No True Scotsman …
Vom Stehlen, Plündern und Brandschatzen.
Ich sehe gerade auf X die unzähligen Fotos und Videos davon, wie in Frankreich gerade Luxusgeschäfte und ganze Einkaufszentren geplündert und ausgeräumt werden, sehr ähnlich zu „Black Lives Matter“ in den USA.
Leute, die nichts anderes können und machen als Stehlen, Plündern, Brandschatzen, Zerstören.
Da fällt mir so ein Vorgang wieder ein, den vor Jahren schon im Blog erzählt habe. Ich war vor vielen Jahren mal auf den Malediven, aber nicht mit einer Reisegesellschaft, sondern so selbstgebucht im billigen Hotel auf einer Einheimischeninsel, was erst kurz zuvor erlaubt wurde. Deshalb musste ich auch für die Reise von dieser Insel zur Flughafeninsel selbst sorgen. Das ist an sich kein Problem, da gibt es Shuttle-Boote, und da kann und muss man sich eben eine Fahrt bestellen und fertig. Allerdings fahren die nur bis ca. 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang, weil sie ja auch noch zurückfahren müssen und die Fahrt im Meer bei Dunkelheit zu gefährlich ist. Weil man Flug aber erst so um Mitternacht ging, war ich damit 6 Stunden vor Flug am Flughafen, wo man aber erst 3 Stunden vor Flug einchecken und in den Sicherheitsbereich mit Restaurants und Geschäften kann. Also musste ich 3 Stunden im Eingangsbereich des Flughafens warten.
Und musste mal pinkeln.
Problem: Ich hatte mein Gepäck und Jacke und Krempel und Proviant und Wasser und was nicht alles schön auf einem Flughafentrolley zusammengestopft, der Eingang zu dem Gang mit den Toiletten hat aber Pfosten, die verhindern, dass man einen Trolley oder großes Gepäck nicht mit reinnehmen kann. Es hängen da aber Schilder „Don’t leave your luggage unattended“. Was tun? Mein Standardproblem als Alleinreisender. Niemand, der einfach mal auf das Gepäck aufpasst.
Also bin ich zur Information und habe gefragt, was zu tun ist. Ein Typ im zivilen Anzug mit Krawatte kam dazu, wies sich als Chef der Flughafensicherheit aus, und fragte nach dem Problem. Ich erläuterte das Pinkeldilemma.
Nun, sagte er, das sei überhaupt kein Problem, ich könne den Wagen einfach stehen lassen, sie seien ein muslimisches Land, und Muslime würden nicht stehlen (in so ganz leicht angeschnupft-beleidigtem Ton).
Dagegen hatte ich drei Einwände:
- Ich würde mich ja nach ihren Schildern richten, das luggage nicht unattended zu lassen, und will auch keinen Ärger und keinen Terroralarm auslösen.
- Das sei ein Flughafen, da gebe es ja nicht nur die Einheimischen, sondern auch Passagiere, und die stehlen eben.
- Ich käme aus Berlin und würde ihn einladen, mit mir in die U-Bahn zu gehen, da könne er Muslimen life beim Stehlen zuschauen. (Ich habe nicht angesprochen, dass mir sehr wohl bewusst ist, dass die Aussage, dass Muslime nicht stehlen, nach dem Koran auszulegen und damit so zu verstehen ist, dass sie nicht von anderen Muslimen stehlen, aber auch das ist inzwischen durch die Schutzgeldschießereien gegen türkische Läden in Berlin gut widerlegt.)
Nun, meinte er zur U-Bahn-Einladung, das seien dann eben keine echten Muslime. Und er werde höchstpersönlich während meines Toilettengangs auf meinen Wagen aufpassen. So kam es, dass der Sicherheitschef persönlich meinen Koffer bewachte, während ich – standesgemäß – pinkeln ging.
Das ist ein bekannter Denkfehler, die no true scotsman fallacy:
„Kein wahrer Schotte“ (englisch no true scotsman) ist ein Ausdruck, der von Antony Flew in seinem 1975 erschienenen Buch Thinking About Thinking geprägt wurde. Damit wird eine Argumentationsform bezeichnet, mit der eine Aussage über eine Gruppe gegen ein Gegenbeispiel immunisiert wird, indem es dieses nachträglich als „atypisch“ oder uneigentlichen Vertreter aus der Gruppe ausschließt, sodass es die behauptete Regel, die nur „wahre“ Vertreter diese Gruppe beträfe, nicht widerlege. Der Ausdruck selbst geht auf das einführende Beispiel von Flew zurück:
Argument: „Kein Schotte streut Zucker auf seinen Haferbrei.“
Antwort: „Aber mein Onkel Angus ist Schotte, und er streut sehr wohl Zucker auf seinen Haferbrei.“
Widerlegung: „Aber kein wahrer Schotte streut Zucker auf seinen Haferbrei!“
Ich wünschte, ich könnte mit diesem Mann, der damals auf den Malediven der Sicherheitschef des Flughafens war, alle diese Videos aus Frankreich anschauen und ihn fragen, wo eigentlich all diese unechten Muslime herkommen sollen.