Das Menopausensausen der Esther Schweins
Ein Leser bittet mich, ich soll etwas dazu sagen.
Lieber Herr Danisch,
könnten Sie das bitte, bitte, kommentieren? Würde ich so gerne lesen…
Können sich die Älteren unter den Lesern noch an RTL Samstag Nacht erinnern?
Als Wigald Boning und Olli Dittrich noch lustig, Stefan Jürgens noch jung und Hektiker Mirco Nontschew zwar nicht lustig, aber noch am Leben war?
Ich fand die Sendung großartig. Ich habe die unheimlich gerne gesehen, lief von 1993 bis 1998. Quasi als qualitative Verbesserung nach der Tittenshow Tutti Frutti (1990 bis 1993). Die ich übrigens auch gerne gesehen habe. Damals hatte RTL noch Format, Stil, Flair. Im Vergleich zu heute.
RTL Samstag Nacht war einfach großartig. Oft ziemlich bescheuert und intellektuell ganz, ganz flach, aber sehr lustig. Sehr beliebt.
Karl Ranseier ist tot.
Die große Schöne im Team war Esther Schweins. Die war auch gut. Oft als Frauen-Gegenpart mit Tanja Schumann.
Und es heißt, die Truppe sei dabei auch wohlhabend geworden, das wurde wohl gut bezahlt. Zumindest wurden sie bekannt, denn vorher kannte die Leute wirklich keine Sau. Das war für alle die Initialzündung von Null auf Helden der Republik. Die hatten eben auch richtig gute Autoren.
Schweins war auch für das Schlüpfrige zuständig. Gut, nicht alleine, denn „Kentucky schreit Ficken“ (statt Kentucky Fried Chicken) war eher so das Ding Jürgens und Schumann. Aber nicht umsonst wurde Schlüpfriges dort dann und wann als „Schweinskram“ bezeichnet. Ich kann mich noch an eine Weihnachts-Folge erinnern, in der sie alle in Weihnachtsmann-Aufmachung auf die Bühne kamen und jeder ein bisschen Gedicht vorgetragen hat. Esther Schweins, nachdem vorher einer irgendwas über den Sack voller Geschenke gesagt hatte:
Ich komme hier
mit meinem Schlitten,
hab’ keinen Sack,
dafür zwei … [Hebegriff an den Vorbau mit süffisant-dreckigem Grinsen und Kunstpause] … Rentiere …
Und damit hat die ihre Karriere gestartet:
- Tittensender RTL
- Herausragend gutes Aussehen
- Blödelei, dazu auch schlüpfrige Witze
Als Schauspielerin ist sie mir dagegen nie irgendwie aufgefallen. Die spielte mal in einer Vorabendserie über Polizeianwärterin irgendwie so eine Psychologin oder etwas in der Art, aber schauspielerisch war das auch nicht mehr als der belanglose Fernsehmassenkram, bei dem die größte schauspielerische Leistung darin besteht, pünktlich am Set zu sein.
Und jetzt kommen da so fünf abgetakelte Restposten, Maren Kroymann, Gaby Köster, Esther Schweins, Bettina Böttinger, Hella von Sinnen, von denen keine einzige eine herausragende Schauspielerin wäre oder auf normalem Leistungswege Karriere gemacht hat. Maren Kroymann war gelegentlich witzig, aber auch nur mit feministischer Färbung. Gaby Köster war als Kabarettistin mal sehr gut und Dauerbesetzung bei 7 Tage, 7 Köpfe. Esther Schweins sah gut aus. Zu Böttinger und von Sinnen fällt mir nichts Positives ein.
Und die rotten sich nun zusammen, weil ihnen nichts anderes mehr einfällt, um auf die Leinwand zu kommen, als einem alten, abgemeldeten, krebskranken Thomas Gottschalk in typisch weiblicher Intriganz das Messer in den Rücken zu rammen. … Obwohl, es ist von der Struktur her eher ein Giftmord.
Und jetzt regt die sich auf, weil Thomas Gottschalk sie 1996 in seiner Sendung angefummelt und schlüpfrige Bemerkungen gemacht habe. Die, die vorher bei RTL „Schweinskram“ präsentiert hatte.
Es wirkt auf mich genau so, wie ich das von so vielen feministischen Konferenzen im Blog beschrieben hatte: Da fehlt was im Hirn.
Punkt eins: Warum denn dann?
Die erste Frage wäre: Warum ist sie denn dann überhaupt zum Gottschalk gegangen? Das war doch allgemein bekannt, wie Gottschalk so ist, und genau deshalb sind die doch zu ihm hin. Jede, die aufmerksamkeitssüchtig war, ließ sich bei Gottschalk befummeln. Stell Dir vor, Du sitzt beim Gottschalk auf der Bank, und der fummelt Dich nicht an, und macht keine einzige schlüpfrige Bemerkung. Dann bist Du erledigt. Gottschalk fummelt sonst alle an, aber Dich nicht? Oder anders gesagt: Das Schlimmste an der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz ist, dabei übergangen zu werden.
Das ist so, als würde man heute dem Playboy Vorwürfe machen, dass er einen nackt gezeigt hat. Aber Mädel, warum hast Du Dich denn dann überhaupt ausgezogen? Einfache Antwort: Weil sich damals jede auszog, um was zu sein und in die Öffentlichkeit zu kommen. Der Playboy hatte damals nämlich nicht versucht, Frauen für das Heft zu finden, sondern umgekehrt eine Warteliste, weil sich so viele Frauen ausziehen wollten.
Und ähnlich war das bei Gottschalk. Dem sind sie hinterhergelaufen, um sich befummeln zu lassen. Jede wollte von Gottschalk besabbert werden, um zu zeigen: Ich bin noch attraktiv.
Punkt zwei: Gift und Zeitgeist
Ich will aber noch auf etwas anderes hinaus. Die Sache mit da fehlt was im Hirn. Die Ratio. So oft im Blog beschrieben.
Der Punkt ist nämlich, dass das nicht die spezifische Masche des bösen Gottschalk war. Sonst hätte man den ja längst abserviert gehabt. Sonst hätte der ja nicht die riesigen Quoten bekommen.
Der Punkt ist nämlich, dass das der Zeitgeist war und damals das, was das Publikum wollte. So, wie zuvor die Titten bei RTL Tutti Frutti. Gottschalk hatte genau deshalb so viel Erfolg, weil er das lieferte, was der Zeitgeist haben wollte, was wie der Schlüssel zum Schloss passte.
Und damals war es eben so, dass Schauspielerinnen und sonstige TV-Prominentinnen eben noch nicht auf Frauenquote gemacht haben, die es noch nicht gab, sondern auf Arschwackeln und knappe Klamotten, denn seien wir ehrlich: Die meisten Frauen haben sonst nichts zu bieten. Es gibt nur sehr wenige Schauspielerinnen, die wirklich schauspielern können, die man wegen ihrer Leistung sieht oder sehen will.
Jede Menge Frauen spielen sich deshalb über die Erotik-Schiene auf, setzen sich im tiefen Dekollete vor die Kamera, zeigen immer mehr. In Hollywood sehr gut zu sehen, da muss auch immer mehr gezeigt werden. Viele Jahre haben sich Unzählige der B- und C-Promi-Riege mit „go kommando“-Fotos hervorgetan um jeden zu zeigen, dass sie keine Unterwäsche tragen. Reichlich gab es Fotos von Prominetten, die sich im knietiefen Sportwagen wie Lambo vorfahren lassen, aus denen man nicht normal aussteigen kann und in exhibitionismusgünstiger Liegehaltung sitzt und mit den Beinen nach oben zuerst aussteigen muss, und warteten, bis die Fotografen da waren, damit auch garantiert skandalöse Ritzenfotos rumgingen, um in den Medien zu sein. Das war lange Jahre so üblich, immer weniger, immer durchsichtiger, immer exhibitionistischer rumzulaufen.
Und das kann man nicht einfach nur Gottschalk anlasten.
Das kann man überhaupt niemand anderem anlasten.
Denn genau die Damen, die sich heute darüber aufregen, haben genau dabei mitgemacht, davon profitiert und damit genau diesen Zeitgeist mit angeheizt. Sie werfen jetzt anderen vor, was sie selbst mit angeheizt haben.
Ich halte diese Art des Vorwurfs deshalb für absolut verlogen. Ein Wichtigmachen auf Kosten anderer.
Punkt drei: Menopause
Ich hatte das bei der Welle feministischer Vergewaltigungsvorwürfe vor einigen Jahren untersucht und beschrieben:
Frauen haben einen Zyklus und ändern im Laufe dieses Zyklus signifikant und nachweisbar ihre Männerpräferenzen. Je nach Phase mögen sie mal den braven Hausmann als Versorger, und mal den glutäugigen Wüstling, der es ihnen durchbesorgt.
Das Problem daran ist, dass sie sich danach nicht mehr daran erinnern können. Erst hüpfen sie mit Conan dem Barbaren in die Kiste zum Schnackseln nach Barbarenart, und wenn ein paar Tage später der Zykluszeiger anders steht und die Hormone anders blubbern, halten sie den Typ nun für einen widerlichen Kotzbrocken und akzeptieren die eigene Entscheidung nicht mehr, halten ihn für einen Wüstling und die Sache für Vergewaltigung.
Frauen wollen immer Verantwortung, Macht und Entscheidungsgewalt, aber sind schon biochemisch nicht in der Lage, ihre eigene Bumsentscheidung fünf Tage zu halten.
Und sie machen immer Männer, stets den nächstgreifbaren, für ihre eigenen Entscheidungen verantwortlich. Man sieht das auch in Unternehmen: Erst besetzt man die Führungsposten reihenweise mit Quotenfrauen. Und dann haben sie nichts Eiligeres zu tun, als alle Verantworungen auf externe Männerdienstleister ab zuwenden, die deshalb extern sein müssen, damit sie nicht auf die Quote angegerechnet werden. Ein großer Teil des Erfolgs von Cloud-Computing und Beratungsfirmen wie McKinsey beruht darauf, dass Frauen auf Führungsposten sitzen und sofort alle Verantwortung auf andere, auf Männer abwälzen, damit sie niemals selbst an etwas schuld sind.
Noch nie in der Geschichte war eine Feministin jemals für ihre eigenen Entscheidungen selbst verantwortlich. Immer sind die Männer schuld.
Was nicht nur mit dem Zyklusverhalten, sondern auch mit der notorischen Rudelmechanik zu tun hat, weil man eben dem Leithammel hinterherläuft, und der Leithammel dann auch schuld dran ist.
Und das, was der Zyklus monatlich anrichtet, gibt es noch einmal in groß als Lebenszyklus.
Sind mit der Menopause die Hormone weg, ist auch die Geilheit weg. Wozu auch sollte die noch dienen? Man sagt ja, alte Männer wollen noch, aber können nicht mehr. Alte Frauen können noch, aber wollen nicht mehr.
Und genau danach sieht es hier aus: In jungen Jahren hatten sie die latente Dauergrundgeilheit, weshalb sie sich dann auch alle sexy anziehen, das Dekollete tief machen, den Rock kurz, die Arschbekleidung eng, um permanent Signale sexueller Attraktivität und Aktivität auszustrahlen. Seht her, ich bin fruchtbar und gut in Schuss, ich bin rollig.
Mit der Menopause sinkt das Level, und die Geilheit ist weg. Dann kriegen die das Menopausensausen.
Übrig bleibt nur noch eine alte Frau ohne Marktwert, die nur noch als Oma taugt, um die Enkel zu betüddeln.
Hat man keine Enkel, bleibt einem nur noch, „Oma gegen rechts“ zu werden, um noch beachtet zu werden.
Und nun sitzen da so ein paar Hormonwracks, deren Attraktivität, wäre sie ein Auto, vom TÜV aus dem Verkehr gezogen würde, die sich daran erinnern, dass sie mal Aufmerksamkeit bekamen, aber nicht daran erinnern, dass sie die bekamen, weil sie mal junggeil drauf waren.
Und jetzt sehen die Videos ihrer früheren Auftritte. Vordergründig der Gottschalk.
Tatsächlich aber sehen sie sich selbst. Wie, so habe ich mich mal aufgeführt? So habe ich mit dem Arsch gewackelt? Dafür kann ich nicht verantwortlich sein. Daran muss der Gottschalk schuld gewesen sein.
Einfach widerlich.
Und deshalb sind Frauen so gefährlich: Weil die sich das durch Monats- und Lebenszyklus alles irgendwann anders überlegen und ihre eigenen Entscheidungen notorisch anderen anlasten.
Man kann diesen Leuten nur entgegenhalten, sie sollten sich zum Teufel scheren. Oder meinetwegen auch zur Teufelin. Oder zu den Teufelnden.
Aber lasst den Gottschalk in Ruhe.