Warum es keine türkischen Busfahrer mehr gibt
Alle weg. Keiner mehr da. Wo sind sie hin?
🎭 Göring-Eckardt erklärt die Busse für syrisch – Oder: Wie aus zwei Prozent plötzlich 100 Prozent werden
Hallo ihr Realisten, willkommen im Land des betreuten Denkens!
Meine lieben Freunde, manchmal fragt man sich wirklich, ob bei bestimmten Politikern die Mathematik abgeschafft wurde oder ob der Taschenrechner inzwischen als rechtes Propagandainstrument gilt.
Katrin Göring-Eckardt erklärt uns allen Ernstes, in vielen deutschen Städten würden keine Busse mehr fahren, wenn die syrischen Einwanderer diese Busse nicht fahren würden.
HALLO?! Haben wir inzwischen einen syrischen Staatsbetrieb für deutschen Nahverkehr?
Schauen wir uns doch einmal die Zahlen an: Rund 100.000 Busfahrer gibt es in Deutschland. Rund 2.000 syrische Beschäftigte wurden im ÖPNV-Fahrdienst genannt. Das ist größenordnungsmäßig zwei Prozent.
ZWEI PROZENT!
Anders ausgedrückt: Von 50 Busfahrern ist statistisch ungefähr einer Syrer.
Und jetzt erklären Sie mir bitte, was die anderen 98 Prozent eigentlich machen. Sitzen die nur dekorativ hinter dem Lenkrad? Sind das Statisten einer syrischen Verkehrsdokumentation? Oder warten die darauf, dass ihnen jemand mitteilt, dass sie den Bus eigentlich gar nicht fahren dürfen, weil ihnen die richtige Nationalität fehlt?
Bei dieser politischen Mathematik werden aus zwei Prozent offenbar 100 Prozent. Eine beeindruckende Leistung! Vielleicht sollte man diese Rechenmethode gleich beim Bundeshaushalt einsetzen. Dann wären sämtliche Schulden mit einem einzigen grünen Taschenrechner verschwunden.
Natürlich leisten syrische Busfahrer ihren Beitrag. Wer arbeitet, verdient Anerkennung. Aber aus einem Beitrag gleich eine nationale Unersetzlichkeit zu konstruieren, ist ungefähr so, als würde man behaupten, Deutschland könne nicht mehr backen, weil zwei Prozent der Bäcker aus Syrien kommen.
Was haben wir eigentlich vor 2015 gemacht? Busse geschoben? Mit Ochsen gezogen? Oder mussten wir warten, bis die internationale syrische Lenkradbrigade endlich eintraf?
Und während uns solche politischen Märchen erzählt werden, haben wir tatsächlich einen Busfahrermangel von rund 20.000 Kräften. Da gäbe es jede Menge zu diskutieren: Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Ausbildung und Nachwuchs.
Aber das wäre ja Arbeit. Da ist es offenbar einfacher, ein paar Zahlen in eine Talkshow zu werfen und anschließend so zu tun, als hinge die Mobilität einer ganzen Nation an zwei Prozent der Beschäftigten.
Liebe Frau Göring-Eckardt, ein kleiner Vorschlag: Bevor Sie das nächste Mal erklären, Deutschland könne ohne eine bestimmte Gruppe nicht funktionieren, nehmen Sie bitte einen Taschenrechner mit.
Denn Deutschland hat rund 100.000 Busfahrer. Nicht 100.000 syrische Busfahrer.
Die Busse fahren, weil Menschen sie fahren. Und nicht, weil ihre Pässe die Zündung betätigen.
Vielleicht sollten wir künftig auch die Busse nach Nationalität sortieren. Die syrischen nach links, die deutschen nach rechts und die übrigen dürfen nur im Kreisverkehr fahren.
Willkommen im Land, in dem aus zwei Prozent ein Staatsnotstand gemacht wird und 98 Prozent offenbar vergessen werden.
Ich werde übrigens noch einen eigenen Artikel darüber schreiben, wie man wirklich mit Fachkräften umgeht. Denn zwischen politischem Gerede und tatsächlicher Arbeitsmarktpolitik liegen manchmal größere Entfernungen als zwischen Göring-Eckardts Aussage und der Realität.
🎭 Der Hofnarr
— Politischer Hofnarr (@PHofnarr) November 6, 2026
Göring-Eckardt meint, in vielen Städten würde ohne Syrer kein Bus mehr fahren.
Laut Quellenangabe (unten links im Bild) schon im Januar 2025 in „Hart aber fair“.
Was also ist aus den vielen türkischen Busfahrern geworden, die wir mal hatten?