Ansichten eines Informatikers

Das Kind der Liebe und der Döner

Hadmut
18.10.2026 15:20

Ich bin einverstanden. Aber wie sage ich es ihr?

Ja. Grammatik. Ganze Sätze.

Ich wäre ja damit einverstanden, denn vor der Migration hatten wir hier in Deutschland weit besseres Essen. Da haben die Leute nämlich noch richtig gekocht, und überall gab es etwas anderes.

Heute gibt es überall nur noch Döner, und das halten sie dann für „Kochen“: Aus der Fabrik wird ein Fleischzylinder angeliefert, dann schaltet man den Grill ein, und säbelt Streifen davon herunter.

Und das halten die dann für „Kochen“.

Egal, wohin man geht – überall nur noch derselbe Fabrik-Einheitsfraß.

Versteht mich nicht falsch, ich esse schon gerne Döner.

Aber erstens kann ich es nicht ab, nur noch Döner zu fressen, der überall exakt gleich schmeckt. Ich esse gerne mal dies und mal das. Und diese „Vielfalt“ hat dafür gesorgt, dass es überall nur noch dasselbe gibt.

Und zweitens sehe ich nicht ein, für ein Viertel Fladenbrot, ein bisschen Salat aus dem Idustriebeutel und ein paar runtergesäbelte Fleischstreifen 8 bis 10 Euro (Berlin) zu zahlen, während der Standardpreis noch vor kurzer Zeit, noch so um 2022, bei 3,50 Euro lag.

Früher nämlich hatten wir Currywurst, Pommes, Hamburger, Buletten, Bockwurst, Bratwurst, Leberkässemmel, Brezel, Labskaus, Grünkohl, Bohnensuppe, Erbsensuppe, Linsensuppe, Tomatensuppe, Kartoffelsuppe, Kartoffelpuffer, Kartoffelspalten, Kürbissuppe, Eintopf, Schnitzelbrötchen, Fischweck, Sauerkraut, Schupfnudeln, Maultaschen, Käsespätzle, Steak vom Grill, Bratkartoffeln, Pommes, Stockfisch, Schaschlik, Gulasch, Dampfnudeln, Schmalzringe, Saumagen, Mettbrötchen, belegte Brötchen, belegte Brote, Rollmops, Soljanka, Tote Oma, Crepes, Flammkuchen, Weißwürscht, Pfannkuchen, Langos, Kaiserscharrn, endlos Nudeln, Pasta, Calzone, Lasagne, und, und, und …

Mehr Auswahl. Weitaus bessere Qualität. Frisch gekocht und nicht irgendein Fabrikfraß mit unterbrochender Kühlkette.

Mal ganz abgesehen davon, dass der Döner angeblich eine Erfindung aus Deutschland ist und viele türkische Gerichte angeblich Plagiate von griechischen seien, während das Wort aus der anderen Richtung kommt:

Das Wort Kebab (türkisch: kebap) stammt ursprünglich über das Persische und Arabische (kabāb) aus dem alten mesopotamischen Sprachraum.

Warum die sich aber so für Chicken Masala einsetzt (vermutlich bekommt sie das jeden zweiten Tag), wäre die frage. Chicken ist englisch und Masala ist indisch, das Essen auch.

Aber ja, ich komme perfekt ohne Chicken Masala aus, ich kann mich nicht mal mehr erinnern, wann ich das das letzte Mal überhaupt gegessen habe.

Und auf Döner kann ich bei den derzeitigen Preisen nicht nur leicht verzichten, insbesondere wenn ich dann wieder bekomme, was es früher in Deutschland gab, sondern ich habe meinen Dönerkonsum ohnehin fast auf Null reduziert, weil die Preise unverschämt sind.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich so oft beobachtet habe, dass das Geld nicht in die Kasse eingegeben wird, die also die Steuern nicht zahlen, und die hygienischen Verhältnisse katastrophal schlecht sind.

Also: Ich mag zwar grundsätzlich Döner, aber ich esse sowieso fast keinen mehr, und bin sehr gerne bereit, darauf zu verzichten, wenn ich das wieder bekomme, was wir hier vorher hatten. Das war nämlich besser.