nicht mit ideologischer Verbohrtheit, sondern mit berechnendem Handeln nicht öffentlich auftretender Akteure zu tun haben. Die sind hauptsächlich an der eigenen Machtsicherung interessiert und nehmen die auftretenden Kollateralschäden (junge Leute verheizen, Teile der Wirtschaft schädigen, allgemeine Verdummung) zur eigenen Vorteilsnahme ganz bewußt in Kauf.


Claus Thaler
4.6.2014 10:43
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Die Analyse von Frau Vorholt ist zum größten Teil korrekt. Nur ihre Schlussfolgerungen daraus sind total daneben. Böse Zungen würden behaupten, dass zeige wieder mal, dass Frauen mit Logik nichts am Hut haben.


anonKlaus
4.6.2014 11:32
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@Hadmut
> Dieses Rhetorik ist so strunzdämlich. Passt so in dieselbe Kategorie wie „Freie Fahrt für freie Bürger” oder die Argumentation der amerikanischen Waffenlobby. Völlig hirnlos, aber so pseudoplausible Rhetorik-Sprüche.

Meinst du damit Sprüche wie: “Recht auf Waffenbesitz/Selbstverteidigung”?

Es wäre interessant deine Einschätzung zu Themen wie “Recht auf X”, “Naturrecht auf X”, “unveräußerlichen Menschenrechte bestehen aus X” zu lesen. Die Präambeln der Verfassung+Unabhängigkeitserklärung der VSA fußen größtenteils auf diesen “Rechten”.


arno nym
4.6.2014 11:37
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@gerd. Schwachsinn. Klar gibt es Frauen,die es nicht können das ist bei Männern genauso.
Daß sie es nicht wollen, stand schon in der McKinsey studie die letztens hier velinkt wurde. “5Millionen Frauen, die nicht wollen als strategische reserve”


Gebi
4.6.2014 12:04
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“Playdoyer” schreibt man “Plädoyer” (Überschrift) 😉


CountZero
4.6.2014 12:08
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@Devils Advocate:
Zusätzlich zur Antwort von Hadmut:
Ich finde es immer wieder höchst verwunderlich, wenn Menschen erwarten, die Verteilung eines bestimmten Merkmals (IQ, Größe, Geschlecht, Augenfarbe, Schuhgröße, Religionszugehörigkeit, Übergewicht) in einer Grundgesamtheit genauso auch in einer hochselektierten Auswahl aus dieser Gesamtheit zu sehen.

Schließlich sind Menschen mit IQ 100 (der IQ ist so normiert, dass das herauskommt). Deiner Logik zufolge hat also auch jeder mit IQ < 80 das 'Recht' (haha), in der Menge der Physiknobelpreisträger und Gehirnchirurgen paritätisch vertreten zu sein. (Persönlich bin ich ja hier eher für eine Weißen-Quote bei den olympischen 100m-Medaillen.)

Wenn Du die Vorstände deutscher DAX30-Unternehmen anschaust, wirst Du übrigens auch feststellen, dass alle überdurchschnittlich groß sind und inzwischen auch kaum einer mehr Übergewicht hat (bei meinem eigenen nicht-DAX30-Unternehmen übrigens auch). Warum also eine Frauenquote? Warum wird den kleinen dicken Männern die Teilhabe verwehrt? Warum sind diese Beispiele weit hergeholt, die Frauenquote aber nicht?

Frauen bei der Feuerwehr ist ein ähnliches Thema. Aus politischer Korrektheit wurden die körperlichen Anforderungen für Frauen gesenkt. Führt zu Einsatzgefährdungen von Feuerwehrleuten und zu Rettenden, da der Angriffstrupp halt aus zwei 'Mann' besteht, und wenn der die 150kg-Oma die Treppe 'runterschleppen muß, einer von beiden ist aber eine Frau, die die Aufnahmebedingungen bei Männern nun mal nicht geschafft hat, bleiben halt alle solange im brennenden Haus, bis ein weiterer Mann 'reingelaufen ist, um beim Tragen zu helfen. (Die Anekdote ist aus erster Hand verbürgt).

Wenn ich Selektion auf bestimmte Attribute in meiner ausgewählten Gruppe haben möchte (Feuerwehrleute, Physiknobelpreisträger, Vorstände großer Wirtschaftsunternehmen), muß ich damit rechnen, dass auch bestimmte andere Attribute in der Selektion anders verteilt sind, als in der Gesamtbevölkerung.


CountZero
4.6.2014 12:10
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Ah, HTML.
Es sollte heißen:
“Schließlich sind Menschen mit IQ kleiner 100 genauso oft in der Gesamtbevölkerung vertreten wie Menschen mit IQ größer als 100.”


Gebi
4.6.2014 12:20
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Okay, okay, im französischen “Original” wird es Playdoyer geschrieben..


zuerstmensch
4.6.2014 13:08
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Es gibt genau eine Möglichkeit für Quote die ich sehe. Das ist die Quote-von-unten. Man beschließt das auf jeder Ebene eines Unternehmens maximal soviele % an Personen für die die Quote gelten soll, vorhanden sein müssen, wie es im nächstunteren Bereich der Fall ist.
Damit würde es zwingend sein, Frauenförderung auf der ganz untersten Mitarbeiterebene durchzuführen. Das wiederum würde die Qualifiaktion sehr wichtig machen, da sich kein Unternehmen erlauben könnte unpassende Personen in dieser gewünschtne Größenordnung zu beschäftigen, nur weil sie z.B: Frauen sind.
Durch die Quote von unten, wird dann auf der untersten Managementebene, sofort möglich aus dem Pool der qualifizierten z.B: Mitarbeiterinnen, die nächste Ebene ebenso qualifiziert zu besetzen. Und dies dann bis zur Topebene hinauf.

Obwohl mir auch dieses Modell sehr großes Bauchweh macht, sehe ich es als Einziges, wenn schon von “notwendiger Brückentechnologie” gesprochen werden soll. Aber auch diese Maßnahme ist streng zu befristen und muß unabhängig sein von einer bestimmten Ausprägung eins Merkmals. Wenn Quote repräsentativ für Geschlecht in der Bevölkerung sein soll, dann für alle Geschlechter.


Leo
4.6.2014 13:16
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Nun, Gebi,

es gibt doch bestimmt auch einen “Playdollar” ??


Leo
4.6.2014 13:18
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Übrigens wurde doch ausdrücklich zugestanden, dass Du Schreibfehler behalten kannst. Warum freust Du Dich nicht einfach still über Deinen Fund?


clemens
4.6.2014 13:39
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Danke für den Artikel!

Folgendes finde ich besonders frappierend: Neben fachlicher Qualifikation sind Eigeninitiative und Durchsetzungsvermögen wichtige Fähigkeiten für einen Führungsjob in der Wirtschaft. Bei den Männern wird höchste Eigenmotivation vorausgesetzt, während den Frauen mit Girls Day hier und Frauenförderprogramm da noch der rote Teppich ausgelegt wird. Sind Motivation und Durchsetzungsvermögen bei Frauen also keine qualifizierenden Eigenschaften? Anders gesagt: Wenn Frauen weniger “Biss” haben, dann ists nur folgerichtig, dass sie auf Führungsebene weniger vertreten sind, denn für eine Führungsposition sollte man Biss und Durchsetzungsfähigkeit haben!

Außerdem fällt mir bei den Feministen immer so eine arrogante, marxistische Denke auf nach dem Motto, “Die da oben im Vorstand, die habens nur durch Beziehungen und Seilschaften dahin geschafft, nach einer Woche Einarbeitungszeit könnte ich deren Job auch locker machen.” Schaut man sich die Realität an, bestechen Vorstände fast immer durch überragende fachliche Leistungen, einen engagierten Lebenslauf und Verzicht auf Privatleben meist über Jahrzehnte. Feministen hätten gerne die hohen Posten, aber bitte ohne Anstrengung.

Ich stimme auch überein, dass die meisten Frauen mit den MINT-Girlsdays einfach nur unglücklich gemacht werden. Ich z.B. wäre bestimmt nicht glücklich geworden, hätte man mir gesagt, ich müsse unbedingt Friseur oder Modedesgner werden, das machten moderne Männer so (nichts gegen die Berufe an sich).

Und für was sich Feministen halten? Nun, die Gesellschaft wird durch die Summe aller individuellen Entscheidungen aller Individuen bestimmt. Wer hier reinregieren will nach dem Motto, von Gruppe X sollen bitteschön y% sich für den Lebensweg Z entscheiden, der kann sich eigentlich nur für Gott halten, eine andere Möglichkeit sehe ich da nicht.


Leo
4.6.2014 13:41
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zuerstmensch schrieb:

“Es gibt genau eine Möglichkeit für Quote die ich sehe. Das ist die Quote-von-unten. Man beschließt das auf jeder Ebene eines Unternehmens maximal soviele % an Personen für die die Quote gelten soll, vorhanden sein müssen, wie es im nächstunteren Bereich der Fall ist.”

Aber warum willst Du denn überhaupt eine Quote?

Und was machst Du, wenn Du partout nicht genug ausreichend qualifizierte Bequotete findest?

Du hast dann wieder nur 2 Möglichkeiten:
– Du schaffst Proforma-Stellen für die Unterqualifizierten, damit Du Qualifizierte für die richtige Arbeit einstellen darfst.
— Das kostet aber, bei einer 50 % Quote sogar richtig viel.

– Oder Du verzichtest auf Aufträge, weil Du keine weiteren Beschäftigten einstellen kannst. Das ist ziemlich problematisch, es bedeutet nämlich, dass ein Teil der Nachfrage einfach nicht bedient wird. Und diese Nachfrage kann ja auch durchaus lebenswichtig sein (Technik für Herzschrittmacher, künstliche Nieren, um es mal ganz platt und nachvollziehbar zu machen).


Leo
4.6.2014 13:49
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Ach, zuerstmensch, und warum willst Du nur das Geschlecht bequoten?

Müsstest Du dann nicht auch Inländer, Ausländer (aus verschiedenen Ländern wohlgemerkt), Sehbehinderte, Hörbehinderte, Legastheniker, Homosexuelle, Tierfreunde, Vegetarier, Allergiker, Dicke, Große, Gläubige, Verschuldete, Erbberechtigte, Jagdscheininhaber, Hochbegabte, Quengelnde, Nörglerinnen uns so weiter bequoten?

Nach welchen Gesichtspunkten willst Du EIN Kriterium heraussuchen, mit welcher Berechtigung ?


Leo
4.6.2014 13:50
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Hallo Gebi, ein kleiner Tip:

das “uns” sollte ein “und” sein. Das kannst Du aber auch behalten.


derdieBuchstaben zählt
4.6.2014 14:14
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@ zuerstmensch

Wenn Du uns dann noch erklären könntest warum denn eine Frauenförderung überhaupt notwendig und sinnvoll ist. Mit welchem Recht wird überhaupt eine Geschlechtequote gefordert?

Warum dann nicht eine Rothaarigenquote mit Rothaarigenförderung?

Brückentechnologie – Du redest wie ein Gesellschaftsdiktator, der besser weiß was die Menschen mit ihrem Leben zu machen haben. Wer gibt anderen eigentlich das Recht dies für wildfremde Menschen zu entscheiden?

Zuerst Mensch? Scheinbar nicht. Wohl zuerst fremdbestimmter, ferngesteuerter Quotenzähler. Ich finde dieses ewige Geschlechtsteilzählen immer lächerlicher!


rk
4.6.2014 14:32
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Die Autorin kritisiert sowohl Präsenzerwartungen als auch dauernde Erreichbarkeit. Wie eine abwesende und unerreichbare Person sich dann in ihrer Führungsrolle einbringen soll verschweigt sie.


Horst
4.6.2014 15:01
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Immerhin hat die Dame die Einsicht, daß Frauen im Schnitt nicht so wettbewerbsfähig sind wie Männer. Leider sind ihre daraus resultierenden Forderungen genau der Humbug, den Hadmut zutreffend beschreiben hat.
Wenn Frauen die Hälfte der oberen und mittleren Stellen fordern (warum eigentlich nur die?), dann müßten sie konsequenterweise auch die Hälfte der Firmengründer und Patentanmelder stellen. Dort sind sie aber nur im unteren zweistelligen, bzw. im einstelligen Prozentbereich vertreten. Und zwar seit langer Zeit.
Man darf sich nichts vorlügen: Wirtschaftlicher Fortschritt ist auch heute noch nahezu reine Männersache. In der Geschichte der Menschheit hat es noch kein einziges Matriarchat geschafft über steinzeitliche Strukturen hinauszukommen.


Gebi
4.6.2014 15:26
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@Leo Danke!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


HF
4.6.2014 17:21
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Der Einstieg in die MINT-Berufe ist völlig unsinnig, wenn er nicht mit der Absicht einer Karriere erfolgt? Was für eine armselige Vorstellung.
Es kommen zu viele Häuptlinge auf einen Indianer, und da soll ein Zusatzterm bei der Häuptlingsquote das Arbeitsfeld attraktiver machen? Schon der blosse Verdacht, ein Vorgesetzter könne über Beziehungen oder eben eine Quote auf seinen Platz gerutscht sein richtet echten und langanhaltenden Motivationschaden an. Egal, ob der Vorwurf nun gerechtfertigt ist oder nicht.


A. Behrens
4.6.2014 17:22
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Hallo,

dieser Artikel ist mein erster Kommentar hier. Viele Daumen hoch für die Klarheit der Ansprache. Damit es nicht nur Lobhuddelei wird auch ein Hinweis:

“Im Sozialismus hat die Planwirtschaft wenigstens nur diktiert, wieviel Schrauben, Waschbecken und Schuhe die Industrie zu produzieren hat. Bei uns soll sie vorgeben, wieviele Informatikerinnen, Ingenieurinnen, Vorstandsvorsitzende usw. die Universitäten auszustoßen haben.”

Als gelernter DDR-Bürger weiß ich: Es wurde natürlich auch geplant, wieviel Ingenieure es geben soll, wieviel Pfarrer maximal ausgebildet werden dürfen und wieviel Leute Abi machen können. Es wurde übrigens auch geplant wieviel Partei-Mitglieder die SED haben darf (es gab mehr Bewerber als Planstellen, da eine Parteimitgliedschaft Voraussetzung für bestimmte Beförderungen war).

Eines wurde IMO allerdings nicht geplant: Wieviele Frauen in bestimmten Jobs arbeiten sollen. Aus einem einfachen Grund: Scheidung war sehr einfach, es gab kein Ex-Ehegattenunterhalt, keine Sozialhilfe und “Faule” kamen als Asoziale ins Gefängnis. Frau musste daher arbeiten, völlig egal ob sie wollte. Und da auch Frau denken kann, hatte Frau die Wahl zwischen Fließband in drei Schichten oder ein einen studierten Bürojob. Entsprechend war die Frauenquote in allen Berufen bei 50%.

Und genau hier liegt IMO der Krux im Feminismus: Wenn sie _wirklich_ quantitativ alles gleich haben wollen, können sie das mit Mitteln der DDR erreichen (Kein Unterhalt, kein H4, Gefängnis für Faule). Aber das wollen sie nicht. Denn dann gäbe es über Nacht die Endlager nicht mehr und vor allem: Die Feministinnen würden von ihren eigenen Anhängern gesteinigt werden.


Heinz
4.6.2014 18:58
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> die Verfassungsrichterin, die Ethik-Vorstand bei Daimler wurde.

Daimler hat einen Ethik-Vorstand?
Hatten die den auch schon, als sie ihre Betriebsräte in Argentinien von der Militärdiktatur ermorden ließen oder hatte der einfach nur geschlafen?


Horsti
4.6.2014 20:30
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Hadmut, Du machst immer noch den (typisch männlichen) Fehler den Genderismus mit Zahlen, Fakten, Belegen und Beweisführung zu widerlegen. Das ist natürlich im Prinzip völlig korrekt. Feminismus/Genderismus ist jedoch damit jedoch gar nicht beizukkommen, denn es handelt sich nicht um eine Einstellung, eine Haltung, sondern im Prinzip um eine Art Ersatzreligion, teils mit Tendenzen zur Esoterik.
Die Frauenquote ist ein gutes Beispiel dafür. Sie ist defintiv nicht logisch begründbar, trotzdem wird sie selbst von sonst intelligenten Menschen für richtig gehalten. Es handelt sich hierbei um eine “gefühlte Diskriminierung”. Und die Frauenquote ist da die perfekte Medizin, denn a) lenkt sie von eigenem Versagen ab, b) eignet sie sich hervorragend als Mittel zum Selbstmitleid und c) gibt es eine Menge gleichgesinnter, die ebenfalls von der “Diskriminierung” betroffen sind, man kann also kollektiv traurig und wütend zugleich sein. Kollektiv Emotionen teilen, was gibt es Schöneres? 😉


Hadmut
4.6.2014 20:45
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@Horsti: Was würdest Du vorschlagen?


michael
4.6.2014 21:05
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das mit dem vergleich von genderismus/feminismus mit einer religion finde ich gar nicht so abwegig. kein noch so stichhaltiges argument ist auch nur ansatzweise in der lage, die juenger von ihrem glauben abzubringen. eher das gegenteil scheint der fall zu sein! der glaube wird im zweifel noch gefestigt.

vielleicht sollte man eine gegenreligion gruenden, oder sie unterwandern und von innen heraus zerstoeren…

aber was man auf keinen fall machen sollte ist wegschauen und sich denken: ‘die spinnen doch, sollen sie halt machen, solange es mich nicht betrifft’…


HellRaiser
4.6.2014 22:39
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@Hadmut

@Horsti: Was würdest Du vorschlagen?

In deinem Block Vorschläge für geeignete tiefenpsychologische Therapieprogramme entwickeln und dokumentieren. 😉 *duckundweg*


Svenska
4.6.2014 22:58
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An sich ist der Vorschlag, Frauen gezielt ins [i]mittlere[i] Management zu bringen, ganz sinnvoll, wenn man berücksichtigt, dass gerade das mittlere Management der nutzloseste Teil der Geschäftshierarchie ist, wenn man dem Essay zu den Bullshit Jobs glauben darf (zumindest klingt es für mich schlüssig).

http://www.strikemag.org/bullshit-jobs/
http://www.salon.com/2014/06/01/help_us_thomas_piketty_the_1s_sick_and_twisted_new_scheme/

Quasi: Frauenquoten sollen Frauen Arbeit und Geld zuschustern, aber bitte nur in Papierschubsbereichen. Im hohen Management muss man was können (…oder trägt die Verantwortung), und unten wird schlecht gezahlt. Also ab ins mittlere Management, Geld verbrennen.


C
4.6.2014 23:10
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Guter Beitrag, Hadmut :).

Hier ist mal mein Senf/Rant gekürzt und niedergeschrieben, bevor ich mir deinen (Hadmuts) Kommentar durchlese:

1. “Das Potenzial der Frauen wird dabei quantitativ und qualitativ derzeit längst nicht ausgeschöpft.” – wie wo warum? Nachweise? Wenn man “Frau” durch “Mensch/Person” ersetzt, wird die Absurdität ein wenig deutlicher: “Gerade für Personalberater ist es vielfach erforderlich, intensiv Kontakte zu Frauen[/Menschen/Personen] in Führungspositionen zu pflegen.” Heißt das jetzt das nur _intensive_ Kontakte zu Frauen (oha) nötig sind, oder generell intensive Kontakte zu Personen in Führungspositionen notwendig sind?

2. Wann soll die flexible Steigerungsquote denn ausgesetzt werden? Bei einen Frauenanteil von 90%? Eine Frauenquote ist besser als die andere? Mit der Ausnahme, dass sie auf mittelständische Posten ausgeweitet wird – was ja auch wohl deren Wunsch ist.
Ganz davon abgesehen, mal angenommen es gibt keine Frauenquote – dann könnten Unternehmen ihre Posten so besetzen wie sie wollen. Also auch mit 90% Frauen. Warum sollte man dann überhaupt noch eine Frauenquote wollen? Finden die Unternehmen MIT Frauenquote viel mehr qualifiziertere Frauen als OHNE?
“Weil Frauen bereits hier in den meisten Branchen signifikant fehlen, gibt es auch nicht genügend von ihnen mit den geeigneten Profilen für die Besetzung von Aufsichtsräten und Vorständen.” – Das könnte man auch so verstehen, dass das Problem der Unternehmen nicht das Finden von qualifizierten Frauen ist, sondern das Problem darin liegt, dass man erst einmal viele unqualifizierte Stellen schaffen muss, und dafür eine Frauenquote her muss. Natürlich braucht jedes Unternehmen unqualifiziertes Personal, weil das (ironie!) nicht schädlich für das Unternehmen ist.

3. “Wichtig ist sicherlich auch, Frauen schon in jungen Jahren mehr für eine Tätigkeit vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen zu begeistern.” Weil es trendy ist? Dazu füllt man die MINT-Studiengänge ja auch ordentlich mit Laber-Veranstaltungen. Wie kommt es eigentlich, dass qualifizierte osteuropäische Frauen mit Ingenieurs-Abschluss hier rüber kommen, dessern Abschluss hier nicht anerkannt wird und sie daher einen deutschen Abschluss nachmachen müssen, aber gleichzeitig voller Fassunglosigkeit sich einen ablachen über ein Deutsches Ingenieursstudium? Die haben ein vergleichsweise hartes technisches Studium absolviert, und müssen dann hier noch einmal durch den Kindergarten, obwohl sie bereits sehr viel mehr gelernt und ihr Können bewiesen haben.

4. “Bei Männern schlägt das Engagement-Pendel hingegen eher in Richtung Karriere aus.” Wie schön, dass man Männer garnicht gefragt hat. Ist aber ja nur Geschlechterrolle, das will man ja sowieso abschaffen. (Ironie!): Die Männer machen das freiwillig, und nicht weil sie keiner Fragt und/oder sie keine Wahl haben.
Wieso sollen Frauen Führungsposten einnehmen, wenn sie keinen Durchsetzungswillen haben?

5. “Dauererreichbarkeit schreckt Frauen ab” – Wieso sieht man dann sogar mehrheitlich Frauen/Mädchen auf den Straßen, beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Innenstadt, in Warteräumen etc., die die ganze Zeit über mit ihren Handys spielen, auf Facebook sind und/oder über Whatsapp schreiben?

6. “Effektive Frauenförderung kann nur gelingen, wenn physische Präsenz an Bedeutung für die Karriere verliert” – Also nur Männer müssen arbeiten. Frauen können zuhause bleiben und sich dort weiter auf Facebook beschäftigen und in den Tag hineinleben. Aber bitte keine Dauererereichbarkeit. Die schreckt Frauen nur ab.

Meiner Einschätzung nach ist der Artikel recht sinnfrei. Es werden igendwelche Zusammenhänge konstruiert, die keine sind (Siehe 1 + 2). Einen Sinn/ eine Motivation ist nicht zu erkennen. Wo ist man jetzt, wo will man hin, warum will man da überhaupt hin, und warum klappt es jetzt nicht? Was ist das Problem?

Was mich etwas wundert ist, dass dir der Gastbeitrag zugeschickt wurde, aber scheinbar überhaupt keine Reaktion mehr auf deinen Kommentar / deiner Bewertung stattfindet.

Hier ist übrigens ein weiterer Artikel von der Vorholt, inklusive einer getätigten Umfrage: http://www.prmaximus.de/87969 – vielleicht geben die Zahlen ja ein wenig mehr Auskunft über die Motivation dieses Gastbeitrags. “Vorurteile gegenüber Frauen 22/55 (m/w)” – Die armen Dinger! “Akzeptanz gläserne Decke/Resignation 18/50 (m/w)” – Die Welt ist so ungerecht!
(Die Ironie dahinter ist ja, dass niemand bisher gefragt hat, wieviele Frauen denn überhaupt Kinder wollen und das sogesehen auch ein Scheinargument sein kann. Oder wie es mit der Tendenz zur Alleinerzieher geht.)


Hadmut
4.6.2014 23:21
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> Wieso sieht man dann sogar mehrheitlich Frauen/Mädchen auf den Straßen, beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Innenstadt, in Warteräumen etc.,

Guter Punkt. Man muss in München oder Berlin in der U/S-Bahn schon sehr nach einer suchen, die nicht mit dem Handy beschäftigt ist.


Joe
5.6.2014 0:53
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5. “Dauererreichbarkeit schreckt Frauen ab” – Wieso sieht man dann sogar mehrheitlich Frauen/Mädchen auf den Straßen, beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Innenstadt, in Warteräumen etc., die die ganze Zeit über mit ihren Handys spielen, auf Facebook sind und/oder über Whatsapp schreiben?

Weil Frauen praktisch süchtig nach männlicher Aufmerksamkeit sind:

http://www.returnofkings.com/32975/were-surrounded-by-smartphone-zombies
http://www.rooshv.com/women-who-own-iphones-lose-the-ability-to-love


Joe
5.6.2014 1:12
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Ich stimme auch überein, dass die meisten Frauen mit den MINT-Girlsdays einfach nur unglücklich gemacht werden. Ich z.B. wäre bestimmt nicht glücklich geworden, hätte man mir gesagt, ich müsse unbedingt Friseur oder Modedesgner werden, das machten moderne Männer so (nichts gegen die Berufe an sich).

Friseuse ist traditionell der klassiche Männlicher-Versorger-(Suche)-Frauenberuf. Sprich: Das ist eigentlich gar kein wirtschaftlich tragfähiger Beruf, sondern wird überwiegend von Frauen ausgeübt, die entweder auf der Suche einem Versorger sind oder schon einen solchen haben und sich “was dazuverdienen” wollen. Friseurin sein ist einfach und wenig anstrengend und sie lernt dabei viele Menschen (und potentielle Versorger) kennen. Wegen des Angebotsüberhangs ist es auch so schlecht bezahlt, was dann wieder bei “Lohnungleichheit”-Gejammer hevorgezogen wird.


_Josh
5.6.2014 3:54
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@Horsti @20:30: Ich sehe das komplett gegenteilig, IMHO macht es Hadmut ganz richtig, nämlich schlüssig, rational, wohlbegründet, durch Fakten untermauert.

Denn ich glaube, daß man nur auf diese Weise mittel- und lagfristig eine Änderung in der Wahrnehmung des ganzen Genderschmarrns herbeiführen kann und das letztlich Hadmuts “kaltblütige” Art überhaupt erst ermöglicht, der einen oder anderen Gendertante das Brett vor dem Kopf zu lösen.

Es wäre ein leichtes, nach eigener Erkenntnis diesen Quark als das zu betrachten, was es ist, nämlich Quark, allerdings würde das dazu führen, nicht einen einzigen Sitch zu machen bei Podiumsveranstaltungen, die Hadmut eben das eine oder andere Mal besucht und dort diesen Quark entzaubert. Denn mal ehrlich, was würde groß passieren, wenn Hadmut nur noch “Stuss, Blödsinn, Idiotie, feminazistischer Kackdreck” in Mikrophone plärren würde?

Eben, gar nichts, denn so funktioniert ja a) schließlich die “Gegenseite” und b) erreicht man mit solcherlei Gefühlsgerante nur diejeniegen Leute, die ohnehin bereits den eigenen Standpunkt teilen. Ich wage darüberhinaus die Behauptung, Elke Vorholt wäre ohne Hadmuts beständige, faktenbasierte Sachlichkeit gar nicht erst bei ihm aufgeschlagen. Auch die eine oder andere Frau, die mit Hadmut während/ nach den besuchten Veranstaltungen gesprochen hat, hätte sicherlich keinen Kontakt gesucht und hätte das eigene Hirn ausgeschaltet gelassen.

Und Nein, ich oute mich hiermit nicht als Hadmuts Fanboy/ Groupie — kann immer noch nicht fassen daß es Leute gibt, die morgens und nach dem Essen keinen Kaffee trinken =;> –, doch ich bewundere ihn nebst seiner sachlichen Hirnarbeit ausserordentlich.


_Josh
5.6.2014 3:56
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@Hadmut: Deine Webseitensharedserverbloguhr geht eine Stunde nach, nur mal so zur Info.
😉


Hadmut
5.6.2014 10:59
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> @Hadmut: Deine Webseitensharedserverbloguhr geht eine Stunde nach, nur mal so zur Info.

Oh, Mist, Danke.

Bei WordPress musste man früher die Zeitzonen immer manuell einstellen und ich hab den Wechsel von Sommer- zu Winterzeit ab und zu verschwitzt (und bisher auch nicht gemerkt, dass man da seit irgendeiner Version auch echte Zeitzonen und nicht +1, +2 usw. in der Auswahl hat). Danke für den Hinweis.


keppla
5.6.2014 4:54
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Besonders nett finde ich ja die häufige Aufforderung, dass man da früh fördern müsse.

Mag sein, dass Jungen heutzutage gesagt bekommen, dass Informatik ein total männliches Fach ist, und sie es doch bitte lernen sollen, kann ich nicht beurteilen.

Das wäre dann aber ein recht neues Phänomen, denn die Umstände, unter denen die 1980er Jahrgänge sich der Informatik genähert haben, sahen noch ganz anders aus. An einen eigenen Computer war für viele finanziell kaum zu denken. An Lernmaterial war auch nur schwer ranzukommen. Manchmal hatte die Stadtbibliothek ein älteres Buch, z.B. zum Thema “turbo pascal”, aber das war’s dann auch. Und was “ermutigung” angeht, sei jedem einfach mal der Konsum von 3-4h Popkultur der 80-90er nahegelegt. “Nerd” war damals nicht die halbwegs stolze Selbstbeschreibung von heute, sondern das Label “Witzfigur”. Unsere Eltern sagten uns damals, wir sollten doch nicht dauernd “Computerspielen”, sondern an unsere Zukunft denken, und einen der Jobs erlernen, die “wir” etwas später wegautomatisierten.

Das ganze änderte sich über einen recht kurzen Zeitraum um’s Jahr 2000 rum, vor’m dot-com-crash, als die Menschen aus falschen Gründen zum korrekten Schluss kamen, dass man mit Informatik doch ganz akzeptabel verdienen kann. Computer wurden bezahlbarer, das Internet kam näher, und im Kino lief “Matrix” und Hacker waren auf einmal Cool.

Wenn jetzt jemand meint, dass wir so wenige Frauen in der IT haben, weil die als Kinder nicht häufig genug ein “Chaka du schaffst das” gehört haben, überkommt mich immer der Zwang, den Großvater raushängen zu lassen und mit Krächzestimme vom Krieg zu erzählen:

“Kleine, hast du einen Computer? Hast du Internet? Hast du einen Browser? Kommst du auf stackoverflow.com? Ja? DAFÜR HÄTTEN WIR UNSERE SEELE VERKAUFT! Ohh, deine Mami hat dir nicht oft genug gesagt, dass IT toll ist? Hat sie dir erzählt, dass Computer böse sind, weil sie Jobs vernichten, dass sie deine Fantasie zerstören und dir verboten, sie länger als 1h am tag zu nutzen? DANN SEI GEFÄLLIGST DANKBAR FÜR IHRE ERZIEHUNG! Du glaubst, dass die Gesellschaft denkt, IT sei nichts für Frauen? BIS VOR KURZEM WAR IT NUR WAS FÜR UNTERMENSCHEN, DIE KEINE GEFÜHLE HABEN!”

Mal wieder etwas ernsthafter: wer erst davon überzeugt werden muss, dass er IT mag, wird imho kein sonderlich glückliches Leben führen, denn zumindest den Teil, den ich als Programmierer so abbekomme, ist einer, den man mögen muss. Wer keinen Spass darin findet, in stets zu kurzer Zeit dinge zu bauen, die typischerweise im Optimalfall überhaupt nicht bemerkt werden, und die im Normalfall hoffentlich nur ein bisschen failen, so dass man etwas weniger Kritik als das letze mal erntet, kann eigentlich schonmal eine Termin zur Diagnostizierung vom sicher folgenden Burnout vereinbaren.


Alex
5.6.2014 6:31
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> Wieso sieht man dann sogar mehrheitlich Frauen/Mädchen auf den Straßen, beim Einkaufen, in Bus und Bahn, in der Innenstadt, in Warteräumen etc.,
Sind halt kommunikativ überlegen 🙂


node14u
5.6.2014 7:18
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1. unfähige männer durch unfähige frauen zu ersetzen, die auf grund einer quote befördert werden erscheint verlockend, ist aber nicht wirklich weiterführend.

2. fähige männer von posten zu verdrängen weil eine quote gefordert wird qualifiziert für obiges.

3. schubladendenken wird uns eines schönen tages von dieser welt fegen.

genderismus (egal aus welcher richtung betrachtet) ist auch nur eine.

solange irgendwer darauf pocht als frau (oder irgendetwas anderes “besonderes”) wahrgenommen zu werden, setzt er sich selbst in diese schublade. je mehr darauf bestanden wird dinge “neutral” zu gestalten, desto mehr pochen die gruppierungen darauf als “besonders” wahrgenommen zu werden.

es kann einen so ankotzen… und es wird nie genug sein.


Leo
5.6.2014 8:31
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Ach, Gebi,

ich helfe doch immer gerne! 😉


yasar
5.6.2014 11:12
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@keppla

in den frühen 80er waren computer auch für privatpersonen bezahlbar, spätestens mit VC20, C64, ZX80 & Co.

Man konnte die sich damals sogar selbst günstig zusammenbauen (Man nehme einen Z80 oder 6502, einige 2114er dazu etwas TTL-Logik mit 74xx-Bausteinen und schon war der computer fertig. :-))

Das Hauptproblem war eher, an die Dinger ranzukommen, weil es da kaum Händler gab. ich ärgere micht heute noch, daß ich damals als (mittelloser) Schüler die Geschäftsidee, das Zeug für andere zu besorgen nicht weiter verfolgt sondern stattdessen Informatik studiert habe. Dann hätte ich nämlich schon vor Jahren ausgesorgt.


Stuff
5.6.2014 11:47
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@TR
Es gäbe drei Formen der Arbeit: Arbeiten müssen, arbeiten und arbeiten lassen”

Meinte mein Grossvater.


N. Laus
5.6.2014 12:47
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@Hadmut: Sehr guter Blogartikel! Danke. Neben deiner Argumentation hat mir besonders gut gefallen, dass du nicht alle Frauen über einen Kamm scherst (was du sonst häufig aber sicher unabsichtlich tust) und dich indirekt gegen Frauenhass positionierst, indem du doch ein recht “positives”, liberales Frauenbild malst (keine Ahnung ob jemand versteht was ich damit sagen will – mir ist gerade kein besserer Ausdruck eingefallen). Das ist einer deiner argumentativ besten Blogartikel zum Thema Feminismus/Frauenquote, die ich bisher gelesen habe, wenn nicht der bisher Beste.


Horsti
5.6.2014 15:31
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@Horsti: Was würdest Du vorschlagen?

Gute Frage, gar nicht so leicht zu beantworten.
Zunächst würde ich eine Einteilung einnehmen, analog zur Kirche. Da gibt es einerseits die Gläubigen, andererseits die offiziellen Vertreter. Je nachdem, mit wem man es zu tun hat, würde ich eine andere Strategie fahren.

Frau Vorholt ist, sofern ich das richtig beobachte, eine simple Feminismus-Gläubige, die ansonsten keinerlei offizielles Amt in dieser Richtung ausübt. Hier mit Logik zu arbeiten halte ich für vergebens. Die glaubt einfach an diesen Schrott, egal ob es nun logisch ist oder nicht. Genauso sieht es bei all den anderen Hobby-Feministinnen, wie man z.B. auch bei der Schrupp erkennen kann. Die ist auch völlig resistent gegen Sachargumente. Hier kommt man mit männlicher Argumentation keinen Zentimeter weiter, möglicherweise jedoch auf der Gefühlsebene.

Anders sieht es z.B. bei der HU in Berlin aus. Da bist Du völlig auf dem richtigen Weg. Du forderst Belege an, argumentierst auf Sachebene, klagst Dein Recht ein. Das bringt die HU natürlich in Verlegenheit, denn ein Studiengang an einer staatlichen Uni muß sich natürlich an Recht und Gesetz halten. Sie können sich also nicht so einfach in die gefühlige Ecke verkriechen, sondern müssen liefern. Das ist bei Frau Vorholt nicht der Fall, sie kann, feminismusgläubig wie sie ist, alles ignorieren, was ihrer Gläubigkeit widerspricht.


patzer
5.6.2014 16:48
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Striesen
5.6.2014 18:56
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Jetzt verhindert sogar die patriarchalische Schweinejustiz auch noch die zaghaftesten sexistischen Kompensationsbemühungen:

http://www.tagesspiegel.de/medien/gerichtsurteil-taz-diskriminiert-mann/9998362.html

Die TAZ muß 3 Monatsgehälter Entschädigung zahlen.

Geht doch.


FUZ
5.6.2014 20:34
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Hadmut, ich möchte dich darauf hinweisen, dass man einen groben Argumentationsfehler begeht, wenn man einen Schluss der Art “Ich kenne x Frauen die ABC nicht mögen. Siehst du? Frauen mögen ABC nicht.” zieht. (Stichworte: Scheinkorrelation, Bestätigungsfehler) Genauso könnte ich sagen: Ich habe schon in drei Einträgen von Hadmuts Blog Rechtschreibfehler gefunden. Siehst du? Der Hadmut kann nicht rechtschreiben.

Die Quintessenz einer gleichberechtigenden Gesellschaft ist nicht, dass man die Bedürfnisse der Gruppe Frau oder die Bedürfnisse der Gruppe Mann erfüllt, sondern dass jede Person die Wahl hat, seinen / ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen nachzugehen, ohne dabei nach Geschlecht beurteilt zu werden. Wenn ein Mann gerne halbtags als Sekretär arbeiten möchte, so soll er das machen können. Wenn eine Frau gerne Maschinen bauen will, so soll sie das machen können. Der Staat hat alle Menschen in ihrem Lebenswandel gleichsam zu unterstützen.

Die Unterstützung muss natürlich einer Güterabwägung unterliegen, falls der Lebenswandel einer Person ihr selbst überwiegend schadet (wie am Beispiel des Drogenabhängigen: Soll man ihn entmündigen, indem man ihn zu einer Therapie zwingt oder soll man ihm die Freiheit lassen sich langsam selbst zu zerstören?). Der Staat sollte aber nicht ein bestimmtes Lebensmodell bevorzugen; es ist nicht die Aufgabe des Staates seinen Bürgern einen Lebenswandel vorzuschreiben.

Als sinnvolle Maßnahmen, um dies zu ermöglichen sehe ich zum Beispiel die Einrichtung und staatliche Finanzierung von Kindertagesstätten und die gleiche Berechtigung zur Arbeitsunterbrechung wegen Kleinkindern (i.e. Mutter- / Vaterschaftsurlaub). Solche Maßnahmen machen es sowohl Frauen als auch Männern möglich, ihren Lebenswandel freier zu gestalten.

Ziele dürfen nicht anhand von Aussagen der Art “Frauen machen X deshalb Y” und “Männer machen x deshalb y” getroffen werden. Ja, viele Frauen machen X, aber gerade dann müssen wir als Gesellschaft sicherstellen, dass Frauen keine zusätzlichen Hürden in den Weg gestellt werden, wenn sie halt nicht X tun wollen.

Trotzdem sind Informationskampagnen, wie die, die Frauen naturwissenschaftliche Studiengänge schmackhaft machen sehr wichtig, da es einen hohen sozialen Druck gegenüber Frauen gibt, solche Studiengänge nicht zu ergreifen. Selbst wenn nur eine aus hundert Frauen deshalb ihre Freude an der Wissenschaft entdeckt hat, wir als Gesellschaft etwas gewonnen, und sei es nur der Abbau von Vorurteilen.


Hadmut
5.6.2014 20:49
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@FUZ:

> Hadmut, ich möchte dich darauf hinweisen, dass man einen groben Argumentationsfehler begeht, wenn man einen Schluss der Art “Ich kenne x Frauen die ABC nicht mögen. Siehst du?

Nein. Denn man kann zwar aus einem x nicht folgern, dass es für alle gilt. Man kann aber sehr wohl einer allgemeinen Aussage einzelne (oder genauer gesagt wenige) x als Gegenspiele entgegenhalten.

Davon abgesehen – und das muss ich immer wieder wiederholen – besteht mein Blog nicht aus einem einzigen Blogartikel, sondern ist ein Gesamtkunstwerk, das inzwischen einige Tausend Artikel umfasst. Ich kann aber nicht in jedem Artikel alle vorhergehenden nochmal wiederholen, nur um eine flächendeckende Aussage zu bekommen. Schon jetzt beschweren sich viele Leute, dass meine Artikel zu lang sind. Ich kann aber nicht gleichzeitig Artikel deutlich kürzer schreiben und trotzdem vollständige, flächendeckende, erdrückende Vollargumentationen bringen.


Alex
5.6.2014 21:08
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@FUZ
> Trotzdem sind Informationskampagnen, wie die, die Frauen naturwissenschaftliche Studiengänge schmackhaft machen sehr wichtig, da es einen hohen sozialen Druck gegenüber Frauen gibt, solche Studiengänge nicht zu ergreifen.
> Selbst wenn nur eine aus hundert Frauen deshalb ihre Freude an der Wissenschaft entdeckt hat, wir als Gesellschaft etwas gewonnen, und sei es nur der Abbau von Vorurteilen.

Das muss man genauer anschauen!
1) Es ist eine Hypothese, dass es irgendwelche gesellschaftlichen Gründe gäbe, dass weibliche Menschen speziell gehindert würden naturwissenschaftliche Studiengänge nicht zu ergreifen.
Ich zB bezweifle dies.
2) Man müsste sicherstellen, dass diese “Helft-den-armen-Mädchen” Kampagnien tatsächlich bewirken würden, dass Vorurteile abgebaut werden.
Im Moment sieht es meiner Meinung nach eher so aus, als ob diese Kampagnien und Aktionstage dazu führen Frauen endgültig der Lächerlichkeit preiszugeben.
3) Man müsste sicherstellen, dass diese “Mädchen-In-Die-Wissenschaft” Aktionen tatsächlich unterm Strich mehr Mädchen in die Naturwissenschaft bringen.
Das ist zunächst mal eine Bringschuld von Leuten, die derartige Tage fordern. Gut gemeint heißt schließlich noch lange nicht gut gemacht.
Und es ist durchaus denkbar, dass unterm Strich durch derartige Aktionen auch Mädchen abgehalten werden. *)
4) Schließlich muss man als Gesellschaft abwägen ob der Nutzen den Kosten entspricht. In dem Fall hier besonders ob sich die (mutmaßliche) Vernachlässigung der Jungs gegenüber den Mädchen nicht als völliges draufzahlgeschäft darstellt – so in der Art eventuell kommen 2 Mädchen, aber dafür 20Jungs denn für diese gibt es keinen Aufwand.

Zu *) Tatsächlich ist es bekannt, dass etwa in Mathematik der formale strenge Zugang für einige Mädchen attraktiv ist – und dieser Zugang auch die Attraktivität für Wissenschaften wie Physik erhöht.
Nun ist aber die momentane pädagogische Strömung etwa in Physik nicht mehr formal und präzise zu sein – entsprechend fallen Interessierte aus.
Gut gemeint (“unterricht muss anschaulich werden”) ist in dem Fall auf das Beschriebene bezogen tatsächlich das Gegenteil von gut gemacht.


Jörg J.
5.6.2014 21:18
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> Davon abgesehen – und das muss ich immer wieder wiederholen – besteht mein Blog nicht aus einem einzigen Blogartikel, sondern ist ein Gesamtkunstwerk, das inzwischen einige Tausend Artikel umfasst.

Hast Du eigentlich geplant da mal einen Index oder eine Kategorisierung oder so zu machen oder gibts das schon?

Es gibt Dein “Best of” und die Suche, aber hin und wieder ertappe ich mich dabei dass ich denke “Mensch gabs da nicht eine gute Argumentation / ein Beispiel zu”, kann dann aber den Post nicht mehr finden – wegen der Masse, oder weil ich vielleicht auch zu dusselig bin.

Kategorien pflegst Du ja auch schon eine ganze Zeit nicht mehr.

Wäre halt nice to have 🙂


Hadmut
5.6.2014 21:31
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> Hast Du eigentlich geplant da mal einen Index oder eine Kategorisierung oder so zu machen oder gibts das schon?

Wenn ich mal Zeit dazu habe. Voraussichtlich etwa 20-25 Jahre nach Renteneintritt.

Oder jedenfalls nicht, solange ich noch mit WordPress arbeiten muss…


Joe
6.6.2014 3:04
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http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article128754043/Wer-schuetzt-eigentlich-uns-alte-weisse-Maenner.html

Broder!

Wobei man anmerken muß, daß Broder nicht nur ein alter, weißer Mann ist, sondern selbst Angehöriger einer Minderheit ist, die in der Bundesrepublik besonderen Schutz genießt, und zwar schon viel länger als die anderen “Minderheiten”, die ihm jetzt quasi den Platz an der Sonne streitig machen wollen. 😉

Dieses Privileg ist auch der einzige Grund, warum er überhaupt so einen Artikel in der Presse veröffentlichen darf.

Hätte das ein Jörg Kachelmann oder eine Eva Herman geschrieben, wäre sofort die übliche Hexenjagd losgegangen.


Leo
6.6.2014 9:48
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@FUZ

> Trotzdem sind Informationskampagnen, wie die, die Frauen naturwissenschaftliche Studiengänge schmackhaft machen sehr wichtig, da es einen hohen sozialen Druck gegenüber Frauen gibt, solche Studiengänge nicht zu ergreifen.<

Himmel, wo und wie übt wer solch einen Druck aus? Kannst Du das mal konkret benennen?

Ein paar nachvollziehbare Beispiele geben? Mit Quelle bitte.


dustbunny
6.6.2014 10:52
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Wer-schuetzt-eigentlich-uns-alte-weisse-Maenner.html

Alte weiße Frauen in führenden Positionen?


_Josh
6.6.2014 16:38
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@Joe: Wir deutsche Juden geniessen einen besonderen Schutz, und zwar schon viel länger als die anderen “Minderheiten”, die ihm [uns] jetzt quasi den Platz an der Sonne streitig machen wollen.? Du meinst die schwer bewaffneten Polizisten vor jüdischen Kindergärten und -schulen?

Wo hast Du diesen Quark denn her? Selbst mit smiley wird solcherlei Unfug nicht besser, kannst’ Dir somit ein Ei drauf backen.


Joe
6.6.2014 17:00
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@dustbunny:
Die Bundesrepublik ist eine matriarchische Oligarchie.


Stephan Fleischhauer
8.6.2014 2:38
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Gebraucht werden gut ausgebildete Frauen (…)

(…)
Würde man es ernst meinen, würde man eher sagen „Gebraucht werden weibliche Fachleute”. Das wäre korrekter, würde aber aufgrund der umgekehrten Priorität sofort die Gegenfrage aufwerfen „Ja, Fachleute brauchen wir, aber wieso müssen die weiblich sein?”

Deine feinfühligen Analysen beeindrucken mich immer wieder. Man nimmt ja nicht unbedingt bewusst wahr, wie hier bereits die Macht der Sprache wirkt, schön dass du es auseinandernimmst.