Ansichten eines Informatikers

Diplom nichts mehr wert sein

Hadmut
27.10.2026 1:08

Erinnert mich an Asterix.

Genauer gesagt, die Obelix GmbH & Co.KG, in der Cäsar versucht, das gallische Dorf auf wirtschaftliche Weise zu erledigen und dabei selbst auf die Schnauze fällt, weil er zuviel Geld gedruckt hat. Ergebnis: „Sesterz nichts mehr wert sein“.

In Australien kommen sie jetzt auch drauf, dass die Universitäten vorrangig Schwindel sind:

Sie hat einen Bachelor of Design in Product Design, dafür $25,000 ausgegeben, und hat nach einem Jahr und 200 Bewerbungen noch immer keinen Job.

After contacting about 200 design firms across Australia, the 23-year-old from Sydney’s Northern Beaches is starting to wonder whether she should have gone to university at all.

“No one left with a job,” she said of the 90-person cohort who completed the degree.

“Some people have gone to honours.”

Die Formulierung „gone to honours“ habe ich nicht ganz verstanden. Da scheint so etwas wie ein Anschluss- oder Aufbaustudium zu sein.

During her first internship while she was still studying, Ms Lindsay said she was immediately told to “just use AI” on projects – something she had never been trained in.

The program students were trained in costs $2000 for an individual license, which could explain the reluctance to adapt, she said.

Sie ersetzen die meisten Leute durch KI, und die anderen stellen sie nicht ein, weil es zu teuer ist, sie für die KI zu schulen und zu lizensieren.

Nic Rothquel, the founder of Alchemy Tuition, which employs about 2000 tutors across Australia, said he is receiving more applications from young Aussies than ever.

“Our sweet spot for a tutor is about [age] 18 to 23 … and we had about 10,000 applications last year of just people wanting to tutor with us,” he said.

Mr Rothquel said teenagers are struggling to find employment during school and university and after graduating in the age of AI, and are turning to tutoring as a result.

[…]

Last year, fast-food giant Hungry Jack’s began trialling the use of AI drive-through assistants, starting with their St Peters store in Sydney, with McDonald’s following suit last month with an AI trial at its Schofields store in Sydney’s west.

“It’s a wild time,” he said.

“You go to McDonald’s or Burger King, and they’ve got an AI person taking your orders, or you’re touching a screen.

“Just dealing with difficult customers and trying to solve problems … they’re just such crucial life skills that I feel so many young people are going to miss out on now because of the introduction of AI.”

Die fallen da gerade auf die Schnauze, weil sie zwei Arten von Leuten ausbilden: Blabla-Akademiker und Einfachst-Arbeiter, und beide sind leicht durch KI zu ersetzen.

Das hat man nun davon, dass man das Handwerk aufgegeben hat und alles akademisiert oder auf ausbildungslos umgestellt hat.

Einbruch der Universitäten

Das wird jedenfalls zu einem gewaltigen Einbruch der Studienzahlen und damit zur Schrumpfung der Universitäten führen.

Was mich daran erinnert, dass ich in Australien mal ein seltsames Erlebnis hatte. Ich war da irgendwo in irgendeiner Stadt unterwegs, urlaubsmäßig, T-Shirt, kurze Hose, dicke Nikon, und das war noch die Zeit, als man mit der Nikon viele Leute beeindrucken konnte. Irgendwann kam ich an ein paar jungen Stundenten in diesen typischen albernen Graduiertenroben vorbei, die auch gleich für ein Bild posierten, und mich dann ins Gebäude schickten. Mir war nicht klar, warum die mich da reinschickten, aber ich dachte mir, gehst Du halt mal rein, mal sehen, was Dich da erwartet. Irgendeine Graduationsfeier, ganz viele Leute in Roben, und vor allem: Essbüffet. Ich habe natürlich was gegessen und ab und an fotografiert, immer die dicke Nikon geschwenkt. Irgendwie muss ich aber komisch gewirkt haben, weil man mir das natürlich deutlich ansah und anhörte, dass ich da überhaupt nicht hingehörte, und dann da noch einer mit einer dicken Nikon rumlief.

Irgendwann kam die Dekanin in einer noch viel alberneren Robe zu mir, sagte mir, dass sie die Dekanin sei, und wissen wolle, wer ich denn sei. Sie habe einen Fotografen bestellt, aber zwei liefen hier rum, und der andere sei korrekt, während ich wohl nicht mal Australier sei. Ja, sagte ich, ich bin ein deutscher Tourist, ich mache hier Urlaub.

Die war so baff, dass sie vor Überraschung vergessen hat, mich rauszuwerfen. Ich bin dann lieber sofort verschwunden, bevor es noch Ärger gab.

Ich fand aber die ganze Veranstaltung mit all den Roben sehr lächerlich, vor allem, weil ich dann später noch herausgefunden habe, dass man die für lächerliches Kleingeld beim Chinesen kaufen kann und das alles nur auf dem Niveau wie bei uns der Fasching abläuft.

Übrigens machen die australischen Universitäten viel Geld damit, dass sie Chinesen ausbilden. China bezahlt das, um Wissen ins Land zu holen.

Ich nehme an, der Budenzauber ist bald vorüber.