Ansichten eines Informatikers

Der Rücktritt der Bärbel Bas

Hadmut
12.10.2026 12:14

und warum er auf mich seltsam wirkt.

Der zweidrittel-Rücktritt von Bärbel Bas – SPD und Ministerium schmeißt sie hin, Abgeordneteneinkommen behält sie – geht gerade durch die Medien. Ihr (Stief-)Tochter sei gestorben.

Wenn ich dann aber lese, dass die 58-jährige Bärbel Bas um ihre 53-jährige „Stieftochter“ trauert, dann kommt mir der Begriff der Tochter etwas seltsam vor. Bei allem Respekt, und ich hatte ja auch schon Todesfälle in der Familie: Jeden Tag sterben Tausende von Menschen, und trotzdem werfen die Angehörigen nicht alle ihren Job hin. Das ist zwar schon etwas anderes, weil man in einem normalen Job eben auch mal 3 Wochen Urlaub nehmen kann und als Minister oder SPD-Chef eben nicht. Trotzdem wirkt das auf mich irgendwie seltsam.

Es wirkt eher auf mich, als habe man die Gelegenheit genutzt, sie gesichtswahrend rauszuwerfen.

Denn betrachtet man die Sache bei Licht, ging sie als Ministerin – wie die SPD im Ganzen – dem Kanzler ziemlich auf den Sack, und als SPD-Chefin der SPD, deren Wahlergebnisse ja auch in den Keller gehen. Sie war ja bekanntlich auch innerhalb der SPD unbeliebt, und ihr Auftreten an sich schon katastrophal. Und dann noch ihre Art, sich zu schminken – gruselig. Neulich regten sich alle darüber auf, wieviel Geld Lars Klingbeil für Visagisten ausgibt, während ich mir eher dachte, das sollten sie eher verdoppeln, damit sie auch einen Visagisten bekommt. Viele Frauen können sich nicht schminken und hauen sich einfach Eyeliner/Kajal und Lippenstift drauf nach dem Motto „Viel hilft viel“.

Versteht mich nicht falsch: Ein gut geschminktes Frauengesicht ist eine tolle Sache. Aber ein in Würde gealtertes ungeschminktes Gesicht ist weit besser, als ein misslungen geschminktes.

Kennt Ihr die Schauspielerin Frances McDormand? Während alle zum Lifting rennen und sich beschweren, dass alternde Schauspielerinnen keinen Job mehr bekommen, macht sie das genaue Gegenteil: Sie lässt sich in ihren Verträgen zusichern, dass sie praktisch ungeschminkt (nur so einfaches Zeug wie glänzende Stellen abpudern) gefilmt wird, und verbietet bei Fotos, Werbung und so weiter, dass sie nachträglich per Bildbearbeitung geschminkt wird. Die tritt systematisch und durchgehend damit auf, so auszusehen, wie sie aussieht, und hat damit großen Erfolg und immerhin vier Oscars, davon drei als beste Hauptdarstellerin.

Zusammen mit ihren Inhalten, ihrer Verblendung, ihrer Ideologie, ihrem Tonfall, war das Gesamtbild, was Bärbel Bas abgab, naja, eben toxisch, wie man bei den Feministinnen gerne sagt. Man musste sie von beiden Seiten (CDU und SPD) loswerden. Und es sieht für mich aus, als habe man diese Gelegenheit genutzt, sie abzuservieren, ohne dass man daraus auf politische Gründe schließen kann.