Ansichten eines Informatikers

Hirn und Liebeskummer

Hadmut
14.7.2026 3:04

Hochinteressantes über das Hirn, was meine Theorien voll bestätigt.

Es ist zwar das Fischblatt DIE ZEIT, sie haben aber trotzdem – auch ein taubes Korn findet mal sein Huhn – einen sehr interessanten Artikel über die Neurowissenschaftlerin Naomi Eisenberger und ihre Hirnforschung, hier zum Thema Liebeskummer: »Unser Gehirn muss neu lernen, ohne die Person zu funktionieren«

Ich schreibe seit Jahren, dass das Gehirn eine Rudelmechanik enthält, und dass das ganze Fühlen und diese ganzen unterbewussten Funktionen, die Amygdala, die für Erotik- und Feinderkennung zuständig ist, all der ganze Kram nichts anderes ist, als evolutionär in verschiedenen Schichten entstandene und zusammengepappte Überlebensstrategien sind. Die ganze Moral, das Gerechtigkeitsempfinden, der ganze Sozialmist – alles Überlebensmechanismen.

Aber was ist Liebeskummer?

Sie sagt, es ist nur eine Form, aber eben die stärkste Form von „Sozialschmerz“. Schmerz sei dazu da, uns zu einem Schutzverhalten zu zwingen. Körperlicher Schmerz geht mit einer Lokalisation der schmerzenden Körperstelle einher, damit wir uns um sie kümmern. Sozialschmerz hat keine körperliche Stelle, das ergäbe keinen Sinn, aber ansonsten dieselbe Funktion, nämlich dass wir uns um ein Problem kümmern, das gefährlich ist. Wir seien nämlich als Sozialtiere auf die Gruppe angewiesen, und von der Gruppe, vom Partner getrennt zu werden, zu vereinsamen, ist in der Regel sehr gefährlich, weshalb wir Schmerz empfinden, mit dem uns das Hirn zwingt, etwas dagegen zu tun.

Ich hatte genau solche Effekte bereits als „schlechtes Gewissen“ und Ungerechtigkeitsgefühl beschrieben, mit denen uns unbewusste Teile des Gehirns beeinflussen, um uns zu einem Verhalten zu bringen, das sich als evolutionär günstig und überlebenszuträglich erwiesen hat. An Liebeskummer hatte ich dabei noch gar nicht gedacht, aber er scheint nach ihrer Beschreibung exakt das zu sein – nur eben viel stärker. Quasi der Katastrophenalarm unter den schlechten Gefühlen. Partner weg heißt: Sofort handelt, höchste Dringlichkeit, Problem abstellen!

Damit dürfte dann wohl auch die Eifersucht unter genau diese Verhaltensweise fallen: Erledige den Nebenbuhler.

ZEITmagazin: Sozialer Schmerz fühlt sich also tatsächlich schmerzhaft an, obwohl keine Verletzung oder Krankheit vorliegt?

Eisenberger: Das Gefühl von Schmerz setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Es gibt eine sensorische Komponente, die uns sagt, woher der Schmerz kommt. Kommt er etwa aus unserem Arm oder unserem Bein? Kommt er aus dem Inneren des Körpers oder von der Hautoberfläche? Die andere Komponente wird als affektive Komponente bezeichnet, und das ist der Teil des Schmerzes, der uns leiden lässt. Der sensorische Teil wird nur bei tatsächlichen körperlichen Schmerzen aktiviert, aber diesen affektiven Teil konnten wir auch als Reaktion auf Ausgrenzung als aktiv beobachten.

[…]

ZEITmagazin: Gibt es denn generell für den Körper einen Sinn hinter dem sozialen Schmerzgefühl?

Eisenberger: Da ist die Forschung von Jaak Panksepp sehr interessant. Er hat sich die Zusammenhänge zwischen Hirnaktivität und Sozialverhalten von Tieren angeschaut und herausgefunden, dass Opioide – also starke Schmerzmittel, die der Körper auch selbst produziert, um Schmerzen zu regulieren – eine wichtige Rolle bei sozialen Bindungen spielen. In Experimenten mit verschiedenen Tierarten beobachtete er, dass Opioid-Agonisten wie Morphin die Reaktion auf soziale Isolation hemmten und Opioid-Antagonisten wie Naloxon sie intensivierten. Da fragte er sich: Warum gibt es diese Überschneidung zwischen sozialen Bindungen und dieser Chemikalie? Die Antwort ist: Säugetiere können allein nicht überleben. Wir sind unser ganzes Leben lang auf andere angewiesen – auf ihre Nähe, ihren Schutz, ihre Hilfe bei der Nahrungsbeschaffung. Außerhalb der sozialen Gruppe zu sein, ist gleichbedeutend mit dem Tod. Schmerz ist immer ein Warnsignal, das uns alarmiert, uns zu schützen. Evolutionär ist es also von Vorteil, das Schmerzsignal und sein Regulierungssystem durch Opioide ebenfalls zu nutzen, wenn wir drohen, getrennt zu werden oder zu vereinsamen.

Im Prinzip müsste man auch das Heimweh Jugendlicher darunter zählen. Ich habe das im Jugendlager erlebt, dass manche Kinder entsetzliches, unüberwindliches Heimweh empfinden und mit nichts und niemandem zu trösten sind, als ob sie schwere Schmerzen empfinden. Aber ich habe noch nie darüber nachgedacht. Jetzt, wo ich das so lese, fällt mir das aber ein. Könnte es also sein, dass Heimweh auch so ein hochpriorisierter Verhaltensschmerz ist, der vor allem Kinder dazu bringen soll, unter allen Umständen zum Rudel zurückzukehren? Deshalb auch der Name Heim»weh«?

Kurioserweise habe ich es aber einige Male erlebt, dass Kinder, die vor Heimweh wie sterbenskrank im Bett litten, das nach ein paar Tagen völlig vergessen hatten und fröhlich herumtollen konnten. Nicht alle. Ich habe bisher nie darüber nachgedacht, aber anscheinend gehört das zum Repertoire der evolutionär als Überlebensstrategien entwickelten Rudelverhaltensweisen.

Ich habe mich oft selbst als Einzelgänger beschrieben, bei dem das Hirn in der anderen der beiden Betriebsarten läuft. Ich hatte nie Heimweh, aber oft Fernweh. Ist meine Verhaltensweise vielleicht die jener Einzelgänger, die nicht beim Rudel bleiben, sondern es verlassen und herumstreunen oder sich neue suchen? Und deshalb die Ratio über die Rudelmechanismen stellen, weil sie alleine überleben müssen?

ZEITmagazin: Sie konnten bei Ihrem Experiment eine Aktivität in den Schmerzregionen des Gehirns feststellen. Kann man auf neuronaler Ebene sagen, je höher die Aktivität, desto höher das Schmerzgefühl?

Eisenberger: Bei unserem Experiment waren die Probanden, die in den Gehirnregionen für Schmerz – dem dorsalen Cingulum und der vorderen Insula – mehr Aktivität zeigten als andere, auch diejenigen, die von stärkeren negativen Emotionen berichteten. Sie fühlten sich während der Erfahrung des Ballspiels stärker abgelehnt, bedeutungsloser und unsichtbarer. Das konnten wir aber natürlich nur in Nuancen zeigen, weil das Spiel mit vermeintlich Fremden gespielt wurde und es Leute natürlich weniger kümmert, wenn sie da ausgeschlossen werden, als wenn es ihre engsten Bezugspersonen wären.

ZEITmagazin: Was lässt sich daraus über Liebeskummer ableiten?

Eisenberger: Andere Forscherinnen wie Helen Fisher haben untersucht, was passiert, wenn man verlassen wird. Dafür haben sie Menschen in einem fMRT-Scanner ein Bild des Ex-Partners gezeigt. Während dieses Versuches wurde die Aktivität in denselben Regionen gemessen wie bei unserem Experiment. Bei Liebeskummer werden also dieselben Areale aktiv.

Wenn man also versteht, was Liebeskummer ist, nämlich ein vom Hirn erzeugter Leidensdruck, den die bewusste Verhaltenskontrolle zu spüren bekommt, um ihn als Handlungsdruck wahrzunehmen, dann kann man konsequenterweise auch folgern, was Liebe ist: Der Anbahnungs- und Haltedruck zugunsten einer Partnerschaft, nachdem die Amygdala einen optimalen Partner auserkoren hat.

ZEITmagazin: Menschen haben eine unterschiedliche Schmerztoleranz für körperliches Leiden. Gilt das auch für emotionalen Schmerz?

Eisenberger: Ja, es gibt große Unterschiede zwischen den Menschen, was den sozialen Schmerz angeht. Das zeigte sich schon in unserer Studie. Nicht jeder fühlte sich auch ausgeschlossen. Manche waren gut darin, sich die Ablehnung wegzuerklären. Sie sagten: »Die beiden anderen haben mich außen vor gelassen, weil sie sich kennen und mich nicht, also ist das okay.« Oder: »Die haben mich außen vor gelassen, aber ich kenne sie ja nicht, also stört mich das nicht.« Wir mögen es nicht, uns abgelehnt zu fühlen, also tun wir automatisch vieles, um zu verhindern, dass wir uns so fühlen. Wenn jemand etwas Beleidigendes sagt, nehmen manche Leute das sehr ernst, andere wiederum schütteln es einfach ab und sagen sich: »Ach, vielleicht war die Person gerade schlecht gelaunt. Vielleicht habe ich mich auch verhört.«

Und das nun bringt mich zu einer wichtigen Frage:

Ist dieser ganze feministisch-woke Inklusionsscheiß, dieses ständige Töbern gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, dies Überall-Nazis , am Ende nur eine solche Funktion des Gehirns, die Ausgrenzung wegen eigenen Fehlverhaltens „wegzuerklären“?

Mit anderen Worten: Brauchen Leute, die sich nicht an die sozialen Normen halten und deshalb in der Gruppe nicht mehr beliebt sind, diesen Antidiskriminierungshokuspokus, um das nicht als eigenes Verschulden wahrzunehmen und zu versozialschmerzen?

ZEITmagazin: Aber wenn man den Schmerz zulässt, gibt es da auch unterschiedliche Empfindlichkeiten?

Eisenberger: Alles deutet darauf hin, ja. Wie bereits erwähnt, kann der Körper selbst schmerzmittelartige Opioide herstellen. Schmerzmittel und körpereigene Endorphine docken an denselben Rezeptoren an, um Schmerzen zu hemmen. Es gibt ein Gen, das Mu-Opioid-Rezeptor-Gen, das bestimmt, wie diese Rezeptoren gebaut sind und wie viele wir davon besitzen. Es ist also genetisch bestimmt, wie schmerzempfindlich wir sind. Tatsächlich haben wir in unseren eigenen Arbeiten festgestellt, dass Menschen, die eine Mutation des Mu-Opioid-Rezeptor-Gens besitzen und schmerzempfindlicher sind, auch empfindlicher auf soziale Schmerzen reagieren. Es gibt also eine Überschneidung. Und sie macht Sinn, wenn man bedenkt, dass Opioide sowohl bei körperlichen als auch bei sozialen Schmerzen eine Rolle spielen.

Besteht ein Zusammenhang mit Drogen wie Heroin und Fentanyl?

Ich sag’s ja immer. Wir sind Rudelmaschinen.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses ganz linke, woke, feministische Gehampel nichts anderes als völlig aus dem Ruder gelaufene evolutionäre Verhaltensweisen sind.

Möglicherweise ist Feminismus, Linkstum und so weiter ein Wiedererscheinen alter Verhaltensweisen durch degenerative Effekt im Gehirn.

Vielleicht sind das Krankheits- oder Vergiftungssymptome, die die modernen Teile des Gehirns beeinträchtigen oder lahmlegen.