Ansichten eines Informatikers

30 Jahre lang nichts erfunden

Hadmut
8.9.2026 16:40

Vom Abstieg Deutschlands.

Twitter-Fund, schön beschrieben:

Was bleibt, wenn die großen US-IT-Konzerne den Stecker ziehen?
Google weg. WhatsApp weg. iPhone weg. ChatGPT weg.
Was haben wir dann noch?
E-Mail. Und vielleicht ein paar Filme bei T-Online.
Mehr nicht.

30 Jahre Digitalisierung – und Deutschland hat nichts erfunden. Keine Suchmaschine. Kein Betriebssystem. Kein soziales Netzwerk. Keine KI von Weltrang.

„Deutsche KI-Unternehmen“? Die flanschen bloß eine Oberfläche über die API von OpenAI oder Anthropic. Das ist keine Innovation, das ist Wrapper-Bau.

Die letzte deutsche IT-Erfindung war MP3. Fraunhofer, 1990er. Am Ende hat Apple abkassiert.
Seitdem: Schlaf.

Das Einzige, was wir wirklich konnten – Schwerindustrie, Old Economy – haben wir selbst abgewickelt.
Keine Zukunftstechnologie aufgebaut. Die alte Stärke verschrottet.

Es wird nicht besser. Top-Verdiener zahlen hier die Hälfte ans Finanzamt und Sozialkassen . Die klugen Köpfe gehen dorthin, wo sich Leistung noch lohnt. Oder kommen gar nicht erst. Leute, die vom Staat leben, kommen in Scharen.

Wir reden über „Abhängigkeit von US-Tech“, als wäre es Schicksal.
Ist es nicht.
Es ist selbstgemacht.

Der Abstieg hat längst begonnen. Was wir gerade an Verteilungskämpfen sehen, ist noch der Kindergeburtstag.

Ja.

Bestätigt genau das, worüber ich hier seit Jahren blogge. 30 Jahre ist meine Uni-Zeit her, und ich habe das live miterlebt, wie man damals die deutsche Informatik dumm gehalten hat.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Uni-Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Zeit fiel, als man Amazon (1994) und Google (1998) gegründet hat. Die haben auch nur mit Wasser gekocht. Fachlich, vom Wissen und Können, waren die uns nicht voraus.

Woran lag es dann?

Dort hat man die Leute gefeiert, gefördert, es begrüßt, dass sie etwas aufbauen.

Hier hat man jedem, der etwas konnte, Knüppel zwischen die Beine geworfen und ihn zerstört. Hier war es wichtig, dass nicht nur alle einheitlich dumm sind, sondern auch niemand und auf keinen Fall schlauer als die in der Hierarchie über ihm.

Man hat die Frauenquote gefeiert und dazu nicht nur die Mindestanforderungen auf Null gesetzt, sondern auch gleichzeitig noch die Höchstbefähigungsgrenze. Keiner durfte noch etwas können, damit sich Frauen nicht so diskriminiert fühlen. Dazu dann noch die Forderung aus der Politik, die Informatik zu enttechnisieren, und Sozialthemen reinzunehmen, damit sie für Frauen zugänglich wird. Eigeninitiative geht gar nicht. Aber Dummheit siegt. Wer dumm ist, macht sofort Karriere.

Naja, und nach 30 Jahren ist der Zustand Deutschland das Ergebnis davon.

Die große Frage ist: Wieviel war davon eigene, deutsche, feministische Dummheit, und wieviel war davon Kriegführung der US-Wirtschaft und der CIA?