Noch eine Sorte Spionage
Es wird immer wüster.
Ein Leser weist mich auf das hin:
This is insane.
OpenAI could be keeping an eye on scientists’ prompts, tracking when someone seems close to a major breakthrough, and then putting its own team on the same problem using ideas from those conversations.
This would let OpenAI get to the result first, steal… https://t.co/3zbxHHF1gL
— Advait (@advait_jayant) September 8, 2026
Es heißt, die KI spioniere uns über das aus, wonach wir fragen. So etwas gab es ja schon mal mit Suchanfragen und gekauften Büchern.
this guy fucking called this months ago.
openai asked researchers to come use their models and do research with them.
now, a few months later:
math researchers getting fucking scooped by the lab they trusted with their work.
what a fucking precedent. https://t.co/07Q8N4Qc6b pic.twitter.com/O2ys9p5H0G
— Ryan Orhan (@rynorhn) September 8, 2026
Ach. Die KI sitzt im Prinzip bei jedem Forscher mit am Tisch. Bei jedem Journalisten. Und so weiter und so fort.
Leser werden sich erinnern, dass ich vor – weiß nicht mehr so genau – ein, zwei, drei Jahren mal angefangen habe, meine Bücher entweder a) auszumisten = rauszuschmeißen oder b) zu inventarisieren, und dazu etwas mit RFID-Aufklebern gewählt habe, um die Bücher nicht mit Stempeln oder Außenaufklebern zu verhunzen. (Wohl wissend, dass mich das ins nächste Problem führen könnte, denn RFID-Aufkleber können Daten auch nur etwa 10 Jahre halten. Das betrifft zwar normalerweise nicht die Seriennummer, und nur die benutze ich bisher, weil die normalerweise bei der Herstellung dauerhaft und einmalig mit Lasern in die Speicherzellen gebrannt werden, aber ich habe bezahlbare Aufkleber nur im China-Versand bekommen. Dort aber sind sie mitunter chinesische Fälschungen, die zwar grundsätzlich funktionieren, bei denen die Seriennummern aber nicht eingebrannt, sondern nur gespeichert werden und auch nicht eindeutig sind, teilsweise sogar nicht einmal gegen überschreiben geschützt. Wird gerne verwendet, um Zugriffstokens wie Türkarten, Eingangskarten usw. zu duplizieren. Kann also sein, dass die nach 10 Jahren auch die Seriennummern verlieren oder ich doppelte habe, und das alles für die Katz’ war. Hauptsache, ich habe die Bücher erst einmal erfasst und jedes in der Hand gehabt, um zu sehen, ob das Buch überhaupt noch aktuell ist.)
Also habe ich das so gemacht, dass ich in jedes Buch einen RFID-Aufkleber hinten rein pappe und das Buch dann an den RFID-Leser halte. Ist das Buch noch nicht im Inventar, geht vor der Eingabemaske zunächst die Frage nach der ISBN auf. Gibt es eine (und ist sie günstigerweise mit Barcode versehen und mit Barcode-Leser zu lesen), frage ich verschiedene Quellen ab, um zu dieser ISBN die Buchdaten wie Titel, Autor, Verlag, Auflage usw. und manchmal sogar ein Foto der Vorderseite herunterzuladen. In den meisten Fällen dauert es damit keine 10 Sekunden, ein Buch zu erfassen. Na, gut, mit Kontrollesen ein paar Sekunden länger, aber es geht schnell und bequem.
Aber, ach.
Heute nach langer Zeit mal wieder gestartet, eigentlich nur um die Software neu zu binden.
Geht nicht mehr.
Warum geht’s nicht mehr?
Eine der Quellen, die ich abgefragt habe, war die Google Books API. Die sagten, sie hätten nichts dagegen, wenn man bis zu 100.000 Bücher abfragt, und das war frei zugänglich. Geht nicht mehr. Liefert Code 429 (Too Many Requests) und im Text irgendwas von Exhausted.
Ursache: Google will jetzt, dass man sich authentifiziert. Wenn man über die APIs personenbezogene Daten abfragt, dann mit starker Verschlüsselung per OAUTH. Wenn man allgemeine öffentlich zugängliche Daten (wie Bücher) abfragt, soll jetzt der „API-KEY“ reichen.
Heißt: Ich kann Bücher nur noch abfragen, wenn ich mich identifiziere und Google dazu sage, wer ich bin. Google weiß dann also, für welche Bücher ich mich interessiere, welche Bücher ich habe.
Und über die Bücher hat man schon mal Entwickler ausspioniert. Etwa wenn die alle etwas über Datenbanken kaufen.
Stinkt mir gewaltig. Jetzt muss ich erst einmal überlegen, wie ich damit umgehe. Ich glaube, mich erinnern zu können, dass von den Quellen, die ich abfrage, Google die meisten Daten, die besten Antworten und die größten Titelbilder hatte.