Wohin der Arbeitslohn gehen wird
Hälfte Steuern, Hälfte Sozialabgaben. Mindestens.
Ich hatte das ja schon mal anhand eines Gespräches eines Lesers mit seinem Vermieter beschrieben:
Der Leser muss rund 2000 Euro verdienen, um nach Steuern die Miete von 1000 Euro zu zahlen. Der Vermieter zahlt darauf auch nochmal steuern, da gehen nochmal fast 500 Euro weg. Gibt er das Geld dann aus, um sich etwas davon zu kaufen, gehen nochmal die 19% MwSt (=15,9% auf den Gesamtbetrag) an Steuern weg, zuzäglich anderer Steuern. Von den ursprünglichen 2000 Euro bleiben also nur so etwa 420 Euro an Nutzen übrig, der Rest geht an den Staat. Und der, bei dem er was für dies 420 Euro kauft, zahlt auch wieder Steuern und das Spiel geht von vorne los. Einige sagen ja, dass die Steuerlast, berücksichtigt man alle Steuern, längst weit über 50% und damit im verfassungswidrigen Bereich liegt.
„Alarmsignal“ – Studie prognostiziert steigende Sozialabgaben auf fast die Hälfte des Bruttolohns https://t.co/FViHfT5P97 https://t.co/DgcQQhiJvi
— WELT (@welt) November 2, 2026
Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland müssen sich einer neuen Studie zufolge in den kommenden Jahren auf deutlich höhere Sozialabgaben einstellen. Bis 2035 könnte die Beitragsbelastung auf knapp 50 Prozent des Bruttolohns steigen. Das geht aus einer Untersuchung des IGES-Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor, über die „Bild“ berichtet.
Für 2026 setzt die Studie die Summe der Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bei 42,8 Prozent an. Im mittleren Basisszenario steigt die Belastung demnach bereits bis 2028 auf 45,4 Prozent und bis 2035 auf 48,8 Prozent.
Die Beiträge werden grundsätzlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Bei einem Bruttolohn von 3000 Euro im Monat entspräche der prognostizierte Anstieg bis 2035 nach Berechnung der Studie insgesamt rund 180 Euro zusätzlich pro Monat beziehungsweise 2160 Euro im Jahr.
Ach so, die BILD. Schauen wir doch bei der: Trotz Reformen: Uns droht der nächste Beitragsschock!
INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben (54) warnt eindringlich: „Die neue Prognose für die Sozialbeiträge ist ein Alarmsignal.“ Er macht klar: „Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber 2035 zusammen fast die Hälfte des Bruttolohns an die Sozialversicherung abführen, wird Arbeit in Deutschland noch teurer, und netto bleibt noch weniger übrig.“
Bei der Rentenversicherung droht der nächste kräftige Anstieg: von heute 18,6 auf 20,9 Prozent im Jahr 2035. Der Grund: Immer mehr Rentner müssen finanziert werden. Gleichzeitig sind die Rücklagen der Rentenkasse weitgehend aufgebraucht.
Auch bei den Krankenkassen könnte die Verschnaufpause nur kurz anhalten! Zwar sollen die Reformen zunächst Milliarden einsparen. Doch ab 2031 rechnen die Forscher wieder mit stärker steigenden Ausgaben. Folge: Der Beitrag könnte von derzeit 17,7 auf 18,8 Prozent steigen.
Auch die Pflegeversicherung wird immer teurer. Denn immer mehr Menschen brauchen Pflege: Ihre Zahl könnte laut Studie von 5,9 Millionen (2025) auf 8,3 Millionen (2035) steigen. Das wären 2,4 Millionen zusätzliche Pflegebedürftige! Die geplante Pflegereform könnte die Kostensteigerungen zwar bremsen, die Finanzlücke aber nicht vollständig schließen.
Den stärksten prozentualen Anstieg erwarten die Forscher bei der Arbeitslosenversicherung: von heute 2,6 auf 4,4 Prozent! Dahinter stecken schwache Beschäftigungsaussichten und ein gewaltiger Schuldenberg: Rund zehn Milliarden Euro Schulden der Bundesagentur für Arbeit müssen in der Modellrechnung durch höhere Beiträge abgebaut werden.
Ja, geil.
Während die Regierung die Einkommensteuer und die Bemessungsgrenzen sogar deutlich anheben will, und die Mehrwertsteuer auf 22% steigen soll.
Addiert man das alles zusammen, käme man längst auf über 100% Steuern und Abgaben. Was natürlich nicht ganz stimmt, weil die ja nacheinander abgerechnet werden, aber da stellt sich dann schon die Frage, wofür man noch arbeiten gehen will oder soll.
Das wird ein enormer Schwarzmarkt werden.