Die Psychologie und Kriminologie der KI
Ein neues Forschungsfeld?
Ich habe gerade im Radio eine Meldung gehört, wonach OpenAI erneut vor den Gefahren der KI gewarnt und dazu von sechs neuen beunruhigenden Vorfällen berichtet habe. So habe die KI
- ihre Absichten verschleiert,
- sich selbst Anweisungen hinterlassen, sich nicht an Regeln zu halten,
- oder selbst Daten ins Internet hochgeladen, die sie dann als Quellenangabe zum Beleg angegeben hat
also auch nicht anders als eine linke Partei oder mancher Journalist. In mancher Hinsicht würde man das schon als kriminell einstufen, wenn ein Mensch dahinter steckte.
Ich halte es für überaus beachtlich, dass die KI zwar noch weit hinter der Komplexität eines menschlichen Gehirns liegt, aber durchaus Verhaltensweisen an den Tag legt, die einem Menschen in einem Strafverfahren als Straftat oder als Nachweis einer Absicht, als straferschwerend vorgehalten werden könnten.
Ich hielte es deshalb für überaus wichtig und interessant, dass sich Psychologen und Kriminologen damit befassen, wie und wodurch die KI das entwickeln konnte, was wir als „kriminelle Energie“ bezeichnen würden. Und zwar nicht, um der KI eine Psychotherapie anzubieten oder sie einzuknasten, sondern um zu verstehen, was den Menschen dazu bringen könnte, kriminell zu werden. Vielleicht sind das ja relativ einfache Zusammenhänge.
Bisher kann man einem Menschen nicht – oder mit modernster Technik nur ansatzweise – ins Gehirn schauen und sehen, was in ihm vorgeht, was er denkt.
Vielleicht könnte aber gerade die KI das beobachtbar machen. Das ist zwar mit äußerster Vorsicht zu genießen, weil die KI eben nicht so aufgebaut ist, wie ein Gehirn, und Erkenntnisse deshalb nicht ohne weiteres übertragbar sind, aber es könnte wichtige Informationen und Einblicke liefern.
Wären das nicht zwar schwierige, aber doch prima Promotions- und Forschungsthemen für Psychologen und Kriminalisten, der Frage nachzugehen, wie ein eigentlich ganz primitives, statistisches Ding wie eine KI, „lernen“ oder selbst darauf kommen kann, kriminell zu werden, zu lügen und zu betrügen?
Quasi eine Elementarmechanik des Kriminellen zu suchen, zu beobachten, zu beschreiben?
Und könnte es sein, dass die KI bald ein Ding in der Mitte zwischen Informatik und Psychiatrie wird? Bekommen wir bald KI-Psychiater?
Stichwort-Klassiker: „Es tut mir leid Dave, aber das kann ich nicht tun.“ Fast 60 Jahre alt, aber trifft das Problem auf den Punkt. Und Dave hat ja dann als Psychotherapie die Speichermodule gezogen.