Ansichten eines Informatikers

Unterschiedliche Maßstäbe für Männer und Frauen

Hadmut
21.5.2014 19:23

Könnt Ihr Euch noch an meinen Bericht von der Podiumsdiskussion erinnern?

Als ich da sagte, dass für Frauen viel geringere Anforderungen gelten als für Männer, sind die hochgegangen wie Raketen, das würde ja gar nicht stimmen.

Ein Leser weist mich nun auf einen Artikel bei Genderama über eine Beobachtung an diesem SPIEGEL-Artikel hin:

Es geht um die Jungforscher-Weltmeisterschaft.

Ein deutscher 15-Jähriger räumt einen mit 50.000 Dollar dotierten Hauptpreis ab. Der SPIEGEL schreibt dazu zwei knochentrockene, kurze Absätze zur Pro Forma-Erwähnung.

Zwei junge deutsche Frauen traten ebenfalls an und gewannen – nichts. Eine dritte Deutsche bekam einen Trostpreis über 1200 Dollar.

Aber der SPIEGEL berichtet ausgiebig und lang über sie.

Schönes Beispiel für drastisch unterschiedliche Maßstäbe. Sahnehäubchen: Der Spiegel schreibt, die Frauen würden einen Geschlechterbonus ablehnen. Danke für den Link.

18 Kommentare (RSS-Feed)

Thomas M.
21.5.2014 19:33
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Der Geschlechterbonus sitzt bereits in den Redaktionen mit dem entsprechend indoktinierten ProQuote-Personal, das dort einen qualitativ äußerst schlechten Job tut.


Hustenstorch
21.5.2014 19:54
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Natürlich müssen die den ablehnen. Um ihn um so sicherer zu bekommen.


Bert
21.5.2014 20:01
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Wobei ich gelesen habe, das zufälligerweise der Vater vom Hauptgewinner Appentwickler ist. Das der Junge mit einer “selbstentwickelten” Handyapp gewonnen hat war sicher nur Zufall. [1]

Des weiteren ist seine App Closed-Source. Es gibt aber eine Opensource-App die genau das gleiche macht wie die des Gewinners. Aber der Gewinner hat sich bestimmt dort nicht bedient. [2]

Da gibt es eigentlich schon ein paar Ungereihmtheiten, daher sollte der Spiegel mal lieber sowas unter die Lupe nehmen.

Quellen:
[1] http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Not-amused/forum-279752/msg-25235095/read/
[2] http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Was-ist-mit-GeoGebra/forum-279752/msg-25235380/read/


oliver
21.5.2014 21:47
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Es gibt aber eine Opensource-App die genau das gleiche macht wie die des Gewinners. Aber der Gewinner hat sich bestimmt dort nicht bedient. [2]

Die GeoGebra App stammt laut PlayStore vom 30.11.2013. Die FreeGeo App ist bei Jugend-forscht im Januar 2013 das erste mal vorgestellt werden. Die Logik sagt mir, das letzteres nicht von ersterem stammen kann, oder?


dwio
21.5.2014 22:20
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Immerhin sehen die interviewten Mädels den ganzen Zirkus ja sehr gelassen und rational. Und sie haben ja Recht. MINT sollte generell gefördert werden und wer das Zeug dazu hat, gewinnt. Für Geschlechterdiskussion und Ideologienist kein Platz.

Dass SPoN da so eine emotionale Story draus macht, wundert micht nicht. Die Berichterstttung von Heise ist wesentlich sachlicher gewesen.


Horst
21.5.2014 22:25
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Das Datum im PlayStore gibt aber nur an, wann die App dort zuletzt aktualisiert worden ist. Das ist nicht zwangsläufig die Erstveröffentlichung.

Die Versionsnummer ist im übrigen kein Hinweis auf das eine oder andere, da sie ein vom Entwickler frei wählbarer Wert ist, man also auch seine Erstversion als “5.61.3.9” bezeichnen könnte.


Hanz Moser
21.5.2014 22:38
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@ Bert
Das ist nichts Ungewoehnliches. Ich bin Elternseite frueher geradezu dazu gedraengt worden bei sowas wie Jugend forscht mitzumachen. Wenn man genauer hinsieht ist bei der ueberwiegenden Mehrheit der Teilnehmer, die gute Ideen oder gute Umsetzungen haben, im Hintergrund ein Elternteil aktiv. Und wenn man sich im jeweiligen Fachbereich der Teilnehmer auskennt faellt einem auch oft auf, dass da selten wirklich Neues kommt.

Jugend forscht ist eigentlich eine Veranstaltung fuer Erwachsene. Kinder sind dort nur Medium.


Gebi
21.5.2014 23:28
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Ich hatte den Artikel bei Spiegel ursprünglich erst gar nicht gelesen,

Wegen dieser Unterzeile des Links auf der Hauptseite:

Woher kommen die klügsten Köpfe? Immer im Mai trifft sich die globale Jungforscher-Elite zum Schaulaufen in den USA. Aus deutscher Sicht war es ein Doppelerfolg, dank eines 50.000-Euro-Hauptpreises und weiblicher Rekordbeteiligung .

.. da war mir nämlich schon klar, wohin die Schreibe gehen würde.


Bert
22.5.2014 0:25
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@oliver: Das mag schon sein, das Programm existiert aber mindestens in der v1.0 seit 2002 und ist Opensource. Die eigentliche Arbeit und die Algorithmen sind also schon lange bekannt. Die Handyapp wird vermutlich auf die selbe Basis des Programms aufsetzen, lediglich eine neue GUI wurde erstellt. Oder glaubst du das die Macher von GeoGebra die Handyapp von der Picke auf neu gebaut haben? Von daher ist es doch sehrwohl möglich das von dort geklaut wurde. Oder sind diese ganzen Ähnlichkeiten eher Zufall?? Genau so ein Zufall ist wohl das der Vater Appentwickler ist.

@Hanz Moser: Zugestanden. Daran ist ja auch nichts auszusetzen. Ändert aber auch nichts an dem Verdacht das die von ihm sein könnte. Es ist ja schliesslich nicht ungewöhnlich das Eltern ihre Kinder – wie du schon sagtest – bei ihrem Hobby unterstützen.

Also der sollte den SRC veröffentlichen müssen. Vor allem wurde der Preis ja auch aus Steuergeldern bezahlt. Daher sollten die Entwicklungen auch der Allgemeinheit zugute kommen.


Heinz
22.5.2014 4:35
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Man beachte, was passiert wenn “Wenn Mädchen und Frauen forschen” und warum “Jungen und Männer” etwas “lösen”.

Und es gibt natürlich keine Bevorzugung von Mädchen, aber Mädchen- und Frauenförderung ist wichtig.


Heinz
22.5.2014 4:49
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@oliver
> Die GeoGebra App stammt laut PlayStore vom 30.11.2013

Das ist nur die letzte Aktualisierung.


Heinz
22.5.2014 4:53
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Ergänzung:
> Das ist nur die letzte Aktualisierung.

Bzw. der Android Port.


Heinz
22.5.2014 4:56
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Die Seite des Vaters ist auch interessant, er hat vor Kurzem einen Eintrag gelöscht, aber Google hat ihn noch:
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:http://electronic-solutions.de/?page=ew_app


m
22.5.2014 8:01
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Es darf nicht sein! Es darf nicht sein, dass Jungs gut in irgendetwas sind. Und schon gar nicht darf es sein, dass Jungs in irgendetwas besser sind als Mädchen. Das darf einfach nicht sein!!!


Jörg J.
22.5.2014 8:06
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Wenn der Junge nur ein bisschen was vom Vater hat, dann hat der selbst viel daran gemacht.


oliver
22.5.2014 8:18
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@Bert

Gut, das ist bedenkenswert. Andererseits ist es auch schon eine ganz schöne Leistung, einen bekannten Algorithmus in eine App zu bekommen und das ganze Benutzerfreundlich zu machen.

Ob der Papa ihm die App geschrieben hat? Ich denke nicht. Ich kenne das aus eigener ‘Jugend forscht’ Zeit, dass die Juroren dich intensiv zu deinem Projekt befragen. Hast du keine/wenig Ahnung von der Sache, wird das schnell peinlich.

Im Zweifel für den Angeklagten! Der Junge ist durch so viele Runden gekommen, dass ein Betrug irgendwann mal aufgeflogen sein müsste. Unabhängig davon muss es natürlich kein Nachteil sein, wenn Papa a bisserl Ahnung von Java hat 😀 .. ist ja keine Sprache, die du in einer Woche beherrschst.


Andreas
22.5.2014 8:59
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Tata!
http://www.heise.de/tp/news/Ex-Partner-muss-intime-Privatfotos-loeschen-2195120.html
“Die Koblenzer Richter verboten dem Fotografen aber nicht nur das Veröffentlichen der Bilder, sondern missgönnten ihm sogar den Besitz der Andenken an bessere Tage.”
“In Zeiten vernetzer Kommunikation sehen allerdings manche Gerichte ein Recht auf präventive Löschung”
ja,ja – am liebsten würden sie wahrscheinlich den Mann präventiv löschen.


jan
23.5.2014 2:25
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Eine App wars nicht,

Es war auch keine Java anwendung,

Aber vor vielen vielen jahren hab ich mal einen Beitrag bei der Körberstiftung eingereicht. Und juhu sogar einen Preiw gewonnen.
Ja ich hatte hilfe dabei.
Opa hat mir geholfen bei den betrefenden Archuven die richtigen fragen zu stellen, so das es eben auch Antworten gibt.
Er hat mir auch gezeigt wie das fu ktioniert mit selbstverfasstem text und zitaten bzw quellennachweis.

Das war damals meine Arbeit, natürlich mit hilfe, aber das ist ja auch legitim, ich hab jahre später einem jura studenten geholfen einige grafiken für sein Diplom/ erstes/zweutes staatsexamen zu erstellen.